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Aktuelle Nachrichten

Dr. Steffi Burkhart: “Respekt ist keine Einbahnstraße” 25.05.2018

<span style='float:right; font-size:11px;font-weight:normal;'>© Dr. Steffi Burkhart</span> © Dr. Steffi Burkhart

Auf dem Sägewerkskongress am 14./15. März 2018 in Würzburg war ihr Vortrag eines der Highlights: Dr. Steffi Burkhart, Sportwissenschaftlerin, promovierte Gesundheitspsychologin und Ex-Leistungssportlerin, ist Expertin für ihre Generation Y (Jahrgänge 1980 bis 1995) und deren Bedürfnisse und Ansprüche an das Arbeitsleben. Als ehemalige Leiterin einer Führungskräfte-Akademie und Mitarbeiterin in einem Großkonzern kennt sie ebenso die Ansprüche von Arbeitgeberseite und ist eine gefragte Rednerin auf Branchentreffs wie dem Sägewerkskongress 2018. 

Dort führte sie im Rahmen des Themenslots "Personal" einer interessierten Zuhörerschar in einem spannenden Vortrag zum Thema “Nachwuchskräfte” die Kennzeichen der Generation Y und deren Erwartungen an die Jobwelt vor Augen. Im folgenden Interview schildert sie, wie sie den Sägewerkskongress erlebt hat und wie Unternehmen passenden Nachwuchs rekrutieren können, um ihre Zukunft zu sichern.  

Frau Dr. Burkhart, welche Eindrücke haben Sie auf dem Sägewerkskongress gesammelt?

Ich fand es eine tolle Idee, Studierende von Fächern der Holz- und Forstwirtschaft vor Ort mit Vertretern aus Unternehmen der Branche ins Gespräch zu bringen. Die Studenten hatten die Gelegenheit, potenzielle Arbeitgeber anzusprechen und sie zu befragen. Durch das Matching wurde ein konkreter Austausch zwischen Nachwuchstalenten und Unternehmen möglich, sodass beide Seiten sich kennenlernen konnten. Ein großer Vorteil ist aus meiner Sicht, dass auf dem Kongress die erste und zweite Führungsebene vertreten war. Diese Akteure haben in der Regel einen besseren Blick auf die Kandidaten als Mitabeiter der HR-Abteilung, weil sie über größeres fachliches Know-how verfügen und genau wissen, welche Talente bei Nachwuchskräften gefragt sind.

Wie können Führungskräfte der Holzwirtschaft und anderer Branchen passende Bewerber rekrutieren?

Insbesondere angesichts des demografischen Wandels und Fachkräftemangels ist es wichtig, dass Führungskräfte der Unternehmen ihren Talentpool aufbauen, indem sie direkt mit potenziellen Kandidaten in Kontakt treten. Der Sägewerkskongress hat einen Raum dafür geschaffen, Nachwuchskräfte und Entscheider miteinander ins Gespräch zu bringen. Das finde ich vorbildhaft und habe es auf anderen Branchentreffs so noch nicht erlebt. Diese Chance geht weit über die Möglichkeiten einer klassischen Berufsorientierungsmesse hinaus, wo häufig HR-Verantwortliche die Ansprechpartner für Berufsanfänger sind. Auch Imagekampagnen oder ein “Tag der offen Tür” bieten Möglichkeiten, initiativ mit jungen Leuten ins Gespräch zu kommen. Darüber hinaus müssen die Touch Points, die Berührungspunkte zu potenziellen Bewerbern, erhöht werden – analog und digital. Wo also überall können solche Touch Points geschaffen werden? Wie werden sie ausgefüllt und wie gelangt man dadurch besser ins Aufmerksamkeitsfeld der Nachwuchskräfte? Das sind Fragen, die sich Unternehmen beantworten müssen und sich in die Perspektive der Bewerber zu versetzen. Dazu gibt es unterschiedliche Methoden, mit denen man das in Erfahrung bringen kann. 

Worauf müssen Unternehmen achten, um ihre Zukunft mit Nachwuchskräften zu sichern?

Durch den demografischen Wandel befinden wir uns am Anfang eines “War of Talents”, das gilt auch für die Holzwirtschaft. 2030 wird die Mehrheit der Babyboomer-Generation in Rente sein und wir werden einen millionenfachen Arbeitskräftemangel erleben, weil Arbeitsplätze nicht nachbesetzt werden können. Mangelndes Personal ist die Wachstumshürde der Zukunft! In der Vergangenheit haben Firmen viel in Maschinen investiert, jetzt erleben wir eine Verschiebung hin zum Humankapital, in das stärker investiert werden muss. Die Kernfragen lauten: Wie rekrutieren wir Nachwuchs? Wie entwickeln wir Mitarbeiter weiter? Und wie schaffen wir es, sie auch länger an uns zu binden? Ich will Unternehmern aufzeigen, dass sie an einem strategischen Wendepunkt stehen und umdenken müssen. Führungskräfte haben zu hinterfragen, wie sie mit Mitarbeitern umgehen und ob sie ein attraktives Umfeld bieten. Arbeiten sie nicht an ihrer Unternehmens- und Führungskultur, werden sie 2030 möglicherweise so enden wie Schlecker oder Praktiker. Der Stellenwert der Mitarbeiter erhöht sich. 

Welche Ratschläge geben Sie Unternehmern und jungen Auszubildenden für ein gutes und erfolgreiches Miteinander?

Auch kleinere Betriebe sollten den Mut haben, auszubilden. Wichtig sind gute Betreuung, Respekt und Wertschätzung für die Auszubildenden. Gute Ausbildung benötigt auch Zeit für Entwicklung. Junge Menschen wollen interessante Aufgaben und Verantwortung übertragen bekommen und erwarten einen Austausch auf Augenhöhe. Hierarchische, top-down-gesteuerte Beziehungen sind keine konstruktiven Wege in die Zukunft und Respekt ist keine Einbahnstraße. Viele Lehrlinge haben das Gefühl ausgenutzt und zu wenig wertgeschätzt zu werden, was zu hohen Abbruchquoten beiträgt. Auszubildenden rate ich: Fordert gute Führung ein! Ihr habt einen Anspruch darauf, dass  die Ausbildungsleiter euch eine gute (Aus-)Bildung sowie berufliche und persönliche Weiterentwicklung ermöglichen.

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