Politikbrief
Deutsche Säge- und Holzindustrie

Politikbrief

Informationen der deutschen Holzindustrie für politische Entscheider

Dezember 2016

31.03.2017

Informationsdienst des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH)

Inhalt


Der DeSH stellt sich vor ...

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ist die Interessenvertretung der Säge- und Holzindustrie auf Bundes- und Landesebene sowie in europäischen und internationalen Organisationen und Angelegenheiten. Der Verband hat die Aufgabe seine Mitglieder in wirtschafts- und branchenpolitischen sowie fachlichen Fragen zu vertreten und in ihren wirtschaftlichen Zielen zu unterstützen.


Holzenergie als Motor für Wertschöpfung und Klimaschutz

"Die Holzenergie ist nicht nur Motor von Wertschöpfung und Beschäftigung im ländlichen Raum, sondern auch der Schlüssel zur nachaltigen CO2-Reduktion und zum Ersatz fossiler durch Erneuerbare Energieträger im industriellen und kommunalen Bereich."

Auszug aus dem mündlichen Statement bei der Verbändeanhörung zur TA-Luft am 6. Dezember 2016

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Novelle der TA-Luft bedroht Existenz der Säge- und Holzindustrie

Die Säge- und Holzindustrie an der Schnittstelle zwischen Wald- und Forstwirtschaft sowie Holz be- und verarbeitender Industrie zeichnet sich durch ihre besonders ressourceneffiziente Produktionsweise aus:

Die in der Produktion anfallenden Reststoffe und Sägenebenprodukte werden direkt vor Ort genutzt, um in den Feuerungsanlagen Strom und Wärme für die weiteren Produktionsschritte, wie die gesetzlich vorgeschriebene Holztrocknung, zu gewinnen.

"Durch diese besondere Ressourceneffizienz wird damit auch weiteren zentralen Prinzipien des Klimaschutzes Rechnung getragen: Die Nutzung von Reststoffen und Koppelprodukten im Sinne der Kaskade zur Erzeugung und Nutzung von Prozesswärme in der Produktion und der damit verbundenen Steigerung des effizienten Einsatzes von Energie und Wärme."

In nahezu jedem der deutschlandweit bestehenden 2 000 Sägewerke sind diese Feuerungsanlagen unverzichtbarer Bestandteil eines wirtschaftlichen und klimaschonenden Herstellungsprozesses – ihr weiterer Einsatz wäre durch die derzeitigen Pläne zur Novelle der TA-Luft jedoch erheblich bedroht. Eine Verschärfung der Emissionsgrenzwerte für Staub, Stickoxide (NOx) und Schwefeldioxid (SO2) um bis zu 60 % gegenüber den europäischen Vorgaben, wie aktuell geplant, wird zahlreichen Feuerungsanlagen im industriellen Bereich sowie in der kommunalen Wärmeversorgung ihre wirtschaftliche Existenzgrundlage entziehen.

Denn in vielen Fällen ist eine Nachrüstung der bestehenden Anlagen technisch und räumlich nicht möglich bzw. für die Leistungsklassen nicht verfügbar. Die einzige Option wäre ein kompletter Neubau mit Investitionskosten weit über 10 Mio. Euro, der auf dem europäischen Markt einen extremen Wettbewerbsnachteil für die deutschen Betreiber und Hersteller bedeutet.

Durch diese extreme einseitige Belastung stünden damit genau die Anlagen vor dem Ende, die bereits heute hocheffizient Strom und Prozesswärme für die industrielle Produktion und dezentrale Strom- und Wärmeversorgung erzeugen. Der dadurch provozierte Rückfall auf fossile Energieträger zur Herstellung eines nachwachsenden Werkstoffes widerspricht jedoch den Zielen des Klimaschutzes  eklatant. Zudem wird die Existenz der gesamten Säge-und Holzindustrie und ihre wichtige strukturpolitische Rolle bedroht.

"Um jedoch den Beitrag der Holzenergie zur Erreichung der Ziele des Klimaschutzplanes 2050, der Ressourceneffizienz und der regionalen Wertschöpfung und Beschäftigung zu sichern, möchten wir uns im weiteren Prozess der Novelle der TA-Luft dringend für eine maßvolle Reduzierung der Grenzwerte, orientiert an den europäischen Vorgaben der MCP-Richtlinie, aussprechen."

Ähnliches gilt für das geplante Freilagerungsverbot für Holzhackschnitzeln bei den Anlagen zur Herstellung von Holzpellets.

Der derzeitige TA-Luft Entwurf verpflichtet die Unternehmen zu emissionsmindernden Maßnahmen bei der Entladung und Lagerung von Holzhackschnitzeln im Freien zu ergreifen – beispielsweise durch ein dreiseitig geschlossenes Staubschutzdach (Kragdach) oder eine ausreichende Befeuchtung der Haufwerksoberfläche.

Auf diese Weise soll eine Abwehung der Holzstäube und Störstoffe verhindert werden. Neben den enormen logistischen und finanziellen Belastungen verkennt die geplante Regelung jedoch auch die spezifischen Produkteigenschaften frischer Holzhackschnitzel. 

"Billigend wird in Kauf genommen, dass ein wichtiger Beitrag zur Wärmeversorgung aus erneuerbaren Energien entfällt."

Direkt aus dem Sägeprozess stammende sogenannte Sägeresthölzer (Hackschnitzel, Sägespäne) verfügen über einen Holzfeuchtigkeitsgehalt zwischen 35 - 60 % und demnach über ein entsprechendes Gewicht. Sie sind daher, im Gegensatz zu trockenen Hackschnitzeln und Spänen, nicht flugfähig und eine Abwehung damit ausgeschlossen.

Da der DeSH die Pflicht zur Lagerung trockener Holzhackschnitzel, Holzspäne und Holzstäube in geschlossenen Räumen und Silos zur wirksamen Emissionsvermeidung ausdrücklich unterstützt, erscheint eine Differenzierung zwischen frischen und trockenen Hackschnitzeln, analog zu der 7 BImschV., dringend geboten.

Denn durch den massiv erhöhten Investitionsdruck auf die Anlagenbetreiber wird der wirtschaftliche Betrieb bestehender sowie den Bau neuer Pelletwerke grundlegend infrage gestellt und damit bereits erreichte und künftige Ziele beim Klimaschutz und bei der Ressourceneffizienz über Bord geworfen. Die künftige Nachfrage müsste dann von importierten Pellets gedeckt werden, deren klimafreundliche Produktionsweise nicht sichergestellt werden kann.

"Mit einer Differenzierung zwischen frischen und trockenen Holzhackschnitzeln wird aus unserer Sicht sowohl ein wirksamer Emissionsschutz, als auch der wichtige Beitrag von Pellets aus Deutschland zur Wärmeerzeugung gewährleistet."

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Aktuelle Gesetze und Initiativen

Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu der EU-Richtlinie zu der EU-Richtlinie zur Verringerung der nationalen Emissionen bestimmter Luftschadstoffe („NEC-Richtlinie“).

Fünfter Monitoring Bericht zur Energiewende des Bundeswirtschaftsministeriums: "Die Energie der Zukunft".

Unterrichtung durch die Bundesregierung zu dem Klimaschutzplan 2050 – Klimaschutzpolitische Grundsätze und Ziele der Bundesregierung.


Kongress der Säge- und Holzindustrie am 12./13. Januar 2017 in Berlin

Das Ende der Steinzeit - mit dieser Überzeugung blickt die Holzwirtschaft aktuell auf die Entwicklung des Bausektors. Gerade beim flexiblen und schnellen Bauen im städtischen Umfeld kann der Holzbau punkten. Welche Trends sich abzeichnen und wo die Politik nachhaltiges Bauen mit Holz fördern kann, darum wir es beim Internationalen Kongress der Säge- und Holzindustrie sowie dem AGR Rohstoffgipfel am 12. und  13. Januar 2017 in Berlin gehen. 

Stadt München setzt finanzielle Anreize für Holzbau

Einer der Redner ist der Berliner Architekt Tom Kaden, der mit spektakulären  Holzbauprojekten für internationales Aufsehen sorgte. Er sagt: "Man sollte sich das Anreizprogramm der Stadt München ansehen, das den ökologischen Faktor des nachwachsenden Rohstoffes Holz finanziell bewertet und sogar in Gutschriften für entsprechende Bauprojekte ummünzt."

Waldnutzung: Abschied von einer erdölbasierten Wirtschaft

Ein weiteres Thema des zweitägigen Kongresses ist die Bioökonomie. Eine holzbasierte Wirtschaft bedeutet, über klassische Einsatzfelder des nachwachsenden Rohstoffes Holz hinauszudenken. Denn mit Holz lässt sich beispielsweise nicht nur bauen, sondern auch fahren - wie der Prototyp eines Concept Cars beweist, das die Metropolia Universität Helsinki gemeinsam mit dem Unternehmen UPM entwickelt hat. Basis des Wagens sind neue Zellulose-Verbundstoffen und lösungsmittelfreie Holz-Verbundmaterialien. Aus ihnen bestehen die Karosserie, die Türen, der Frontschweller sowie der komplette Innenraum. 

Besuchen Sie uns auf dem Sägewerkskongress: Ganz herzlich laden wir Sie ein, mit uns gemeinsam zu diskutieren!

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Der DeSH wünscht frohe Weihnachten

Der DeSH möchte sich für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung im vergangenen Jahr herzlich bedanken. Es ist nicht zuletzt Ihrem Einsatz zu verdanken, dass die Belange der Säge- und Holzindustrie an vielen Stellen Gehör im parlamentarischen Prozess fanden.

Wir freuen uns auf die Fortsetzung unserer Zusammenarbeit im neuen Jahr mit spannenden Theme und wünschen Ihnen ein frohes Weihnachtsfest, besinnliche Stunden im Kreis Ihrer Familie und für das Jahr 2017 viel Glück, Gesundheit und Freude.


Ihre Ansprechpartner

beim Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband

Mit freundlichen Grüßen

J. Möbus

J. Möbus
Public Affairs

M. Wollenweber

M. Wollenweber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Homepage
www.saegeindustrie.de sowie bei den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.