Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland
Frank Ahnefeld - Hauptgeschäftsführer
Speedletter ...aus Berlin

11/2009

18.09.2009

Neues aus Berlin

Liebe Mitglieder, Freunde und Interessenten,

Treffen mit dem NRW-Minister für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft

In der Reihe der Gespräche mit den zuständigen Staatsministern der Bundesländer trafen sich BSHD-Vizepräsident Lars-Schmidt, BSHD-Vorstandsmitglied Oliver Mühmel und BSHD-Hauptgeschäftsführer Frank Ahnefeld mit Eckhard Uhlenberg, Minister für Umwelt, Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz in Nordrhein-Westfalen. Minister Uhlenberg begrüßte die Arbeit , Ziele und Strukturen des neuen Säge- und Holzverbandes, um dem Cluster Forst & Holz eine stärkere Stimme und Einflussmöglichkeiten in Politik, Medien und Öffentlichkeit zu verschaffen. Er empfahl dem BSHD, seine Bemühungen um eine Harmonisierung der Verbandsarbeit weiter intensiv zu verfolgen, denn so könnte die Schlagkraft und Bedeutung weiter erhöht werden. BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt machte deutlich, dass Forst & Holz in vielen Bereichen mit dem Rücken zur Wand stehe, nur noch reagiere, anstatt das Heft in die Hand zu nehmen, um zu agieren. Aus diesem Grund hat der BSHD mit dem 10-Punkte-Plan und der Roadmap, die nun unmittelbar vorgelegt werden soll, eine klare Strategie und Zukunftsvision als Handlungsanweisung erarbeitet. Der BSHD will damit verdeutlichen, wie die kurz-, mittel- und langfristigen Rahmenbedingungen für Forst- und Holz - und insbesondere der für unsere Mitgliedsbetriebe aktiv ausgestalten werden müssen. Der Minister und sein Leiter der Landesforstverwaltung, Dr. Eisele, unterstrichen, dass ein im positiven Sinne "berechenbarer" Partner auf der "Holzseite" mit klaren Zielen notwendig sei, um fruchtbar zusammen zu arbeiten und gemeinsame Ziele wirksam umzusetzen zu können. BSHD-Vorstandsmitglied Oliver Mühmel machte auf die aktuell angespannte Versorgungssituation der Nadelholzbetriebe in NRW und den angrenzenden Bundesländern aufmerksam. Gleichzeitig sprach er zudem Probleme bei der planmäßigen Versorgung der Betriebe mit Rundholz aus dem Privatwald an - hier schaffen unkalkulierbare Preisschwankungen auf beiden Seiten, Anbieter und Abnehmer, erhebliche Probleme hinsichtlich der Planungssicherheit. Einen Lösungsansatz sehen beide Seiten in regelmäßigen Gesprächen zwischen Forst und Holz, um unabhängig von den Preisdiskussionen, frühzeitig über Marktentwicklungen zu informieren. Langfristig, so war man sich einig, kann nur die entsprechende Ausrichtung der Holzmobilisierung und Betreuung im Privatwald bei solchen Engpässen Abhilfe schaffen. Dabei vereinbarte man die intensive Zusammenarbeit bei konkreten Projekten in NRW, beispielsweise im Projekt "kooperative Holzmobilisierung" im Rahmen des Paktes für Forst und Holz. Weitere Themen waren wiederum die nicht hinnehmbaren "Pauschalforderungen" nach Flächenstilllegung durch den Naturschutz. Minister Uhlenberg machte deutlich, dass es für diese Prozentwerte keinerlei naturschutzfachlichen Argumente gibt. Aktuelles Thema in NRW ist in diesem Zusammenhang die Diskussion um die Ausweisung des Nationalparks "Lippe".

Treffen mit dem NRW-Minister für Umwelt, Naturschutz und Landwirtschaft

v.l.n.r.: Dr. F.-L. Eisele, O. Mühmel, E. Uhlenberg, F. Ahnefeld, L. Schmidt

Treffen mit der Hessischen Ministerin für Umwelt, Energie und Landwirtschaft

In Wiesbaden trafen sich BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt, BSHD-Hauptgeschäftsführer Frank Ahnefeld und BSHD-Regionalleiter Klaus Kottwitz mit der Hessischen Ministerin für Umwelt, Energie und Verbraucherschutz, Silke Lautenschläger. Gesprächsinhalte waren der Holzabsatzfonds, drohende Einschränkungen der Rohstoffversorgung und die umstrittene FSC-Zertifizierung. Die Rückerstattungsproblematik der HAF-Gelder an die Waldbesitzer war dabei von zentraler Bedeutung. BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt unterstrich in diesem Zusammenhang den enormen Verwaltungsaufwand der Rückabwicklung, um der Flut von Rückerstattungsantragen gerecht zu werden. Schmidt verwies auf praktikable Lösungen in anderen Bundesländern, in denen die betreuten Forstämter die Erstattung an die Privatwaldbesitzer organisieren. Eine schnelle Prüfung dieser Problematik sagte Silke Lautenschläger dem BSHD zu. Des Weiteren machte der BSHD im Gespräch auf das Thema Rohstoffversorgung und die damit im Zusammenhang stehenden Nutzungseinschränkungen durch immer drastischere Naturschutz-auflagen aufmerksam. BSHD-Vize Schmidt: "Die Frage, die uns bewegt ist nicht ob Naturschutz im Wald notwendig ist, sondern wie man die bundesdeutschen Buchenwälder Schutz und Nutzung so verbinden kann, dass auch zukünftige Generationen weiterhin ausreichend Rohstoffe beziehen können". Der BSHD ließ keinen Zweifel daran, dass er einen großflächigen, politisch motivierten Pauschalnaturschutz nicht akzeptieren wird, der ganze Wirtschaftszweige gefährdet. Ebenso von signifikanter Bedeutung für das Cluster Forst & Holz ist die FSC-Zertifizierung des Hessischen Staatswaldes. "Eine Doppelzertifizierung des Hessischen Staatswaldes ist für die Säge- und Holzindustrie in Deutschland ohne tatsächlichen Mehrwert. Solange die FSC-Zertifizierung auf Grundlage verschiedenster internationaler Voraussetzungen erfolgt, ist die Branche im internationalen Wettbewerb benachteiligt, weil die ausländischen Standards im Vergleich zu Deutschland weit niedriger sind.", so Schmidt während des Gespräches. Der BSHD warnte, dass damit die heimischen Produkte beispielsweise mit Tropenholz-Gartenmöbeln auf eine Stufe gestellt werden, obwohl die Waldbewirtschaftung in Deutschland schon alleine von der gesetzlichen Grundlage und den Waldbauprogrammen her auch ohne zusätzliche Zertifizierung weit über den internationalen Standards von FSC liegt. In Deutschland hingegen gefährden überzogenen Waldzertifizierungsstandards die Rohstoffversorgung der Säge- und Holzindustrie. Der BSHD und das Ministerium werden den intensiven Dialog und fachlichen Austausch in Zukunft regelmäßig fortführen.

Treffen mit der Hessischen Ministerin für Umwelt, Energie und Landwirtschaft

v.l.n.r.: C. Wilke, F. Ahnefeld, L. Schmidt, S. Lautenschläger, K. Kottwitz

Gespräch mit der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag

Der BSHD traf sich zu einem Informationsaustausch mit der FDP-Bundestagsabgeordneten, Dr. Christel Happach-Kasan, Sprecherin der FDP-Fraktion für nachwachsende Rohstoffe und ländliche Räume sowie Ihrem wissenschaftlichen Mitarbeiter, Dr. Götz Goldammer, in Berlin. Die FDP-Politikerin zeigte sich als hervorragend informierte und kompetente Fachpolitikerin, die mit den Themen des Clusters Forst & Holz sehr vertraut ist. Nach kurzer Vorstellung der Verbandsziele und BSHD-Positionen wurden in dem Gespräch konkrete Anliegen wie Rohstoffsicherung, Zertifizierung, Konkurrenzsituation stoffliche und energetische Nutzung sowie Kurzumtriebsplantagen und Naturschutzmaßnahmen zur Sprache gebracht. Sowohl die FDP-Abgeordnete als auch der BSHD betonten die Notwendigkeit einer professionellen Holzabsatzförderung, um den Werkstoff Holz stärker zu fördern und ins Bewusstsein der entsprechenden Zielgruppen wie zum Beispiel Architekten, Planer und Bauträger zu rufen. Einigkeit herrschte in der Zielstellung, den Rohstoff Holz zu dem Stellenwert zu verhelfen, den er angesichts der hohen Naturschutz- und Waldbewirtschaftungsstandards und der weltführenden deutschen Holzindustrie bekommen muss. BSHD und FDP werden in Zukunft den Dialog weiter intensivieren.

Gespräch mit der FDP-Fraktion im Deutschen Bundestag

v.l.n.r.: F. Ahnefeld, K. Holz, Dr. C. Happach-Kasan (MdB), L. Schmidt

Reichstag - Blick aus FDP Tagungszimmer

Reichstag - Blick aus FDP-Tagungszimmer

BSHD im Gespräch mit den Landesforsten Niedersachsen

Ein guter Kontakt zum Waldbesitz ist dem Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) sehr wichtig. Aus diesem Grund trafen sich BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt und Forstreferent Kay Schweppe mit dem Präsidenten und Vizepräsidenten der Landesforsten Niedersachsen, Dr. Klaus Merker und Klaus Jänich. Auf der Waldbesitzseite ist das Interesse am BSHD groß und so startete das Gespräch mit einer Erläuterung der Gründe für einen neuen Verband sowie die zukünftige Zielsetzung durch Lars Schmidt. Wichtige Branchenthemen wie die Neugestaltung der Rundholzvermessung, Zertifizierung, Flächenstilllegung und HAF-Nachfolge wurden ebenfalls besprochen. So ist man aus Sicht des Landesbetriebes bei der Schaffung der RVR ein gutes Stück voran gekommen und versucht jetzt, letzte Unstimmigkeiten und Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Branche zu lösen. Bei dem Thema Flächenstilllegung sind sich die Landesbetriebe und der BSHD einig, weitere Einschränkungen können nicht hingenommen werden.

BSHD im Gespräch mit den Landesforsten Niedersachsen

v.l.n.r.: K. Schweppe, K. Jänich, Dr. K. Merker, L. Schmidt

Gespräch mit dem Forstchef Landesverband Lippe

Die Rohstoffversorgung ist ein ständiges Thema in der Sägeindustrie. Daher sind gute Kontakte zu allen Waldbesitzarten von großer Bedeutung. Aus diesem Grund sprach BSHD-Forstreferent Kay Schweppe mit dem Forstchef des Landesverbandes Lippe, Hans-Ulrich Braun. Mit seinen 16.000 ha Waldfläche ist der Landesverband Lippe der größte nicht-staatliche Waldbesitzer in NRW und einer der wichtigsten Marktpartner in der Region Ostwestfalen. Zu besprechen gab es mehrere Themen - die allgemeine Situation des Clusters Forst & Holz, Vorstellung des BSHD sowie das Thema "Nationalpark auf lippischem Boden. Von den angedachten Plänen eines Nationalparks wären die Waldflächen des Landesverbandes Lippe in ganz besonderem Maße betroffen. Hier hat sich der BSHD in die Diskussion eingeschaltet und wird mit allen wichtigen Akteuren das Gespräch suchen. "Wir werden jetzt das von der Kreisverwaltung in Auftrag gegebene Gutachten abwarten, um dann mögliche weitere Schritte einleiten zu können. Weitere Flächenstilllegungen, die der ortsansässigen Sägeindustrie schaden würden, können wir nicht hinnehmen und werden das den Verantwortlichen vor Ort auch klarmachen", so Kay Schweppe. Die Region Ostwestfalen-Lippe ist durch eine starke Holzbranche geprägt. Im direkten Einzugsgebiet des geplanten Nationalparks gibt es einen großen Holzwerkstoffhersteller sowie einige Säge- und Furnierwerke.

Gespräch mit dem Forstchef Landesverband Lippe

v.l.n.r.: H.-U. Braun, K. Schweppe

BSHD im Gespräch mit EOS-Laubholzsprecher

Am 03.09.2009 traf sich BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt mit René Maechler, dem EOS-Laubholzsprecher in Aschaffenburg. Zentrale Themen des Austausches waren die nach wie vor nicht zufriedenstellende Marktlage im Laubholzbereich, die zukünftige Rohstoffversorgung mit Blick auf unzählige Nutzungseinschränkungen durch Naturschutzauflagen sowie die langfristige Marktentwicklung. Während des Gesprächs hob Lars Schmidt die beunruhigende Situation des Laubmassivholzsektors hervor: "Massivholzprodukte sind mittlerweile ein Nische, und der Verbrauch von Laubholz daher langfristig rückläufig, unabhängig von der aktuellen Wirtschaftskrise und einem möglichen Aufschwung. Massivholz wird von Imitaten zunehmend verdrängt, Holzersatzwerkstoffe dominieren mittlerweile den Wohnbereich. Zahlreiche positive Argumente, die für Massivholz sprechen, werden zu wenig in die Vermarktung integriert." EOS-Laubholzsprecher Maechler sicherte zu, im EOS-Laubholzkreis über eine verstärkte Bewerbung der Produktvorteile von Laubholz zu sprechen: Die gegenwärtige Situation sei alarmierend und Handlungsbedarf dringend notwendig, um diesen Trend umzukehren. Beide Seiten waren sich einig, zukünftig enger zusammenarbeiten zu wollen, um auf branchenbezogene Probleme und Angelegenheiten schneller reagieren und agieren zu können.

BSHD im Gespräch mit EOS-Laubholzsprecher

v.l.n.r.: L. Schmidt, R. Maechler

BSHD schließt Beratervereinbarung mit Prof. Glos, Prof. van de Kuilen und Radovic

Die Professoren Dr.-Ing. Peter Glos, J.-W. van de Kuilen und der Akademische Direktor a.D. Radovic werden zukünftig den BSHD bei der Klärung technischer Fragen unterstützen. Neben den Feldern Innovation und Forschung wird insbesondere auch die Normung in der Vereinbarung angesprochen:

"Dies ist ein wichtiger Schritt, um die Interessen der Sägeindustrie in Normung und Forschung gewahrt zu wissen" so Dr. Rettenmeier bei der Unterzeichnung der Vereinbarung. Insbesondere freut sich BSHD auch auf die Zusammenarbeit mit dem Nachfolger von Prof. Glos an der TU-München, Herrn Prof. J.-W. van de Kuilen, der als Experte ebenfalls in den relevanten Normengremien mitarbeitet. Für den direkten Informationsaustausch und die Abstimmung von Positionen mit dem BSHD und seinen Mitgliedsbetriebe wird der BSHD einen Expertenkreis gründen.

BSHD tritt PEFC Deutschland bei

Am 25.08.2009 wurde der BSHD auf der öffentlichen Mitgliederversammlung des PEFC Deutschland als neues Mitglied aufgenommen, BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt wurde in den Forst-Zertifizierungsrat gewählt, der bis Ende des Jahres die zweite Revision der deutschen Zertifizierung verabschieden soll. Die Versammlung zählte ca. 60 Besucher, hauptsächlich Waldbesitzer und Verbändevertreter, zwei Unternehmen der Holzindustrie. PEFC Deutschland hat seine Öffentlichkeitsarbeit erfolgreich verstärkt und möchte diese Initiative fortsetzen. Eine gegenseitige Anerkennung der führenden Zertifizierungssysteme PEFC und FSC wird nach wie vor vom FSC abgelehnt. Die zertifizierte Fläche von PEFC wuchs international um 20 Mio ha auf 224 Mio ha und in Deutschland um 700 Tsd ha auf 7,7 Mio ha. In einer Podiumsdiskussion wurde von Experten aus Holzindustrie, Naturschutz, Landwirtschaft und Forstwirtschaft die Frage diskutiert, ob PEFC eine Zertifizierung für Kurzumtriebsplantagen (KUP) betreiben soll. Der Waldbesitz ist tendenziell gegen eine solche Initiative, weil eine Abwertung der Waldzertifizierung von PEFC befürchtet wird. Der Naturschutz möchte ein Zeichen, aber auch FSC zeigt bisher kein Interesse. Die Vertreter der Papier- und Pelletsindustrie sind dafür.

Neuorganisation der Holzabsatzförderung

Der Lenkungsausschuss zur Steuerung des Projektes "Zentrale Holzabsatzförderung" hat sich am 19.08.2009 in Köln konstituiert. Er besteht aus insgesamt 15 Mitgliedern, von denen je 7 Personen von der Forst- und Holzwirtschaft benannt werden sowie einem Vertreter aus der Forschung. Für den BSHD wird Dr. Rettenmeier in das Gremium berufen und zum Sprecher des Lenkungsausschusses wird Dr. Vorher gewählt. Der vorgelegte Projetplan wird mit kleinen Änderungen angenommen. Als erstes Teilprojekt aus dem Bereich "PR-Forst und Holz" wird die Beteiligung der Plattform Forst und Holz am 15. Internationalen Holzbauforum IHF, 2.-4.12.2009 in Garmisch-Partenkirchen, beschlossen. Das Forum soll genutzt werden, um der Fachwelt einen Überblick zu den Aktivitäten für eine neue Holzabsatzförderung zu geben. Auf der kommenden Sitzung des Lenkungsausschusses am 21.09.2009 werden sich die Mitglieder auf Anregung des BSHD über die Arbeit der Holzabsatzorganisationen in der Schweiz (LIGNUM) und Österreich (PROHOLZ) informieren. Der BSHD hat seine Zusage, sich mit bis zu 175.000 Euro an der Übergangsorganisation zu beteiligen erneuert. In unserem Schreiben an den DFWR, der die Geschäfte des Projektes führt, weisen wir darauf hin, dass die Mittel unter der Auflage gegeben werden, die Mittel sparsamst einzusetzen und der Schwerpunkt der Verwendung auf die Neu-Organisation auszurichten ist. Der BSHD geht davon aus, dass diese Auflagen erfüllt werden.

Rückabwicklung der HAF-Abgaben

Am 19.08.2009 fand unter Beteiligung der Sägeindustrie und der Forstwirtschaft ein Gespräch zur Rückabwicklung der HAF-Abgaben mit dem Präsidenten der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Dr. Kloos, statt. Für den BSHD nahm der Geschäftsführer Markt/Produkte Norbert Buddendick an dem Treffen teil. Das Treffen selbst hatte der DFWR organisiert. Zunächst berichtete Frau Berghaus, Referatsleiterin Allgemeine Rechtsangelegenheiten der BLE, dass mittlerweile 6/7 der anerkannten Widersprüche zurückerstattet wurden. Die BLE geht davon aus, dass der Vorgang noch im Oktober dieses Jahres beendet sein wird. Anerkannte Ansprüche haben nach der der Rechtsauffassung der BLE die Unternehmen, die innerhalb der vierwöchigen Frist, Einspruch oder Klage gegen den Bescheid eingereicht haben. Die Urteile des Verwaltungsgerichtes Köln, in denen das Gericht die Rechtsbehelfsbelehrung in den Abgabenmitteilungsbescheiden beanstandet hat, sind nicht rechtskräftig. Zurzeit liegen beim Oberverwaltungsgericht Münster Anträge auf Zulassung der Berufung vor. Mit einer Entscheidung wird frühestens zum Jahreswechsel 2009/10 gerechnet. Die BLE ist bereit ihre Rechtsauffassung durch den gesamten Instanzenzug zu vertreten. Das BMELV geht davon aus, dass nach Abwicklung des HAF keine Mittel in größerem Umfang zur Verfügung stehen. BLE und BMELV vertreten die Ansicht, dass Widerspruchsführer nach Abwicklung des HAF die Bundesrepublik Deutschland verklagen müssten, wenn sie ggf. noch weitergehende Ansprüche durchsetzen wollten. Auch hier werde der gesamte Instanzenzug durchlaufen werden müssen. Beide wiesen darauf hin, dass mit den Geldern aus der Forst- und Holzwirtschaft in Abstimmung mit den Verbänden Leistungen für die Betriebe erbracht wurden. Kritisiert wurde die Haltung einiger Juristen aus Forstbetrieben, die erst jetzt an die abführenden Betriebe herantreten und diesen vorhalten, nicht rechtzeitig Widerspruch gegen die Bescheide eingelegt zu haben und damit die Interessen der Forstbetriebe nicht ausreichend berücksichtigt zu haben. Jedem Abgabepflichtigen sei das Gesetz, wie auch die Widerspruchsmöglichkeit bekannt gewesen. So hätten auch die Forstbetriebe schon zeitnah die abführenden Betriebe auffordern können, Widerspruch einzulegen.

DHWR-Mitgliederversammlung

Norbert Buddendick
DHWR

Der BSHD war mit Geschäftsführer Markt/Produkte Buddendick auf der diesjährigen Mitgliederversammlung des DHWR am 01.09.2009 in Köln vertreten. Der Bundesverband Proholzfenster, vertreten durch sein geschäftsführendes Vorstandsmitglied Blumenstein, wurde als 14. Mitglied im DHWR begrüßt. Nach der Entlastung von Vorstand und Geschäftsführung wurden der Haushalt 2009 und der Planhaushalt 2010 vorgestellt und mehrheitlich verabschiedet. Der BSHD sah beim Haushalt 2010 Beratungsbedarf und stimmte diesem daher nicht zu. Hubertus Flötotto, Geschäftsführer der Sauerländer Spanplatten GmbH & Co.KG, Arnsberg sowie Vorstandsvorsitzender des Verbandes der deutschen Holzwerkstoffhersteller (VHI), wird zu stellvertretenden Vorsitzenden des DHWR gewählt. Der BSHD sieht die Sägeindustrie durch den Vorsitzenden des VDS in der Plattform Forst und Holz nicht ausreichend vertreten und beantragte daher den Vorsitzenden, Dr. Rettenmeier in das Gremium zu entsenden. Da dieser aktuell Mitglied in der erweiterten Plattform Forst und Holz ist folgen die DHWR Mitglieder einstimmig dem Vorschlag, die Frage auf die Mitgliederversammlung des kommenden Jahres zu vertagen. Der DHWR strebt an, die Holzwirtschaft mit einer Stimme im Lenkungsausschuss zu vertreten. Hierzu wird es eine Umfrage an die Mitgliedsverbände geben. Der DHWR möchte das Spektrum der Meinungen der Mitglieder repräsentieren. Dies wird die Meinung und Handlungsfreiheit einzelner Verbände im Lenkungsausschuss nicht einschränken. Man ist sich weitestgehend einig, dass eine Basisfinanzierung mit öffentlichen Mitteln nicht stattfinden wird und auch nicht von der Wirtschaft gewünscht ist. Sollte es dazu kommen, ist die zeitnahe Umsetzung nicht machbar und alle Facetten des öffentlichen Rechtes greifen erneut. Projektfinanzierungen durch die öffentliche Hand sollen jedoch sehr wohl möglich sein. Dr. Sauerwein übernimmt die Aufgabe eine Broschüre zur Wohngesundheit zu erstellen. Hierfür sollen Mittel aus dem Budget der HAF-Übergansorganisation beantragt werden. Die bisherige DHWR-Imagebroschüre ist veraltet und muss neu aufgelegt werden. Ein Vorschlag für die Gestaltung liegt vor und wird an die Mitgliedsverbände mit der Bitte um Stellungnahme versendet. Weitere Tagesordnungspunkte waren Nachhaltiges Bauen, Grüne Woche, Internationales Holzbauforum, FSC / PEFC, FLEGT, Liquiditätsinitiative, EU-Leitmarktinitiative. Die nächste Mitgliederversammlung findet am 09.03.2010 in Berlin statt.

Zertifizierung in Hessen

Wie bei dem Termin mit der Hessischen Landwirtschaftsministerin, Silke Lautenschläger, am 17.08.2009 vereinbart, trafen sich zur Fortführung und Vertiefung der Gespräche BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt, Dr. Carsten Merforth, Mitglied im Expertenkreis "Zertifizierung" im BSHD, Carsten Wilke (Präsident des Deutschen Forstvereins und verantwortlich für den Themenbereich "Forsten und Naturschutz" im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) )und Michael Buhlmann (Referat für Waldbau und nachhaltige Rohstoffversorgung im Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz) am 04.09.2009 in Wiesbaden. Der BSHD hat bei diesem Treffen seine Bedenken zum Thema FSC in Hessen besorgt und wiederholt zum Ausdruck gebracht. BSHD-Vize Lars Schmidt wies explizit darauf hin, dass die deutsche Forst- und Holzwirtschaft gezwungen ist, mit ungleichen Mitteln in den internationalen Wettbewerb zu gehen und sich dort zu behaupten. Darüber hinaus unterstrich er, dass die FSC-Zertifizierung auf Grundlage unterschiedlicher Voraussetzungen erfolgt und somit die deutsche Branche im Wettbewerb benachteiligt ist, denn das deutsche FSC zertifizierte Holz tritt gegen Billig-FSC-Produkte aus Ländern mit erschreckend geringen Anforderungen hinsichtlich der forstlichen Behandlung und der sozialen Standards an. Lars Schmidt wies darauf hin: "Die Information über die langen Transportwege und die damit einhergehende Umweltbelastung durch unnötige CO2-Emissionen dieser FSC-zertifizierten Produkte wird dem Endverbraucher durch ein generalisierendes FSC-Zertifikat vorenthalten, wobei potenzielle FSC-Kunden bei Vorliegen dieser Information Bewusstsein für einheimische Produkte entwickeln würden. In dem Gespräch wurde weiter deutlich gemacht, dass diese Entwicklung die eigentliche Zielsetzung des "Tropenwaldschutzes" in Frage stellt. "Der Endverbraucher wird seinen Bedarf aus Kostengründen mit dem günstigeren Angebot aus dem Ausland decken, nicht wissend, welche Auflagen erfüllt werden müssen, um das vermeidlich international einheitliche und sichere Zertifikat zu erhalten.", so Schmidt. Weiteres zentrales Thema war die Verbandslandschaft der Forst- und Holzwirtschaft. Es wurde über Versäumnisse in der Vergangenheit gesprochen sowie über die gegenwärtige und zukünftig Aufstellung des BSHD, um die Interessen der Branche gezielter und erfolgreicher zu bündeln und in den Ländern, beim Bund und der EU zu vermitteln.

Zertifizierung in Hessen

v.l.n.r.: Dr. C. Merforth, C. Wilke, M. Buhlmann, L. Schmidt

3 Fragen an…-
Uwe Hundertmark, Geschäftsführer Sägewerk Hundertmark in Dörentrup

  1. Uwe HundertmarkWarum sind Sie Mitglied im BSHD geworden?
    Wir erhoffen uns von der Mitgliedschaft eine umfangreiche Beratung und einen fachlichen Informationsfluss.
  2. Welche Erwartungen haben Sie an die Verbandsarbeit?
    Wir erwarten vom Verband, dass er die Holz- und die Sägeindustrie umfangreich unterstützt. Sehr wichtig ist für uns, dass nicht nur die Großsägewerke, von denen im Holz-Zentralblatt viel zu umfangreich berichtet wird, sondern auch Klein- und Mittelbetriebe, die auch ihre Marktnische haben, betreut werden. Es kann nicht sein, dass große Artikel über Sägewerke der K-Klasse geschrieben werden, und Berichte über klein- und mittelständische Betriebe verschwindend klein sind. Schließlich existieren die Großsägewerke vielfach durch staatliche Unterstützung, während die Klein- und Mittelbetriebe ihre Existenzen selber aufbauen müssen. Auch in einer Wirtschaftskrise gibt es dafür keine Unterstützung.
  3. Was sind aus Ihrer Sicht die wichtigsten Anliegen der Säge- und Holzindustrie?
    Die Säge- und Holzindustrie muss es schaffen, den Rohstoff Holz aufzuwerten. Holz ist wertvoller als Kunststoff und ein umweltfreundlicher, nachwachsender Rohstoff, der für jeden interessant ist.

Werkseröffnung Rettenmeier Ramstein GmbH & Co. KG

Die Rettenmeier Holding AG, Wilburgstetten begrüßte am 26.08.2009 zahlreiche Gäste zur Eröffnung des neuen Sägewerksstandortes in Ramstein-Miesenbach (Rheinland-Pfalz). Auf dem Werksgelände mit insgesamt 50 ha Fläche wurde der erste Bauabschnitt abgeschlossen. Im Jahr 2010 sollen 500.000 Fm Rotholz eingeschnitten und weiter verarbeitet werden. In der ersten Stufe wurden zwei Spanerlinien, das Blockheizkraftwerk mit 5,7 MW Stromproduktion und die Trockenkammern in Betrieb genommen, im Frühjahr 2010 folgt mit einer Hobelanlage und einer Druckimprägnierung der zweite Ausbauschritt. Der Landrat Rolf Künne begrüßte das neue Werk als größte Industrieinvestition im Kreis Kaiserslautern der letzten 18 Jahre. Die Sägeindustrie ist eine moderne und klimafreundliche Industrie, die in der Bundesrepublik von der Öffentlichkeit bisher kaum wahrgenommen wurde. Der BSHD ist u.a. angetreten, um dieses zu ändern. Dr. Josef Rettenmeier beschrieb die 2006 getroffene Investitionsentscheidung als Maßnahme für ein Wachstum mit Augenmaß und Ziel, das streng an der Unternehmensstrategie ausgerichtet ist. Wichtige Kriterien sind hierbei der geografische Standort, die Nähe zu den Absatzmärkten, gute Verkehrsanbindung und einfache Beschaffung. Das Werk verfügt über einen Bahnanschluß und soll sowohl in der Beschaffung als auch im Vertrieb sowohl über die Bahn als auch per Lkw bedient werden. Mit neuer Einschnittstechnologie per "Dancing Machines" und einem "Online" Konzept für den Produktionsablauf geht Rettenmeier neue Wege.

Einweihung des Werkes in Ramstein

Einweihung des Werkes in Ramstein

Rettenmeier Ramstein GmbH & Co. KG

Rettenmeier Ramstein GmbH & Co. KG

Dr. Josef Rettenmeier

Dr. Josef Rettenmeier

Offener Brief zum Nationalpark Lippe durch Akteure der Forst- und Holzwirtschaft

Kreis LippeDer Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland e.V. (BSHD) hat in Zusammenarbeit mit dem Verband der Deutschen Holzwerkstoffindustrie e.V. (VHI), dem Waldbauernverband Lippe, dem Forstunternehmerverband NRW, dem Landwirtschaftlichen Hauptverein Lippe, der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald Krs. Lippe (SDW) und dem Teutoburger Wald Wanderverein einen offenen Brief zum Thema Nationalpark an die Bürger im Kreis Lippe geschickt. Der offene Brief ging noch vor der Kommunalwahl am 30.08.09 an die Adressaten und schildert die negativen Konsequenzen eines Nationalparkes für die heimische Wirtschaft. Der BSHD und seine Partner stellen ganz klar fest, dass keine weiteren Flächenstilllegungen, die die Rohstoffsituation noch weiter verschlechtern, akzeptabel sind. Der BSHD beschäftigt sich auch nach der Wahl weiterhin intensiv mit dem Thema und spricht mit allen Akteuren vor Ort und den zuständigen Stellen im Ministerium in Düsseldorf. Der Brief ist auf www.bshd.eu herunterzuladen.

Mit besten Grüßen

Frank Ahnefeld - Hauptgeschäftsführer
BSHD Bundesverband Säge- und
Holzindustrie Deutschland e.V.
Reinhardtstraße 18
10117 Berlin
Telefon (0 30) 22 32 04 90
Telefax (0 30) 22 32 04 89
Präsident: Dr. Josef Rettenmeier
Vizepräsident: Lars Schmidt
Vorstand: Oliver Mühmel
Vorstand: Steffen Rathke
Amtsgericht Berlin-Charlottenburg
Vereinsregister-Nummer 28535 B