Bundesverband Säge- und Holzindustrie Deutschland
Dr. Josef Rettenmeier - PräsidentFrank Ahnefeld - Hauptgeschäftsführer
Speedletter ...aus Berlin

04/2009

31.03.2009

Neues aus Berlin: Aktivitäten und Initiativen des BSHD

Liebe Mitglieder und Interessenten des BSHD,

kurz vor Ostern hat der Parlamentsbetrieb nun nach zwei Sitzungswochen die "Osterferien" eingeläutet. Beherrschendes Thema war, ist und bleibt die globale Finanz- und Wirtschaftskrise mit ihren Folgen für die deutsche Volkswirtschaft. Die Auswirkungen auf die Realwirtschaft hinterläßt auch erkennbare Spuren in der deutschen Sägeindustrie. Die Exporte von Schnittholz nach den USA, Großbritannien und Spanien sind dramatisch eingebrochen. Nach Frankreich und Italien sowie Benelux sind deutliche Rückgänge seit November 2008 erkennbar. Die gesamte Branche ist von einer großen Unsicherheit über die weitere Entwicklung in 2009 geprägt. Die Einbrüche auf den Exportmärkten führten schon ab Herbst 2007 in Deutschland und Mitteleuropa zu einem Einbruch auf den Schnittholzmärkten mit den Konsequenzen deutlicher Ertragsrückgänge, Liquiditätsengpässe, Eigenkapitalabbau und den Bedarf nach frischem Kapital im Zusammenhang mit verstärktem Lageraufbau. Vor dem Hintergrund staatlicher Unterstützungsmaßnahmen in der Gegenwart sieht der BSHD einen dringenden Bedarf hinsichtlich der Gewährung von Bürgschaften im Rahmen der Rohstoffbezüge von Rundholz im Zusammenhang mit der Werksvermessung. Bekanntlich sind von der Sägeindustrie gegenüber der Forstwirtschaft Bürgschaften zu erstellen für werkseitig zu vermessende Rundholzlieferungen, die mit einer entsprechenden zeitlichen Verzögerung im Rahmen vertraglich vereinbarter Bedingungen zum Zahlungsausgleich kommen. Da diese Avale die Kreditspielräume der Unternehmen der Sägeindustrie neben den bestehenden Kontokorrentlinien einengen, wäre es wünschenswert, wenn diese Bürgschaften gegenüber den Geschäftsbanken durch eine bundeseigene Bank, z.B. Kreditanstalt für Wiederaufbau, übernommen werden könnten, bzw. wenn den Unternehmen direkt von der KfW ein für die jeweilige Unternehmensgröße notwendiges Avalvolumen eingeräumt werden könnte. Aus diesem Grund sind wir mit einer Forderung nach einem Bürgschaftsschirm für die deutsche Sägeindustrie an die Öffentlichkeit und Medien herangetreten. Gleichzeitig haben wir den zuständigen Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Herrn Hartmut Schauerte kontaktiert. Im kommenden Monat wird es zu einem Spitzengespräch mit ihm, seinem Ministerium und dem BSHD kommen.

Die vergangenen 2 Wochen haben wir darüber hinaus weitere Fachgespräche auf politischer Ebene geführt:

BSHD bei Expertengespräch im Deutschen Bundestag

Auf Einladung der Bundestagsabgeordneten Caesar und Göppel trafen sich im Deutschen Bundestag einige Spitzen der Forst- und Holzwirtschaft. Mit Cajus Caesar MdB, Dr. Hans-Heinrich Jordan MdB, Josef Göppel MdB, Lars Schmidt (BSHD), Dr. Carsten Merforth (BSHD), Frank Richter (Leiter Landesbetrieb Wald und Holz NRW), Hans Jacobs (BDF), Andreas Kasper (Leiter Landesverband Lippe), Gudrun Franke (DFWR) und Steffen Ahrens (Referent der Arbeitsgruppe Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz im Deutschen Bundestag) war der Teilnehmerkreis hochkarätig besetzt. Den Vortrag hielt Prof. Dr. Spellmann von der Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt in Göttingen. Neben waldbaulichen Fragestellungen standen auch die Rohholzverfügbarkeit der Industrie und aktuelle forst- und umweltpolitische Gesetzgebungen auf der Tagesordnung. Bei dieser Gelegenheit sprach sich der BSHD klar für die Belange der deutschen Säge- und Holzindustrie aus. Vizepräsident Lars Schmidt machte allen Anwesenden deutlich, dass die Industrie nicht gegen Naturschutz im Wald ist. Doch müsse es ein gerechtes Miteinander von Nutz- und Schutzbelangen geben. Weitere Einschränkungen in der Fläche können von der deutschen Säge- und Holzindustrie nicht hingenommen werden. Auch das Problem der Holzmobilisierung und Rohstoffversorgung der Säge- und Holzindustrie wurde vom BSHD in dieser Runde angesprochen. Anders als viele glauben, ist oftmals eben nicht der Preis der Mobilisierungsfaktor schlechthin. Es gibt tausende von Kleinstwaldbesitzern die möglicherweise nicht mal wissen, dass sie Waldbesitz haben oder sich in Erbengemeinschaften befinden in denen es nicht vor oder zurück geht. Hier kann der Preis noch so hoch steigen, die Waldbesitzer werden ihren Wald nicht anrühren. Beispiele aus Thüringen und anderen Bundesländern belegen das ganz klar. Einige der anwesenden Politiker bestätigten diese Problematik mit Beispielen aus ihren Wahlkreisen. Am Ende der Veranstaltung wurde der übereinstimmende Wille klar, sich regelmäßig in dieser Runde zu treffen, um aktuelle forst- und holzwirtschaftliche Fragestellungen zu diskutieren.

Expertengespräch

Dr. Carsten Merforth (1. v.l.) und Lars Schmidt (4. v.l.) im Gespräch
mit Experten im Deutschen Bundestag

BSHD im Gespräch mit MdB Helmut Lamp, Präsident des BBE

Um zukünftig eine konstruktive Zusammenarbeit der beiden Verbände möglich zu machen, trafen sich Vizepräsident Lars Schmidt und BSHD Forstreferent Kay Schweppe mit dem Bundestagsabgeordneten und Präsidenten des Bundesverbandes Erneuerbare Energien BBE, Helmut Lamp, in seinem Berliner Abgeordnetenbüro. Grund des Treffens war die Rohstoffversorgung der Holzindustrie und der EE-Branche. Die Vertreter der beiden Verbände waren sich einig, dass es zukünftig Engpässe bei dem nachwachsenden Rohstoff Holz geben wird und somit auch der Konkurrenzdruck steigt. BSHD-Vizepräsident Lars Schmidt machte die Belange der deutschen Säge- und Holzindustrie zu diesem Thema deutlich, ohne zu vergessen, dass es ohne ein Miteinander von Holzindustrie und EE-Branche nicht geht. Der BSHD betonte dabei, dass uns nicht vordergründig nur darum geht mehr Stammholz zu akquirieren, sondern mehr Fläche. Dadurch kann der Kuchen für die Säge- und Holzindustrie, aber auch für die EE-Branche vergrößert werden. Das bietet beiden Vorteile und schafft zusätzliche Anreize für den Waldbesitzer. Um die Idee, über Art und Weise der Mobilisierung zu verdeutlichen, wurden Beispiele aus einem PPP Modell in Thüringen vorgeführt. BBE-Präsident Lamp zeigte sich im Hinblick auf eine mögliche Zusammenarbeit der Verbände aufgeschlossen und verwies auf Mobilisierungsmaßnahmen von "Knickholz" in seinem Heimatwahlkreis. Da in seinem Verband auch die Waldbesitzerverbände Mitglied sind, verfüge man über das notwendige Know-how. Der nächste geplante Schritt soll ein Treffen des BSHD mit dem zuständigen Gremium des BBE sein, um weitere Schnittmengen auszuloten.

>BSHD im Gespräch mit MdB

v.l.n.r.: Kay Schweppe (BSHD), Helmut Lamp (MdB), Lars Schmidt (BSHD)

Vorankündigung BSHD-Mitgliederversammlung

Bereits heute möchten wir Sie auf die Mitgliederversammlung des BSHD am 28. Mai 2009 in Frankfurt am Main hinweisen. Auf diesem Treffen möchten wir unseren Mitgliedern, Gästen und Interessenten über die Arbeit, Initiativen und Aktivitäten berichten und die drängenden Probleme und Maßnahmen für unsere Branche diskutieren. Ein "10-Punkte-Programm" sowie eine "Road-Map" sollen dabei verabschiedet und auf den Weg gebracht werden. Zu dieser Mitgliederversammlung laden wir Sie herzlich ein und möchten Sie bitten, sich diesen Termin vorzumerken. Eine separate Einladung mit Programm und Ablauf folgt rechtzeitig.

Zum Schluss

Zitat Waigel

Nun wünschen wir Ihnen schöne und besinnliche Osterfeiertage.

Bis bald - mit besten Grüßen

Dr. Josef Rettenmeier - PräsidentFrank Ahnefeld - Hauptgeschäftsführer