Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland
Speedletter ...aus Berlin

04/2012

29. Juni 2012

Interessante News aus Berlin
für Mitglieder, Freunde und Interessenten

Neuer Vorstand gewählt: Rathke folgt Böltz

Neuer Vorstand gewählt

v.l.n.r.: Oliver Mühmel, Dr. Stephan Lang, Steffen Rathke, Dr. Klaus Böltz, Michael Decker
(nicht auf dem Bild: Rainer Buchman)

Im Rahmen der ordentlichen Mitgliederversammlung des Bundesverbands Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) am 11.05.2012 in Berlin wurde turnusgemäß auch der neue Vorstand gewählt. Auf Präsident Dr. Klaus Böltz folgt nun Steffen Rathke. Auch im weiteren Vorstand und der Geschäftsführung gab es maßgebliche Veränderungen. Böltz zog ein positives Fazit der vergangene zwei Jahre.
Präsident Rathke versprach, Schlagzahl und Intensität der Arbeit des BSHD
auch künftig fortzusetzen und sich insbesondere der Weiterentwicklung der Verbandsstrukturen auf Bundesebene zu widmen.

Am Tag nach dem bereits traditionellen parlamentarischen Abend des BSHD im Deutschen Bundestag trafen sich Mitglieder, Vorstand und Mitarbeiter des BSHD zur
4. ordentlichen Mitgliederversammlung des BSHD in den „Reinhardtstraßenhöfen“ in Berlin. Auf der Agenda standen turnusgemäß auch die Neuwahl des Vorstands sowie eine Satzungsänderung zur Weiterentwicklung der Strukturen in der Geschäftsführung.

Auf Präsident Böltz folgt nun nach zweijähriger Amtszeit mit einstimmigem Ergebnis Steffen Rathke, engagiertes Gründungsmitglied des BSHD und bereits seit Jahrzehnten in der Verbandsarbeit aktiv. Der Unternehmer Rathke führt den Laubholzbetrieb Holzwerk Keck GmbH (Baden-Württemberg) - und soll künftig insbesondere "neutral" vermitteln zwischen den Nadelholzbetrieben der unterschiedlichen Größenklassen sowie bereits im BSHD organisierten und nicht organisierten Betrieben.

Neue Position in der Geschäftsführung

Nach der Causa „Ahnefeld“ wurde der ehrenamtlich tätige Vizepräsident Lars Schmidt zeitlich befristet in die Funktion des hauptamtlichen, geschäftsführenden Vorstands berufen. In seiner Doppelfunktion unterstützte Schmidt den Vorstand und trug gemeinsam mit den Fachgeschäftsführern die Verantwortung in der Geschäftsstelle. Zunächst als Notlösung gedacht, hat sich dieses Konstrukt schnell als sehr sinnvoll erwiesen: Die zahlreichen Termine, beispielsweise im politischen Raum, sind von den ehrenamtlich tätigen Unternehmern im Vorstand zeitlich kaum zu bewältigen. Schmidt repräsentierte daher den Verband als Vertreter des Vorstands auch nach außen.

Die Position eines hauptamtlichen Vorstandsmitglieds wird nun in Form einer neuen Position und Struktur in der Geschäftsführung dauerhaft eingerichtet. Dies bestätigte die Mitgliederversammlung mit einem entsprechenden Votum zur Satzungsänderung.

Vizepräsident Lars Schmidt verlässt daher nun nach 4 Jahren den ehrenamtlichen Vorstand des BSHD – und wird künftig in Doppelfunktion als Generalsekretär des Vorstands und Hauptgeschäftsführer tätig sein.

Weitere Vorstandsmitglieder werden bestätigt

Dr. Klaus Böltz übergab die Präsidentschaft an seinen Nachfolger Rathke, wird aber weiterhin als Vizepräsident die Sägeindustrie insbesondere im politischen Raum vertreten und sorgt in der Vorstandsspitze zudem für eine entsprechende Kontinuität nach seiner zweijährigen Amtszeit als Präsident.

Sprecher Nadelholz war bislang Philipp Sprockhoff. Sprockhoff ist im Unternehmen EGGER nicht mehr zuständig für den Bereich "Sägewerk" und gibt daher auf eigenen Wunsch das Amt ab. Oliver Mühmel, geschäftsführender Gesellschafter vom Sägewerk van Roje GmbH & Co. KG (Rheinland-Pfalz) und BSHD-Gründungsmitglied, wird nun als Nachfolger insbesondere die Interessen der kleinen und mittelgroßen Nadelholzbetriebe im BSHD vertreten.

Sprecher Laubholz im Vorstand war bislang Steffen Rathke. Als Nachfolger wurde von nun Michael Decker von der Mitgliederversammlung gewählt. Decker ist geschäftsführender Gesellschafter der Holz Decker GmbH (Hessen) und hat bereits Erfahrungen in der Vorstandsarbeit sammeln können.

Neuer Schatzmeister des BSHD ist Dr. Stefan Lang. Er folgt Oliver Mühmel.Lang ist Vorstandsmitglied der Rettenmeier AG. Von der "Ausbildung" her Jurist, soll Lang den Vorstand des BSHD mit entsprechendem Know-How bereichern. Zudem steht er für die junge Generation von Unternehmensvertretern in der Sägeindustrie. Ziel des BSHD ist es, möglichst frühzeitig junge Führungspersönlichkeiten an die Verbandsarbeit heran zu führen.

Rainer Buchmann von der Menz Holz GmbH wurde erneut zum Sprecher der Fachgruppe TMT gewählt. Buchmann ist auch Vorsitzender des Gütevereins TMT e.V. Die Menz Holz GmbH produziert u.a. Thermoholz am Standort im hessischen Reulbach.

BSHD stellt Kalender der Holzindustrie vor

BSHD stellt Kalender der Holzindustrie vor

v.l.n.r.: Lars Schmidt, Cajus Caesar MdB, Kay Schweppe

Bereits im November 2011 hat der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) eine Serie von Imageplakaten für die Forst- und Holzwirtschaft entwickelt. Im Vordergrund stehen die zahlreichen positiven „Benefits“ des Clusters Forst und Holz für Natur und Umwelt, aber auch für die Gesellschaft.
Wie damals angekündigt können die Motive für verschiedene Anwendungen bezogen werden, beispielsweise als Poster oder Kalender.

Einen Kalender für das Jahr 2013 stellten nun Lars Schmidt und Kay Schweppe vom BSHD erstmals der Öffentlichkeit vor. Dazu nutzten Sie ein Gespräch mit dem forstpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Cajus Caesar MdB.
„Wir setzen hier bewusst auch auf Provokation, um Aufmerksamkeit für unsere Themen und Argumente zu gewinnen. Lange genug haben wir uns unter Wert verkauft. Wir brauchen heute mehr Öffentlichkeit, um unsere Interessen insbesondere im politischen Raum wirksam durchsetzen zu können. Hierbei kann uns der Kalender behilflich sein“ beschreibt Lars Schmidt die Zielsetzung der Imagewerbung.

Auch Caesar zeigte sich beeindruckt: „Das ist eine ganz wunderbare Möglichkeit die Themen und Anliegen der Holzindustrie an die Öffentlichkeit zu tragen. Als Politiker muss man manchmal in sehr kurzer Zeit wichtige Entscheidungen treffen. In meinem Fall besonders in der Forstpolitik. Mit diesem Kalender habe ich nun einen Stichwortgeber mit gebündelten Informationen zur Branche direkt neben mir an der Wand hängen“.

Der BSHD will nach der Sommerpause verstärkt mit dem Kalender an die Öffentlichkeit treten und mit seinen Themen werben.

Bei Interesse wenden Sie sich bitte an die Geschäftsstelle unter info@bshd.eu

3. Parlamentarischer Abend des BSHD:
Auch Banken sehen Nationalpark als Standortfrage!

3. Parlamentarischer Abend des BSHD

v.l.n.r.: Dr. Klaus Böltz, Klaus-Peter Flosbach MdB, Andreas Krautscheid

Auch der dritte Parlamentarische Abend des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) stieß bei Abgeordneten, Verbandsvertretern und Unternehmern auf große Resonanz. Rund 50 Teilnehmer (davon 15 Bundestagsabgeordnete) trafen sich unter dem Motto „Banken in der Krise – Weiterhin Partner der Wirtschaft?“ in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin.

BSHD-Präsident Dr. Klaus Böltz begrüßte die anwesenden Gäste und stellte die Sicht der Holzindustrie auf die derzeitige europäische Schuldenkrise vor. „Natürlich ist auch die deutsche Holzindustrie Kunde der Kreditwirtschaft. Wir sind ebenso verunsichert was die Zukunft der Branche angeht wie das politische Berlin. Wenn sich die Banken aus der Unternehmensfinanzierung zurückziehen, werden Investitionen und Innovationskraft der Holzindustrie auf der Strecke bleiben. Das wird sich wiederrum auf die volkswirtschaftliche Entwicklung Deutschland auswirken“, zeigt sich Böltz überzeugt.

Im Anschluss stellte Klaus-Peter Flosbach, finanzpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, klar, dass die Politik alles unternehmen wird, um die Krise zu bekämpfen und das überschwappen auf die Realwirtschaft zu verhindern.
„Seien Sie versichert, dass die Politik das Thema Unternehmensfinanzierung vor dem Hintergrund der Schuldenkrise auf dem Radar hat. Derzeit sehen wir hierbei aber keine akuten Probleme“, so Flosbach.

Andreas Krautscheid, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbandes deutscher Banken e.V. (BdB) und ehemaliger Landesminister in NRW, bekräftige Flosbach in seiner Analyse. „Derzeit sehen wir keine Kreditklemme. Klar ist aber, dass aufgrund der aktuellen Entwicklung die Banken zukünftig noch genauer prüfen werden wem sie einen Kredit gewähren. Das wird möglicherweise so weit gehen, dass ein Unternehmensrating negativ ausgehen wird, wenn einer Ihrer Betriebe z.B. im Einzugsbereich eines künftigen Nationalparks liegt. Hier sehen die Banken dann eindeutige Risiken für die Entwicklung des Unternehmens“, wagte Krautscheid einen vorsichtigen Blick in die Zukunft.

Anschließend nutzten Unternehmer, Politiker und Bankenvertreter die Gelegenheit
für intensive Gespräche.

CDU/CSU-Rohstoffexperte im Dialog mit Holzindustrie

CDU/CSU-Rohstoffexperte im Dialog mit Holzindustrie

v.l.n.r.: Kay Schweppe, Lars Schmidt, Andreas Lämmel MdB, Rolf Wunsch

Wenn es in der politischen Diskussion um Rohstoffe für die Wirtschaft geht, dann geht es zumeist um Erze oder die sogenannten „Seltenen Erden“. Diese müssen zu einem übergroßen Teil nach Deutschland importiert werden. Der heimische und nachhaltig ökologisch produzierte Rohstoff Holz wird bei dieser Diskussion oftmals vergessen. Aus diesem Grund trafen sich Lars Schmidt und Kay Schweppe vom Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) sowie Rolf Wunsch, Leiter Holzeinkauf bei der Klausner Holding, mit dem Bundestagsabgeordneten Andreas Lämmel. Lämmel ist Mitglied des Wirtschaftsausschusses und Rohstoffexperte in der CDU/CSU-Bundestagfraktion.

Schmidt und Schweppe verdeutlichten Lämmel die Bedeutung des Rohstoffs Holz für die heimische Industrie. Nicht nur die Holzindustrie als „erste aufnehmende Hand“ ist abhängig von einem konstanten Angebot an nachhaltig produziertem Holz, sondern zunehmend auch die Energie- und Chemiebranche. „Diese zusätzliche Nachfrage, gepaart mit immer mehr Beschränkungen für die Waldwirtschaft, hat langsam ein für die Holzindustrie existenzbedrohendes Ausmaß angenommen“, beurteilt Schmidt die aktuelle Situation. Rolf Wunsch ging diesbezüglich auf die aktuelle Situation bei der Klausner Holding ein. Er bestätigte Schmidt in seiner Aussage, dass die derzeitige Situation auf den Rohstoffmärkten extrem angespannt sei und die Ertragssituation der Branche schon seit geraumer Zeit darunter leide. Lämmel zeigte sich als gut informierter Gesprächspartner. Bis zu seiner Tätigkeit als Bundestagsabgeordneter, war er Zuständig für die Wirtschaftsförderung im Freistaat Sachsen.
Daher kannte er einige namhafte Großprojekte der Sägeindustrie.

Der BSHD will nun verstärkt bei Wirtschaftspolitikern für den Rohstoff Holz werben und seine Bedeutung, gerade für ländliche Regionen, noch mehr herausstellen.
Damit zukünftig bei politischen Strategiepapieren zur Rohstoffsicherung der deutschen Industrie Holz nicht mehr fehlt.

Kampagne HolzProKlima

Kampagne HolzProKlima

Stellen Sie sich vor, ein Team von Wissenschaftlern bekommt den Auftrag,
einen einzigartigen Werkstoff zu entwickeln...


So beginnt der neue Flyer der Kampagne HolzProKlima - und endet mit der Erkenntnis, dass es diesen einzigartigen Werkstoff schon gibt: Holz!

Die illustrierte Geschichte im "Pixi-Buch"-Format soll die Zielgruppe "Öffentlichkeit" ansprechen: Einfach und anschaulich werden die wesentlichen Vorteile einer nachhaltigen Waldwirtschaft und Holzverwendung auf den Punkt gebracht.

Sie finden hier den Flyer zum Download in der "Online-Version":
Download des Flyers im PDF-Format (pdf, 1.83 MB)

Sollten Sie Interesse an gedrucken Exemplaren haben, wenden Sie sich bitte
an die Geschäftsstelle unter info@bshd.eu

EU-Projekt ECOINFLOW: Innovative Sägewerke gesucht!

EU-Projekt ECOINFLOW: Innovative Sägewerke gesucht!

v.l.n.r.: Timothée Noël, Project Officer at Executive Agency for Competitiveness and Innovation (eaci), European Commission im Gespräch mit Norbert Buddendick, BSHD

Am 30. May 2012 startete das EU-Projekt ECOINFLOW mit einem Kick-Off-Meeting
der Projektpartner in Oslo. Für den BSHD und die Unternehmen der deutschen Sägeindustrie nahm Norbert Buddendick an dem Meeting teil.

ECOINFLOW wird finanziell von der EU-Kommission im Rahmen des Förderprogramms „Intelligent Energy Europe“ gefördert, welches zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele aufgelegt wurde. Dabei steht das Kürzel ECOINFLOW für
„Energie Control by Information Flow“.

Ziel des Projektes ist es, in Unternehmen der Europäischen Sägeindustrie Energie Management Systeme (EMS) zu implementieren und in den Folgejahren den Energieverbrauch signifikant zu senken.

Aus dem deutschsprachigen Raum sind neben dem BSHD das vTI und der Trockenkammerhersteller Mühlböck (AT) als Konsortialpartner am Projekt beteiligt. Derzeit werden Sägewerke gesucht, die auf freiwilliger Basis am Projekt teilnehmen. Diese Sägewerke erhalten für ihre Mitarbeit eine Analyse der Energieflüsse und ein Konzept, um den Energieverbrauch nachhaltig zu reduzieren. "Vor dem Hintergrund steigender Energiepreise ist es notwendig, dass die Unternehmen sich diese Kostenblocks bewusst werden und entsprechende Maßnahmen zur Reduzierung des Energieverbrauch einleiten“ erläutert Dr. Johannes Welling vom vTI, Hamburg, und wirbt damit für eine gestaltende Rolle der deutschen Sägewerke im Projekt.

Sägewerke aus Frankreich, Großbritannien und Schweden sind bereits eingebunden. Insgesamt werden europaweit mindestens 50 Unternehmen am Projekt teilnehmen. Die Unternehmensdaten werden natürlich vertraulich behandelt und dienen ausschließlich dazu, den Erfolg des Projektes zu dokumentieren.

Für weitere Informationen nehmen Sie Kontakt auf zu:
Norbert Buddendick, BSHD: norbert.buddendick@bshd.eu
Dr. Johannes Welling, vTI: johannes.welling@vti.bund.de

Arbeitskreis Öffentlichkeitsarbeit mit neuem Sprecher
- gemeinsame Sitzung mit Initiative „HolzProKlima“

Jan Hassan

Am 22.05.12 fand in Berlin eine gemeinsamen Sitzung des Lenkungsgremiums der Initiative „HolzProKlima“ und des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit von der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) und dem Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) statt.

Zunächst wurde Bilanz und Fazit zum bisherigen Verkauf der Kampagne „HolzProKlima“ gezogen. Man konnte auf eine Reihe guter Termine mit politischen Entscheidungsträgern auf Landes-, Bundes und EU-Ebene zurück blicken. Außerdem fanden erste Veranstaltungen statt, die im Zeichen „HolzProKlima“ standen. Insbesondere aber fanden verschiedene Pressemeldungen der Initiative auch in der allgemeinen Presse breite Verteilung, so beispielsweise die Meldung zum Thema „Gartenholz“ zu Beginn
der Saison mit insgesamt 8 Mio. Lesern alleine in den Printmedien.

In der Sitzung verständigte man sich daher darauf, dass das übergeordnete Ziel der Initiative, Politik und Gesellschaft über den Klimaschutzbeitrag der Holzverwendung aufzuklären, beizubehalten. Dies soll durch die Vermittlung positiver Botschaften beispielsweise im Rahmen von weiteren Veranstaltungen, einer koordinierten Pressearbeit und Politikgesprächen unter breiter Beteiligung von Verbänden und Unternehmen der Holzwirtschaft weitergeführt und ausgebaut werden.

Im Rahmen der Sitzung wurde außerdem ein neuer Sprecher des Arbeitskreises Öffentlichkeitsarbeit gewählt. Carsten Doehring (Ilim Timber) stellte das Amt zur Verfügung, nachdem er für den BSHD die Vertretung im Europäischen Sägerverband in Brüssel (EOS) übernommen hatte. Ihm folgt nun Jan Hassan, Leiter Marketing und Öffentlichkeitsarbeit bei der Pollmeier Massivholz GmbH & Co.KG.

Hassan forderte die Unternehmen auf, noch stärker von den Angeboten des AK Öffentlichkeitsarbeit und der Initiative „HolzProKlima“ Gebrauch zu machen, um die positiven Botschaften der Initiative breiter in die Öffentlichkeit zu tragen und das Image der gesamten Branche weiter zu verbessern.

BSHD Unternehmerforum: Fliegende Dinosaurier in Commodity Märkten

Unter dem Motto "Zwischen Rundholz- und Commodity-Absatzmärkten:
Neue Strategien für die Sägeindustrie" fand am 24.05.2012 in München ein Unternehmerforum des BSHD statt. Unter den ca. 40 Teilnehmern waren zahlreiche Sägewerksvertreter, aber auch Weiterverarbeiter und Dienstleister. Hauptthema war die strategische Ausrichtung von Sägewerken bei der Rohstoffbeschaffung und auf den Absatzmärkten der Zukunft. In weiteren Vorträgen ging es um die Finanzierung zyklischer Unternehmen, die Möglichkeiten der Markenentwicklung für Sägewerke und die wachsende Bedeutung des Holzbaus bei Baukonzernen.

"Weiter so!" geht nicht
In seiner Einführung sagte der bisherige Vorsitzende des BSHD Dr. Klaus Böltz, die deutsche und österreichische Wirtschaft habe sich nach der Krise schnell erholt und stehe gut da. Mit Ausnahme der Sägewerke. Sie seien fast alle in schlechter wirtschaftlicher Verfassung. Die Zeit nach der Wirtschaftskrise bezeichnete Böltz mit Ausnahme von 2010 als „verlorene Jahre“. Die Verknappung des Rundholzes treibe den Preis in die Höhe. Ursachen seien Ansprüche des Naturschutzes, der Waldumbau Richtung Laubholz und die Konkurrenz der energetischen Nutzung, sagte Böltz. Angesichts globaler Schnittholzmärkte können viele Betriebe nicht mehr mithalten. Gerade in der Rohstofffrage dürfe man die Deutungshoheit nicht dem Naturschutz überlassen. Wege aus der Zwangslage solle die Veranstaltung zeigen.
Denn eines war allen Anwesenden klar: ein „Weiter so!“ wird es nicht geben.

Können Dinosaurier fliegen?
Diese Frage stellte Andreas Maquet, geschäftsführender Partner der Unternehmensberatung Rölfs Partner zu Beginn. Seit 2009 befinden sich die Sägewerke in einer Ergebniskrise. Ursachen sind hohe rohstoffpreise und Preisdruck an den Absatzmärkten durch internationalen Wettbewerb. Mangelnde Diversifikation machten die Produkte der Säger völlig austauschbar. Allein die Größe und das Umsatzwachstum sind schon heute nicht mehr die entscheidenden Erfolgsfaktoren.
In Zukunft gelte es, das Ertragswachstum durch eine höhere Wertschöpfungstiefe zu steigern. Man müsse sich vom Lieferant von Massenware zum strategischen Partner für spezielle Produkte entwickeln. Die Anpassung an veränderte Rahmenbedingungen werde wettbewerbsfähigere Spezies hervorbringen: eben flugfähige Dinosaurier.

Was Banken wollen
Sehr hilfreich empfanden viele Teilnehmer den Vortrag von Marcus Nelgen von der Commerzbank. Er befasst sich vor allem mit Unternehmensfinanzierungen.
Nelgen gab wertvolle Hinweise im Umgang mit Banken und bei der Geldbeschaffung. Zum Beispiel solle man die Geldgeber in Wettbewerb setzen, auch über den Bankenmarkt hinaus. Neben den klassischen Konsortialkrediten könne man zum Beispiel Anleihen ausgeben. Auch solle man finanzieren, wenn man KANN und nicht, wenn man MUSS. Er stellte verschiedene Finanzierungsinstrumente aus dem Banken- und dem Kapitalmarkt vor. Das können unter anderem Kredite, Leasings, Anleihen oder Schuldscheine sein. „Diesen Werkzeugkasten müssen Sie kennen und bereithalten“, so die klare Ansage Nelgens. Enorm wichtig für eine gute Zusammenarbeit sei die Qualität der Informationen seitens der Betriebe. Deshalb Nelgens Fazit: „Gut informierte Banken und Investoren treffen gute Entscheidungen.“

Erfahrungen aus Russland
Erfahrungen aus der Praxis brachte Slava Bychkov mit. Er ist New Projects Director
bei Ilim Timber in St. Petersburg. In Europa und vor allem in den USA gehe die Produktion zurück, es drohen Firmenschließungen und –übernahmen. Der Rundholzpreis sei in den letzten Jahren um 30-40% gestiegen. Hinzu kämen negative Effekte durch die EU-Politik. So würden Pellets gefördert, obwohl sie eine negative Energiebilanz hätten, sagte Bychkov. Der russische Markt sei durch den Export geprägt. 40% des gesamten russischen Holzeinschlags kommen aus Sibirien und Fernost. Dort leben aber nur 10 Mio. Menschen. Ein reiner Exportmarkt. Aber auch in Russland herrsche Rundholzmangel, vor allem im Nordwesten. Von 434 großen und mittelgroßen Sägewerken seien deshalb seit 2010 50 verschwunden. Als Konsequenz sieht Bychkov die Zukunft der Holzversorgung in verschiedenen osteuropäischen Staaten. Auf den Absatzmärkten werden die USA und China für eine Erholung sorgen, so Bychkov. Interessant seien außerdem Indien, der arabische Raum und Nordafrika.

Alexander Biesalski Mehr Ertrag durch Marke
Am Beispiel der „Hidden Champions“ zeigte Alexander Biesalski von der Unternehmansberatung Biesalski & Company die Bedeutung einer starken Marke für ein Unternehmen. Diese könne den Ertrag nachhaltig steigern. Deshalb lohne es sich auch für Sägewerke, in den Aufbau einer Marke zu investieren. Deutlich machte er den Wert der Marke am Beispiel Apollinaris. Nimmt man den Markennamen weg, bleibt nur eins: Wasser.

Holz auf der Überholspur
Der Holzbau ist inzwischen auch bei den großen Baukonzernen angekommen.
„Sie kommen gar nicht umhin“, sagt Bernhard Specht. Er hat beim Baukonzern Ed. Züblin AG den Bereich Ingenieur-Holzbau aufgebaut. Um diesen Bereich auszubauen, sucht Züblin strategische Partner. Es wurden bereits die Firmen Stephan Brettschichtholz, Gaildorf und Merk Projects, Aichach übernommen. „Der Baustoff Holz ist auf der Überholspur“, sagt Specht. Deshalb werde auch der Anteil des Holzbaus weiter steigen. Wichtig sei aber eine gezielte Vermarktung des Baustoffs Holz und innovative Produkte. Analog zur Betonwerbung schlug der Slogan vor: „Holz ist wunderbar, es kommt nur darauf an, was wir draus machen!“

Verschiebung der Absatzmärkte
Die zu erwartenden Veränderungen in den Holzabsatzketten Europas legte Franz-Josef Lückge dar. Er ist Inhaber der Beratungsfirma Forst holz Markt Consulting.
Als wichtigste Veränderung machte Lückge die Bioraffinerie aus. Voraussichtlich angekoppelt an Zellstoffwerke wird hier eine komplett neue Verarbeitungsschiene entstehen. Durch den Eintritt neuer und sehr finanzkräftiger Player werden sich die Holzströme möglicherweise stark und abrupt ändern. Und er stellte die Frage: „Müssen wir das den Zellstoffwerken überlassen?“ Lückge appellierte an die Säger, sich hier strategisch zu positionieren. Forschung und Entwicklung sowie strategische Kooperationen weisen hier den Weg. Im Fokus sieht Lückge dabei die Sägenebenprodukte. Diese machen immerhin 40% der Gesamtproduktion aus und bieten mit der Bioraffinerie ein großes Ertragspotential. Dieses sei dringend nötig, so Lückge in seinem Schlusswort, denn „die Rundholzmärkte werden noch enger“, Und „Überleben in Commodity-Märkten ist nur unter bestimmten Bedingungen möglich.“

Quelle: Fordaq, das Netzwerk der Holzindustrie

Der BSHD sucht ein/e Referent/in „Politische Kommunikation“

Als wesentlichen „Kommunikationskanal“ in Richtung Politik suchen wir für unsere Mitgliedsbetriebe, Verbandskremien und Fachbereiche ab sofort eine/n Referent/in
mit Interesse und Leidenschaft für die politische Arbeit.

In dem zukünftigen Aufgabenbereich bewegt sich die/der Referent/in dabei an der Schnittstelle zwischen unserem Hauptstadtbüro in Berlin, der Europäischen Interessenvertretung unserer Branche in Brüssel – sowie den politischen Entscheidungsträgern und Ministerien in den Bundesländern. Zu den wesentlichen Aufgabenbereichen gehört u.a. die systematische Kontaktpflege zu politischen Institutionen und Entscheidungsträgern auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene.

Die Stellenausschreibung finden Sie auf der Internetseite des BSHD:
Zur Stellenausschreibung

Mit besten Grüßen

Lars Schmidt - Generalsekretär des Vorstands und Hauptgeschäftsführer

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