Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland
Speedletter ...aus Berlin

05/2011

20. September 2011

Interessante News aus Berlin
für Mitglieder, Freunde und Interessenten

Neue BSHD-Mitglieder

Wir begrüßen im Kreise des BSHD das neue Fördermitglied:

  • Thermoholz Qualität e.V.
    Thermoholz Qualität e.V.
  • Holzindustrie zu Gast bei der Landtagsfraktion der Thüringer CDU

    Thüringer Landtag

    Im Rahmen einer fachübergreifenden Arbeitskreissitzung der Thüringer Landtagsfraktion der CDU zum Thema "Die moderne Holznot" konnten die Thüringer Mitgliedsbetriebe des BSHD über aktuelle und künftige Entwicklungen und Handlungsfelder in der Holzwirtschaft berichten. Ziel der Vertreter aus der Holzindustrie war es insbesondere, den Abgeordneten die Forst- und Holzwirtschaft als wesentliche wirtschaftliche Leitbranche im Freistaat näher zu bringen.

    Der Einladung des forstpolitischen Sprechers Egon Primas MdL waren zahlreiche Abgeordnete aus unterschiedlichen Ressorts gefolgt. So interessierten sich beispielsweise nicht nur Politiker aus dem Fachausschuss für Land- und Forstwirtschaft für die Ausführungen der Experten aus der Holzindustrie, sondern auch Mitglieder der Ausschüsse für Finanzen, Wirtschaft und Bauwesen. Darüber hinaus nahmen der Thüringer Landwirtschaftsminister Jürgen Reinholz sowie der Abteilungsleiter im Ministerium, Herr Prof. Dr. Thöne, an der Arbeitskreissitzung teil.

    Nach einer kurzen Einführung zum Thema wurden verschiedene Punkte ausführlich diskutiert, beispielsweise die geplanten Flächenstilllegungen im Staatswald, die Vergrößerung des Biosphärenreservats Vessertal sowie der Waldumbau auf 100.000ha Waldfläche auf der einen Seite, aber auch die anstehende Forstreform und die verstärkte Verwendung des nachwachsenden Rohstoffs Holz in Thüringen auf der anderen Seite. Minister Reinholz bezog insbesondere zu den strittigen Punkten aus dem Koalitionsvertrag der Landesregierung deutlich Stellung.

    Verwunderung zeigten alle Teilnehmer der Sitzung über die Tatsache, dass im aktuellen Trendatlas des Thüringer Wirtschaftsministerium die Forst- und Holzwirtschaft trotz ihrer volkswirtschaftlichen Bedeutung insbesondere für den ländlichen Raum keine Erwähnung findet.

    Man vereinbarte im Anschluss die Gespräche zu vertiefen - und lud dazu die Abgeordneten zu Werksbesichtigungen in die Betriebe ein.

    Bätzing-Lichtenthäler auf Sommertour im Sägewerk

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    v.l. Oliver Mühmel, Sabine Bätzing-Lichtenthäler Mdb, Ulrich van Roje

    Bundestagsabgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler aus dem Wahlkreis Neuwied/Altenkirchen war zu Gast bei van Roje in Oberhonnefeld-Gierend. Der nachwachsende Baustoff und Energieträger "Holz" sowie der Arbeitsmarkt standen im Mittelpunkt des Gesprächs.

    Die parlamentarische Sommerpause in Berlin nutzt der Bundesverband der Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) traditionell dazu, den politischen Entscheidungsträgern aus dem Bundestag die Säge- und Holzindustrie direkt vor Ort vorzustellen. Im Rahmen dieser "Vor-Ort-Termine" machte sich nun Sabine Bätzing-Lichtenthäler ein persönliches Bild von der Leistungsfähigkeit der Deutschen Säge- und Holzindustrie und besichtigte eines der führenden Nadelholzsägewerke am Fuße des Naturparks Rhein-Westerwald. Mit rund 100 Mitarbeitern ist das Unternehmen im Landkreis Neuwied ein bedeutender Arbeitgeber, aber auch Auftraggeber für zahlreiche Dienstleister aus der Region. Eindrucksvolle 450.000 Festmeter Holz aus den umliegenden Wäldern werden jährlich in den modernen Anlagen beispielsweise zu Balken und Brettern für den Hausbau und auch für die Verpackungsindustrie verarbeitet. Aber auch Produktionsreste, beispielsweise Sägemehl und Hackschnitzel, finden auch noch Verwendung, sei es im werkseignen Biomasseheizwerk, in der Pelletproduktion des Unternehmens - oder in der nachgelagerten Papier- und Holzwerkstoffindustrie.

    Frau Bätzing-Lichtenthäler ist ordentliches Mitglied im Finanzausschuss des Deutschen Bundestages. In dieser Verantwortung hat die engagierte Politikerin jedoch nur selten Kontakt zur Forst- und Holzwirtschaft. Neuland also für Bätzing-Lichtenthäler, die den Grund für ihren Besuch im Werk daher auf den Punkt brachte: "Ich interessiere mich sehr für die Unternehmen in meinem Wahlkreis. Dabei ist mir der direkte Eindruck vor Ort besonderer wichtig, um mir ein persönliches Bild von den Herausforderungen für unsere regionale Wirtschaft zu machen". Die beiden geschäftsführenden Gesellschafter des Unternehmens, Ulrich van Roje und Oliver Mühmel, sowie der geschäftsführende Vorstand des BSHD, Lars Schmidt, begleiteten die junge Abgeordnete über das weitläufige Werksgelände und Hallen des mittelständischen Unternehmens.

    Die Politikerin zeigte großes Interesse für die Probleme der Sägeindustrie. Insbesondere sahen die Industrievertreter die künftige Versorgung mit Rundholz aus der umliegenden Region mit Sorge: "Die nachhaltige Nutzung des nachwachsenden Rohstoff Holzes ist nicht nur aus volkswirtschaftlicher Sicht sinnvoll, sondern vor allem naturschutzfachlich notwendig: Die forstliche Bewirtschaftung unserer Wälder ist Grundlage für stabile und artenreiche Waldbestände", so Schmidt im Gespräch mit der Abgeordneten. "Das im internationalen Vergleich sehr hohe Niveau der deutschen Waldwirtschaft bringt diese beiden vermeintlichen Gegensätze in Einklang. Kaum jemand weiß beispielsweise, dass Deutschland im Europäischen Vergleich die höchsten Holzvorräte hat. Und trotzdem schränken wir die Waldbewirtschaftung künstlich durch überzogene Naturschutzauflagen und Großschutzgebiete ein". Ein Horrorszenario auch aus Sicht von Ulrich van Roje: "Steigende Rundholzpreise auf der einen Seite aufgrund zunehmender Verknappung - auf der anderen Seite globaler Wettbewerb und Preisdruck".

    Auf Verständnis traf bei Bätzing-Lichtenthäler aber auch die Befürchtung der Industrievertreter, dass der demografische Wandel nicht nur die Holzindustrie vor große Herausforderungen stellen wird: "Wir müssen uns schon heute Gedanken machen, wie wir dem Arbeitsmarkt mittel- und langfristig eine ausreichende Zahl gut ausgebildete Fachkräfte sichern können, um auch international wettbewerbsfähig zu bleiben", beschreibt Bätzing-Lichtenthäler die künftige Herausforderung für die Politik und den Wirtschaftsstandort Deutschland. Die Abgeordnete hat in der SPD-Fraktion im Bundestag gemeinsam mit Franz Müntefering diese Aufgabe übernommen:: "Wir wollen daran arbeiten, dass der demografische Wandel als Ganzes betrachtet wird. Die Änderung der Altersstruktur bringt auch große Chancen mit sich. Derzeit wird nur die überalternde Gesellschaft diskutiert. Das ist aber nur eine Seite der Medaille. Der Arbeitsmarkt zum Beispiel wird für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zunehmend günstiger sein."

    Anhörung zur Reform von ThüringenForst im Landtag Erfurt

    Sitzungssaal

    Im Rahmen der mündlichen Anhörung im Landtag in Erfurt stand am 23. August das Gesetz zur Reform der Thüringer Landesforstverwaltung (ThüringenForst) vor den Mitgliedern des Ausschusses für Landwirtschaft, Forsten, Umwelt und Naturschutz zur Diskussion. Die Landesregierung hatte in einer Kabinettssitzung im August 2010 die Umwandlung der Landesforstverwaltung in eine Anstalt öffentlichen Rechts unter Beibehaltung der Organisationsform des Gemeinschaftsforstamts beschlossen. Nun liegt der Gesetzentwurf vor, und soll bis Ende 2011 im Thüringer Landtag beschlossen werden, um die neue Rechtsform ab 2012 umzusetzen.

    BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt hatte die Möglichkeit, die Position der Säge- und Holzindustrie in der Anhörung und Diskussion zu vertreten. Die anstehende Reform ist für die Holzindustrie natürlich von besonderer Bedeutung, da ThüringenForst der wesentliche Rundholzlieferant für die Betriebe in und um Thüringen ist. Die effiziente und vor allem ausreichende Rundholzversorgung der Wertschöpfungskette Forst & Holz ist aus Sicht des BSHD maßgeblich für die künftige internationale Wettbewerbsfähigkeit in einem zunehmend globalen Markt.

    Daher machte Schmidt deutlich, dass eine Reform sinnvoll und notwendig ist, um Strukturen und Prozesse eines modernen Unternehmens an geänderte Anforderungen anzupassen. Allerdings wird die Reform und ein möglicher Personalabbau auf der operativen Ebene der Revierleiter zu einer weiteren Verschärfung der Rohholzversorgung der Betriebe führen, wenn ausschliesslich die Sparzwänge der öffentlichen Hand Entscheidungsgrundlage sind. Denn Thüringen trägt mit einem vergleichsweise kleinteiligen und dadurch strukturell benachteiligten Privatwald ein schweres Erbe. Wenn das Holzaufkommen und die Verfügbarkeit aus diesen Flächen nachhaltig gesichert werden soll, bedarf es künftig einer intensiven und flächendeckenden Betreuung der Privatwaldbesitzer, durch die forstlichen Strukturen (Zusammenschlüsse) und unterstützt durch die Revierbeamte von ThüringenForst dort, wo sich die Betreuung nicht kostendeckend darstellen lässt.

    Caesar MdB: "Rahmenbedingungen für Holzindustrie verbessern."

    v.l. Lars Schmidt, Cajus Caesar MdB, Andreas Reiterer

    v.l. Lars Schmidt, Cajus Caesar MdB, Andreas Reiterer

    Der neue forst- und jagdpolitische Sprecher der CDU/CSU- Bundestagsfraktion Cajus Caesar MdB, besuchte zusammen mit Lars Schmidt und Norbert Buddendick vom Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) das Sägewerk der EGGER- Gruppe am Standort Brilon.

    Caesar, selber Forstingenieur und über Jahre Revierleiter beim Landesverband Lippe in Nordrhein- Westfalen, informierte sich im Rahmen der BSHD-Sommertour aus erster Hand über die Säge- und Holzindustrie in Deutschland. Nach einer Präsentation der Unternehmensgruppe durch Geschäftsführer Andreas Reiterer und dem Leiter Holzeinkauf, Bertram Cramer, folgte eine umfangreiche Werksbesichtigung, angefangen von der Rundholzsortierung bis hin zum Produktlager.

    Caesar zeigte sich sichtlich beeindruckt von dem modernen Industriebetrieb: "Die Entwicklung der Firma EGGER zu einem der größten Holzwerkstoffhersteller Europas ist beeindruckend. Die EGGER Gruppe steht beispielhaft für die weltweit vorbildliche und innovative Holzindustrie in Deutschland und deren moderne Produkte. Dass solche Unternehmen gerade ländliche Regionen stützen, ist besonders hervorzuheben. Die Politik sollte daher ihr Bestes tun, um Deutschland als Holzindustriestandort zu sichern", so Caesar.

    Schmidt und Caesar waren sich einig, dass dieses Potential aber nur mit verlässlichen Rahmenbedingungen ausgeschöpft werden kann. Darunter fallen laut dem langjährigen Bundestagsabgeordneten vor allem die standortnahe und sichere Rohstoffversorgung: "Viele Betriebe haben große Sorge: Überzogene Naturschutzauflagen bei der Waldbewirtschaftung, weitere Großschutzgebiete aber auch der Waldumbau könnten die Existenz zahlreicher traditioneller Unternehmen der Holzindustrie in Deutschland gefährden."

    Auf ein weiteres Handlungsfeld machte Caesar dann im Rahmen der weiteren Diskussion aufmerksam: "Schon mittelfristig fehlen der Industrie in Deutschland entsprechend ausgebildete Fachkräfte. Davon wird auch Ihre Branche betroffen sein." BSHD- Vize Schmidt sagte zu, dass man sich umgehend mit diesem Thema auseinander setzen wird:"Wir wollen zukünftig solche Probleme frühzeitig aufgreifen, nicht erst 5 vor 12. Daher sind wir für solche Hinweise dankbar".

    Bei dem Treffen ging es aber auch um aktuelle bundespolitische Themen wie z.B. der Waldstrategie 2020, die in wenigen Tagen veröffentlicht werden soll. "Wir haben es geschafft, Umweltschutz und wirtschaftliche Belange in Einklang zu bringen. Die Waldstrategie 2020 wird ein guter Rahmen für die Forst- und Holzwirtschaft der Zukunft sein", erläuterte der Fachpolitiker den Grundtenor des Strategiepapiers.

    Caesar hob vor allem hervor, dass die Bedeutung des Rohstoffes Holz für die ortsnahe Wertschöpfung und ortsnahe Arbeitsplätze in der neuen Waldstrategie der Bundesregierung genauso zum Ausdruck gebracht wird, wie die Bedeutung für Umweltfreundlichkeit und Klimaschutz. Die nachhaltige Nutzung ist zugleich Grundlage für wirtschaftliche Entwicklung und Umweltschutz.

    Caesar bedankte sich für die bisherige gute Zusammenarbeit: "Mit Ihrem Verband ist die Holzindustrie in Berlin angekommen. Mit Rückblick beispielsweise auf die Diskussionen zu Waldstrategie 2020 oder der EEG- Novelle erwarte ich auch zukünftig, dass sich die Unternehmen der deutschen Holzindustrie über den BSHD in die politische Diskussion aktiv - und vor allem konstruktiv einbringen."

    Brandenburgs Forstminister Vogelsänger besucht das Werk Baruth der Klenk Holz AG

    Teilnehmer der Werksbesichtigung

    Jörg Vogelsänger, Minister für Infrastruktur und Landwirtschaft des Landes Brandenburg, hat Anfang August die Klenk Holz AG in Baruth besucht. Vogelsänger, der auch für den Forst im Land zuständig ist, informierte sich über aktuelle Themen aus der Holzwirtschaft. Begleitet wurde der Minister von Birgit Korth, der für Wald und Forstwirtschaft verantwortlichen Referatsleiterin seines Ressorts. Nach einer einleitenden Unternehmenspräsentation durch Dr. Klaus Böltz, Generalbevollmächtigter der Klenk Holz AG, diskutierten Vorstandsmitglied Steffen Häußlein, Werkleiter Bernd Ebert und Steffen Schüler, Bereichsleiter Rundholzeinkauf, über die derzeitigen Rahmenbedingungen der Forst- und Holzwirtschaft in Brandenburg. Im Mittelpunkt standen dabei Fragen der Rohstoffversorgung und Holzmobilisierung im Privatwald. Positiv wurde auf Seiten des Unternehmens registriert, dass Minister Vogelsänger keine Notwendigkeit für weitere Flächenstilllegungen sieht. Beim abschließenden Betriebsrundgang zeigte sich Vogelsänger beeindruckt von der breit gefächerten Produktpalette, die Klenk aus Märkischer Kiefer, dem Charakterbaum Brandenburgs, herstellt. Das Baruther Werk der Klenk Holz AG ist das größte Kiefernsägewerk Europas. Der Standort verarbeitet rund eine Mio. Festmeter Kiefer pro Jahr und bietet ca. 400 Beschäftigten, darunter 41 Auszubildenden, einen sicheren Arbeitsplatz. Zusammen mit den im Umfeld des Sägewerks angesiedelten Betrieben aus der Holzwerkstoffindustrie gilt Baruth weit über die Landesgrenzen hinaus als erfolgreiches Modell für einen integrierten Holzstandort.

    Kressl MdB: Bedeutung des Rohstoffs Holz nicht unterschätzen

    Jörg Keller, geschäftsführender Gesellschafter Keller Holz etc.

    v.l.n.r. Jörg Keller, geschäftsführender Gesellschafter Keller Holz; Michael Bendfeldt, Betriebsleiter Keller Holz; Dirk Hofer, Geschäftsführer Treyer Paletten GmbH; Ernst Kopp MdL; Nicolette Kressl MdB; Herbert Körner, Forstunternehmer und geschäftsführender Vorstand des Deutschen Forstunternehmerverbands DFUV e.V

    Auf Einladung des Bundesverbands Säge- und Holzindustrie Deutschland e. V. (BSHD) waren am Dienstagvormittag die Bundestagsabgeordnete Nicolette Kressl (SPD) sowie der Landtagsabgeordnete Ernst Kopp (SPD) zu Gast bei der Firma Keller Holz, einem Hersteller von Verpackungshölzern in Lichtenau-Scherzheim. Schwerpunktthema der Werksbesichtigung war der geplante Nationalpark Nordschwarzwald. Nach Wünschen des Naturschutzbunds (NABU) und der grün-roten Landesregierung in Baden-Württemberg sollen hier mindestens 10.000 Hektar Waldfläche der nachhaltigen Waldbewirtschaftung entzogen werden. Die wirtschaftliche Grundlage der Holz be- und verarbeitenden Unternehmen in der Region stünde damit auf dem Spiel. Naturschutz- und Tourismuseffekte werden jedoch nach Ansicht des BSHD überschätzt.

    "Uns ist es ein Anliegen, mit den Unternehmen vor Ort im engen Kontakt zu stehen und uns persönlich über deren Sorgen und Nöte zu informieren. Allerdings müssen wir alle Interessen im Auge behalten - und es gibt eine Reihe von wichtigen Argumenten auf beiden Seiten. Daher wird es einen breiten Abstimmungsprozess hinsichtlich der Nationalparkfrage geben", sagte Kressl nach ihrem gestrigen Besuch in Lichtenau-Scherzheim. Die Bedenken der Holzindustrie vor Ort sind groß. Lars Schmidt, geschäftsführender Vorstand des BSHD kritisiert: "Bislang völlig ausgeblendet bei der Diskussion wird die Bedeutung des nachwachsenden und klimafreundlichen Rohstoffs Holz für die Bevölkerung und die heimische Industrie. Denn der Nutzungsverzicht in der Nationalparkkulisse wäre keine einmalige Sache, sondern beträfe jedes Jahr fast 100.000 Festmeter Holz. Dies entspräche einer Menge von knapp 1.600 Lkw-Ladungen Holz, die von den Unternehmen in der Region pro Jahr aus dem Ausland importiert werden müsste. Mit dem Nutzungsverbot verzichten wir zu Lasten der regionalen Wirtschaft auf den nachhaltigen und wertvollen Zuwachs aus unseren heimischen Wäldern."

    Wirtschaftsgrundlage: Holz aus der Region:
    40 Prozent der Landesfläche Baden-Württembergs ist von Wald bedeckt. Die Nutzung dieser Waldfläche stellt einen bedeutenden Wirtschaftsfaktor für die Region dar. "Es geht um unsere Wirtschaftsgrundlage und damit um Arbeitsplätze", mahnt Jörg Keller, Geschäftsführer von Keller Holz. Der Unternehmer beschäftigt 30 Mitarbeiter in der Region Nordschwarzwald und hat sich auf die Produktion von Schnittholzsortimenten für die Verpackungsindustrie spezialisiert. Ihn und seine Belegschaft würde das Nutzungsverbot besonders hart treffen. "Mit unserem Standort südlich von Karlsruhe sind wir auf die nahegelegenen Waldgebiete als Rohstofflieferant angewiesen, um eine ganzjährige Rundholzbereitstellung zu gewährleisten", sagt Keller. "Da wir mit unseren Produkten fast ausschließlich Kunden aus der Region beliefern, müssten sich die Firmen um entsprechende Alternativen kümmern", erklärt der Unternehmer. Dabei setzt nicht nur Keller bewusst auf den heimischen Rohstoff, sondern auch die weiterverarbeitenden Betriebe. Dirk Hofer, Geschäftsführer der Treyer Paletten GmbH aus Bad Peterstal und Vorsitzender der Gütegemeinschaft Paletten schlägt in die gleiche Kerbe: "CO2-intensive Importhölzer stellen für uns bislang keine Alternative dar. Das soll auch so bleiben, da wir damit einen entscheidenden Beitrag für die Wirtschaftsentwicklung im ländlichen Raum sowie den Umwelt- und Klimaschutz leisten".

    Naturschutz- und Tourismuseffekte überschätzt:
    Nach Ansicht des BSHD ist die naturschutzfachliche Begründung für ein Großschutzgebiet mit Blick auf den Artenschutz höchst umstritten. "Sich selbst überlassene Wildnis nimmt Förstern die Möglichkeit, die Wälder klimaresistent umzubauen. Wir schützen am besten, indem wir nutzen", sagt Schmidt, selbst studierter Forstwirt. Auch die Effekte eines Nationalparks auf den Tourismus seien nach Meinung des Bundesverbandes widersprüchlich. Jörg Keller, der in der Region beheimatet ist, erläutert: "Die strengste Schutzkategorie nach Naturschutzgesetz trifft bei den geplanten Vorhaben auf eine bereits bestehende und erfolgreiche touristische Infrastruktur im Wald." Keller berichtet weiter: "Schon jetzt verzeichnen wir dreimal so viele Übernachtungen wie beispielsweise der Bayrische Wald. In der Region um den dortigen Nationalpark sind die Übernachtungszahlen rückläufig. Der Grund: Durch die Verwilderung wird der Wald für Touristen unattraktiver, da ein Großteil der Waldfläche nicht mehr betreten werden kann. Aktivitäten wie ein ausgiebiger Waldspaziergang, Wandern oder Mountainbiken sind nur eingeschränkt möglich und aufgrund der kahlen Waldflächen weniger attraktiv. Ein positiver Effekt für den Tourismus ist daher mehr als fraglich." Aus diesen Gründen nütze der Nationalpark weder Mensch noch Natur: "Der Wald liefert jedes Jahr wertvollen Zuwachs für die Region. Davon profitieren die Bevölkerung und die regionale Holzindustrie. Tourismus war dazu bislang kein Widerspruch, sondern sinnvolle Ergänzung", fasst Herbert Körner, geschäftsführender Vorstand des Deutschen Forstunternehmerverbands und selbst Forstunternehmer aus Baden-Württemberg, die Diskussion zusammen.

    BSHD-Sommertour 2011: Petra Crone MdB macht den Auftakt

    v.l. Bertram Cramer, Petra Crone MdB, Andreas Reiterer, Michael Crone, Lars Schmidt

    v.l. Bertram Cramer, Petra Crone MdB, Andreas Reiterer, Michael Crone, Lars Schmidt

    Die Parlamentarische Sommerpause 2011 hat begonnen und der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) nutzt wieder die Gelegenheit, Politikern aus Bundestag und Landtagen die Holzindustrie und ihre Arbeitsweise vor Ort vorzustellen. In diesem Jahr liegt der Schwerpunkt der Besichtigungen in den Bundesländern mit einer Regierungskoalition aus SPD und Grünen wie z.B. in Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. "Wir haben uns diese Bundesländer ausgesucht, weil wir glauben, dass gerade hier der Gesprächsbedarf zwischen Holzindustrie und regierender Politik besonders groß ist", kommentiert Lars Schmidt, BSHD-Vizepräsident, die Herangehensweise.

    Aus diesem Grund besuchte die forstpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Petra Crone, das Werk der EGGER-Gruppe im sauerländischen Brilon. Begleitet wurde sie von ihrem Ehemann, Michael Crone, einem Forstmann mit Waldbesitz in NRW und Brandenburg. Werksleiter Andreas Reiterer, Holzeinkaufsleiter Bertram Cramer und die Verbandsvertreter Lars Schmidt und Kay Schweppe führten die beiden Gäste nach einer Vorstellung der EGGER-Gruppe durch das Werk. Für die Forstpolitikerin mit Wahlkreis im Sauerland ein besonderes Erlebnis. "Vor dem Hintergrund meiner Tätigkeit im Bundestag ist es für mich sehr spannend zu sehen, wie ein weltweit tätiges Unternehmen wie die Firma EGGER produziert. Das dieses auch noch in meiner sauerländischen Heimat passiert, macht es umso interessanter", gibt Crone die Eindrücke wieder.

    Die Holzindustrievertreter sprachen mit der Fachpolitikerin über die aktuellen Herausforderungen der Branche wie z.B. Zertifizierung und EEG-Novelle. In einem Anschlussgespräch nach der Sommerpause wollen Lars Schmidt und Kay Schweppe Frau Crone noch einmal in ihrem Bundestagsbüro besuchen, um über die aktuelle nordrhein-westfälische Forstpolitik zu beraten.

    Nationalpark: Weiterer Gesprächstermin mit Landesverband Lippe

    Schloss Brake

    Zu einem weiteren Austausch trafen sich, die erst kürzlich in das Amt der Verbandsvorsteherin gekommene Anke Peithmann, Verwaltungschef Klaus Stein und der Leiter der Landesverbandsforsten, Hans-Ulrich Braun mit den Holzindustrievertretern Lars Schmidt (BSHD), Dr. Steffen Körner (Technik-Vorstand der Glunz AG) und Kay Schweppe (BSHD) im Schloss zu Brake.

    Ein besonderes Anliegen war es den Branchenvertretern der neu gewählten Verbandschefin die Holzindustrie als solches zu erläutern, als auch über die Auswirkungen eines möglichen Nationalparks zu diskutieren. Dr. Körner stellte die Sichtweise der Glunz AG in Horn vor und machte deutlich, dass ein Nationalpark vor der "Werkshaustür" den Standort vor enorme Probleme stellen würde. "Das gleiche trifft auf alle anderen holzverarbeitenden Betriebe hier in der Region zu. Nicht belegbare höhere Tourismuseinnahmen und zweifelhafte naturschutzfachliche Argumente werden in dieser Diskussion gegen Arbeitsplätze im ländlichen Raum und Klimaschutzziele gestellt", ergänzt Schmidt.

    Allen Seiten ist klar geworden, dass die eigentliche Entscheidungsgewalt mittlerweile in Düsseldorf liegt. "Wir werden das Gespräch auch weiterhin hier vor Ort führen. Die fachliche und auch rechtliche Diskussion werden wir nun aber verstärkt in der Landeshauptstadt suchen müssen um dort die Verantwortlichen aufzuklären, soweit das möglich ist" schließen Schmidt und Körner ihr Fazit.

    EcoBau Live: Erste Internationale Messe für
    nachhaltiges Bauen mit BSHD

    EcoBau Live

    Vom 27. bis zum 29. März 2012 findet in Köln die erste internationale Messe für nachhaltiges Bauen, EcoBau Live, statt. Neben Firmen- und Produktpräsentationen stehen vielfältige, kostenlose Fachseminare und Informationsveranstaltungen im Fokus. Für Vorträge und Podiumsdiskussionen konnten hochkarätige Vertreter aus Verbänden, Regierung und der Industrie gewonnen werden.

    Der Veranstalter Mark Shashoua, Vorsitzender und Gründer von Sinclair Events, ist seit über 20 Jahren im Messewesen tätig. Unter seiner Führung wurden in dieser Zeit weit über 1.000 Veranstaltungen rund um den Globus und in fast 50 verschiedenen Branchen organisiert und umgesetzt.

    Der Austragungsort wurde ganz gezielt gewählt: Deutschland gilt weltweit als Vorreiter für nachhaltiges Bauen, im Umweltschutz und im Sektor erneuerbare Energien. Entsprechend groß wird die Nachfrage sein, davon ist Shashoua überzeugt: "Aufgrund des Entwicklungsvorsprungs und qualitativ hochwertiger Produkte ergeben sich zukünftig gerade für deutsche Unternehmen auf dem Weltmarkt beste Perspektiven und hervorragende Absatzmöglichkeiten.

    Ziel der EcoBau Live ist es, Unternehmen und Auftraggeber zusammenzubringen und gleichzeitig über die ökologischen, gesellschaftlichen und finanziellen Auswirkungen auf dem Gebiet des nachhaltigen Bauens und regenerativer Energien zu informieren und darüber mit Fachleuten zu diskutieren.

    Der BSHD unterstützt die erste EcoBau Live in Deutschland mit einem Seminarprogramm rund um das Thema "Bauen mit Holz". Zudem erhalten BSHD-Mitglieder besondere Teilnahme - Pakete, in denen Vorzugspreise, Messeplatz-Priorität und andere unterstützende Leistungen enthalten sind.

    Mit besten Grüßen

    Lars Schmidt - Vizepräsident
    BSHD Bundesverband Säge- und
    Holzindustrie Deutschland e.V.
    Reinhardtstraße 18
    10117 Berlin
    Telefon (0 30) 22 32 04 90
    Telefax (0 30) 22 32 04 89
    Dr. Klaus Böltz (Präsident)
    Lars Schmidt (Vizepräsident)
    Oliver Mühmel (Schatzmeister)
    Steffen Rathke (Vorstand)
    Philipp Sprockhoff (Vorstand)
    Rainer Buchmann (Vorstand)
    Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
    Vereinsregister-Nummer 28535 B


    www.bshd.eu
    info@bshd.eu