Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland
Speedletter ...aus Berlin

08/2010

01. Oktober 2010

Neues aus Berlin

Liebe Mitglieder, Freunde und Interessenten,

Neue BSHD-Mitglieder

Wir begrüßen im Kreise des BSHD die neue Mitgliedsfirma

  • Ilim Timber
    Ilim Timber

  • CDU-Fraktionsvize Singhammer besucht Ilim Timber Bavaria

    CDU-Fraktionsvize Singhammer besucht Ilim Timber Bavaria

    v.l.n.r. Carsten Doehring, Johannes Singhammer, Steffen Rathke, Dr. Klaus Böltz

    Der stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Johannes Singhammer MdB, besuchte anlässlich eines Gesprächstermins mit dem Vorstand des Bundesverbandes Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) das Werk von Ilim Timber Bavaria in Landsberg am Lech. Von Seiten des BSHD nahmen Steffen Rathke (Vorstandsmitglied), Dr. Klaus Böltz (Klenk Holz AG) sowie Carsten Doehring (Ilim Timber) teil. Singhammer ist in seiner Funktion als stellvertretender Fraktionsvorsitzender im Bundestag unter anderem für das Thema Landwirtschaft
    und Forsten zuständig.

    Nach der Begrüßung durch Vorstandsmitglied Steffen Rathke und die Unternehmens- leitung folgte eine Werksbesichtigung, die dem Bundestagsabgeordneten vom Rundholzplatz über die Sägehalle und die Weiterverarbeitung bis hin zum fertigen Produkt einen sehr beeindruckenden Überblick über das moderne Sägewerk der Ilim-Gruppe gab. Auch dieser vor-Ort-Termin im Rahmen der BSHD-Sommertour zeigte, dass der persönliche Eindruck, den Politiker aus solchen Gesprächen mitnehmen, sehr wichtig ist. Johannes Singhammer zeigte sich angesichts der hochmodernen Verarbeitung im Sägewerk und des klimapolitischen Potentials des nachwachsenden Rohstoffs Holz sehr beeindruckt.

    Anschließend wurden branchenspezifische Themen diskutiert. Im Mittelpunkt standen die Themen Rohstoffsicherung, Zertifizierung sowie die Zukunft des Holzmarketings. Fraktionsvize Singhammer begrüßte es in diesem Zusammenhang, dass mit dem BSHD und der Verbandsgeschäftsstelle in Berlin Fachkompetenz für die Politik zur Verfügung stehe. Er wolle mithelfen, dem BSHD für Branchen relevante Themen die richtigen Ansprechpartner in den jeweiligen politischen Gremien zu vermitteln.

    Das Thema „derzeitige und zukünftige Nadelrundholzversorgung im süddeutschen Raum“ nahmen Rathke und Böltz zum Anlass, um auch deutlich Stellung zu den „Klausner-Verträgen“ mit den Bayerischen Staatsforsten zu beziehen: „Wir können weder dem Unternehmen Klausner einen Vorwurf machen, einen solchen Vertrag verhandelt und abgeschlossen zu haben, noch der Ilim-Gruppe, die den Vertrag im Rahmen der Übernahme mit erworben hat. Aber wir sehen sehr wohl die politischen Entscheidungsträger in Bayern in der Verantwortung, die solche Verträge zugelassen haben, die jetzt, einige Jahre später, die Betriebe in Süddeutschland vor erhebliche und existenzielle Probleme stellen und Arbeitsplätze gefährden. Daher fordern wir die Landespolitik auf, solche gravierenden Wettbewerbsverzerrungen zu unterbinden. Gleichwohl sieht es der BSHD weiterhin nicht als Aufgabe eines Branchenverbandes an, aktiv ein juristisches Verfahren gegen ein Branchenmitglied in Gang zu setzen. Eine solche Vorgehensweise war schon in der Vergangenheit nicht erfolgreich – und hat zu einer tiefen Spaltung der Branche geführt. Heute brauchen wir aber mehr denn je eine starke und gemeinschaftliche Interessenvertretung unserer Branche auf überbetrieblicher Ebene. Daher begrüßen wir ausdrücklich die Mitgliedschaft der Ilim-Gruppe im BSHD.“

    Der BSHD sieht es als seine zentrale Aufgabe an, politischen Entscheidungsträger fundierte, aber neutrale und sachliche Informationen an die Hand zu geben, die dazu beitragen sollen, Fördermittel und Beihilfen zukünftig gezielt und nutzbringend im Sinne des Clusters Forst & Holz einzusetzen, ohne dabei den fairen Wettbewerb zu gefährden. Dazu wird aktuell ein entsprechendes Papier erarbeitet und in Terminen und Gesprächen mit Wirtschaftspolitik und Ministerien auf Bundes- und Landesebene vorgestellt. Das Papier soll dann eine fundierte Grundlage für zukünftige Förderentscheidungen sein.

    Tag der Tropenwälder: Umweltstaatssekretärin besucht
    BSHD-Thermoholzhersteller

    Tag der Tropenwälder: Umweltstaatssekretärin besucht BSHD-Thermoholzhersteller

    v.l.n.r Lars Schmidt, PSt´in Katherina Reiche, Detlef Zemlin

    Im Nachgang zum Tag der Tropenwälder, der auf den 14. September 2010 festgelegt ist, besuchte die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium, Katherina Reiche MdB, den Thermoholzhersteller Firstwood GmbH im brandenburgischen Premnitz. Neben Firstwood Geschäftsführer Detlef Zemlin führte BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt die Politikerin durch das Unternehmen. Frau Reiche, die schon in der letzten Legislaturperiode von 2005 bis 2009 als stellvertretende Fraktionsvorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für den Themenbereich Umwelt zuständig war, zeigte sich als interessierte und kenntnisreiche Besucherin.

    Die Firstwood GmbH ist ein technologieorientiertes Unternehmen, das sich der ökologischen Nachhaltigkeit verbunden fühlt. In ihrer am 21. September 2009 eröffneten Anlage zur thermischen Holzveredelung produziert die Firstwood GmbH hochwertiges Thermoholz in fünf verschiedenen Veredelungsklassen. Geschäftsführer Zemlin führte seine Gäste über das ganze Gelände und gab an verschiedenen Stationen Auskunft über Herstellung und Verwendungsmöglichkeiten des innovativen Produkts. Dauerhafte Witterungsbeständigkeit für Terrassen und Fassaden, höchste Schädlingsresistenz im Garten- und Landschaftsbau und besondere Oberflächenhärte für Parkettböden zeichnen das Produkt aus, welches durch diese Eigenschaften problemlos andere Produkte wie z.B. Tropenhölzer oder Plastikelemente im Fensterbau ersetzen kann.

    Zemlin und Schmidt machten der Staatssekretärin auch klar, dass dieses umweltschonende und innovative Produkt nur im heimischen Markt hergestellt werden kann, wenn den Unternehmen ein hinreichendes Rohstoffangebot zur Verfügung steht. Gerade die zur Herstellung von Thermoholz verwendete Buche unterliegt derzeit überzogenen Naturschutzanforderungen und macht so die Bewirtschaftung für die Forstbetriebe immer schwieriger. „Der beste Urwaldschutz ist die nachhaltige Nutzung heimischer Hölzer aus unserer hochentwickelten und naturverträglichen Forstwirtschaft. Verzichten wir auf die Nutzung dieser Wälder, sind die Verarbeiter auf den Import von Hölzern angewiesen, obwohl wir hier in Deutschland die Europaweit höchsten Holzvorräte haben“, so Schmidt.

    Gefährdet der "naturnahe Waldbau" die Deutsche Nadelholzindustrie?

    Herr Lars Schmidt

    Herr Lars Schmidt

    Im Rahmen des Kongresses zum Thema „Naturnahe Waldwirtschaft – Bilanz und Ausblick“ in Stuttgart, veranstaltet von der Forstlichen Versuchsanstalt (FVA) Baden-Württemberg, war der BSHD eingeladen, mit einem Vortrag zu den „Anforderungen
    der Holzindustrie an den naturnahen Waldbau“ Stellung zu nehmen. Lars Schmidt, geschäftsführender Vorstand des BSHD, nutzte die Gelegenheit, auf die gegenläufige Entwicklung hinsichtlich der Baumartenzusammensetzung in Deutschlands Wäldern und dem heutigen und zukünftigen Bedarf der Märkte sehr eindringlich hinzuweisen. Denn der Nadelholzanteil geht flächenmäßig signifikant zurück.

    Die rückläufigen Nadelholzmengen, vor allem in den Bau- und Industrieholz- sortimenten, werden den heimischen Holzbedarf der Nadelholzindustrie und der Bevölkerung schon mittelfristig bei weitem nicht mehr decken können, da die Flächen/Waldbestände fehlen. Daher muss ein ausreichender Nadelholzanteil in deutschen Wäldern erhalten bleiben. Der naturnahe Waldbau ist aus der modernen Forstwirtschaft nicht mehr wegzudenken, verbindet er doch in hervorragender Weise ökonomische und ökologische Funktionen und Zielsetzungen. Zudem ist die naturnahe und sorgsame Bewirtschaftung unserer Wälder unter Einbeziehung natürlicher Prozesse die „passende“ Antwort auf die zunehmende und zum Teil polemische Kritik der Naturschutzverbände an der Forst- und Holzwirtschaft in Deutschland. Trotzdem darf das „Denken“ der modernen Forstwirtschaft nicht
    an der Waldstraße aufhören!

    Eine moderne Forstwirtschaft sollte insbesondere auch auf die Erhaltung und Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit des gesamten Clusters Forst & Holz ausgerichtet sein. In einem zunehmend globalisiertem Markt müssen wir die Konkurrenzfähigkeit unseres gemeinsamen „Produkts Holz“ im Vergleich zu anderen Roh- und Werkstoffen erhalten. Kein wirtschaftlich handelndes Unternehmen – und somit auch die Forstwirtschaft – kann es sich auf Dauer leisten, am Markt vorbei zu produzieren. Nur eine „wirtschaftliche“ Forstwirtschaft kann sich langfristig tragen.

    Mit Blick auf die Rahmenbedingungen sollte die Forstwirtschaft insbesondere folgende Fragen beantworten (können), um die Zukunftsfähigkeit des „Holzstandortes“ Deutschland sicher stellen zu können:

    1. Marktkonforme Baumartenzusammensetzung und Sortimente:
      Sind die Nadelholzanteile (insbesondere auch „klimaresistenter“ Arten)
      für den zukünftigen Bedarf und Verbrauch ausreichend?
    2. Ausreichende Absatzmärkte für Laubmassivholz:
      Stimmt das „Zielsortiment Buchenstarkholz“ mit Blick auf diesen schon langfristig rückläufigen Markt noch?
    3. Moderne und effiziente Logistikketten im Rahmen der Einzelstammnutzung:
      Können wir die Effizienz in dieser Kette mit Ziel „internationale Wettbewerbsfähigkeit“ erhalten oder sogar ausbauen? Ist ausreichend Personal für „just-in-time“-Belieferung, Betreuung im Privatwald und ökonomische Betriebsabläufe vorhanden?
    4. Artenvielfalt und Naturschutz durch sorgsame Waldbewirtschaftung:
      Lässt sich die Forstwirtschaft diese „Kernkompetenzen“ durch den
      amtlichen und kommerziellen Naturschutz nehmen?

    Waldbauerntag NRW 2010

    Waldbauernverband NRW e.V.

    Der Waldbauerntag NRW stand in diesem Jahr unter dem Blickwinkel der vergangenen Landtagswahl und
    was die Waldbauern an Rhein und Ruhr von der neuen Landesregierung forstpolitisch zu erwarten haben.
    Der Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) ist der Einladung der Waldbauern gerne gefolgt und konnte somit zusammen mit den anwesenden Waldbesitzern dem neuen Landwirtschaftsminister, Johannes Remmel MdL,
    auf den "forstpolitischen Zahn" fühlen.

    Der Landwirtschaftsminister nahm gleich zu meheren Punkten Stellung, die auch im Koalitionsvertrag von
    SPD und Grünen Erwähnung finden. So will die neue Landesregierung den Staatswald in NRW in eine Stiftung umwandeln,
    dabei das Einheitsforstamt aber erhalten. Weiterhin soll es keinen weiteren Verkauf von Landeswaldflächen geben. Befristete Arbeitsverträge des Forstpersonals in NRW sollen entfristet werden und der Anteil der Holzenergie am Gesamtenergieverbrauch gesteigert werden. Die zukünftige Forstpolitik wird verstärkt den Naturschutzcharakter des Waldes herausstreichen. Darunter fällt auch ein weiterer Nationalpark.

    Dieser soll nach Vorstellungen des Ministers im Raum OWL liegen. Waldbauernpräsident Freiherr Heeremann kristisierte gerade die Position zum Nationalpark. "Die Waldbauern hätten kein Problem mit einem weiteren Nationalpark so lange er auf dem Gebiet des jetzigen Truppenübungsplatzes Senne verwirklicht werde. Der Totalschutz für große Bereiche des Teutoburger Waldes und des Eggegebirges lehnen wir aber ab", so Heeremann. Er beklagte vor allen Dingen
    den ausgeübten Druck der örtlichen Politiker und Landräte auf die Waldbesitzer.

    Biomasseheizkraftwerk in der Eifel eingeweiht

    Dietmar Tombers

    Herr Dietmar Tombers

    Am 24. September begrüßte Dietmar Tombers ca. 150 Gäste zur Einweihung des neuen Biomasseheiz- kraftwerkes in Mehren. Die Bio-Energie Vulkaneifel liefert die Wärme an das benachbarte Laubholz Sägewerk Tombers Hartholz für die Schnittholztrocknung und in das nahe gelegene Gewerbegebiet, der produzierte Strom wird in das Netz eingespeist. Das Kraftwerk hat eine Gesamtkapazität von 7,2 MW, davon werden 1,3 MW elektrische Leistung ausgekoppelt. Tombers lobte vor allem die Bürokratie für den schnellen Ablauf des Genehmigungsverfahrens, der Antrag wurde Mitte 2009 gestellt, der erste Strom konnte bereits im Dezember des gleichen Jahres in das öffentliche Netz eingespeist werden.

    Andreas Roskam , Firma Kohlbach, von der die Kesselanlage installiert wurde, würdigte das Kraftwerk
    als eines der betriebssichersten und modernsten im Bereich der ORC-Technik. Der Rohstoff für das Kraftwerk wird vom örtlichen Waldbesitz in Form von Waldhackschnitzel geliefert, weiterhin wird Landschaftspflegematerial aus der Region verwendet. Die Bio-Energie Vulkaneifel ist ein weiteres hervorragendes Beispiel aus der Sägeindustrie für die Kombination einer modernen Schnittholzproduktion mit der Erzeugung von regenerativen Strom.
    Die dezentrale Stromproduktion der Zukunft ist auf ein funktionierendes Wärmekonzept angewiesen, um eine effektive und umweltfreundliche Energie- ausbeute zu gewährleisten. Die Sägeindustrie bietet hierfür hervorragende Voraussetzungen, mit einer effizienten Wärme- und Rohstoffnutzung.

    Abendessen unter BSHD-"Laubholzkollegen"

    Buchenstammholz

    Zum Abendessen trafen sich die Laubholzsäger des BSHD in Eisenach im Thüringer Hof. Zahlreiche Themen wurden in geselliger Runde diskutiert, wie beispielsweise der seit Jahren rückläufige Massivholzverbrauch in Deutschland und Mitteleuropa -
    aber auch neue Märkte und Produkte für Laubmassivholz, die man diesem Trend entgegensetzen könnte.

    Mit Sorge sehen die Laubholzsäger zudem die Entwicklung auf der Rohstoffseite:
    Großflächiger Nutzungsverzicht, überzogene Auflagen bei der Waldbewirtschaftung sowie Forstreformen und Personalabbau auf Revierleiterebene könnten das Holzaufkommen und somit die Rohstoffverfügbarkeit zukünftig erheblich einschränken. Lebhaft diskutiert wurde im Zusammenhang mit der zukünftigen Holzversorgung der Betriebe aber auch das Energiekonzept der Bundesregierung:
    „Der Rohstoff ‚Holz’ für die angestrebte Steigerung der Stromprodukion im Bereich
    der festen Biomasse ist faktisch nicht vorhanden“, waren sich die Säger sicher.

    Steffen Rathke, Laubholzsprecher des BSHD – und Lars Schmidt zeigten sich sehr zufrieden mit dem Abend, an dem nahezu vollständig alle Laufholzbetriebe des BSHD teilnahmen: „Wir bekommen in solchen Gesprächen direktes Feedback der Mitglieder zu unserer Arbeit. Und umgekehrt haben die Unternehmer natürlich die Möglichkeit ihre Sichtweisen und Wünsche unmittelbar in die Verbandsarbeit einfließen zu lassen.“
    Daher wird man zukünftig regelmäßig zum „Abendessen unter Laubholzkollegen“ einladen.

    AGR und BSHD zu Gast beim Bund Deutscher Forstleute

    AGR und BSHD zu Gast beim Bund Deutscher Forstleute

    Zu einem ersten „forstpolitischen“ Austausch trafen sich Frau Ines von Keller, Geschäftsführerin des Bundes Deutscher Forstleute (BDF), Herr Hans Jacobs, Bundesvorsitzender des BDF, und Herr Volker Schulte, stellvertretender Bundesvorsitzender, mit Herrn Michael Funk (AGR) und Lars Schmidt (BSHD).
    Ziel des Gesprächs war es, gemeinsame forst- und naturschutzpolitische Handlungsfelder und Schnittmengen zu identifizieren, um zukünftig den Schulterschluss zu finden.

    Der BDF ist die forstpolitische und berufsständische Vertretung der Forstleute (Arbeitnehmer und Beamte) in Berlin und den Bundesländern. Daher standen insbesondere Themen wie Personalabbau und der Strukturwandel in den Landesforstverwaltungen mit Blick auf die zukünftige Rohstoffversorgung der Holzindustrie insbesondere aus dem Kleinstprivatwald auf der Tagesordnung.

    Funk und Schmidt machten deutlich, dass man den Rückzug der staatlichen Forstleute aus der Privatwaldbetreuung aufgrund zahlreicher Verwaltungsreformen und Personalabbau mit Sorge sieht, da in Gebieten mit sehr kleinteiligen Strukturen und Durchschnittsflächen geeignete Betreuungsstrukturen noch nicht ausreichend entwickelt sind – oder sich aufgrund struktureller Nachteile erst gar nicht etablieren können: „Zwischen Kleinprivatwaldbesitzer und Holzindustrie entsteht so eine ‚gefährliche’ Lücke, die neben der zunehmenden Konkurrenz um den Rohstoff bei gleichzeitigen Nutzungseinschränkungen durch Naturschutzauflagen zu einer zusätzlichen Verschärfung der künftigen Rundholzversorgung für die Säge- und Holzindustrie führen wird“, so die Vertreter der Industrieverbände. Das Gespräch soll nun weitergeführt werden, um gemeinsam konkrete Maßnahmen zu entwickeln.

    BSHD leitet AK Sägenebenprodukte

    Sägenebenprodukte

    Turnusmäßig übernimmt der BSHD vom VDS die Leitung des Arbeitskreises Sägenebenprodukte.
    Unter der Leitung von Herrn Hüster wurden in diesem Jahr die Diskussionen unter den Teilnehmern intensiviert und die Durchführung einer neuen Studie zur Bilanzierung der Stoffströme initiiert. Für das Jahr 2011 übernimmt Christian Franz von der Fa. Delta-Holz die Leitung und wird darin von Norbert Buddendick unterstützt. Weitere Informationen zu den Sitzungsinhalten am 08. September 2010 finden Mitglieder in Kürze im geschlossenen Bereich.

    Thermoholzproduktion um 43% gestiegen

    Thermoholzproduktion

    Im ersten Halbjahr 2010 konnte die Thermoholzproduktion der Unternehmen in der Fachgruppe Thermoholz des BSHD um 43 % gegenüber dem ersten Halbjahr 2009 auf 14.000 m³ gesteigert werden. Der Produktionsanstieg ist teils durch neu angelaufene Produktionsstäten zu erklären. In der Anwendung überwiegt mit 80 % deutlich der Bereich Terrasse, der Innenbereich ist gegenüber 2009 rückläufig, der Bereich Fenster stieg von 5 auf 12 %. Buche und Esche werden mit jeweils circa 40 % am häufigsten eingesetzt, die Nadelhölzer Fichte und Kiefer haben eine geringere Bedeutung, thermisch behandelt werden weiterhin Eiche, Tanne und Pappel.

    Die Marktentwicklung für Thermoholz in der Produktion und im Importhandel wird positiv eingeschätzt, 75 % der Befragten gehen von einer Steigerung aus, 25 % erwarten einen stagnierenden Markt, mit einem Rückgang rechnet niemand.
    Die Fachgruppe Thermoholz repräsentiert in Deutschland mit acht Mitgliedern 85 % der Kapazitäten, hinzu kommen zwei österreichische Hersteller.

    3 Fragen an...
    Carsten Doehring (Ilim Timber)

    Carsten Doehring
    1. Warum sind Sie Mitglied im BSHD geworden?
      Unsere Branche braucht dringend eine schlagkräftige Interessenvertretung, mittelfristig auch auf europäischer Ebene, unter direkter Beteiligung der Unternehmen.
      Der Ansatz des BSHD zur Vertretung der Brancheninteressen gegenüber der Politik hat auch die Unternehmenszentrale in St. Petersburg schnell überzeugt. Übrigens habe ich persönlich ja bereits im Rahmen meiner letzten Tätigkeit die professionelle Arbeit des BSHD kennen und schätzen gelernt.
    2. Welche Erwartungen haben Sie an die Verbandsarbeit?
      Die gute Arbeit als Fürsprecher der Branche gegenüber der Politik muss fortgesetzt und weiter ausgebaut werden.
      Dabei ist die aktive Mitwirkung der Unternehmen sehr wichtig Daneben soll der Verband den Mitgliedern eine Plattform bieten für den regelmäßigen Erfahrungs- und Meinungsaustausch; dabei müssen wir gemeinsam die Themenkreise herausarbeiten, die den Erfolg der Branche in Zukunft sichern oder auch gefährden können. In Form von Projekten oder Arbeitskreisen soll dann der Verband die Bearbeitung dieser Themen vorantreiben und moderieren. Daneben wünschen wir uns, dass das Langfristziel einer einheitlichen Interessenvertretung aller Unternehmen der Branche nicht aus den Augen verloren wird. Da wird es Aufgabe des Verbands sein, die Gemeinsamkeiten zu betonen.
    3. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Anliegen der Säge- und Holzindustrie?
      Die Bedeutung der Branche kann nicht oft genug hervorgehoben werden – immer noch haben wir nicht genug Gewicht! Auch die Vorzüge des nachwachsenden Werkstoffs Holz müssen wir viel offensiver und deutlicher in die Öffentlichkeit bringen. Hier sei nur das Stichwort CO2-Speicherung genannt. Dann können wir auch der sehr einseitigen (aber äußerst wirkungsvollen) Darstellung mancher Naturschutzverbände entgegentreten und klarstellen, dass Naturschutz und Holznutzung sich keinesfalls ausschließen, sondern ergänzen.

    Terminankündigungen

    Mit besten Grüßen

    Lars Schmidt - Vizepräsident
    BSHD Bundesverband Säge- und
    Holzindustrie Deutschland e.V.
    Reinhardtstraße 18
    10117 Berlin
    Telefon (0 30) 22 32 04 90
    Telefax (0 30) 22 32 04 89
    Präsident: Dr. Josef Rettenmeier
    Vizepräsident: Lars Schmidt
    Vorstand: Oliver Mühmel
    Vorstand: Steffen Rathke
    Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
    Vereinsregister-Nummer 28535 B