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Holz revolutioniert Bauwesen

19.12.2013
Hans-Jürgen Narjes, Cornelia Behm MdB, Kay Schweppe

Barbara Hendricks ist Umweltministerin. Um den Bereich Energie muss sie sich nicht mehr kümmern. Trotzdem, die SPD-Frau muss sich dem Thema stellen: Im neugewonnenen Bauressort steht in Sachen Klimaschutz und Energie viel Arbeit an. Die Deutsche Säge- und Holzindustrie hat einen Tipp für die neu ernannte Ministerin: Auf Holz setzen!

Holz ist CO2-Speicher, Wärmeisolator und Energiesparer zugleich. Mehr noch: Holz ersetzt vor allem im Bauwesen energieintensive Materialien wie Beton oder Stahl, die für mehr als ein Drittel der CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich sind. Der sogenannte Substitutionseffekt hilft also der deutschen CO2-Bilanz und damit der frisch gekürten Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD). Denn das Thema Bauen gehört nun in den Verantwortungsbereich ihres Ministeriums. Lars Schmidt von der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH) freut sich über diese Neuheit im schwarz-roten Koalitionsmix ganz besonders: „Holz spielt im Baubereich eine große Rolle – vielleicht sogar die entscheidende.“ Der DeSH-Generalsekretär denkt bei seiner Aussage an Themen wie Gebäudesanierung und energieeffizientes Bauen – beides wurde bislang vom Bund nicht mit der nötigen Vehemenz vorangetrieben. „Wenn die Bundesregierung in Sachen Treibhausgasreduktion, Klimaschutz und Energieeffizienz ihre Ziele erreichen möchte, kommt Frau Hendricks kaum drumherum, das Thema Bauen mit Holz in den Fokus zu stellen“, ist sich Schmidt sicher. Nach Ansicht seines Verbandes trägt die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes maßgeblich dazu bei. „Seine besonders guten Eigenschaften machen Holz zum Baustoff der Zukunft, der gleichzeitig die Umwelt schont und das Klima schützt“, erklärt Schmidt. Die Deutsche Säge- und Holzindustrie appelliert daher an die neue Umweltministerin, dem Rohstoff Holz als Werkstoff und Baumaterial mehr Aufmerksamkeit zu schenken.

CO2-Einsparungen: Jeder Kubikmeter Holz entlastet das Klima

36 Prozent der CO2-Emissionen werden durch Gebäude aus herkömmlichen Baustoffen wie Stahl und Beton verursacht. Schlechte Voraussetzungen für Deutschlands Klimapolitik, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis 2020 den CO2-Ausstoß um 40 Prozent zu senken. Dabei kann der Einsatz von Holz in den eigenen vier Wänden einiges dazu beitragen, dieses Ziel zu erreichen. Denn verbautes Holz vermindert den CO2-Ausstoß um ein Vielfaches (siehe Grafik). Alleine die sogenannte stoffliche Substitution, also der Ersatz energieintensiver Baustoffe und Produkte durch Holz und Holzprodukte, spart Primärenergie und damit CO2. Darüber hinaus speichert der Baustoff Holz das klimaschädliche Gas über seine gesamte Nutzungsdauer. Hinzu kommt: Gerade im Bauwesen wird CO2 über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten gebunden. So speichert beispielsweise ein Dachstuhl bis zu 8,4 Tonnen CO2 über seinen gesamten Lebenszyklus. Nach Berechnungen der TU München entspricht diese Menge dem jährlichen CO2-Ausstoß von drei bis vier Pkw. Statten Eigentümer ihr Haus komplett mit Holzfenstern aus, können zusätzlich 770 Kilogramm CO2 gebunden werden.

Architekten sehen im Holz den Baustoff der Zukunft

Nach Meinung von Architekten gehört Holz die Zukunft im Bauwesen. Nach Baustofftrends bis zum Jahr 2016 befragt, erwarten die Experten einzig beim Werkstoff Holz entsprechendes Wachstum. Als Baumaterial stößt Holz durch innovative Fertigungsmethoden in immer neue Dimensionen vor: Hallen mit einer Dachspannweite von mehr als 180 Metern bis zum mehrgeschossigen Bau mit 27 Metern Höhe sind keine Seltenheit mehr. Ob im Gebäudebau, bei Sanierungen oder der Windräderkonstruktion - der nachhaltigste Baustoff der Welt bietet innovative und hocheffiziente Lösungen. Auch beim Städtebau führen die klimaschonenden und gesundheitsfördernden Eigenschaften von Holz zu maßgeblichen Verbesserungen im urbanen Raum.

Holz verbessert Wärmedämmung und senkt Energiekosten

Holzfassaden tragen dazu bei, die Wärmedämmung des Hauses wesentlich zu verbessern. Das Material kann dabei ohne größere Instandsetzungsmaßnahmen auf die Außenwand montiert werden. Alle handelsüblichen Dämmstoffe lassen sich problemlos mit einer Holzfassade kombinieren. Von dieser Maßnahme profitiert nicht nur die Umwelt, sondern auch der Geldbeutel. Die Energiekosteneinsparung in Zahlen: Mit einem mit Holz verkleideten, vollständig sanierten und energetisch modernisierten Haus verbrauchen Hausbesitzer bis zu 80 Prozent weniger Heizöl.