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Heizen mit Holz – so geht es richtig

23.10.2014
v.l. Kay Schweppe, Herbert Körner, Lars Schmidt, Dr. Klaus Böltz, Volker Kauder MdB, Philipp Sprockhoff, Steffen Rathke.jpg

Nachdem sich der Oktober bis vor wenigen Tagen noch von seiner goldenen und warmen Seite gezeigt hat, wird es nun merklich kühler. Ein lauschiges Kaminfeuer ist jetzt für viele Menschen der Inbegriff von Gemütlichkeit. Aufgrund seiner Beliebtheit ist Holz jedoch auch ein knapper werdendes Gut, das bewusst genutzt werden sollte. Die Initiative HolzProKlima gibt Tipps, wie man mit Holz am besten heizt.

"Holz kann man nur einmal verbrennen. Deshalb sollte der mittlerweile sehr wertvolle Rohstoff beim Heizen möglichst sparsam verwendet werden“, sagt Dr. Denny Ohnesorge von der HolzProKlima-Initiative. "Doch nicht jedem ist bewusst, wie man richtig heizt, den optimalen Brennwert des Rohstoffes nutzt und so Geld und Arbeit spart."

Auch in der Holzwirtschaft versucht man, den Rohstoff möglichst sparsam zu verwenden. Im Optimalfall wird Holz zunächst langfristig und mehrfach genutzt, zum Beispiel in Form von langlebigen Holzprodukten wie Bauholz, das recycelt und wiederverwendet werden kann, beispielsweise in Möbelspanplatten. Am Ende einer möglichst langen Nutzungsdauer kann Holz selbstverständlich auch verheizt werden. Dass dieser Ansatz dem Klima guttut, bestätigt das Thünen-Institut: Jährlich sparen die Deutschen mit der Verwendung von Holzprodukten 105 Millionen Tonnen Kohlendioxid ein. Das sind 13 Prozent der deutschen Treibhausgasemissionen.

Beim Verbrennen von Holz spielen auch die Umweltauswirkungen eine wichtige Rolle: Im Herbst und Winter geht von den rund 15 Millionen in Deutschland installierten Holzheizungen eine erhöhte Feinstaubbelastung aus. Die zulässigen Grenzwerte werden vielerorts überschritten. Die Art und Weise, wie geheizt wird, spielt bei der Feinstaubentstehung eine große Rolle.

Tipps für den bewussten und richtigen Einsatz von Brennholz

"Wer mit Holz heizt, sollte es sparsam einsetzen und ausschließlich in modernen Öfen verbrennen", rät Ohnesorge. Seine Tipps für das Heizen mit Holz lauten:

1. Auf die richtige Wärmeisolierung achten

Wer sich einen Holzofen anschaffen möchte oder bereits einen besitzt, sollte zunächst die Wärmedämmung seiner vier Wände prüfen. Denn mit schlechter Isolierung können auch moderne und effiziente Holzheizungen ihre Sparsamkeit nicht ausreizen. Ohnesorge sagt: "Schon kleine Maßnahmen, wie die Dämmung des Dachbodens, senken den Energieverbrauch des Hauses erheblich. Das spart Holz und schont das Portemonnaie."

2. Effiziente und emissionsarme Öfen wählen

Ein Großteil der privaten Öfen in Deutschland gilt als veraltet und ineffizient. Ab 2015 gelten deshalb strengere Emissionsvorschriften. Das Umweltzeichen "Blauer Engel" und das Qualitätssiegel "DINplus" helfen dabei, einen besonders emissionsarmen Ofen zu finden. Zudem sollte ein Experte hinzugezogen werden, der die richtige Beratung leisten kann. Ältere Öfen lassen sich mit Filtern nachrüsten, um die Belastung durch Emissionen zu minimieren. Verbraucher sollten zudem auf die richtige Anlagengröße und einen optimalen Wirkungsgrad achten.

3. Feinstaubbelastung minimieren

Um den Feinstaubausstoß zu verringern, treten ab 1. Januar 2015 neue Grenzwerte für die Staub- und Kohlenmonoxidemissionen von Holzheizkesseln und -öfen in Kraft. Die Übergangsregelungen der Verordnung über kleine und mittlere Feuerungsanlagen (1. BImSchV) laufen aus. Deshalb sollten Kessel und Öfen, die die neuen Anforderungen nicht erfüllen, mit Staubfiltern nachgerüstet oder am besten gegen neue effizientere Geräte ausgetauscht werden.

4. Nur trockenes Brennholz verwenden

Feuchtes Holz hat einen deutlich geringeren Brennwert und erzeugt mehr Feinstaub als trockenes. Deshalb sollten Holzstücke gespalten und an einem trockenen und gut belüfteten Platz locker gestapelt werden. Dabei ist ein Abstand von zehn bis 20 Zentimetern zu Boden, Wand und der Überdachung des Holzstapels wichtig, um eine optimale Luftzirkulation zu gewährleisten. Wird das Holz so über mindestens ein bis zwei Jahre gelagert, erreicht es seinen höchsten Brennwert.

5. Der Mix macht’s: Wärmepuffer und Solarthermie nutzen

Holzheizungen werden häufig mit anderen Heizsystemen kombiniert. So kommen vor allem bei der Warmwasserversorgung auf dem Dach installierte Sonnenkollektoren zum Einsatz. Es lohnt sich auch, die Holzheizung mit einem Pufferspeicher aufzurüsten. Dieser speichert die produzierte Wärme, die nicht für die Beheizung des Hauses oder für die Warmwasserversorgung nötig ist. Bei Bedarf steht die gespeicherte Wärmeenergie sofort zur Verfügung und der Kessel muss nicht mit zusätzlichem Holz geheizt werden.

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Details zu den neuen Feinstaubregelungen:  

Mit festen Brennstoffen betriebene Heizkessel, die vor 1995 errichtet wurden, müssen ab 2015 die Emissionsgrenzwerte der Stufe 1 der 1. Bundesimmissionsschutz-Verordnung einhalten. Außerdem müssen Öfen und Kamine, die zur Beheizung von Einzelräumen dienen und vor 1975 eingebaut wurden ebenfalls ab Januar 2015 strengere Emissionsgrenzwerte einhalten. Die Feststellung zur Einhaltung der Grenzwerte für Heizkessel und Öfen übernimmt der Schornsteinfeger.

Für Öfen, die zwischen dem 1. Januar 1975 und dem 21. März 2010 sowie für Heizkessel, die zwischen dem 1. Januar 1995 und dem 21. März 2010 errichtet wurden, laufen die Übergangsfristen je nach Baujahr zwischen 2017 und 2025 aus. Öfen und Kessel, die nach dem 22. März 2010 eingebaut wurden, können uneingeschränkt weiterbetrieben werden.
Ausnahmen der 1. BImSchV gelten für Öfen und Kamine, die die einzige Heizmöglichkeit einer Wohneinheit darstellen. Diese sind von der Nachrüstverpflichtung ebenso ausgenommen wie historische Öfen, Herde, Badeöfen, offene Kamine und handwerklich vor Ort gesetzte Grundöfen.

Ab 2015 gelten auch für neue Heizkessel und Öfen veränderte Anforderungen: Wer dann ein neues Gerät kauft, muss die Emissionsgrenzwerte der Stufe 2 der 1. BImschV beachten.
Um festzustellen, ob die neuen Grenzwerte eingehalten werden, ist bei Kesseln eine Messung durch den Schornsteinfeger erforderlich. Diese muss spätestens vier Wochen nach Inbetriebnahme, danach alle zwei Jahre durchgeführt werden. Bei Einzelraumfeuerungsanlagen reicht eine Bescheinigung des Herstellers über die Einhaltung der geforderten Emissionswerte auf dem Prüfstand aus.

Über die Initiative HolzProKlima

Die Initiative HolzProKlima will die Verwendung von Holzprodukten für den Klimaschutz stärker als bisher in das Bewusstsein der Menschen und der Politik bringen. Sie will ...

über den positiven Klimabeitrag von Holz aufklären,
die Holzbereitstellung für klimafreundliche Produkte absichern,
den Wert von Holzprodukten im Vergleich zu alternativen Produkten aufzeigen und dafür eintreten, Holzprodukte neben dem Wald als Kohlenstoffsenke anzuerkennen.

Zu den Initiatoren von HolzProKlima gehören die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR), die Deutsche Säge- und Holzindustrie (DeSH), der Verband der deutschen Holzwerkstoffindustrie (VHI), der Verband der Deutschen Säge- und Holzindustrie (VDS), die Allianz Landesbeiräte Holz, der Bundesverband der Altholzaufbereiter und -verwerter (BAV), der Gesamtverband Deutscher Holzhandel (GD Holz), Holzbau Deutschland und der Bundesverband ProHolzfenster.

Weitere Informationen finden Sie im Internet unter www.holzproklima.de.