Politikbrief
Deutsche Säge- und Holzindustrie

Politikbrief

Informationen der deutschen Holzindustrie für politische Entscheider

Ausgabe: Dezember 2014

28.02.2017

Informationsdienst des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH)

Inhalt


Der DeSH stellt sich vor...

Die Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ist die Interessenvertretung der Säge- und Holzindustrie auf Bundes- und Landesebene und in den europäischen und internationalen Organisationen und Angelegenheiten. Der Verband hat die Aufgabe seine Mitglieder in wirtschafts- und branchenpolitischen sowie fachlichen Fragen national und international zu vertreten und in ihren wirtschaftlichen Zielen zu unterstützen. Der DeSH vertritt und vermittelt Brancheninteressen im politischen Kontext. Die Spannweite reicht von der Beobachtung und Mitgestaltung des legislativen und administrativen Tätigkeitsumfeldes bis zur Beteiligung an Kampagnen und kontroversen Debatten.


Der DeSH informiert über...


Branchenrelevante Gesetzesvorlagen, Beschlüsse und Anfragen

Bundespolitk

Landespolitik


Land: Stellungnahme zu den Koalitionsverhandlungen in Thüringen

Freistaat_Thüringen

Nach den Landtagswahlen in Thüringen standen die Koalitionsverhandlungen an, die bis zum 19. November laufen sollen. 

Der Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. und die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. haben sich mit einer Stellungnahme in die Koalitionsverhandlungen eingebracht.

Diese können Sie hier einsehen. 

Den Koalitionsvertrag können Sie hier einsehen. 


Presse: Rot-Rot-Grün in Thüringen: Holzindustrie fordert Stärkung des ländlichen Raums

Bei den Koalitionsgesprächen in Thüringen verhandeln Linke, SPD und Grüne aktuell in sechs Arbeitsgruppen einzelne Themengebiete. Der Bereich Forst und Holz könnte dabei zu kurz kommen, befürchten die Spitzenverbände der deutschen Holzindustrie. Für die Volkswirtschaft im "Grünen Herzen" Deutschlands hätte dies schwerwiegende Folgen. Denn hier sitzen weltweit führende Unternehmen der Holzwirtschaft.

Zwar sei die Stärkung des ländlichen Raums ein gemeinsames Ziel der regierungsbildenden Parteien in Thüringen. Die Erfahrungen der Vergangenheit zeigten jedoch, dass die Politik die Potenziale der regionalen Wirtschaftszweige mit ihren kleinen und mittleren Betrieben zu lange schon verkennt, kritisieren der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) und die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR). Die designierten Regierungsparteien in Thüringen müssten nun zeigen, dass sie ihrem im Wahlkampf proklamierten Anspruch einer regionalen Öko-Wirtschaft auch in der Praxis gerecht werden. Die Verbände fordern die Koalitionsparteien auf, gemeinsam mit der Branche eine "Charta für wertschöpfende Holzverwendung" zu entwickeln, anstatt Unternehmen und damit den arbeitenden Menschen im ländlichen Raum die Rohstoffbasis zu entziehen.

Holzwirtschaft fordert „Charta für Holz“
"Die Stärkung des Clusters Forst und Holz darf kein reines Lippenbekenntnis bleiben", fordert DeSH-Geschäftsführer Lars Schmidt. Denn mit Ausnahme der Forstwirtschaft weisen alle Wirtschaftszweige des Sektors seit Jahren einen Rückgang an Bruttowertschöpfung und Beschäftigung auf. Das zeigt eine neue Studie des bundeseigenen Thünen-Instituts. Diese Entwicklung würde von der Politik jedoch schon zu lange ignoriert: Hohe Rohstoff- und Energiekosten sowie Hemmnisse bei der Waldbewirtschaftung und Holznutzung würden selbst waldreiche Bundesländer wie Thüringen zunehmend unattraktiv für die Holzindustrie machen. "Die stoffliche Verwertung von Holz ist aus ökologischer, klimapolitischer und ressourcenökonomischer sowie aus arbeitsmarkt- und wirtschaftspolitischer Sicht absolut zukunftsweisend und daher zu fördern", sagt Schmidt. Mit einer verstärkten Holzverwendung ließe sich ein wesentlicher Beitrag zur Erreichung der umwelt- und klimapolitischen Ziele leisten.

Schutz und Nutzung im Einklang
"Zur Sicherung des Standorts gehört es auch, die Ressource Wald möglichst effizient zu nutzen", sagt Dr. Denny Ohnesorge, Geschäftsführer der AGR, und kritisiert damit die Pläne der regierungsbildenden Parteien, neuerlich 25.000 Hektar Waldfläche pauschal von der Nutzung auszuschließen. "Der Holzindustrie geht es nicht um die Frage, ob Naturschutz im Wald sinnvoll ist und Artenschutz betrieben wird, sondern darum, wie man allen Schutz- und Nutzungsansprüchen im Sinne der nachhaltigen Waldwirtschaft gerecht wird", bekräftigt Ohnesorge. Weitere Flächenstilllegungen seien ökologisch schlicht nicht begründet. "Natur- und Artenschutz lassen sich in naturnah bewirtschafteten Wäldern mitunter zielgerichteter und besser erfüllen als auf unbewirtschafteten Flächen", ergänzt Schmidt. Durch die Pläne würden vielmehr wertvolle Ressourcen verlorengehen und die regionale Wirtschaft geschwächt, ohne den Naturschutz und die biologische Vielfalt spürbar zu erhöhen. "Meint es die rot-rot-grüne Koalition ernst mit dem ländlichen Raum, muss sie ganzheitlich agieren und nicht ausschließlich die romantisch verqueren Positionen der Naturschutzverbände bedienen", so Ohnesorge. Mit diesen ließen sich zwar Stimmen im städtischen Umfeld gewinnen, der betroffenen Bevölkerung im ländlichen Raum sei damit jedoch nicht geholfen.

Nutzungsbeschränkungen verschärfen Holzknappheit
Die Zellstoff- und Papierfabrik Rosenthal GmbH im thüringischen Blankenstein ist so ein Unternehmen des ländlichen Raumes. Sie stellt ihren Zellstoff überwiegend aus heimischer Fichte her. Geschäftsführer Leonhard Nossol befürchtet bei Umsetzung der Pläne von Rot-Rot-Grün einen steigenden Nutzungsdruck: "Sollte infolge von Flächenstilllegungen und anderen Nutzungsbeschränkungen das Holzaufkommen für die Biomassekraftwerke sinken, müssen sich diese zwangsläufig bei den Holzsortimenten der Zellstoff- und Holzwerkstoffindustrie bedienen. Im Ergebnis steigt der Konkurrenzdruck um den Rohstoff", erklärt Nossol die Problematik. Dies sei vor allem vor dem Hintergrund bedenklich, dass die Landesregierung die Biomassenutzung und die Ansiedelung von Kraftwerken finanziell gefördert hat. "Daher wäre es völlig absurd, erst Nachfrage nach Biomasse zu generieren, um dann das Rohstoffangebot zu reduzieren", äußert Nossol sein Unverständnis über die Planungen der Koalitionsparteien.

Kein weiterer Personalabbau in der Forstverwaltung
In den vergangenen Jahren ist die Bewirtschaftung stetig zurückgegangen. Besonders betroffen ist der Kleinprivatwald aufgrund der geringen Flächengrößen und der damit verbundenen mangelnden Wirtschaftlichkeit. Sollte das bewährte Betreuungsangebot der staatlichen Forstämter in Thüringen weiter zurückgefahren oder kartellrechtlich unterbunden werden, würde diese bedenkliche Entwicklung weiter befeuert. "Die Koalition muss eine flächendeckende Betreuung des Privatwaldes gewährleisten, um Waldeigentümern weiterhin die Bewirtschaftung ihrer Flächen zu ermöglichen", fordert Schmidt. Es dürfe kein weiterer Personalabbau in der Landesforstverwaltung stattfinden, sagt auch Ralf Pollmeier, Sägewerksinhaber aus Creuzburg. "Diese gebündelte Form der Holzvermarktung sichert die Wettbewerbsfähigkeit meines Unternehmens." Die Landesforsten vermarkten jährlich über eine Million Kubikmeter Holz aus 200.000 Hektar Staatswald. Hinzu kommen 900.000 Festmeter, die von Forstämtern im Auftrag privater und kommunaler Waldbesitzer vermarktet werden.

Doppelte Waldzertifizierung bringt keinen Mehrwert
Kritisch sieht die Holzindustrie ebenfalls die von den Grünen geplante doppelte Zertifizierung im Thüringer Staatswald. Demnach soll dieser neben dem bestehenden PEFC-Siegel (Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes) künftig auch den Kriterien des Forest Stewardship Council (FSC) entsprechen. "Wir halten die Waldzertifizierung grundsätzlich für eine gute Sache, sehen jedoch insbesondere beim FSC-Siegel Mängel bei der Transparenz", erklärt Ohnesorge. Die doppelte Zertifizierung bringe in hiesigen Wäldern mit ohnehin hohen Standards keinen Mehrwert. Im Gegenteil: Insbesondere für Unternehmen, die mit ihren Produkten im internationalen Wettbewerb stehen, bedeutet das FSC-Siegel eine Wettbewerbsverzerrung. So wird beispielsweise Zellstoff international gehandelt. Der FSC-Zellstoff für Papier- und Kartonprodukte in Deutschland stammt häufig aus Eukalyptusholz, das auf Plantagen in Lateinamerika und Südafrika unter industriellen Bedingungen produziert wird. "Der Verbraucher sieht nur das FSC-Siegel und denkt, er tut der Umwelt etwas Gutes. Tatsächlich unterstützt er damit die Etablierung von Plantagen in Drittländern", so Ohnesorge. Solange Plantagenholz und Holz aus Kahlschlägen nicht als solche gekennzeichnet werden, ist die Werbung mit dem vermeintlichen Ökosiegel FSC irreführend und täuscht den Verbraucher. Eine differenzierte Kaufentscheidung zu Gunsten eines verantwortungsvollen Umgangs mit der Ressource Holz sei dadurch nicht gegeben. Die Verbände fordern daher die Koalitionsparteien auf, vor einer zusätzlichen FSC-Zertifizierung Aspekte wie Verbraucherschutz, Kosten und Mehrwert prüfen zu lassen.

Die Parteien streben eine schnelle Einigung an. Die Verhandlungen sollen am 19. November abgeschlossen sein.


Veranstaltung/Ankündigung: Mitarbeitertreffen mit dem DHWR/AGR und DeSH am 17.11.2014

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat e.V. (DHWR), der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) und die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher e.V. (AGR) luden am 17.11. zum "Mitarbeitertreffen" im Gaffel-Haus in Berlin ein.

Zu dem Treffen waren Mitarbeiter aus Ministerien, Abgeordnetenbüros aller im Bundestag verteretenen Partein und anderen Wirtschaftverbänden eingeladen. In lockerer Atmosphäre genoss man ein Mittagessen und diskutierte über aktuelle Themen der Holzindustrie.

Dieses Mal lag der thematische Schwerpunkt im Bereich "Nachhaltiges Bauen mit Holz - welche Bedeutung haben die politischen Rahmenbedingungen?"

Die Verwendung von Holz im Bauwesen hat in Deutschland ein erhebliches Wachstumspotential, so eine aktuelle Studie des Thünen-Instituts in Hamburg. Dennoch sehen wir größere Herausforderungen bei den wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen. Der Deutsche Holzwirtschaftsrat e.V. (DHWR), die Dachorganisation der deutschen Holzwirtschaft, führte in Kooperation mit der Berner Fachhochschule BFH in Biel eine diesbezügliche Befragung unter den maßgeblichen Akteuren des Bauens mit Holz durch.

Unserer Einladung waren 26 Mitarbeiter zum Kennenlernen, Diskutieren und natürlich auch zum Mittagessen gefolgt.

Geschäftsführer Dr. Denny Ohnesorge (AGR, DHWR) stellte währenddessen die Struktur der Verbändelandschaft der Holzindustrie in Deutschland vor und führte anschließend gemeinsam mit dem Gastreferenten Herrn Johannes Niedermeyer von Holzbau Deutschland durch die Präsentation.

Am Ende war es eine gelungene Veranstaltung, bei der sich die Gäste vor allem auch über eine ganze Reihe von "Giveaways" freuen konnten, die eine Reihe von Unternehmen der Zellstoff/Papier und Holzindustrie zur Verfügung gestellt hatten.

Namentlich gilt unser Dank den Firmen UPM (Lineale aus Recyclingmaterial), Zellstoff Stendal/Rosenthal (Schnapparmbänder, Papiertaschen), Lenzing (Erfrischungstücher), Kronotex (Kugelschreiber, Pfefferminze und Untersetzer) und nicht zuletzt der Firma SWAK für die Bereitstellung ihrer innovativen Zahnbürsten mit Holzfaserborsten (http://swak.de).

Die Präsentation zum Mitarbeiterfrühstück kann hier eingesehen werden.


Vielen Dank für die gute Zusammenarbeit und Ihre Unterstützung in 2014!

Sehr geehrte Damen und Herren,

auf diesem Weg möchten wir uns noch einmal ganz herzlich für den konstruktiven Austausch, die tatkräftige Unterstützung und den fachlichen Input im Jahr 2014 bedanken.

Wir freuen uns weiterhin auf die gute Zusammenarbeit und wünschen Ihnen und Ihren Familien eine schöne Adventszeit.

 

 

 

   

Sollten Sie kein Interesse an unserem Politikbrief haben, dann schreiben Sie uns bitte eine kurze Email an katrin.buescher@saegeindustrie.de mit Hinweis, dass wir Sie aus dem Verteiler nehmen. Vielen Dank!

 

Ihre Ansprechpartner:

Lars Schmidt
Hauptgeschäfsführer
Email: lars.schmidt@saegeindustrie.de

und

Katrin Büscher
Public Affairs/Recht
Email: katrin.buescher@saegeindustrie.de

Impressum Politikbrief:

Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH)
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin
Tel.: 030-7202043887
Fax: 030-22 32 04 89
Email: info@saegeindustrie.de
Web.: www.saegeindustrie.de

Redaktionsleitung: Katrin Büscher

Redaktionelle Mitarbeit: Sebastian Rogalla

Redaktionsschluss: 30. November 2014

Mit freundlichen Grüßen

J. Möbus

J. Möbus
Public Affairs

M. Wollenweber

M. Wollenweber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


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