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Holzmarkt zwischen Extremen

08.10.2021

Marktumfrage der Säge- und Holzindustrie

Holzmarkt zwischen Extremen

Auf Corona-Lockdown, Dürre und Waldschäden im Jahr 2020 folgte eine extreme Nachfrage im Frühjahr 2021, die durch Produktionsausweitungen der Unternehmen der Säge- und Holzindustrie aufgefangen wurde. Seit Juli zeigt sich nun eine gegenteilige Entwicklung: Die Nachfrage für Nadelschnittholz ist aufgrund von hohem Lagerbestand bei Handel und Verarbeitern deutlich gesunken und macht neuerliche, gegenläufige Produktionsanpassungen der Säge- und Holzindustrie nötig.

Eine aktuelle Marktumfrage unter den Mitgliedsunternehmen des Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverbands e.V. (DeSH) bestätigt den seit Juli anhaltenden Trend: „Nach den Corona-Sondereffekten im Jahr 2020 und zu Beginn des Jahres stehen wir erneut vor einer veränderten Marktsituation mit einem deutlichen Nachfragerückgang beim Nadelholz. Rund 40 Prozent unserer Mitglieder erwarten eine negative Geschäfts- und Absatzentwicklung in den kommenden Monaten, fast ebenso viele müssen ihre Produktion entsprechend anpassen. Bereits im Juli ist die Produktionstätigkeit im Vergleich zu den vorherigen Monaten deutlich verringert worden“, erklärt DeSH Präsident Jörn Kimmich.

Anpassung der Produktionstätigkeit an veränderte Nachfrage

Hintergrund dieser gegenläufigen Entwicklung ist der große Vorratsaufbau beim Holzhandel und in weiteren Verarbeitungsstufen, der oftmals den Jahresbedarf deutlich überstieg. Zudem ist eine allgemeine Abschwächung der Corona-Sondereffekte, wie etwa im Heimwerker-Bereich, zu beobachten. „Dank großer Investitionen der Branche in den Ausbau ihrer Produktions- und Personalkapazitäten konnte im vergangenen Halbjahr die sprunghaft hohe Nachfrage bewältigt werden. Das ist eine gute Nachricht für die Steigerung der Holzverwendung in Deutschland in den kommenden Jahren. Die momentane Marktentwicklung geht jedoch in die entgegengesetzte Richtung.“, ergänzt Kimmich. Gibt es keine Marktveränderungen in den nächsten Monaten wird die Säge- und Holzindustrie ihre Absatzwege international verbreitern müssen, um ihre Produktionskapazitäten zu erhalten und weiterhin das schadbedingt anfallende Holz aus deutschen Wäldern verarbeiten zu können.

Zukunftsstrategie Holz

Die aktuelle Marktsituation der Branche war bereits ein zentrales Thema auf dem vom DeSH ausgerichteten Deutschen Holzkongress. Die Experten aus Wirtschaft, Forschung und Industrie waren sich einig, dass die Branche eine Zukunftsstrategie für ein nachhaltiges Wachstum der Holzverwendung in Deutschland für die kommenden Jahre entwickeln muss. „Das Hin und Her zwischen den Nachfrageextremen schadet der Branche langfristig. Wir wollen sicherstellen, dass wir die Herausforderungen der Zukunft meistern können. Ganz oben auf der Agenda steht die Holzverfügbarkeit für den heimischen Holzbau, ohne die die Klimaneutralität des Gebäudesektors nicht erreicht werden wird. Wir benötigen aber auch bessere Marktprognosen und Bedarfsanalysen, sowie eine schnelle und effektive Infrastruktur für Transport und Logistik, um bei Extremwetterereignissen das Holz schnell verarbeiten zu können. Von zentraler Bedeutung sind auch die politischen Rahmenbedingungen, angefangen bei der europäischen LULUCF-Verordnung bis hin zu der deutschen Klimaschutzgesetzgebung“, so Kimmich abschließend.  

Die Pressemitteilung können Sie als pdf-Dokument hier herunterladen und nachlesen.

Die Marktumfrage des DeSH vom September 2021 steht Ihnen hier zur Verfügung.

Pressekontakt:

Deutsche Säge- und Holzindustrie
Julia Möbus
Chausseestraße 99
10115 Berlin

Tel.: +49 30 2061 399-00
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Über die Deutsche Säge- und Holzindustrie

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) vertritt die Interessen der deutschen Säge- und Holzindustrie auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Dabei steht der Verband seinen Mitgliedern, darunter mehr als 400 Unternehmen aus ganz Deutschland, in wirtschafts- und branchenpolitischen Angelegenheiten zur Seite und unterstützt die kontinuierliche Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Verwendung des Rohstoffes Holz. Der Verband tritt in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik und Forschung. Bei der Umsetzung ihrer Ziele steht Die Deutsche Säge- und Holzindustrie für eine umweltverträgliche und wertschöpfende Nutzung des Werkstoffs und Bioenergieträgers Holz.