Marktdaten

Die deutsche Sägeindustrie ist mit ca. 2.000 Betrieben und mehr als 24.000 Beschäftigten das wichtigste Bindeglied zwischen Forst- und Holzwirtschaft. Ihre Betriebe bilden die erste Bearbeitungsstufe des im Wald geernteten Rundholzes. Der Umsatz der deutschen Sägeindustrie liegt bei jährlich ca. 6,5 Milliarden Euro.

Die Struktur

Die deutsche Sägeindustrie ist sehr breit aufgestellt und typisch mittelständisch geprägt. Nach der KMU-Statistik des Statistischen Bundesamtes wurden 2015 insgesamt 2.087 Sägewerke erfasst.


Daten DeStatis, KMU-Statistik

In den 2.087 Unternehmen wurden im Jahr 2015 24.783 Personen beschäftigt. Der Gesamtumsatz belief sich auf 6,5 Mrd. Euro. Beim Umsatz wird die wirtschaftliche Bedeutung der Großunternehmen deutlich. Allein die 34 erfaßten Großunternehmen mit 250 und mehr Beschäftigten erzielten mit 3,4 Mrd. Euro gut die Hälfte des gesamten Branchenumsatzes.


DeSH, Daten DeStatis, KMU-Statistik

Die Produktion

Hauptprodukt der Sägeindustrie ist Schnittholz als Oberbegriff für die sehr unterschiedlichen Sortimente wie Balken, Bohlen, Bretter, Latten. Im weiteren Verarbeitungsprozess werden hieraus hochspezialisierte und anwendungsorientierte Produkte für den Baubereich, den Bereich der Holzverpackungen und Paletten sowie Möbel, Türen, Fenster oder Fußböden und Wandverkleidungen gefertigt.

Die Erzeugung von Schnittholz ist in den zurückliegenden Jahren kontinuierlich angestiegen und hat sich auf ein Produktionsniveau von 22 Mio. m³ Nadelschnittholz (einschl. gehobelter Ware) und 1 Mio. Laubschnittholz, insgesamt 23 Mio. m³ Schnittholz eingependelt.

Hauptabnehmer für die vielfältigen Schnittholzerzeugnisse ist mit einem Anteil von rund zwei Dritteln die Bauwirtschaft, gefolgt vom Verpackungsbereich.

In den letzten Jahren haben die Sägewerke ihre Verarbeitungstiefe deutlich ausgeweitet und damit die Wertschöpfung aus dem aus nachhaltiger Forstwirtschaft naturgemäß nur begrenzt zur Verfügung stehenden Rohstoff weiter erhöht. Eine Vielzahl von neuen Produkten nutzt die Eigenschaften der unterschiedlichen Holzarten produktspezifisch und ermöglicht damit wettbewerbsfähige und technisch anspruchsvolle sowie hochwertige Verwendungen. Erst dadurch ist moderner Holzbau möglich geworden.

Zur Herstellung der Schnittholzprodukte setzen die Sägewerke ganz überwiegend heimisches Rundholz ein. Die Sägewerke verarbeiten jährlich mehr als 40 Millionen Kubikmeter Rundholz. Davon stammen 98 Prozent aus heimischen Wäldern. Überwiegend ist es Nadelholz der Holzarten Fichte, Tanne, Kiefer, Douglasie und Lärche. Beim Laubholz sind es vor allem die Holzarten Buche und Eiche. Laubholz hat derzeit einen Anteil von rund fünf Prozent am gesamten Einschnitt.


Der Export

Die hohe Kompetenz der deutschen Betriebe schlägt sich in einer gestiegenen Exportquote nieder.

In der deutschen Sägeindustrie hat der Export in den zurückliegenden Jahren stetig an Bedeutung gewonnen, die Exportquote der Branche beläuft sich inzwischen auf fast 40 Prozent. Exportorientierte Sägewerke haben einen noch deutlich höheren Exportanteil.

Rund 7,8 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz und 800.000 Kubikmeter Laubschnittholz werden in europäische Länder, nach Nah- und Fernost sowie die USA exportiert.


Die Bilanz - Nadelschnittholz


Die Bilanz – Laubschnittholz


Die aktuelle Lage in 2018

Nadelholzmarkt durch die Bewältigung des Schadholzanfalls geprägt – Sägewerke mit großen Herausforderungen konfrontiert

2018 war durch einen hohen Schadholzanfall aus diversen Windwürfen und die nachfolgende sich rasch verstärkende Käferholzproblematik geprägt.

Vorrang hatte die zügige Aufnahme und Verarbeitung des anfallenden Holzes, um eine weitere Entwertung des Holzes zu vermeiden, die kontinuierliche Kalamitätsholz-Verarbeitung stand im Vordergrund. Gemeinsam mit der Anbieterseite erfolgte die Aufnahme und Aufarbeitung des angefallenen Sturmholzes und des Käferholzes. Als zunehmend kritisch hat sich jedoch die Versorgung der Betriebe mit qualitativ hochwertigem Frischholz, das nach wie vor von den Sägewerken benötigt wird, erwiesen.

Die Sägeindustrie blickt dennoch auf ein insgesamt erfolgreiches Jahr 2018 zurück. Angesichts des auch in 2019 erneut zu erwartenden Zwangsanfalles sieht es Sägeindustrie als eine große Herausforderung an, solche Schadholzmengen weiterhin aufzunehmen und auf den unterschiedlichen Märkten, vor allem den globalen Exportmärkten wettbewerbsfähig abzusetzen.


Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen trüben sich ein

Die außenwirtschaftlichen Risiken nehmen für die deutsche Wirtschaft erkennbar zu. Die Institute sind mit der Bewertung der weiteren wirtschaftlichen Entwicklung für Deutschland vorsichtiger geworden und haben die Prognosen leicht nach unten revidiert. Im Euroraum wird eine Verlangsamung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung prognostiziert.

Weltweit dürfte sich nach Einschätzung der Institute der gegenwärtig zu verzeichnende Aufschwung noch fortsetzen, die Dynamik jedoch moderater als bisher ausfallen.

Starke Verunsicherungen im internationalen Geschäft verursacht der eskalierende Zollkrieg zwischen den USA und China, was auch Rückwirkungen auf den internationalen Schnittholzmarkt nach sich zieht. Bisher haben bereits die Währungsveränderungen die Warenströme auf den internationalen Märkten stark beeinflusst und umgelenkt.


Bautätigkeit im Inland weiter auf hohem Niveau – Ein- und Zweifamilienhausbau schwächer

Der Bausektor verzeichnet aktuell eine sehr gute Geschäftslage, was sich auch in der Nachfrage nach Bauprodukten aus dem Holzbereich auswirkt. Der Bau, vor allem der Wohnungsbau und speziell der Holzbau, sind in Deutschland die wichtigsten Nachfrager für Nadelschnittholz.

Seit zwei Jahren ist allerdings der für Schnittholzprodukte besonders nachfragewirksame Ein- und Zweifamilienhausbau rückläufig, während der Mehrfamilienhausbau vor allem in den Großstädten und Ballungsgebieten noch relativ fest, in der zweiten Jahreshälfte 2018 jedoch ebenfalls schwächer tendiert.

Insgesamt profitiert die Sägeindustrie von der starken Stellung des Holzbaus im Niedrigenergie- und Passivhausbereich, ferner vom hohen Anteil der Renovierungs- und Wärmedämmmaßnahmen im baunahen Handwerk.


Verpackungssektor stabil

Im Rahmen der anhaltend guten Binnenkonjunktur und auch des hohen Exports der deutschen Wirtschaft bleibt der Verpackungssektor ein stabiler Nachfrager für die Sägeindustrie. Der Verpackungsbereich (Kisten, Paletten, Exportverpackungen) hat seinen Umsatz bis November 2018 um 7,8 % ausgeweitet.


Steigender Einschnitt von Nadelholz zur zügigen Verarbeitung der Zwangsanfälle notwendig

Der starke Anfall von Holz aus Zwangsnutzungen zwingt die Sägewerke, das anfallende Holz zur Werterhaltung zügig einzuschneiden.

Bereits im 1. Quartal wurde die Nadelschnittholzproduktion um 4,6 % ausgeweitet, im 2. Quartal nochmals um + 6,3 %. Auch im 3. Quartal blieb die Produktion auf dem hohen Vorjahresniveau (- 0,6 %), so dass für die drei ersten Quartale 2018 sich bei der Produktion ein Plus von 3,3 % auf 17,3 Mio. m³ Nadelschnittholz ergibt.


Volatiler Export bereitet Probleme

Der Fernexport kann aktuell noch zu einer Entlastung des Inlandsmarktes beitragen, bereitet gleichzeitig aber auch zusätzliche Probleme. Viele Auslandsmärkte sind stark volatil, zusätzlich belasten Währungsveränderungen und die Entwicklung bei den Containerfrachten das Exportgeschäft.

Ganz besonders beunruhigt sind die exportorientierten Sägewerke zudem durch die perspektivisch schwächelnden Märkte in den USA und China. Befürchtet werden Exporteinbußen auf diesen wichtigen Exportmärkten. Nicht nur auf dem US-Markt, sondern auch in anderen Regionen, trifft die Branche auf wirtschaftspolitische Hemmnisse.

Insgesamt erzielt die deutsche Sägeindustrie aktuell fast 40 Prozent ihres Umsatzes im Ausland, knapp die Hälfte davon außerhalb der Eurozone. Internationale Wettbewerbsfähigkeit bleibt also die Basis des wirtschaftlichen Erfolgs des Cluster Forst und Holz in Deutschland.


Feste Preisentwicklung beim Nadelschnittholz

Unter dem Eindruck des guten Marktverlaufs tendierten die Erzeugerpreise für die Nadelschnittholzsortimente weitgehend fest. Die feste Preistendenz ist über alle Sortimente hinweg zu beobachten.


Preisverlauf bei Sägenebenprodukten unzureichend

Von dem festen Preisverlauf der Nadelschnittholzsortimente konnten die Erlöse von Sägenebenprodukten nicht profitieren. Nach wie vor tendieren die Erlöse auf extrem niedrigem Niveau und bleiben ein belastender Faktor für die Sägewerke.


Laubschnittholzmarkt bleibt konstant

Der Verlauf des Laubholzmarktes ist seit einiger Zeit durch eine weitgehend konstante Entwicklung geprägt.

Neben dem Inlandsmarkt ist beim Laubholz, deutlich mehr als beim Nadelholz, der Export – und hier meist der Fernexport – marktbestimmend.

Die Laubschnittholzproduktion blieb in 2018 weiter leicht zunehmend, in den ersten drei Quartalen ist die Laubholzproduktion um + 4,0 % angestiegen.

Die Ausfuhr des mengenmäßig dominierenden Buchenschnittholzes ist bis November leicht um – 3,7 5 auf gut 500 Tsd. m³ zurückgegangen, bleibt mit gut 500 Tsd. m³ im Jahr 2018 auf einem insgesamt sehr hohen Stand. Knapp ein Drittel der Gesamtausfuhr geht nach China. Mehr als sechs Zehntel der Ausfuhr geht in den Fernexport. Deutlich weniger als ein Drittel verbleibt in den europäischen Nachbarländern.

Eiche konnte in den letzten Jahren eine lebhafte Nachfrage verzeichnen, allerdings ist die Mengenverfügbarkeit beim Rohholz in den gesuchten Qualitäten und Dimensionen begrenzt.