Newsroom

EU wird grüne Bauwende in Deutschland ausbremsen

28.12.2022

Verbandsinitiative warnt:

EU wird grüne Bauwende in Deutschland ausbremsen

Bezahlbarer Wohnraum in Deutschland ist knapp. Abhilfe sollten die jährlich 400.000 neuen Wohnungen schaffen, die die Ampel-Regierung laut Koalitionsvertrag jedes Jahr möglichst klimafreundlich bauen will. Doch genau diese Wohnraum-Initiative des Bundes wird jetzt durch die von der EU geplanten Flächenstilllegungsmaßnahmen des Green Deals massiv gefährdet, warnt eine Verbandsinitiative der deutschen Waldbesitzer und der Sägeindustrie. Sie warnt vor den dramatischen Folgen für das Klima und den Wohnungsmarkt.
 
Die Pläne der Bundesregierung sehen vor, die jährlich zu bauenden 400.000 Wohnungen möglichst klimafreundlich zu gestalten. Damit wollen Deutschland und die EU bis 2050 klimaneutral werden. Das Problem für die Baubranche: der Gebäudesektor gehört zu den größten CO2-Emittenten, denn ca. 30 Prozent der CO2-Emissionen stammen aus diesem Sektor. Ein zentraler Schlüssel für dieses Klimaproblem am Bau könnte laut der Verbandsinitiative die verstärkte Verwendung von Holz als Baustoff sein. Doch genau da bremsen die Brüsseler Behörden: Sie wollen den wichtigen Baustoff Holz mit dem EU Green Deal künftig verknappen, bewirtschaftete Holzflächen im Wald dauerhaft stilllegen und so komplett aus der Nutzung nehmen. „Die EU gefährdet klimafreundliches Bauen in Deutschland“, warnen der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) sowie die Familienbetriebe Land und Forst (FABLF) in einer gemeinsamen Erklärung zum künftig drohenden Holznotstand in Deutschland. „Politisch gewollt“ werde der Rohstoff Holz hier durch die EU-Pläne „künstlich verknappt“.

Holz ist der Schlüssel für klimafreundliches Bauen

Die Verbandsinitiative bekräftigt in ihrer gemeinsamen Stellungnahme die Bedeutung von Holz für klimafreundliches Bauen. Hintergrund: Laut einer aktuellen Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (2022) könnten rund 106 Gigatonnen CO2 weltweit eingespart werden, wenn bis zum Jahr 2100 der Baustoff Holz die bisher am häufigsten am Bau genutzte Konstruktionskombination aus Beton und Stahl ersetzt. Daher arbeiten in Deutschland derzeit bereits mehrere Bundesländer an angepassten Bauvorschriften, um Holz künftig als klimafreundlichen, nachwachsenden und vor allem auch kostengünstigen Baustoff verstärkt einsetzen zu können – auch im sozialen Wohnungsbau. Diese Initiativen werden aber durch „die EU-Pläne zum Green Deal teilweise völlig in Frage gestellt“, warnt jetzt die Verbandsinitiative der deutschen Waldbesitzer und der Sägeindustrie. 
„Holz als wichtigster nachwachsender Rohstoff ist der Schlüssel für klimafreundliches Bauen“, fasst Jörn Kimmich, Präsident des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands (DeSH) zusammen. Doch Holz ist noch mehr als das. „Der Baustoff hat die Eigenschaft, der Atmosphäre CO2 zu entziehen und langfristig zu speichern. Mehr Holz im Bau kann ein entscheidender Hebel dafür sein, dass Deutschland seine Klimaziele noch erreicht.“

EU drückt auf die Bremse

In Brüssel sieht man das offensichtlich anders. Denn die Pläne des Green Deals, dem Klimaprogramm der EU, werden Deutschland daran hindern, die eigenen Klimapläne erfolgreich umzusetzen. Grund: Die in der Biodiversitätsstrategie des Green Deals vorgesehenen Stilllegungen land- und forstwirtschaftlicher Flächen (sprich: Äcker, Wiesen, Moore und Wälder) hätten zur Folge, dass die Holzproduktion massiv zurückginge. 
Der Bundesforschungsanstalt Thünen-Institut (August 2022) zur Folge droht sogar ein Rückgang der Rundholzproduktion um bis zu 48 Prozent, sollten alle Maßnahme der EU umgesetzt werden. „Wenn die im EU Green Deal geplante Stilllegung der Landflächen umgesetzt wird, würde die Nutzung dort vollständig verboten. Das reduziert die Verfügbarkeit von Bauholz erheblich“, sagt Max von Elverfeldt, Vorsitzender der Familienbetriebe Land und Forst.
„Wenn wir es mit dem Klimaschutz ernst meinen, ist klimafreundliches Bauen der Schlüssel. Dafür müssen wir mehr Holz in die Gebäude bringen“, ergänzt DeSH-Präsident Jörn Kimmich
Holz als Baustoff ist gelebter Klimaschutz. Jeder Kubikmeter verbautes Holz speichert eine Tonne CO2, welches die Bäume während ihres Wachstums der Atmosphäre entzogen haben. „Es wäre an Absurdität kaum zu übertreffen, wenn der EU Green Deal dazu führen würde, dass wir Holz aus Nicht-EU-Ländern importieren müssen, um die Produktionsausfälle in Europa zu kompensieren. Das wäre nicht nur schädlich für das Klima, sondern auch viel zu teuer“, so die beiden Präsidenten. 
Die Verbände fordern daher gemeinsam: „Die Politik muss jetzt die richtigen Weichen für die gesamte Wertschöpfungskette Holz stellen: vom Waldbau bis zum Wohnungsbau. Das geht nur mit einer europäischen Klimapolitik, die ihrem Namen auch wirklich gerecht wird.“ 

Die Pressemitteilung können Sie als pdf-Dokument hier herunterladen und nachlesen.

Pressekontakt
Deutsche Säge- und Holzindustrie
Julia Möbus, Geschäftsführerin
Chausseestraße 99
10115 Berlin
Tel.: +49 30 2061 399-00
Fax: +49 30 2061 399-89                             
E-Mail: presse@saegeindustrie.de 
Internet: www.saegeindustrie.de


Familienbetriebe Land und Forst e.V.
Juliane Ahrens, Leiterin Kommunikation
Claire-Waldoff-Straße 7
10117 Berlin
Tel.: +49 30 246 3046 11
E-Mail: ahrens@fablf.de
Internet: www.fablf.de

Über die zwei Verbände:
Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) vertritt die Interessen der deutschen Säge- und Holzindustrie und ihre 400 Mitgliedsunternehmen auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Bei der Umsetzung ihrer Ziele steht die Deutsche Säge- und Holzindustrie für eine umweltverträgliche und wertschöpfende Nutzung des Werkstoffs und Bioenergieträgers Holz. 
Die Familienbetriebe Land und Forst (FABLF) sind ein freiwilliger Zusammenschluss von Eigentümern, die mit ihren Betrieben für gut 50.000 Unternehmer, Mitarbeiter und Familienmitglieder stehen. Unsere Mitgliedsbetriebe tragen Verantwortung für rund 5 Prozent der land- und forstwirtschaftlichen Fläche in Deutschland. Familienmitglieder stehen. Sie bewirtschaften ihre Flächen nachhaltig und denken in Generationen.