Position

Holz als Produkt

Jedes Holzprodukt speichert über seine Lebensdauer CO2. Als nachwachsender Rohstoff trägt Holz somit unmittelbar zum Klimaschutz bei. Durch seine Verwendung in der Bau-, Möbel-, Zellstoff- und Verpackungsindustrie wird dieser einzigartigen und nachhaltigen Eigenschaft Rechnung getragen. In der Bioökonomie birgt Holz als Rohstoff noch viel Potential und trägt schon jetzt maßgeblich zu einer Zukunft bei, in der Wertschöpfung, Nachhaltigkeit und Klimaschutz Hand in Hand gehen.

Deutschland hat sich in der Klimapolitik und dem Ressourcenverbrauch ambitionierte Ziele gesetzt. Dabei nimmt die Reduktion des CO2-Ausstoßes durch den Ausbau Erneuerbarer Energien und den ressourceneffizienten Rohstoffeinsatz eine zentrale Rolle ein. Mit seinen vielfältigen und nachhaltigen Qualitäten kann Holz einen entscheidenden Beitrag zum Erreichen dieser Ziele beitragen.

Allein der Gebäudesektor ist für 30% der gesamten Treibhausgasemissionen Deutschlands verantwortlich. Hier lassen sich durch den verstärkten Einsatz von Holz als Baustoff die jährlichen CO2-Emissionen im Bauwesen um 30 Millionen Tonnen senken. Das Holz speichert den Kohlenstoff dabei nicht nur über seinen gesamten Lebenszyklus, sondern ersetzt auch energieintensive Materialien und trägt somit zu einer wesentlichen Verbesserung der Gesamtenergieeffizienz eines Gebäudes bei. Der Anteil an „Grauer Energie“ am Energiebedarf eines Gebäudes liegt bei ca. 35-40 % des Energieaufwandes im gesamten Lebenszyklus. Baumaterialien aus nachwachsenden Rohstoffen bringen somit ein Einsparpotential von Treibhausgasemissionen von rund 56% mit sich.

  • Klima- und Energieeffizienzpotentiale des Holzbaus im Gebäudebereich anerkennen.
  • Verstärkter Einsatz von Holz im Bauwesen auf dem Weg zu einem klimaneutralen Gebäudebestand bis 2050.
  • Betrachtung des gesamten Lebenszyklus von Gebäuden sowie die Einbeziehung der „grauen Energie“ bei der Gebäudeeffizienzpolitik.
  • Vermehrte Förderung von Holz als Baustoff in der energetischen Gebäudesanierung.

06/20 - Konsultation EU Renovation Wave

Doch sind es insbesondere auch die technischen Eigenschaften, die Holz als Baustoff einzigartig und zukunftsfähig machen. Durch sein geringes Eigengewicht und seinen hohen Vorfertigungsgrad bietet Holz vor allem in urbanen Gebieten Potenziale für bis zu 1,5 Millionen zusätzliche Wohnungen durch Aufstockungen und Nachverdichtungen. Gerade das serielle Bauen mit Holz ist ein schneller und effizienter Weg, um den dringend benötigten Wohnraum in Ballungsgebieten zu schaffen. 

  • Gesetzliche Rahmenbedingungen für die Stärkung des Holzbaus schaffen
  • Rechtliche Gleichstellung mit konventionellen Baustoffen 
  • Weiterentwicklung und Anpassung der Musterbauordnung an die aktuellen Forschungsergebnisse
  • Vereinheitlichung der Landesbauordnungen der jeweiligen Bundesländer
  • Abbau baurechtlicher und bürokratischer Hürden für die Schaffung neuen Wohnraums
  • Modernen Holzbau in Forschung, Ausbildung und Lehre dauerhaft etablieren.
  • Schaffung von Ausnahmeregelungen für Versuchsbauten in Holzbauweise.

05/20 - Positionspapier der Aktion "Impulse für den Wohnungsbau"

05/20 - Positionspapier Klimawende im Gebäudebereich

Auf dem Weg zu Bioökonomie und einer nachhaltigen Wirtschaft, bietet auch die Holzverwendung noch viel Entwicklungspotenzial für verbesserte und neuartige Produkte aus Holz, die fossile Rohstoffe ersetzen können. Bioökonomie und ressourceneffizienter Rohstoffeinsatz stehen aber auch für die mehrfache Verwendung von Materialien, die Schließung von Wirtschafts- und Ressourcenkreisläufen sowie die Vermeidung von Abfällen. Gerade die Säge- und Holzindustrie kann hier als beispielhaft gelten. Die Kaskadennutzung, in der der Rohstoff durch seine vielfältige Verwendbarkeit sowie die Nutzung aller anfallenden Reststoffe und Nebenprodukte in weiteren Produktionsschritten genutzt wird, ist bereits heute ein vorbildliches Beispiel für die Kreislaufwirtschaft. Egal ob in der Holzwerkstoffindustrie, der Zellstoffindustrie oder im Verpackungssektor auch hier lassen sich durch Holz energieintensive Materialien ersetzen und das CO2 bleibt in den Produkten über ihre gesamte Nutzungsdauer gespeichert. Am Ende steht kein Abfallprodukt, sondern Holz als Energieträger.

  • Förderung der Kaskadennutzung von Holz.
  • Forschung und Entwicklungsaktivitäten zu bioökonomischen Ansätzen intensivieren.
  • Anerkennung der Recyclingfähigkeit von Holz. 

08/19 - Stellungnahme zum Gesetz zur Förderung der Kreislaufwirtschaft und Sicherung der umweltverträglichen Bewirtschaftung von Abfällen (Kreislaufwirtschaftsgesetz KrWG)

06/20 - Empfehlungen zur Stärkung nachwachsender Rohstoffe für eine ökologische Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Produktgestaltung im Gesetz zur Umsetzung der Abfallrahmenrichtlinie der Europäischen Union

09/19 - Stellungnahme zum Entwurf eines Ersten Gesetzes zur Änderung des Verpackungsgesetzes

05/20 - Stellungnahme zur Änderung des Gesetzes zur Ausführung des Protokolls über Schadstofffreisetzungs- und Verbringungsregister

01/20 - Stellungnahme zur Fortschreibung des Deutschen Ressourceneffiziensprogramms ProgRess III (2020-2023)