Politikbrief
Deutsche Säge- und Holzindustrie

Politikbrief

Informationen der deutschen Holzindustrie für politische Entscheider

Ausgabe: März 2015

11.12.2017

Informationsdienst des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH)

Inhalt


Der DeSH stellt sich vor...

Die Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ist die Interessenvertretung der Säge- und Holzindustrie auf Bundes- und Landesebene und in den europäischen und internationalen Organisationen und Angelegenheiten. Der Verband hat die Aufgabe seine Mitglieder in wirtschafts- und branchenpolitischen sowie fachlichen Fragen national und international zu vertreten und in ihren wirtschaftlichen Zielen zu unterstützen. Der DeSH vertritt und vermittelt Brancheninteressen im politischen Kontext. Die Spannweite reicht von der Beobachtung und Mitgestaltung des legislativen und administrativen Tätigkeitsumfeldes bis zur Beteiligung an Kampagnen und kontroversen Debatten.


Der DeSH informiert über...


Branchenrelevante Gesetzesvorlagen, Beschlüsse und Anfragen

Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Dämmstoffe für die energetische Gebäudesanierung

Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen: Novelle des Kraft-Wärme-Kopplungsgesetzes unverzüglich vorlegen

Indikatorenbericht 2015 zur Nationalen Startegie der Biologischen Vielfalt

Flächenverbrauch und das 30-Hektar-Ziel der Bundesregierung

Anhaltende Folgen des Holzschutzmittelskandals in den 1980er-Jahren – Verbraucherfreundliche Kennzeichnung von Giftstoffen in Holzschutzmitteln


Stellungnahme: DHWR Maßnahmenvorschlag zum Programm Klimaschutz 2020

In einem Workshop und der nachträglichen Abstimmung in den Mitgliedsverbänden hat der DHWR einen Katalog mit Maßnahmen verabschiedet, die aus Sicht der Holzwirtschaft gut geeignet sind, einen Beitrag zum neuen Klimaschutzprogramm zu leisten.

Die Maßnahmen beziehen sich einerseits direkt auf den Nationalen Aktionplan Erneuerbare Energien (NAPE), listen andererseits auber auch weitere Maßnahmen auf, mit denen die Holzwirtschaft zum Gelingen der Klimaschutzziele in Deutschland beitragen kann. Anbei finden Sie das komplette Dokument zum Download.


Presseartikel aus dem Bereich der Holzwirtschaft


Reaktion der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH) auf die Aussage von Staatsekretär Horst Becker am 06.02.2015 zu möglichen Nutzungseinschränkungen aufgrund der Überführung des Staatswaldes in eine Stiftung.

Staatssekretär Becker verspricht, die Holzversorgung nicht weiter einzuschränken. Die Säge- und Holzindustrie in NRW bleibt dennoch skeptisch und fordert die Abkehr von den Stiftungsplänen.

„Die Nutzungseinschränkungen im Staatswald von aktuell zehn Prozent (14.500 Hektar) sollen nicht weiter erhöht werden, versicherte der Parlamentarische Staatsekretär im Umweltministerium NRW, Horst Becker, bei der Vorstellung der Laubholzstudie NRW am vergangenen Freitag in Olsberg. Becker reagiert damit auf die scharfe Kritik des Bundes Deutscher Forstleute (BDF) und der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH, Meldung v. 29.01.2015) an den Plänen von Umweltminister Johannes Remmel, etwa die Hälfte des NRW-Staatswaldes in eine Stiftung zu überführen und ihn damit nicht mehr nutzbar zu machen. Die Flächen, die zukünftig in die Stiftung überführt werden sollen, könnten weiterhin durch die Landesforstbetriebe bewirtschaftet werden, so Becker am Rande der Veranstaltung. Somit stünde das Holz den nordrhein-westfälischen Betrieben uneingeschränkt zur Verfügung.   

Trotz der Aussagen des Ministeriums bleiben die betroffenen Unternehmen der Säge- und Holzindustrie skeptisch. Lars Schmidt vom deutschen Spitzenverband der Säge- und Holzindustrie in Berlin bewertet vor allem die Vorgehensweise der Landesregierung bei der Umsetzung der Biodiversitäts-Strategie als Vertrauensbruch. Insbesondere der Umstand, dass die Stiftungspläne an den Verbänden und dem Parlament vorbei Eingang in das Strategiepapier gefunden haben, belaste das sonst partnerschaftliche Verhältnis zum Umweltministerium nachhaltig. „Auch wenn das Ministerium jetzt zurückrudert, sind damit die Bedenken bei den Betrieben der Säge- und Holzindustrie in NRW nicht ausgeräumt, kommentiert Schmidt die Reaktion des Ministeriums. Ähnlich sieht das auch Hans-Georg Pie-per, geschäftsführender Gesellschafter der Pieper-Holz GmbH aus Olsberg-Assinghausen. Für ihn sind die Aussagen von Staatsekretär Becker politische Zugeständnisse ohne rechtliche Bindung. „Das reicht so nicht. An dieser Stelle muss eine verbindliche schriftliche Stellungnahme erfolgen, so sein Appell. Schmidt fordert die Abkehr von den Plänen der Naturerbestiftung. Sein Verband spricht sich für eine verantwortungsvolle Umweltpolitik aus, die die Forst- und Holzwirtschaft als umwelt- und klimafreundliche Branche nicht ausgrenzt, sondern mit einbezieht. 

Die Pressemitteilung finden Sie hier auch als PDF. 
 

Der Deutsche Verband Forstlicher Forschungsanstalten (DVFFA) kam in einer neuen Studie zu den Potenzialen und Risiken eingeführter Baumarten zu dem Ergebnis, dass die Douglasie, Roteiche, Küstentanne sowie Japanlärche als nicht invasiv und darüber hinaus als anbauwürdig einzustufen sind.

Die Studie ist eine Reaktion auf eine aus dem Jahr 2013 stammende Invasivitätsbewertung des Bundesamtes für Naturschutz (BfN). Hierin wurden unter anderem die forstlich bedeutsamen Baumarten Douglasie, Roteiche und Robinie als invasive gebietsfremde Arten in einer sogenannten "Schwarzen Liste" geführt. Deren Einschleppung und Ausbreitung soll innerhalb der Europäischen Union verhindert werden.

Forstwissenschaftler aus ganz Deutschland äußerten damals erhebliche Zweifel an der Qualität und Präzision der BfN-Bewertung. In der nunmehr vorliegenden Studie beurteilten 27 Wissenschaftler die Invasivität von insgesamt 15 in Deutschland eingeführten Baumarten. Nach der Gesamtbewertung seien nur die vier Baumarten Eschenahorn, Götterbaum, Rotesche und Spätblühende Traubenkirsche als invasiv anzusehen.

Die bereits auf nennenswerter Fläche vertretenen und bewährten Baumarten Douglasie, Küstentanne, Japanlärche, und Roteiche seien hingegen nicht als invasiv einzustufen. Vielmehr werde ihre Bedeutung im Zuge der Anpassung der Wälder an die Herausforderungen des Klimawandels vermutlich weiter steigen, so die Expertenmeinung.

Die gesamte Studie sowie weiterführende Informationen können Sie unter www.dfwr.de/aktuelles nachlesen.

Forscher vom Max-Planck-Institut haben herausgefunden, dass ein geschützter Wald nicht unbedingt zum Artenschutz beiträgt. Das politische Ziel, fünf Prozent unserer heimischen Wälder unter Naturschutz zu stellen, ist damit in Frage gestellt. 

Das Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena hat den Zustand der Waldverjüngung, also den Zustand der jungen, heranwachsenden Baumarten, untersucht. Das Ergebnis: In geschützten und somit nicht mehr nachhaltig bewirtschafteten Waldgebieten gehen 50 bis 60 Prozent der Baumarten verloren. Mit ihnen verschwinden zahlreiche Insektenarten – von jeder zweiten Schmetterlingsart ist in der Studie die Rede. „Die Gründe dafür sind komplex“, erklärt Lars Schmidt, Generalsekretär der Deutschen Säge- und Holzindustrie (DeSH) und selbst studierter Forstwirt. Um drei zu nennen: „Zu viel Wild wie Reh und Hirsch frisst junge Bäume auf. Das Kronendach wird zu dicht, so dass nachwachsende Pflanzen zu wenig Licht bekommen. Zudem führt der aktuelle Waldumbau hin zu Buchenwäldern zu monokulturähnlichen Zuständen.“ 

Die Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts bestätigen mit ihrer Studie, was Experten der Forst- und Holzwirtschaft bereits seit Jahren kritisieren: Die von der Politik verordnete und von den Ländern umgesetzte Biodiversitätsstrategie – nämlich fünf Prozent der deutschen Waldfläche aus der nachhaltigen Nutzung zu nehmen – führt eher zu einem Verlust als zu einem Erhalt von Arten. Das ursprüngliche Schutzziel innerhalb der stillgelegten Flächen ginge insgesamt verloren, heißt es in einer Pressemeldung des Instituts vom 2. Dezember 2014. Zielführender aus Sicht des Artenschutzes sei es deshalb, die Wälder naturnah zu bewirtschaften. 

Deutschland setzt den Fokus beim Naturschutz zu eng

Das Problem, so Helge Walentowski von der Bayerischen Landesanstalt für Wald- und Forstwirtschaft in Freising in der Pressemeldung des Max-Planck-Instituts, sei ein zu eng fokussierter Naturschutz. Die Studie mache deutlich, dass Artenschutz nur im komplexen Zusammenhang mit der gesamten Flora und Fauna gesehen werden könne. Der DeSH-Geschäftsführer Lars Schmidt bestätigt: „Nicht die Größe und Anzahl der geschützten Flächen sind für eine nachhaltige Waldentwicklung entscheidend, sondern die Art und Weise, wie die Fläche genutzt wird.“ Er fordert, pauschale Flächenstilllegungen wie die Einrichtung von Nationalparks per Gesetz, als vermeintliche Naturschutzmaßnahme zu überdenken. „Die Situation ist äußerst ernst“, mit diesen Worten wird Ernst-Detlef Schulze, Emeritus Professor am Max-Planck-Institut für Biogeochemie in Jena in der Pressemitteilung zitiert. Er bezieht sich dabei auf Thüringen, wo 25.000 Hektar Wald aus der Bewirtschaftung genommen werden sollen, um Arten zu schützen.

Fall „Staatswald-Stiftung NRW“  

Ein weiteres Beispiel einer womöglich zu eng angelegten und zu starren naturschutzpolitischen Maßnahme zeichnet sich aktuell in Nordrhein-Westfalen ab. Die dortige rot-grüne Landesregierung plant im Rahmen der NRW-Biodiversitätsstrategie einen Teil des Staatswaldes in eine Stiftung zu überführen. Insbesondere bereits bestehende Wildnisgebiete sollen durch das Naturerbe-Modell dauerhaft vor einem politischen Einfluss geschützt werden – als unwiderrufliche Weichenstellung zur Sicherstellung des Natur- und Artenschutzes. Lars Schmidt bezweifelt dies: „Unwiderruflich wäre eine solche Maßnahme. Vorteile für den Artenschutz würde sie allerdings nicht mit sich bringen, wie die Jena-Studie zeigt.“ Aber das wirklich Verhängnisvolle daran sei, so der Holzexperte, dass die Politik mit dem Stiftungs-Modell für alle Zeiten handlungsunfähig wäre und auf die unvorhersehbare Natur- und Waldentwicklung in den Schutzgebieten – also einem möglichen Artenschwund zum Beispiel – nicht mehr wirksam reagieren könnte. 

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## Hinweis für Redaktionen (Informationen zur Max-Planck-Studie):  

Studie: E.D. Schulze, O. Bouriaud, J. Wäldchen, N. Eisenhauer, H. Walentowski, C. Seele, E. Heinze, U. Pruschitzki, G. Dănilă, G. Martin, D. Hessenmöller, L. Bouriaud, M. Teodosiu (2014). Ungulate browsing causes species loss in deciduous forests independent of community dynamics and silvicultural management in Central and Southeastern Europe. Ann. For. Res. 57(2)_-_2014

http://www.afrjournal.org/index.php/afr/article/view/273 

http://dx.doi.org/10.15287/afr.2014.273


Veranstaltung: Parl. Frühstück am 4. Februar 2015

Am Mittwoch, den 4. Februar 2015 diskutierte die Plattform Forst & Holz gemeinsam mit der Politik über den Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft zur Kohlenstoffbilanz.

Zahlreiche Abgeordnete des Deutschen Bundestages folgten der Einladung der Plattform Forst & Holz und informierten sich im Rahmen eines Parlamentarischen Frühstücks zum Thema „Energieeffizienzstrategie Gebäude: Was kann Holz im Baubereich für die CO2-Bilanz leisten?“

Anlass dieser parlamentarischen Gesprächsrunde war das von der Bundesregierung vorgelegte Aktionsprogramm „Klimaschutz 2020“. Mit diesem Aktionsprogramm will die Bundesregierung sicherstellen, dass Deutschland seine Treibhausgasemissionen bis 2020 um 40 Prozent gegenüber dem Jahr 1990 reduziert. Der Bereich „Klimafreundliches Bauen und Wohnen“ kann bei entsprechenden Rahmenbedingungen eine Schlüsselrolle zur Erreichung der Klimaschutzziele einnehmen.

Professor Dr. Annette Hafner vom Lehrstuhl „Ressourceneffizientes Bauen“ der Ruhr-Universität Bochum informierte im Rahmen eines Impulsvortrags über die Möglichkeiten, der Atmosphäre durch verstärkten Einsatz des nachwachsenden Rohstoffs Holz im Baubereich klimaschädliches Kohlendioxid zu entziehen und langfristig als Kohlenstoff zu binden Ein in Holzbauweise errichtetes Einfamilienhaus speichere 71 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalente. Für die Erreichung der angestrebten Klimaschutzziele sei dies eine Steilvorlage, um den Holzbau in einem zukünftigen Klimaschutzgesetz entsprechend zu berücksichtigen.

Nach dem Impulsvortrag entwickelte sich unter den Parlamentariern und den Vertretern der Forst- und Holzbranche eine lebhafte Diskussion. Das beste Mittel für die Steigerung der Holzverwendung im Bau sei eine direkte finanzielle Förderung der Holznutzung und der Abbau von rechtlichen Hemmnissen im Bereich der Bauordnungen bei Bund und Ländern. Ulf Cordes vom Deutschen Holzfertigbau-Verband formulierte es treffend: „Die Errichtung eines Holzgebäudes in Deutschland muss genauso baurechtlich standardisiert sein, wie es bei jeder anderen Bauweise auch der Fall ist. Rechtliche Hemmnisse müssen umgehend abgebaut werden.“

In Einzelfällen existiere auf kommunaler Ebene bereits eine finanzielle Förderung, wenn der nachwachsende Rohstoff Holz im Baubereich verwendet wird. Als „Best Practice“ Beispiel
stellte Frau Professor Hafner ein interessantes Modell aus Bayern vor; München habe einen sogenannten „CO2-Bonus“ eingeführt. Seit Mai 2013 werde bei Baumaßnahmen jedes Kilogramm langfristig gebundenes CO2 mit 30 Cent gefördert – eine hervorragende Förderung für den Holzbau, denn in jedem Kubikmeter Holz werde rund ein Kubikmeter Kohlenstoff langfristig gebunden.

„Ein guter Ansatz, den man auch auf Holz, das bei Sanierungen und beim Dämmen verwendet wird, ausweiten sollte“, so Hubertus Flötotto, Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates. Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates, ergänzte: „Deutschland ist zu einem Drittel bewaldet. Wir haben dank der umsichtigen und nachhaltigen Waldbewirtschaftung durch die Waldbesitzer und Forstleute heute ausreichend Holz für viele neue hochwertige Gebäude. Ein Holzhaus kann heute allen Ansprüchen modernen Wohnens gerecht werden und hat viele Vorzüge gegenüber reinen Beton- und Stahlbauten.“

Die hervorragenden technischen Eigenschaften von Holz lägen nach Ansicht der Vertreter der Plattform Forst & Holz klar auf der Hand. Gegenüber den Bundestagsabgeordneten wurde deutlich, dass eine finanzielle Förderung von Holz im Baubereich die Initialzündung geben könnte, damit in Deutschland zukünftig noch mehr Holz im Baubereich verwendet wird. Neben der Sicherung von Arbeitsplätzen im Cluster Forst und Holz würde sich eine verstärkte Verwendung im Baubereich positiv auf die CO2-Bilanz Deutschlands auswirken. Die Forst- und Holzwirtschaft sei dazu bereit und in der Lage, einen substanziellen Beitrag zum Erreichen der Ziele im Bereich des Klimaschutzes zu leisten.


Veranstaltung: Offener AK am 26. Februar 2015

Am 26. Februar fand in der Zeit von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr der offene Arbeitskreis des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. im Restaurant Tucher am Pariser Platz statt.

Abgeordente des Deutschen Bundestages haben sich den Fragen zahlreicher Unternehmer der Holzwirtschaft gestellt. Angesprochen wurde neben dem Energiebereich auch der Themenbereich der Holzverwendung und der Wohngesundheit. 

Die Sitzung wurde in drei Themenblöcke geteilt.

I. Themenblock

Nach einer kurzen Einleitung in den Themenbereich, wiesen die Unternehmen auf die nach wie vor bestehenden Unsicherheiten im Bereich des EEG hin. Das EEG werde oft modifiziert und sei gerade für kleine Betriebe undurchschaubar und zu komplex geworden. Außerdem schwebten einmal gemachte Ausnahmebestände in der besonderen Ausgleichsregelung oder im Eigenstromprivileg ständig wie ein Damoklesschwert über der Betriebsplanung, da Änderungen hier die Planungssicherheit gefährden können.

Herr Saathoff, MdB, Energiepolitischer Sprecher der SPD, konnte die Unternehmen hier beruhigen, so seien Anpassungen bei den besonderen Ausgleichsregelungen in Zukunft lediglich vereinzelt im Strommarktdesign und im Lastenmanagement vorgesehen. Eine Anpassung würde es dieses Jahr nicht mehr geben, die Reihenfolge der Überarbeitungen ließe sich aber aus der Agenda ableiten. Die KWK Bestandsanlagen, so Saathoff weiter, würden zudem gesichert bleiben.

Herr Gerig, MdB, Auschussvorsitzender des Ausschusses Ernährung und Landwirtschaft und Mitglied der CDU-Bundestagsfraktion, fügte hinzu, das EEG müsse weiter "repariert" werden, da es ein Ungleichgewicht für eine regellastfähige Energie schaffe. Die aktuelle Ausgleichsregelung müsse für den Mittelstand der Forst- und Holzwirtschaft und die kleinen Sägebetriebe noch weiter verbessert werden. Er habe Hoffnung im Bereich der Bioenergie im EEG, sehe aber keine Substanz für den Neubau von Anlagen im Biomassebereich.

Herr Saathoff ergänzte weiter, beim Eigenstromprivileg könne man im Sinne der Koalition auf die nachhaltige Regelung vertrauen. Nach 2017 gäbe es hier aber evtl. neue Regelungen auf Initiative der EU-Kommission. Die Koalition spräche sich aber auch auf der europäischen Ebene für die Beibehaltung des Systems aus.

Nachdem die Abgeordneten zur namentlichen Abstimmung in den Bundestag gerufen wurden, konnte die AK-Sitzung mit dem Thema Klimaschutz und Holz im Bausektor nach einer kurzen Pause fortgesetzt werden.

Auf die Frage hin, warum sich nicht auch die verstärkte Nutzung von Holz als Beitrag zum Klimaschutz in den gesetzlichen Maßnahmen wiederfände, warben die Abgeordneten um Geduld in einem komplexen Gesetzgebungsprozess. Man baue auf steuerliche Ansätze für Holz bei Bau- und Sanierungsmaßnahmen.

Herr Caesar, MdB, Berichterstatter im Haushaltsauschuss für den Einzelplan 10 (Ernährung und Landwirtschaft) und Mitglied der CDU-Bundestagsfraktion betonte die vielfältigen Vorzüge des Rohstoffs und die Wichtigkeit, auch politisch für eine nachfrageorientierte, nachhaltige Waldbewirtschaftung zu kämpfen und ideologische Scheuklappen abzulegen. Waldklimafonds und die Aktivitäten der FNR böten hier einen guten Rahmen für Projektarbeit.

Frau Stauche, MdB, Mitglied des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft und ebenfalls Mitglied der CDU-Bundestagsfraktion räumte auf die Frage nach einer Verbesserung der Musterbauordnung, um die Benachteiligung von Holzgebäuden gegenüber konventionell Gebauten zu beenden, ein, dass man das Problem in der Politik erkannt habe, aber noch nicht den rechten Rahmen für Änderungsansätze gefunden habe. Sie bot an, in dieser Thematik einen Kontakt zu ihrem Kollegen Herrn Vogel, MdB, zu vermitteln. Weiterhin verwiesen die Abgeordneten auf das Umweltministerium als Ansprechpartner für diese Fragen.

II. Themenblock

Nach einer kurzen Einführung in die Thematik wurden im zweiten Themenblock Fragen zum Thema Kartellstreit, Flächenstilllegungen und Holzbau aufgeworfen.

Herr Gerig, MdB, verwies auf die geplante Änderung des BWaldG als einziges Mittel die Leistungsfähigkeit der Holzversorgung im gegenwärtigen Rahmen zu erhalten. Auch beim Thema Flächenstilllegungen habe die BWI3 gezeigt, dass die ideologischen Vorstellungen einer Verbesserung der Natur durch Nichtbewirtschaftung der Wälder heute keine Berechtigung mehr finden können. Hier sei die Politik gefragt den Entwicklungen, wie sie in NRW stattfänden, entgegenzuwirken. Es sei wichtig Klarheit bei der Größe der tatsächlich nicht bewirtschafteten Flächen zu schaffen. Diese lägen schon heute bei 5-7% der Gesamtwaldfläche.

Im Bereich Holzbau stellten die Unternehmensvertreter nochmals dar, dass es nicht um einseitige Vorteile für Gebäude in Holzbauweise gehe, sondern um eine ordnungspolitische Waffengleichheit bei der Baustoffwahl für jegliche Gebäudetypen. Gerade im zukunftsträchtigen mehrgeschossigen urbanen Holzbau gäbe es in Deutschland noch Defizite.

Die Abgeordneten verwiesen hier auf die Schwierigkeiten der Umsetzung innerhalb des föderalen Systems. Außerdem läge die Verantwortung in diesem Fall bei den Ministerien, die sich grundsätzlich aber sicherlich schon von dem Anliegen der Holzindustrie überzeugen ließen.

III. Themenblock

Im dritten Themenblock ging es um die Problematik Wohngesundheit/VOC. Hier wurde das Problem der unrealistischen Maximalwerte der Innenraumduftwirkung von Kiefernholz angesprochen. Hier könne ein auf natürliche Weise und mit individuellen Eigenschaften gewachsener Rohstoff keine einheitlich strengen Normenvorgaben erfüllen. Es fehlen auch die nötigen Informationen, um hier endgültige Entscheidungen treffen zu können. 

Wir bedanken uns auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich bei allen Beteiligten für die Teilnahme an unserem offenen Arbeitskreis.

Bundestagsabgeordnete und Unternehmensverterter gleichermaßen haben hier die Möglichkeit gefunden, miteinander zu diskutieren und sich auszutauschen. Auch wenn im Hinblick auf die Zeit die meisten Themen leider nur angerissen werden konnten, wird der DeSH die Gespräche mit den Bundestagsabgeordenten fortsetzen.

Wir freuen uns weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit!

Ihr

DeSH-Team 

Sollten Sie kein Interesse an unserem Politikbrief haben, dann schreiben Sie uns bitte eine kurze Email an katrin.buescher@saegeindustrie.de mit Hinweis, dass wir Sie aus dem Verteiler nehmen. Vielen Dank!

Ihre Ansprechpartner:

Lars Schmidt
Hauptgeschäfsführer
Email: lars.schmidt@saegeindustrie.de

und

Katrin Büscher
Public Affairs/Recht
Email: katrin.buescher@saegeindustrie.de

Mit freundlichen Grüßen

J. Möbus

J. Möbus
Public Affairs

M. Wollenweber

M. Wollenweber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Homepage
www.saegeindustrie.de sowie bei den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.