Deutsche Säge- und Holzindustrie
Speedletter

April 2017

24.06.2017

Neues aus der Säge- und Holzindustrie

Sehr geehrte Damen und Herren, 

lesen Sie untenstehend die aktuellen Nachrichten des DeSH.

Inhalt


"Wir sind die Bioökonomie" - DeSH-Vizepräsident Steffen Rathke im Interview

Steffen Rathke, DeSH-Vizepräsident

Am Rande des Sägewerkskongress 2017 haben wir einige Teilnehmer nach ihren Eindrücken gefragt – auch Steffen Rathke, Geschäftsführer des Holzwerks Keck in Ehningen/Böblingen.

Der DeSH-Vizepräsident betont die Bedeutung des gesamten Cluster Forst und Holz für die Bioökonomie und konstatiert eine Aufbruchstimmung in der Branche - sowohl bei den Sägern als auch auf Kundenseite. Besonders wichtig ist ihm enge Abstimmung: mit Architekten und Planern zum Thema Holzbau, mit dem Forst zu Zertifizierung und Schnittstellen.  

Zum YouTube-Video gelangen Sie hier.


Streitgespräch um Possener Urwald – DeSH: Nachhaltige Waldwirtschaft und Artenschutz sind kein Widerspruch

Diskussionsveranstaltung am 21. März 2017 - Waldwildnis Possen

Die Thüringer Landesregierung plant, 2500 Hektar Hainleitewald am Berg Possen im Kyffhäuserkreis aus der waldwirtschaftlichen Nutzung herauszunehmen. Auf Einladung der „Thüringer Allgemeinen“ nahm DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt am 21. März 2017 an einer Podiumsdiskussion zum geplanten Nationalpark „Waldwildnis Possen“ in der Sondershäuser Cruciskirche teil und bezog Position für die Säge- und Holzindustrie. 

Lars Schmidt diskutierte dabei mit Olaf Möller (Staatssekretär im Thüringer Umweltministerium, Bündnis 90/Die Grünen), Antje Hochwind (Landrätin, SPD), einem Vertreter der Bürgerinitiative „Possenwald“, Burkhard Vogel (BUND), Prof. Ernst-Detlef Schulze (Direktor des Jenaer Max-Planck-Instituts für Biogeochemie), Sägewerksbetreiber Michael Selle sowie Andreas Niepagen, dem Leiter der Forstinspektion Nord von ThüringenForst.

Zu Fragen der Auswirkungen für die Region, wenn ein Großteil des Possenwaldes zur Wildnis wird, entfachte sich eine teils hitzige Debatte zwischen den Diskutanten und dem Publikum. „Die Forderung nach mehr Wildnis spricht ein tiefgreifendes Bedürfnis der Menschen an. De facto müssen viele Argumente 'Pro Nutzungsverzicht' jedoch fachlich hinterfragt werden und machen daher den Nutzen weiterer großflächigen Beschränkung der nachhaltigen Waldwirtschaft zweifelhaft“, führte Lars Schmidt aus. Heutzutage gibt es sinnvollere Konzepte als Stilllegungen, um Interessen von Naturschutz, Tourismus sowie der Holzwirtschaft als wichtigem Arbeitgeber in ländlichen Räumen in Einklang zu bringen.

Gezieltes Biotop-Management im Rahmen nachhaltiger Waldwirtschaft

Als nachwachsender und regional verfügbarer Werkstoff und Energieträger spielt Holz eine Schlüsselrolle im globalen Energiesektor. Holzprodukte sind daher für eine nachhaltige und klimafreundliche Lebensweise heute und in künftigen Generationen nicht zu ersetzen. „Ich sehe deshalb den größten Nutzen auch für die Region am Possen in einem gezielten Biotop-Management im Rahmen nachhaltiger Waldwirtschaft zur Sicherung der Artenvielfalt, einer ressourceneffizienten Verwendung von Holz sowie in der Förderung attraktiver Infrastrukturen für den Tourismus“, argumentierte der DeSH-Hauptgeschäftsführer.

Laut Thüringer Koalitionsvertrag sollen in dem Land dauerhaft mindestens 5 Prozent des Waldes, also über 26.000 Hektar, der forstwirtschaftlichen Nutzung entzogen werden. Die Landesregierung sieht dies als Beitrag zur nationalen Strategie für mehr Artenvielfalt und will mit den Wildnisgebieten Pflanzen und Tierarten schützen, denen Wirtschaftswälder keine Perspektiven bieten würden. Staatssekretär Olaf Möller und die Vertreter von BUND und der lokalen Bürgerinitiative „Possenwald“ verteidigten auf dem Podium den Kurs der Landesregierung.

ThüringenForst: „Kein Gewinn für den Naturschutz“

Dem widersprachen neben Lars Schmidt auch der Sägewerker Michael Selle und Andreas Niepagen von der Landesforstanstalt ThüringenForst, die das Urwaldgebiet Possen ablehnt. Neben der finanziellen Belastung, die eine Stilllegung mit sich brächte, führte Niepagen ins Feld, dass diese keinen Gewinn für den Naturschutz bedeutet und Arbeitsplätze vor Ort gefährdet.

Die CDU-Landtagsfraktion ist ebenfalls dagegen, die Produktionsleistung von Waldflächen zu reduzieren. Als Folge einer Possener Waldwildnis sprach sie bereits öffentlich von einem Verlust von 200 Jobs sowie jährlichen Steuer-Mindereinnahmen von 2,2 Mio. CDU-Fraktionsvize Egon Primas hält die Umwaldung von Wirtschaftswäldern für fachlich unbegründet und ideologisch motiviert.

Die nächsten Schritte werden eine Anhörung im Petitionsausschuss des Landtages, die Befassung des Kreistages und des Stadtrates mit diesem Thema und eine weiterhin nötige Abstimmung zwischen zuständigen Ministerien und auch ThüringenForst. All diese Schritte werden hoffentlich dazu führen, die Diskussion zu versachlichen, so Schmidt abschließend.


Timber-Trainer: das neue Ausbildungsmobil des DeSH

Zur LIGNA 2017 wird der DeSH erstmals sein neues Ausbildungsmobil "Timber-Trainer" präsentieren. An zwei Simulatoren können interessierte Laien, aber auch  erfahrene Mitarbeiter ihre Fertigkeiten an den Sägemaschinen testen.

Der Timber-Trainer ist ein Element der Ausbildungskampagne "it wood be good" und wird nach der LIGNA deutschlandweit unterwegs sein. Angefahren werden Veranstaltung, Schulen und Unternehmen. 

2 Simulatoren

Bei Interesse an Informationen zum Sponsoring bzw. Terminanfragen wenden Sie sich gern an Sebastian Rogalla in der DeSH-Geschäftsstelle Wiesbaden (0611 / 9 77 06-0, sebastian.rogalla@saegeindustrie.de). 


Video: Potenziale von Holzbau

Holz ist der Baustoff der Zukunft!

Anschaulich erklärt dies der Architekt und Kurator Prof. Kaufmann anhand von Modellen aus seiner Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft"

Hier gelangen Sie direkt zum Video.


Integrierter Klimaschutzplan Hessen 2025: DeSH sieht Klimaschutzplan nach Änderung als Chance

Klimaschutzplan 2025

Am 29. März 2017 stellte Priska Hinz, hessische Ministerin für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, in Frankfurt/Main den Integrierten Klimaschutzplan Hessen 2025 vor. Das Strategiepapier beinhaltet 140 Maßnahmen für Klimaschutz und Klimaanpassung in einem der waldreichsten Bundesländer. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) zeigt sich nach intensivem Beteiligungsprozess zufrieden.

„Dem DeSH ist es in Zusammenarbeit mit weiteren Verbänden innerhalb des Landesbeirates Holz Hessen gelungen, den für Forst- und Holzwirtschaft negativen Entwurf in eine Chance für mehr Holzverwendung umzuwandeln“, erklärt DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt, der dem Gremium vorsitzt. Mehrfach habe man im laufenden Ausarbeitungsprozess Stellung genommen und in Gesprächen mit dem Ministerium sowie im Steuerungskreis die ökologische und ökonomische Bedeutung der Holzwirtschaft dargelegt. Mit Erfolg: So erkennt der Klimaschutzplan in seiner verabschiedeten Fassung nicht nur die CO2-Senkefunktion des Waldes, sondern auch die Substitutions- und Speicherwirkung von Holzprodukten an. „Wir freuen uns, dass das Land vor diesem Hintergrund den Holzbau unterstützen und innovative Holzprodukte fördern möchte“, sagt Schmidt. Im Maßnahmenkatalog verbrieft ist zudem eine neuerliche Prüfung baurechtlicher Regelungen, wodurch zusätzlich strukturelle Hemmnisse im Holzbau reduziert werden könnten.

Aktiv möchte die Landesregierung auch den klimabedingten Gefahren für den Wald entgegenwirken. Risikoanalysen für Baumarten und Standorte sollen künftige Planungsgrundlage für ein klimaangepasstes Waldmanagement sein. Entstehen sollen artenreiche und klimaresiliente Mischwälder, die zugleich die Belange der Holzwirtschaft berücksichtigen. „Klima schützen, ohne aktuellen und künftigen Wohlstand zu gefährden“, beschreibt die Landesregierung ihre Prämisse, Ökonomie und Ökologie zu vereinen. Bemittelte Forschungsprojekte sollen das Zusammenwirken von Klima-, Artenschutz und Holznutzung detailliert untersuchen.

Hintergrund

Das Land Hessen setzt sich zum Ziel, seine Treibhausgasemissionen bis 2025 um 40 Prozent zu reduzieren. Bis 2050 will das Bundesland klimaneutral werden. Der Integrierte Klimaschutzplan Hessen 2025 ergänzt die Klimapolitik von EU und Bund. Neben Forst und Holz umfassen die Maßnahmen auch die Landwirtschaft, die Industrie, den Energiesektor sowie Verkehr und Gebäude. Insgesamt wurden 140 Maßnahmen erarbeitet, 42 gelten als „prioritäre Maßnahmen“.

Dem Klimaschutzplan ging ein eineinhalbjähriger Beteiligungsprozess voraus. Interessensgruppen sowie die Öffentlichkeit konnten auf Veranstaltung und via Internet mitwirken. Das Dokument der hessischen Landesregierung ist unter goo.gl/9TpGqO abrufbar.


Wo gehobelt wird, nutzt man auch die Späne

Sägespäne

Der diesjährige Schwerpunkt des internationalen Tags des Waldes am 21. März ist „Energie“. Aus diesem Anlass betont der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) noch einmal die besonders ressourceneffiziente Nutzung von Holz in den Sägewerken: Aus dem Holz entsteht nicht nur klimafreundliches Baumaterial, sondern aus den Sägenebenprodukten wird zudem Wärme und Strom erzeugt. In welchen Dimensionen dies in Deutschland möglich ist, zeigt die Tatsache, dass die zehn größten Sägewerke mit 112 Megawatt Strom aus fester Biomasse mehr Strom ins öffentliche Netz einspeisen als die fünf kleinsten Atomkraftwerke.

Ein Kubikmeter Holz speichert etwa eine Tonne Kohlenstoffdioxid und ausreichend Energie, um 15.000 Liter Wasser zum Kochen zu bringen. Diese Energie lässt sich in einem effizienten Ressourcenkreislauf optimal nutzen: Was in der Holzindustrie nicht zu Baumaterial verarbeitet werden kann, dient vor Ort entweder direkt der Trocknung des frisch geschnittenen Holzes, oder wird als Strom genutzt bzw. ins öffentliche Netz eingespeist.

Klimaschutz durch das Ersetzen fossiler Brennstoffe

Energie aus Holz ist nicht nur Motor von Wertschöpfung und Beschäftigung im ländlichen Raum, sondern auch der Schlüssel zu einer nachhaltigen und regionalen CO2-Minderung. Denn wer Strom und Wärme aus Biomasse nutzt, ersetzt damit fossile Energieträger wie Öl oder Gas.

Bundesregierung konterkariert Ressourceneffizienz

Um auch weiterhin ihren Beitrag zum Klimaschutz und der Ressourceneffizienz leisten zu können, ist die Branche jedoch auf verlässliche und umsetzbare Rahmenbedingungen angewiesen. „Eine rein nationale extreme Verschärfung der Emissionsgrenzwerte der europäischen Richtlinie für mittelgroße Feuerungsanlagen würde die effektive Nutzung des Energieträgers Holz in Deutschland faktisch unmöglich machen“, so Julia Möbus, Referentin Energie beim Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband. „Die Verlierer einer solchen Entwicklung wären nicht nur Klimaschutz und Ressourceneffizienz sondern auch die lokale Wertschöpfung im Cluster Forst und Holz." 

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Einführung der Nadelstammholzsubmission in NRW: Sägebetriebe lehnen neues Verfahren im Holzverkauf geschlossen ab

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Das in Baden-Württemberg laufende Kartellverfahren zur Rundholzvermarktung zieht weiter Kreise in ganz Deutschland. Seit Anfang des Jahres wird in Nordrhein-Westfalen das bei Wertholz gängige Verkaufsverfahren der Submission testweise auch auf Nadelstammholz angewandt. Ob sich dies, wie von der Politik intendiert, positiv auf den Wettbewerb auswirkt, scheint fraglich. Betroffene Sägebetriebe vor Ort lehnen die Neuerung mit großer Mehrheit ab. Sie fürchten regionale und somit vom Markt entkoppelte Preissteigerungen und somit den Verlust ihrer Wettbewerbsfähigkeit.

„Das Meinungsbild unserer Mitglieder in Nordrhein-Westfalen und angrenzenden Regionen ist eindeutig“, erklärt Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH). Unabhängig von Größe und Standort gehe eine deutliche Mehrheit von fast 90 Prozent von negativen Auswirkungen für die eigene wirtschaftliche Tätigkeit aus. Dies zeigt eine Umfrage, die die Branchenvertretung nach Bekanntwerden der neuen Verkaufsmodalitäten startete und an der sich bislang zahlreiche beteiligten.

Rückblickend auf Entwicklungen in anderen Bundesländern und im benachbarten Ausland seien die Bedenken nicht unbegründet, meint Schmidt. Submissionsverfahren führten nicht selten zur Verringerung des Holzangebots vor Ort und könnten in regionale, vom Markt entkoppelte Preisanstiege münden: „Kommt es zu einer Aufwärtsspirale, weil einzelne Betriebe nicht marktgerechte Angebote abgeben, besteht erhebliche Gefahr für die Wettbewerbsfähigkeit des ganzen Wirtschaftszweigs in der Region.“

In der aktuellen Erlössituation seien die Branchenunternehmen mehr denn je ganzjährig auf eine verlässliche und kalkulierbare Stammholzversorgung angewiesen. Infolge der veränderten Rahmenbedingungen fürchtet aber über die Hälfte der befragten Säger ein rückläufiges und äußerst volatiles Nadelholzangebot. Denn die Einführung der Submission bewirkt unter Umständen, dass mehr Rundholz in andere Regionen fließt und es zu einer Qualitätsverschiebung im Freihandverkauf kommt. „Das widerspricht sowohl dem Vermarktungsziel ‚Holz der kurzen Wege‘ als auch der Wertschöpfung vor Ort“, kritisiert Schmidt. Der DeSH und seine Mitglieder appellieren daher an den Landesbetrieb Wald und Holz sowie an das Bundeskartellamt, das Verfahren auch maßgeblich unter volkwirtschaftlichen Aspekten zu bewerten. „Wesentliche Voraussetzung für die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Säge- und Holzindustrie ist auch künftig ein flächendeckendes, planbares und vor allem effizient verfügbares Rundholzangebot auch aus kleinteiligen Besitzstrukturen. Hier sehen wir im Sinne von ‚Privat wo möglich – Staat wo nötig’ nach wie vor die Rolle des Landesbetriebs“, so Schmidt.

Der DeSH hat die Ergebnisse der Umfrage zwischenzeitlich in einem kooperativen und vertrauensbildenden Gespräch an die Leitung des Landesbetriebs Wald & Holz NRW herangetragen. Dort zeigte man großes Verständnis für die Befürchtungen aus der Sägeindustrie.

Auszüge aus der DeSH-Befragung finden Sie hier.


Frohe Ostern!

Frohe Ostern

Der DeSH wünscht allen Leserinnen und Lesern ein schönes Osterfest!


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Mit besten Grüßen

Lars Schmitdt

Lars Schmidt
Generalsekretär des Vorstands und Hauptgeschäftsführer

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