Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland
Speedletter ...aus Berlin

10/2010

12. November 2010

Neues aus Berlin

Liebe Mitglieder, Freunde und Interessenten,

Sabine Merkle neue Sprecherin
Arbeitskreis Kraft-Wärme-Kopplung des BSHD

Sabine Merkle

Sabine Merkle, Klausner-Holz, verantwortlich für Projektmanagement und Rechtsfragen bei der Klausner-Gruppe, ist neue Sprecherin des Arbeitskreises Kraft-Wärme-Kopplung des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie (BSHD), so das Ergebnis der Abstimmung am 3. November 2010 im Rahmen einer Arbeitskreis sitzung. Zu ihrem Stellvertreter wurde Norbert Burke gewählt, Partner bei Hüttenbrink Burke Rohde Rechtsanwälte. 

Carsten Doehring hatte aufgrund seines Wechsels von Klausner Holz zu Ilim Timber das Amt zur Verfügung gestellt. Die Mitglieder des Arbeitskreises danken Carsten Doehring für sein Engagement,  gemeinsame Interessen öffentlich zu vertreten. Unter seiner Leitung hatte der Arbeitskreis seit seiner Gründung im November 2009 das Positionspapier des BSHD zur Energiepolitik erarbeitet und bereits an verschiedene politische Entscheider kommuniziert. Die Ziele sind die endgültige Klärung des Nawaro-Bonus in Bezug auf Sägewerksrinde im Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) 2009, die Aufnahme der Schnittholztrocknung in der Positivliste zum Kraft-Wärme-Kopplung-Bonus und die Abschaffung des sogenannten Ausschließlichkeitsprinzips für den Nawaro-Bonus. Sabine Merkle: „Damit würden in der Sägeindustrie die größten Hindernisse für weitere Investitionen in Biomasseheizkraftwerke beseitigt.“  

Aus Sicht des BSHD ist die Wahl der beiden Juristen zum Leitungsteam des Arbeitskreises eine ideale Besetzung, da im kommenden Jahr insbesondere die Novelle des EEG ansteht, in die sich der BSHD aktiv einbringen wird.   Neben den Neuwahlen ging es am 3. November um die Arbeit der Clearingstelle EEG, repräsentiert durch Dr. Martin Winkler. Hierbei diskutierte der Arbeitskreis auch Fragen bezüglich des aktuellen Hinweisverfahrens zu dem Thema „Verhältnis Nawaro-Generalklausel zu Positiv-/Negativlisten“, das unter anderem zur Klärung der Frage nach dem Nawaro-Bonus auf Sägewerksrinde beitragen soll. 

Der Waldumbau gefährdet die künftige Nadelholzversorgung

Philipp Sprockhoff

„Der Nadelholzanteil geht in Deutschlands Wäldern seit Jahren signifikant zurück. Dieser Prozess entspricht jedoch nicht dem zukünftigen Holzbedarf.“ Auf diese gegenläufige Entwicklung hinsichtlich der Baumartenzusammensetzung in Deutschlands Wäldern und dem heutigen und zukünftigen Bedarf der Märkte weist der neu gewählte Nadelholzsprecher des Bundes verbandes Säge- und Holzindustrie Deutschland (BSHD), Philipp Sprockhoff (Foto), eindringlich hin. 

Ein auf naturnahe Waldbewirtschaftung und Klimawandel ausgerichteter Waldumbau erhöht den Anteil von Laubholz
in deutschen Wäldern. Schon heute spüren die Holzverarbeiter beim Einkauf ihres Rohholzes die dadurch abnehmenden Nadelholzmengen. Sprockhoff warnt vor den Folgen:
„In absehbarer Zeit wird der heimische Holzbedarf vor allem in den Bau- und Industrieholzsortimenten nicht mehr gedeckt werden können.“ Statt das Rohholz aus fernen Regionen der Erde heranzuschaffen, muss vielmehr ein ausreichender Nadelholzanteil in deutschen Wäldern erhalten bleiben. Der BSHD geht nach derzeitigem Kenntnisstand von einem Flächenverlust von rund drei bis fünf Prozent in den vergangenen zehn Jahren aus. 

„Viele Verwendungsmöglichkeiten im Bereich Bauen, Holzwerkstoffe und Papier sind jedoch nur mit Nadelhölzern zur realisieren. Zwischen 70 bis 95 Prozent beträgt der Nadelholzanteil in Produkten wie Span- und Faserplatten. Es ist also kein Unwille der Industrie, sich technisch auf die geänderte Rohstoffsituation einzustellen, sondern schlicht eine Frage der Märkte“, so Philipp Sprockhoff, beim Holzwerkstoff unternehmen EGGER als Geschäftsführer Vertrieb und Marketing Nord-/West-Europa zuständig für Sägewerk und Holzwerkstoffe.
„Der naturnahe Waldbau ist aus der modernen Forstwirtschaft nicht mehr wegzudenken, verbindet er doch in hervorragender Weise ökonomische und ökologische Funktionen und Zielsetzungen. Zudem ist die naturnahe und sorgsame Bewirtschaftung unserer Wälder unter Einbeziehung natürlicher Prozesse die ‘passende‘ Antwort auf die zunehmende und zum Teil polemische Kritik der Naturschutzverbände an der Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland. Trotzdem darf das ‘Denken‘ der modernen Forstwirtschaft nicht an der Waldstraße aufhören!“
Sprockhoff weiter: „Eine moderne Forstwirtschaft sollte insbesondere auch auf die Erhaltung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Clusters Forst & Holz ausgerichtet sein. In einem zunehmend globalisierten Markt müssen wir die Konkurrenzfähigkeit unseres gemeinsamen Produktes Holz im Vergleich zu anderen Roh- und Werkstoffen erhalten und ausbauen.“ 

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) und der BSHD arbeiten in Rohstofffragen eng zusammen und fordern in einem gemeinsamen Positionspapier: 

Auftakt für mehr Öffentlichkeit

Gespräch bei JDB Media GmbH

Gespräch bei JDB Media GmbH

BSHD und AGR sind bei der Suche nach professioneller Unterstützung im Bereich Öffentlichkeitsarbeit und PR fündig geworden: Nach einem Agentur-Screening und anschließender überzeugender Konzeptvorstellung in der BSHD-/AGR-Geschäftsstelle in Berlin fiel die Wahl auf das Hamburger Kommunikationshaus JDB MEDIA GmbH (www.jdb.de).

Dort sitzen knapp 70 Kommunikationsexperten, die auf journalistisch hochwertiges Corporate Publishing und wirkungsvolle Public Relations spezialisiert sind. In der Kundenliste stehen neben großen Konzernen wie Panasonic, Deutsche Bank und Telekom auch bekannte Namen der Holzbranche, zum Beispiel der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband (DEPV) und das angeschlossene Deutsche Pelletinstitut (DEPI) oder die STIHL AG. Außerdem hat JDB MEDIA schon für Unternehmen wie Siemens, Daimler oder Peugeot Nachhaltigkeits- und Umweltkampagnen entworfen und umgesetzt oder erfolgreich Wirtschafts- und Servicethemen in den verschiedensten Zielmedien platziert. Derzeit unterstützen die Hamburger beispielsweise ihre Stadtoberen bei der Kommunikation des prestigeträchtigen Status „Umwelthauptstadt 2011“ den die Elbmetropole im nächsten Jahr tragen darf.  

Nach einem Auftakt-Meeting am 19. Oktober in den Büroräumen von JDB MEDIA im Hamburger Szeneviertel Schanze stehen die ersten Kommunikationsschwerpunkte fest: Neben Verbands-Pressemitteilungen, der Entwicklung von Themenideen und fundierter PR-Beratung soll vor allem der geplante Arbeitskreis Öffentlichkeit auf den Weg gebracht werden. Alle Teilnehmer des Arbeitskreises werden das zuständige JDB PR-Team bei der für Ende November geplanten ersten gemeinsamen Sitzung persönlich kennenlernen.

Erste gemeinsame Sitzung von DFUV-Vorstand und BSHD

Teilnehmer der Sitzung

Teilnehmer der Sitzung

Um die weitere Zusammenarbeit zwischen dem Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) und dem Deutschen Forstunternehmerverband e.V. (DFUV) zu besprechen, trafen sich der DFUV-Vorstand und Mitglieder der BSHD-Geschäftsstelle zu einer gemeinsamen Sitzung in Berlin. Auf der Tagesordnung standen zukünftige Aktivitäten und Termine sowie die weitere Übertragung von Aufgaben auf die Geschäftsstelle in Berlin.

Bundesweit erfolgreichstes Holzmobilisierungsprojekt wird verlängert

Minister Jürgen Reinholz, Lars Schmidt

Minister Jürgen Reinholz, Lars Schmidt

Am 30.September unterzeichneten das Thüringer Ministerium für Landwirtschaft, Forsten Umwelt und Naturschutz, vertreten durch Herrn Minister Jürgen Reinholz,
Frau Rochler, Vorsitzende vom Verband Schnitt- und Holzwarenindustrie Mitteldeutschland e.V., sowie Lars Schmidt, Geschäftsführer der wald-wird-mobil.de“ gemeinnützigen GmbH im ostthüringischen Liebschütz (Saale-Orla-Kreis) die  Verlängerung der Initiativvereinbarung zur PPP Privatwaldförderung Thüringen.

„Der nachwachsende Rohstoff Holz soll umweltschonend und nachhaltig genutzt und für die nächsten Generationen in ausreichendem Maß erhalten bleiben“, unterstrich Minister Reinholz in seinem Grußwort. Durch die Verlängerung des Mobilisierungs-
projektes, in dem Forstverwaltung und Holzindustrie eng zusammenarbeiten, kann dieser Aufgabe nun um mindestens ein weiteres Jahr nachgekommen werden.  

Der weltweit steigenden Nachfrage nach dem Rohstoff Holz stehen bereits bewirtschaftete Staats- und Körperschaftswälder gegenüber: der jährliche Zuwachs
im öffentlichen Waldbesitz wird im Sinne der Nachhaltigkeit genutzt. Im Klein- und Kleinstprivatwald allerdings existieren noch erhebliche Pflegerückstände und somit große Nutzungspotentiale. Genau hier setzt das Projekt an. Der bisher passive Waldbesitzer wird  von der Richtigkeit der nachhaltigen und langfristigen Bewirtschaftung seines Waldes überzeugt und erhält so, unabhängig von der Besitzgröße, Zugang zum globalen Holzmarkt.  

In mehr als vier Jahren hat sich das Projekt „Privatwaldförderung Thüringen“
zum erfolgreichsten Mobilisierungsprojekt Deutschlands entwickelt. So konnten 1950 Waldbesitzer mit einer zusammengefassten Waldfläche von mehr als 7100 ha mit einem Interesse an einer Beförsterung bzw. mit Interesse an der Mitgliedschaft
in einem forstlichen Zusammenschluß an die Forstämter der Forstverwaltung zur Betreuung übergeben werden. Setzt man einen für die Projektgebiete durchaus realistischen Hiebssatz von acht Festmeter je Hektar voraus, so können aus den mobilisierten Flächen ca. 60000 fm Holz nachhaltig mobilisiert werden. Ferner sichert dieses zusätzlich mobilisierte Holz,legt man eine Studie über den Thüringer Cluster Forst und Holz zu Grunde, mehr als 700 Arbeitsplätze. Des Weiteren ergeben sich aus diesen Zahlen ein generiertes und bereinigtes Steueraufkommen von 3,7 Millionen Euro. 

Brandenburgische Wildnisgebiete:
AGR und BSHD beim Landwirtschaftsminister

Minister Vogelsänger

Am 28. September 2010 lud der Brandenburgische Minister für Landwirtschaft und Infrastruktur, Jörg Vogelsänger, welcher auch für die Forstverwaltung und den Landesbetrieb zuständig ist, die AGR und den BSHD zu einem Gespräch ein.
Auch Minister Vogelsänger steht einer Ausweisung von 60.000 ha Wildnisgebieten in denen auf jegliche Nutzung verzichtet werden soll, skeptisch gegenüber. Um welche Flächen es sich hierbei handelt, ist jedoch auch dem Landwirtschaftministerium bisher nicht bekannt.

Die Kleinparzellierung des privaten Waldbesitzes in Brandenburg behindert die Bildung von sich selbst tragenden Vermarktungs- strukturen. Nicht selten sind Revierleiter der Brandenburgischen Forstverwaltung ehrenamtliche Leiter einer Forstbetriebs- gemeinschaft. Im Rahmen der Verwaltungsreform plant das Ministerium den Abbau von etwa 1.000 Forstleuten in der Brandenburgischen Forstverwaltung. Mit der Einführung der neuen Verwaltungsstrukturen, dem geringeren Personalbestand und der klaren Trennung zwischen Landes- und Privatwald, wird eine derartige Betreuung künftig wegfallen.

Die Vertreter von AGR und BSHD betonten in diesem Zusammenhang, dass die damit verbundende Reduzierung der Betreuungsleistungen insbesondere im Kleinprivatwald durch alternative beispielsweise privatwirtschaftlich-öffentlichen Partnerschaften aufgefangen und verbessert werden muss.

Das Unternehmen:
SAICOS COLOUR GmbH - der Spezialist für Holzbeschichtung

SAICOS COLOUR GmbH

Die SAICOS COLOUR GmbH mit Sitz in Sassenberg bei Münster/Westfalen wurde Mitte 2002 gegründet und versteht sich als Spezialist für Holzbeschichtungssysteme. Das Know-how der dreiköpfigen Geschäftsführung basiert auf jahrelanger Erfahrung in den Bereichen Forschung/Entwicklung und Anwendungstechnik für Holzveredelungsprodukte.

Das Unternehmen SAICOS COLOUR steht vor allem für die Neu- und Weiterentwicklung von intelligenten und ökologisch einwandfreien Holzbeschichtungssystemen für Industrie und Handwerk.

Die Fachleute von SAICOS COLOUR entwickeln auf der Basis aktueller wissenschaftlicher Erkenntnisse und mit innovativen Forschungstechniken hochwertige Spezialbeschichtungen, die stark beanspruchte Holz- und Holzwerkstoff-Oberflächen für den Innen- und Außenbereich veredeln und verschönern. Die Produkte stehen für hohe Qualität, einwandfreie Ökologie und rationelle Verarbeitungstechnik.

Als Spezialist für Holzapplikation auf ÖI-/Wachs-Basis und UV-härtende Systeme positioniert sich das Unternehmen in Deutschland an der Marktspitze. Mittlerweile exportiert das Unternehmen SAICOS COLOUR GmbH ihre Produkte an renommierte Unternehmen weltweit in mehr als 40 Länder. Tradition, Innovation und Flexibilität sind die Markenzeichen des erfolgreichen und stark expandierenden Unternehmens.

Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.saicos.de

3 Fragen an...
Philipp Sprockhoff (Nadelholzsprecher BSHD)

EGGER-Sägewerk Brilon

EGGER-Sägewerk in Brilon

  1. Warum sind Sie Mitglied
    im BSHD geworden?

    Wir brauchen als Branche eine gute Vernetzung vor allem im politisch-parlamentarischen Raum - auf allen Ebenen – ob im Land, im Bund oder zunehmend auch in Europa. Aber auch zwischen den Verbänden der Forst- und Holzwirtschaft wird ein engerer Austausch immer wichtiger. Beeindruckt hat uns die strukturierte Arbeitsweise und die Schlagzahl, die der BSHD vorgelegt hat, und die zweifelsohne unsere politische Wirksamkeit verstärkt.
  2. Welche Erwartungen haben Sie an die Verbandsarbeit?
    Eine zukunftsfähige Organisation muss effizient arbeiten und dennoch schlank aufgestellt sein. Das hat der BSHD in der Vergangenheit bewiesen.
    Angesprochen hat uns das Konzept als „Verband der Unternehmen“ mit einer direkten Einbindung der Mitglieder. Neben der politischen Arbeit treten wir ein für einen konstruktiven Dialog in der komplexen Verbandslandschaft unserer Branchen Forst und Holz. Mit unserem Sägewerk sind wir Mitglied im BSHD. Gleichzeitig bringen wir natürlich auch durch unsere Holzwerkstoffaktivitäten, wo wir uns in Brüssel beim EPF engagieren, automatisch weitere Facetten in die Diskussion ein.
  3. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Anliegen der Säge- und Holzindustrie?
    Das zentrale gemeinsame Thema unserer gesamten Branche ist die langfristige Sicherstellung der Rohstoffversorgung aller Verwendungsbereiche mit dem Rohstoff Holz und die Gewährleistung der Nutzfunktion unserer Wälder.
    Nur bewirtschaftete Wälder können den Rohstoff für die Nutzung von Holz liefern. Gesellschaftlich sinnvolle Fördermittel müssen dabei den Nutzen für das gesamte Cluster in den Vordergrund stellen und dürfen nicht einseitig in den Wettbewerb zugunsten der thermischen Nutzung eingreifen.
    Gleichzeitig gilt es, die Absatzförderung zu forcieren. Insbesondere nachdem Strukturen verloren gegangen sind, müssen sich die Unternehmen der Säge- und Holzindustrie und damit auch der Verband hier engagieren.

Terminankündigungen

Mit besten Grüßen

Lars Schmidt - Vizepräsident
BSHD Bundesverband Säge- und
Holzindustrie Deutschland e.V.
Reinhardtstraße 18
10117 Berlin
Telefon (0 30) 22 32 04 90
Telefax (0 30) 22 32 04 89
Dr. Klaus Böltz (Präsident)
Lars Schmidt (Vizepräsident)
Oliver Mühmel (Schatzmeister)
Steffen Rathke (Vorstand)
Philipp Sprockhoff (Vorstand)
Rainer Buchmann (Vorstand)
Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
Vereinsregister-Nummer 28535 B


www.bshd.eu
info@bshd.eu