Position

Neufeststellung der „Gebräuche im Handel mit Holz und Holzprodukten in Deutschland“

DeSH

Die „Gebräuche im Handel mit Holz und Holzprodukten in Deutschland“ sind die schriftliche Dokumentation gelebten Brauchtums aller Unternehmen, die mit Holz und Holzprodukten in Deutschland handeln. Erstmalig wurden sie im Jahr 1950 von Verbänden der Holzwirtschaft am Tegernsee festgestellt.

Hintergrund

Die Handelsgebräuche konkretisieren die Bestimmungen des Handelsgesetzbuchs (HGB) und spielen für sämtliche Holzvertriebswege vom Rohholz über Sägewerke, Verarbeiter und Händler bis zum verarbeitenden Handwerk eine entscheidende Rolle bei Handelsabschlüssen und Reklamationen. Sie müssen im Gegensatz zu Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) nicht vereinbart werden, sondern entfalten auch dann Rechtskraft, wenn keine individuelle Vereinbarung getroffen wurde oder es zu widersprüchlichen Vereinbarungen gekommen ist.

Die derzeit gültige Fassung der sogenannten. „Tegernseer Gebräuche (TG)“ stammt aus dem Jahr 1985. Fortschreitende Veränderungen bei Rechtsprechung, Kommunikationswegen und spezifischen Produktanforderungen haben eine Neufeststellung erforderlich gemacht.

Neufeststellung mit Branchenvertretern

Die betreffenden Branchen wurden im Jahr 2016 durch den DHWR über die geplante Neufeststellung informiert. Bei einer ersten Kommissionssitzung einigten sich die beteiligten Verbände darauf, in einem zweistufigen Verfahren die TG zunächst redaktionell zu überarbeiten und anschließend inhaltlichen Änderungsbedarf durch eine Kommission aus Vertretern der Holzwirtschaft zu ermitteln.

Nachdem der DeSH zusammen mit dem GD Holz im Jahr 2020 das Verfahren vom DHWR übernommen hatte, konnte die Kommission im darauffolgenden Jahr den ersten Teil, in dem vertragsrechtliche Bestimmungen geregelt sind, zusammen mit Anhang B zu den Maklergebräuchen fertigstellen. Es folgten der zweite Teil mit den produktspezifischen Bestimmungen zu Schnittholz und Furnier sowie Anhang A mit den Güteklassen für Nadelschnittholz. Darüber hinaus wurden zwei neue Anhänge erstellt, die sich mit Warengruppen (Anhang C) und Begriffsbestimmungen (Anhang D) auseinandersetzen.

Verabschiedung für Herbst 2022 geplant

Nach sechsjähriger Überarbeitungszeit sind die Arbeiten zur Neufeststellung der Gebräuche nun mit Vorlage des Schlussentwurfs abgeschlossen. Das Dokument kann hier eingesehen werden.

Gerne können Sie uns bis 23. September 2022 Ihre redaktionellen Kommentare zum Schlussentwurf zukommen lassen. In einer abschließenden Kommissionstagung werden die neu festgestellten Handelsgebräuche im Herbst 2022 verabschiedet.