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Branche sieht Waldumbau, Holzverarbeitung und Wertschöpfung nicht durch Forstschädenausgleichsgesetz erreichbar

04.11.2020

Berlin, 04.11.2020

Erhalt der Wirtschaftskraft im Cluster und Holz 

Branche sieht Waldumbau, Holzverarbeitung und Wertschöpfung nicht durch Forstschädenausgleichsgesetz erreichbar

Am kommenden Freitag steht ein Antrag des Landes Nordrhein-Westfalen zur Beschränkung des ordentlichen Holzeinschlags im Rahmen des Forstschädenausgleichsgesetzes auf der Agenda des Bundesrates, um den Waldschäden als Folge von Extremwetterereignissen zu begegnen. Ein Zusammenschluss von Verbänden der Holzwirtschaft hat dazu ein gemeinsames Positionspapier veröffentlicht. In diesem verdeutlichen sie, dass sie das Ziel, die Waldbesitzer beim Umbau hin zu klimastabilen Wäldern zu unterstützen, ausdrücklich befürworten, die Beschränkungen des Forstschädenausgleichsgesetzes dafür allerdings nicht als geeignetes Mittel ansehen.

„Unser zentrales Ziel ist es, dass klimastabile Wälder geschaffen werden, damit sie ihre Ökosystemdienstleistungen erfüllen können und um langfristig den Rohstoff Holz in Deutschland verarbeiten und verwenden zu können. Dafür muss die Wirtschaftskraft der Branche – auch vor dem Hintergrund der Auswirkungen der Corona-Pandemie – erhalten und ausgebaut werden: Wir wollen Unternehmen und regionale Arbeitsplätze im ländlichen Raum erhalten und den Klimaschutz fördern“, so DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt.

„Deshalb unterstützen die Verbände ausdrücklich die Förderprogramme des Bundes und der Länder und wünschen sich deren Weiterentwicklung, um den Waldbesitzern finanzielle Mittel für den Wald bereitzustellen. Eine Beschränkung des Holzeinschlags im Rahmen des Forstschädenausgleichgesetzes würde aus Sicht der Verbände diesem Ziel nicht zuträglich sein", erläutert Hauptgeschäftsführer des HDH, Dr. Denny Ohnesorge.

„Zusätzlich zu den finanziellen Förderungen erwarten wir uns von den bereits vorgebrachten Maßnahmen zur Holzlagerung und der Transportlogistik, wie der bundeslandübergreifenden, einheitlichen Anhebung des zulässigen Gesamtgewichts für Holztransport-LKWs, positive Effekte, die zusammen mit dem Monitoring und den Prognoseinstrumenten dabei helfen können, die anfallenden Schadholzmengen effizienter im ganzen Land zu verteilen“, erläutert Lukas Freise, Geschäftsführer der AGR.

„Durch die Beschränkung des ordentlichen Holzeinschlages wird eine Marktbarriere geschaffen. Das wäre perspektivisch fatal und könnte die Holzverwendung gerade im Bauwesen empfindlich schwächen. Die deutsche Holzwirtschaft hat sich in der Corona-Krise als Stabilitätsanker erwiesen. Das Ziel muss es daher sein, diesen Beitrag zu erhalten und in Regionen, die die Kalamitäten bereits überwunden haben, nun die Wiederbewaldung und den Waldumbau zu unterstützen und nicht über mehrere Jahre die Bewirtschaftung der Wälder einzuschränken“, ergänzt VHI-Geschäftsführerin Anemon Strohmeyer.  

Regionale Versorgungsengpässe wahrscheinlich

Probleme sieht auch die Zellstoff- und Papierindustrie. „Eine flächendeckende Einschlagsreduktion würde zu einer Unterversorgung der Sägeindustrie und damit zu einem geringeren Angebot von den für die Zellstoff- und Papierindustrie wichtigen Sägenebenprodukten führen“, erklärt der Vorsitzende des Ausschusses Forst- und Holz im Verband Deutscher Papierfabriken, Wolfgang Beck. Viele Betriebe der Zellstoff- und Papierindustrie seien zudem technisch auf Frischholz angewiesen. Werde dieses verknappt, beschränke dies gleichzeitig die Möglichkeit der Verarbeitung von Schadholz, das nur im Mix eingesetzt werden könne.

Gemeinsames Positionspapier der Verbände

In ihrem gemeinsamen Positionspapier stellen die Verbände noch einmal den wichtigen Beitrag von Wald und Holz für den Klimaschutz heraus. Dafür ist es jedoch zentral, Maßnahmen zu entwickeln, die die Waldbesitzer unterstützen und gleichzeitig die Wertschöpfung im Cluster erhalten.

Das gemeinsame Positionspapier finden Sie hier.

Die Pressemitteilung steht Ihnen hier als pdf-Dokument zur Verfügung.

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