Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland
Speedletter ...aus Berlin

01/2010

01.02.2010

Neues aus Berlin

Liebe Mitglieder, Freunde und Interessenten,

Neue BSHD-Mitglieder

Wir begrüßen im Kreise des BSHD die neuen Mitgliedsfirmen

  • Firstwood GmbH (seit 13. Januar 2010)
  • MENZ HOLZ GmbH & Co. KG (seit 20. Januar 2010)
  • timura Holzmanufaktur GmbH (seit 20. Januar 2010)
  • BSHD beim wirtschaftspolitischen Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag

    BSHD beim wirtschaftspolitischen Sprecher der CSU-Landesgruppe im Bundestag

    v.l.n.r.: L. Schmidt, Dr. G. Nüßlein MdB, T. Safarik, K. Schweppe

    BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt und Forstreferent Kay Schweppe kamen mit dem Bundestagsabgeordneten und wirtschaftspolitischen Sprecher der CSU-Landesgruppe, Dr. Georg Nüßlein MdB, zusammen, um einige branchenspezifischen Themen zu besprechen. Nach der Vorstellung des BSHD und seinen Mitgliedsunternehmen wurden Fragestellungen zur Rundholzversorgung und zum Themenfeld Holz und Erneuerbares-Energien-Gesetz (EEG) erörtert. Die deutsche Sägeindustrie befindet sich in einer sehr schwierigen Situation. Auf der einen Seite kommt es aufgrund der hohen Nachfrage insbesondere im Nadelholzbereich schon jetzt zu Rohstoff- und Versorgungsengpässen. Auf der anderen Seite könnte die Versorgungssituation zusätzlich durch weitere Flächenstilllegung, Nutzungseinschränkungen und Verschiebung der Baumartenanteile noch weiter verschärft werden. "In unseren Gesprächen mit der Politik versuchen wir immer wieder auf diese Lage hinzuweisen. Desweiteren haben wir die Aktivitäten des BSHD zum Thema Holzenergie und KWK-Bonus vorgestellt. Herr Dr. Nüßlein, ordentliches Mitglied im Wirtschaftsausschuss wie auch im Umweltausschuss, ist für diese Anliegen genau der richtige Ansprechpartner", so Schmidt.

    Situation der Holzindustrie in Thüringen

    Situation der Holzindustrie in Thüringen

    v.l.n.r.: K. Schweppe, C. Hirte MdB, L. Schmidt

    Über die aktuelle Situation der Holzindustrie im Freistaat Thüringen diskutuierten Vizepräsident Lars Schmidt und Forstreferent Kay Schweppe vom Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) mit dem thüringischen Bundestagsabgeordneten Christian Hirte. Das Bundesland Thüringen ist in der letzten Zeit ganz besonders in das Blickfeld der Holzindustrie geraten. Neben strittigen Passagen im Koalitionsvertrag der Großen Koalition über geplante Flächenstilllegungen in der Größenordnung von ca. 25.000 ha ist auch die Rohstoffversorgung der dort ansässigen Nadelholzsägewerke zu einem Problem geworden. "Herr Hirte ist als thüringischer Bundestagsabgeordneter und Mitglied des Umweltausschusses der richtige Ansprechpartner für diese Themen. Wir sind uns einig darüber, dass Fachpolitiker und Holzindustrie vor dem Hintergrund immer schwieriger werdender Rohstoffverhältnisse enger zusammenarbeiten müssen. Das internationale Jahr der Biodiversität will der BSHD daher verstärkt dazu nutzen, solche Themen noch stärker in der Politik zu platzieren", so Schmidt.

    Dr. Helmut KoschelDr. Helmut Koschel

    Dr. Helmut Koschel ist neuer Geschäftsführer für den Bereich Wald/Rohstoff beim BSHD. Die Stelle wurde im Zuge der Kooperation und Bürogemeinschaft mit der AGR geschaffen. Zusätzlich vertritt Dr. Koschel die AGR, die nun ihren Sitz in die Bundeshauptstadt verlegt hat. Dr. Koschel war bis zu seiner Pensionierung Ende 2006 Abteilungsleiter für Waldbau, zentrale Holzvermarktung, Waldarbeit und Technik in der Zentrale der neuen Bundesimmobilienanstalt in Bonn. Davor hatte der erfahrene Diplom-Forstwirt zahlreiche hohe Ämter im Bereich der Bundesforsten inne.

    BSHD diskutiert auf Grüner Woche über Holzenergie

    BSHD diskutiert auf Grüner Woche über Holzenergie

    v.l.n.r.: L. Schmidt, R. Alteheld, K. Egly

    Vizepräsident Lars Schmidt, vom Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD), diskutierte mit Branchenvertretern auf einer Veranstaltung des Deutschen Forstunternehmer-Verbandes e.V. (DFUV) anlässlich der Grünen Woche zu dem Thema "Energieholz: Zukunftsmarkt oder Strohfeuer?". Schmidt berichtete, dass das Thema Holzenergie für die deutsche Sägeindustrie zu einem neuen Geschäftsfeld geworden ist und sich neue Einnahmequellen aufgetan haben. Viele Betriebe der Sägeindustrie nutzen ihr Sägerestholz, um z.B. Pellets damit zu produzieren und stützen somit in Zeiten schlechter Schnittholzpreise ihr Geschäft. "Die staatlich geförderte Energiegewinnung aus Holz hat aber nicht nur positive Effekte. Schon jetzt haben einige Brachen der Holzindustrie wie z.B. die Holzwerkstoffhersteller große Probleme, genug Rohstoff für die Produktion zu bekommen. Die auftretenden Verknappungen können nur durch eine Vergrößerung des Rohstoffangebots gemindert werden. Das bedeutet vor allen Dingen Rundholzmobilisierung im Kleinprivatwald", so Schmidt.

    3 Fragen an... -
    Ralf Pollmeier, Geschäftsführender Gesellschafter
    Pollmeier Massivholz GmbH & Co.KG

    1. Ralf PollmeierWarum sind Sie Mitglied im BSHD geworden?
      Ich gehöre zu den Gründungsmitgliedern. Als Unternehmer muss ich mein Unternehmen und auch die Rahmenbedingungen weiterentwickeln, auf "Hilfe von außen" kann ich nicht warten. "Man müsste, man sollte, man könnte" reicht mir dabei nicht aus. Aber gerade die alten Verbände "verwalten" sich scheinbar nur noch selbst, sind aber vor allem im politischen und öffentlichen Raum nicht wahrnehmbar.
      Die Rahmenbedingungen verschlechtern sich zunehmend für die Sägeindustrie und trotzdem wird (zu) wenig dagegen unternommen. Ich wundere mich immer wieder über Kollegen, die eher "passiv" sind und nur "abwarten". Was wir jetzt versäumen, können wir später nicht wieder zurückdrehen. Neben dem kurzfristigen Tagesgeschäft müssen wir daher auch in Krisenzeiten langfristige Entwicklungen im Auge behalten und nötigenfalls sogar aktiv mit gestalten.
      Es ist allerdings nicht meine Art, nur den "Zeigefinger" zu heben und damit andere zum Handeln zu mahnen, sondern ich möchte mit gutem Beispiel voran gehen. Daher bin ich Mitglied!
    2. Welche Erwartungen haben Sie an die Verbandsarbeit?
      Meine Wunschvorstellung ist ein effizienter und schlanker Unternehmerverband, der die Interessen der Sägeindustrie aktiv wahrnimmt und die Rahmenbedingungen weiterentwickelt. Selbstredend steht im Fokus einer modernen Interessenvertretung die politische Lobbyarbeit auf Landes-, Bundes- und Europäischer Ebene. Allerdings sind das langfristige Zielsetzungen, die für die Unternehmer nicht direkt "messbar" sind. Daher muss der BSHD seinen Mitgliedern auch strategische Vorteile bieten, die sich monetär auszahlen. Nur so lassen sich angesichts der weiterhin problematischen Ertragslage der Unternehmen notwendige Strukturen stabil und dauerhaft finanzieren.
      Vor allem aber müssen wir "alte Gräben" überwinden und sinnvolle Allianzen schmieden: Vor einiger Zeit bin ich durch Zufall auf alte Pressetexte und Werbeanzeigen gestoßen, in denen wir Firma Rettenmeier "angegriffen" haben. Wir arbeiten mittlerweile gut zusammen. Das sollte Kollegen ein Beispiel sein, den gemeinsamen Nutzen vor unterschiedliche Auffassungen zu stellen. Gerade im aktuell schwierigen Marktumfeld ist es notwendig, in einem Verband den gemeinsamen Nutzen zu suchen - zum Vorteil der Mitglieder.
    3. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Anliegen der Säge- und Holzindustrie?
      Mit Sorge verfolge ich die ideologisch geprägten Forderungen der Naturschutzverbände nach Flächenstilllegung und Nutzungsverzicht, die offensichtlich in Politik und Öffentlichkeit auf offene Ohren stoßen. Nicht weniger bedenklich sind die Strukturreformen in den öffentlichen Forstverwaltungen, jüngstes Beispiel ist Thüringen: Ein Rückzug der staatliche Forstverwaltungen aus der Privatwaldbetreuung hätte erhebliche Auswirkungen auf das Rohstoffaufkommen im Kleinprivatwald - eben dort, wo noch ungenutzte Potentiale verfügbar wären. Wir wissen, von was wir sprechen, da wir selbst entsprechende Projekte im Kleinprivatwald betreiben.
      In diesem Bereich sehe ich einen wesentlichen Arbeitsschwerpunkt, um auch zukünftig die Betriebe mit ausreichend Rundholz zu versorgen. Weitere Themen sind beispielsweise Zertifizierung, aber auch der rückläufige (Laub-)Massivholzverbrauch - sowie natürlich die öffentliche und politische Wahrnehmung unserer Branche im Sinne einer vorsorglichen Lobbyarbeit: Agieren anstatt reagieren...

    Mit besten Grüßen

    Norbert Buddendick - Geschäftsführer Produkte/Markt
    BSHD Bundesverband Säge- und
    Holzindustrie Deutschland e.V.
    Reinhardtstraße 18
    10117 Berlin
    Telefon (0 30) 22 32 04 90
    Telefax (0 30) 22 32 04 89
    Präsident: Dr. Josef Rettenmeier
    Vizepräsident: Lars Schmidt
    Vorstand: Oliver Mühmel
    Vorstand: Steffen Rathke
    Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
    Vereinsregister-Nummer 28535 B