Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland
Speedletter ...aus Berlin

01/2011

16. Februar 2011

Neues aus Berlin

Liebe Mitglieder, Freunde und Interessenten,

Neue BSHD-Mitglieder

Wir begrüßen im Kreise des BSHD die neuen Mitgliedsfirmen:

  • Sägewerk Fehrensen GmbH
    Sägewerk Fehrensen GmbH
  • Keller Holz e.K.
    Sägewerk Fehrensen GmbH
  • Anton Kretz GmbH & Co.KG
  • Holzindustrie zu Gast im Wirtschaftsministerium

    Holzindustrie zu Gast im Wirtschaftsministerium

    v.l.n.r.: Dr. Denny Ohnesorge, Dr. Klaus Böltz, PSt. Ernst Burgbacher MdB, Lars Schmidt,
    Kay Schweppe

    Zu einem Gespräch über die aktuelle Situation der deutschen Holzindustrie trafen sich Vertreter des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) und der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) mit dem Parlamentarischen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium und Mittelstandsbeauftragtem der Bundesregierung, Ernst Burgbacher MdB.

    Nach einleitenden Worten zur Wirtschaftskraft des Clusters Forst & Holz durch BSHD-Präsident Dr. Klaus Böltz sprachen Verbandsvertreter und Wirtschafts- staatssekretär über die aktuelle Lage auf dem Rohstoffmarkt.
    „Die Rohstoffverfügbarkeit ist das brennende Thema in der Holzindustrie. Schon heute spüren unsere Betriebe z.B. die stetige Verknappung des Nadelrundholzangebots. Fortschreitende Flächenstilllegungen und Nutzungseinschränkungen auf der Waldseite erschweren die Situation für die Forst- und Holzwirtschaft noch weiter, so Dr. Böltz.

    Staatssekretär Burgbacher, der sich familiär bedingt mit der Holzindustrie gut auskennt, zeigte Verständnis für die Belange der Branche und versprach, die diskutierten Themen auch in der Politik mit nach vorne zu tragen.

    Haushaltspolitiker zeigt sich beeindruckt von moderner Harvestertechnologie

    Haushaltspolitiker zeigt sich beeindruckt von moderner Harvestertechnologie

    v.l.n.r.: Christoph Wulf, Hans-Jürgen Narjes, Hermann Wulf, Jürgen Herrmann MdB,
    Josef Massmann, Kay Schweppe

    Mit der CDU wird es im Kreis Höxter keinen Nationalpark geben, so die klare Aussage des Bundestagsabgeordneten und CDU –Kreisvorsitzenden im Kreis Höxter, Jürgen Herrmann, bei seinem gemeinsamen Besuch mit Hans-Jürgen Narjes und
    Kay Schweppe vom Deutschen Forstunternehmerverband e.V. (DFUV) beim Forstunternehmen Wulf GbR mit Sitz in Brakel.

    Der Kreis Höxter ist mit einem großen Holzwerkstoffhersteller, mehreren mittelständischen Sägewerken und einigen Forstunternehmen ein bedeutender Standort des Clusters Forst und Holz in Deutschland. Die Unternehmen haben ihre Rohstoffquelle durch den hohen Waldanteil im Kreis direkt vor der Haustür.
    Aus diesem Grund war es für den Abgeordneten ein besonderes Anliegen einen der Akteure der Branche in seinem Wahlkreis zu besuchen, um sich über die derzeitige Situation der Forstunternehmer und der nachgelagerten Holzindustrie zu sprechen.

    Herrmann Wulf, Geschäftsführer des Unternehmens, unterrichtete den CDU-Haushaltspolitiker über die derzeitige Auftragslage seines Unternehmens.
    „Wir haben zurzeit Arbeit genug. Durch die hohe Nachfrage nach dem Rohstoff Holz sind unsere Mitarbeiter und Maschinen derzeit gut ausgelastet. Weiterhin sprachen Verbandsvertreter, Unternehmer und Abgeordneter über die derzeitigen Planungen zum Nationalpark Teutoburger Wald. Hier waren sich Wulf und Narjes einig, dass das die Branche nicht nur vor Ort, sondern weit über NRW hinaus, stark treffen wird.
    „Sollte die Nationalparkkulisse so umgesetzt werden, wie es das Land NRW und der Kreis Lippe planen, gehen der regionalen Holzindustrie über 90.000 Festmeter Holz verloren. Bei 2 Arbeitsplätzen, die im Wirtschaftscluster an 100 Festmeter gebunden sind, sowie einem Steueraufkommen von 100 Euro pro Festmeter Holz, kann sich jeder leicht ausrechnen, welcher Schaden hier für Wirtschaft und Steuerzahler entsteht, so Narjes.

    Nach dem einführenden Gespräch fuhren alle Beteiligten in den Wald, um sich vor Ort die Arbeit eines Logset 8H Harvesters anzusehen. Jürgen Herrmann zeigte sich beeindruckt von der schnellen, präzisen und bestandesschonenden Arbeit der modernen Maschine. Jürgen Herrmann: „Es ist hoch interessant, wie die Forstunternehmer als Mittler zwischen Waldbesitz und Holzindustrie mit hochmoderner Technik die Versorgung der Werke sicherstellen und gleichzeitig wesentlich zu einer nachhaltigen und naturverträglichen Waldbewirtschaftung beitragen.

    Nach der Besichtigung wurde abgesprochen zukünftig in engem Kontakt zu bleiben.
    So vereinbarten die Verbandsvertreter mit Jürgen Herrmann einen weiteren, europaweit operierenden, Akteur der Branche in seinem Wahlkreis zu besuchen.

    Holzindustrie im Gespräch mit Egon Primas,
    Agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag

    Holzindustrie im Gespräch mit Egon Primas, Agrarpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion im Thüringer Landtag

    v.l.n.r.: Egon Primas MdL, Lars Schmidt

    Zu einem Informationsgespräch trafen sich Egon Primas MdL, Agrarpolitischer Sprecher def CDU-Fraktion im Thüringer Landtag sowie Mitglied des Umweltausschusses, und Lars Schmidt in Nordhausen.

    Zur Diskussion standen dabei Themen wie beispielsweise die zukünftige Rohstoffversorgung der Säge- und Holzindustrie, die Folgen des Waldumbaus aus Sicht der Nadelholzbetriebe sowie die Diskussion um die weiterhin wachsende energetische Nutzung von Holz. Primas zeigte sich hervorragend Informiert und als fachkundiger Ansprechpartner für die Belange der Holzindustrie im politischen Raum.

    Ein weiteres Thema war das Leuchtturmprojekt "PPP Privatwaldförderung Thüringen", bei dem passive Kleinprivatwaldbesitzer auf rd. 100.000 ha Waldfläche Thüringens für eine kontinuierliche Bewirtschaftung ihrer Waldflächen begeistert werden sollen.

    Primas, maßgeblicher Mitinitiator des derzeit bundesweit größten Mobilisierungsprojekts, zeigte sich nach nun mehr als 5 Jahren Projektlaufzeit sichtlich zufrieden mit der Entwicklung und den Erkenntnissen, die man im Rahmen der Projektarbeit gewinnen konnte.

    Man vereinbarte auch weiterhin im Gespräch zu bleiben.

    Der deutsche Wald ist „spitze - Spitzenvertreter der deutschen Forstwirtschaft diskutieren auf Grüner Woche

    Spitzenvertreter der deutschen Forstwirtschaft diskutieren auf Grüner Woche

    Durch seine nachhaltige Bewirtschaftung ist der deutsche Wald gut aufgestellt.
    Auch wenn der Rohstoff Holz in Zukunft eher knapper wird, stehen die stoffliche und energetische Verwendung von Holz nicht im Widerspruch. Ein wichtiges Ziel ist die Erschließung von Mobilisierungsreserven im Kleinprivatwaldbesitz. Bei der Biodiversität sollte künftig wieder mehr ein gesundes Verhältnis von Laub- und Nadelwald im Vordergrund stellen. Das Konfliktthema Wald und Wild ist eigenverantwortlich vor Ort zu lösen. Das sind die wichtigsten Ergebnisse der hochkarätig besetzten Diskussionsrunde, die der Deutsche Bauernverband (DBV) unter Moderation von DBV-Generalsekretär Dr. Helmut Born zusammen mit der Arbeitsgemeinschaft der Waldbesitzerverbände (AGDW) und dem Deutschen Forstwirtschaftsrat (DFWR)
    auf der Internationalen Grünen Woche (IGW) veranstaltet hat.

    Nach Feststellung von Georg Schirmbeck, Präsident des DFWR, wächst der deutsche Wald in Quantität und Qualität. In der Umsetzung der gesellschaftspolitisch geforderten Biodiversitätsziele sei der deutsche Wald „spitze. Waldbesucher seien immer wieder begeistert.

    Das novellierte Bundeswaldgesetz sei ein wichtiger Fortschritt, bei dem auch der Naturschutz nicht zu kurz komme. Nachhaltige Wirtschaftsweisen hätten Förster eingeführt, nicht die Politik. Immer wieder diskutierte Nutzungseinschränkungen
    sind für Phillip Freiherr von und zu Guttenberg, Präsident der AGDW, eher ein „Luxusproblem unserer Gesellschaft. Deutschland sei zwar das vorratsreichste Waldland Europas, dennoch werde Holz zunehmend zu einem knappen Gut. Das hat auch seinen Grund in der Struktur des Waldbesitzes. Norbert Leben, Vorsitzender des AGDW-Fachausschusses „Forstwirtschaftliche Zusammenschlüsse, sieht erhebliche „Mobilisierungsreserven bei kleinen Waldbesitzern. Über die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse sei hier zwar schon viel erreicht worden, wichtig jedoch sei, dass diese Waldbesitzer den Nutzen der zusätzlichen Wertschöpfung erkennen.
    In diesem Zusammenhang konnte Prof. Dr. Karl-Friedrich Thöne, „oberster Förster des Freistaates Thüringen, auf das deutschlandweit größte Projekt zur Holzmobilisierung aus privatem Kleinwald verweisen. Da die durchschnittliche Waldfläche je Eigentümer in Thüringen bei nur 1,2 Hektar liegt, ist der Erfolg dieses Projektes besonders offensichtlich.

    Von der Holz- und Sägeindustrie wird vor allem die Sorge um eine zukünftig ausreichende Nadelholzversorgung gesehen. Nadelholz findet vor allem im konstruktiven Bereich Verwendung (z.B. Dachstühle), wofür Laubholz sich in der Regel nicht eignet. Deswegen die Forderung, dass die Biodiversitätsziele in der Waldbewirtschaftung nicht einseitig auf Laubholz sondern auf eine gesunde Mischung von Laub- und Nadelholz setzen sollen. Lars Schmidt, Vizepräsident des Bundesverbandes der Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD), gibt sowohl der stofflichen Verwendung als auch der energetischen Verwendung von Holz gute Zukunftschancen. Für die Säge- und Holzindustrie sei die energetische Verwendung des Sägemehls mittlerweile mehr als nur ein „Nebenprodukt. Dr. Klaus Dieter Kibat, der als Geschäftsführer des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR) 15 holzwirtschaftliche Mitgliedsverbände vertritt, setzt sich grundsätzlich für eine ressourceneffiziente Nutzung des Rohstoffes Holz ein. Dazu gehöre auch die Herstellung von Pellets für Energiezwecke.

    Bezüglich des Konfliktes Wald und Wild waren sich die Teilnehmer der Gesprächsrunde einig, dass nur die Eigenverantwortlichkeit aller Beteiligten vor Ort eine Lösung biete, nicht aber neue Gesetze.
    Quelle: DBV e.V.

    AGR und DFUV im Gespräch mit Dr. Georg Nüßlein MdB

    AGR und DFUV im Gespräch mit Dr. Georg Nüßlein MdB

    v.l.n.r.: Kay Schweppe, Dr. Denny Ohnesorge, Dr. Georg Nüßlein

    Im Rahmen der Gespräche zur Vorstellung der beiden Branchenverbände Arbeitsgemeinschaft der Rohholzverbraucher e.V. (AGR) und Deutscher Forstunternehmerverband e.V. (DFUV) trafen sich Dr. Denny Ohnesorge und Kay Schweppe mit dem wirtschaftspolitischen Sprecher der CSU-Landesgruppe, Dr. Georg Nüßlein.

    Die Verbandsvertreter sprachen mit dem Wirtschaftspolitiker über die Branchenstruktur im Cluster Forst und Holz sowie über die aktuelle Lage auf den Rundholzmärkten. Herr Dr. Nüßlein, der neben seiner Mitgliedschaft im Wirtschaftsausschuss des Bundestags auch im Umweltausschuss sitzt, kannte die aktuell angespannte Situation auf den Holzmärkten sowie die Problematik der Flächenkonkurrenz zwischen Naturschutzanliegen und naturgemäßer Forstwirtschaft.

    Um die Belange der Branche bei anstehenden Gesetzesentwürfen und Positionsfindungen zu berücksichtigen, verabredeten die Branchenvertreter
    mit Dr. Nüßlein einen regelmäßigen Austausch.

    Holzmobilisierung im Schulterschluss mit Bauernverband

    Dr. Peter Pascher (DBV)

    Der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD) und die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) vereinbarten mit dem Deutschen Bauernverband (DBV) künftig
    in wirtschaftlichen und umweltpolitischen Fragen enger zusammenzuarbeiten.

    „Jeder zweite Bauer ist auch Waldbesitzer!, so Dr. Peter Pascher, beim DBV zuständig für die Entwicklung des ländlichen Raumes.

    Für viele Landwirte sind die Erlöse aus dem eigenen Wald eine willkommende zusätzliche Einkommensquelle. Von einer geregelten Bewirtschaftung des Waldes kann oft jedoch keine Rede sein. Zur Mobilisierung von regional verfügbaren Holzreserven bedarf es daher neben einer engeren Zusammenarbeit mit den forstwirtschaftlichen Akteuren auch
    der Einbeziehung der Landwirtschaft.

    Dies gilt auch für die Problematik zunehmender Nutzungseinschränkungen, von denen landwirtschaftliche Unternehmen genauso betroffen sind. Die Verbände werden in künftigen Gesprächen weitere Schnittpunkte ihrer Arbeit auszuloten und prüfen welche politische Themen eventuell gemeinsam angegangen werden können.

    Einschlag in Wildnisgebieten wieder temporär möglich

    Wildnisgebiete

    Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz NRW hat am 2. Februar das im Frühjahr 2010 verfügte Moratorium (Einschlagsstopp in über 120-jährigen Buchen-Beständen) in potenziellen Wildnisgebieten im Staatswald ausgestetzt. Bis zum 31.12.2011 ist ein Einschlag unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich.

    Das Ministerium begründet die angespannte Versorgungslage mit einer Zurückhaltung des Privatwaldes im Einschlag.

    Die Maßnahme ist allerdings nicht ausreichend, weil weiterhin rund 6800 ha in sogenannten 1a Gebieten von dem Moratorium betroffen sind. Versorgungsengpässe gibt es nicht nur für die Sägeindustrie sondern auch für die Bevölkerung beim Brennholz. Der Brennholzboom ist ungebrochen, eine hohe Nachfrage ist auch 2012 zu erwarten.

    Der Erlass schränkt den Einschlag auch in den freigegebenen ca. 3200 ha stark ein. Bei der Durchführung von Durchforstungsmaßnahmen hat der Biotop- und Artenschutz oberste Priorität. Förster werden sich bei der Durchführung der Maßnahmen daher wahrscheinlich absichern und im Zweifel mögliche Durchforstungen nicht ausführen.

    Es ist auch nicht zu erwarten, dass sich die Versorgungslage nächstes Jahr entspannt. Das verfügte Moratorium zum Einschlagsstopp in alten Laubholzbeständen muss daher zurückgenommen werden.

    BSHD-Politikbrief vor dem Start

    Der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) wird ab sofort in regelmäßigen Abständen einen Politikbrief zielgerichtet an die Entscheider in Politik und Ministerien schicken. Der Politikbrief greift aktuelle Themen aus der Forst- und Holzwirtschaft auf und erläutert die Sichtweise der Branche auf die angesprochenen Themen in komprimierter Form. Die erste Ausgabe beschäftigt sich mit dem Thema Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Die Novelle des EEGs steht für 2012 an.

    Den Politikbrief können Sie hier downloaden: BSHD Politikbrief 01/2011

    Mit besten Grüßen

    Lars Schmidt - Vizepräsident
    BSHD Bundesverband Säge- und
    Holzindustrie Deutschland e.V.
    Reinhardtstraße 18
    10117 Berlin
    Telefon (0 30) 22 32 04 90
    Telefax (0 30) 22 32 04 89
    Dr. Klaus Böltz (Präsident)
    Lars Schmidt (Vizepräsident)
    Oliver Mühmel (Schatzmeister)
    Steffen Rathke (Vorstand)
    Philipp Sprockhoff (Vorstand)
    Rainer Buchmann (Vorstand)
    Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
    Vereinsregister-Nummer 28535 B


    www.bshd.eu
    info@bshd.eu