Deutsche Säge- und Holzindustrie
Speedletter

Dezember 2016

11.12.2017

Neues aus der Säge- und Holzindustrie

Sehr geehrte Damen und Herren, 

lesen Sie untenstehend die aktuellen Nachrichten des DeSH.

Inhalt


12./13. Januar 2017: Sägewerkskongress und Rohstoffgipfel in Berlin "Ende der Steinzeit - Holz für die Märkte der Zukunft!"

„Ende der Steinzeit - Holz für die Märkte der Zukunft“ – der Titel des Rohstoffgipfels und Sägewerkskongresses 2017 ist Programm: Diskutiert werden unter anderem Zukunftsthemen wie Holzbau, Verpackungsmarkt und Bioökonomie. In all diesen Feldern steckt für die Betriebe viel Entwicklungspotenzial, doch erst wenige sind für die Anforderungen von städtischer Nachverdichtung oder mehrgeschossigem Bauen, für die Besonderheiten des internationalen Verpackungsmarkts oder für die Chancen der Holzverwendung in der Bioökonomie gerüstet. Experten stehen daher in unterschiedlichen Formaten zwei Tage lang Rede und Antwort.

Ein weiterer Fokus der Veranstaltung auf dem Netzwerken: In Diskussionen, bei Speeddatings, dem Feierabendbier und beim Branchenabend über den Dächern Berlins können sich die Teilnehmer austauschen, neue und bekannte Gesichter treffen und Kontakte knüpfen.

www.saegewerkskongress.de

Ausgewählte Hotels

Besonders attraktiv ist in Berlin das Hotel-Angebot sowohl für Teilnehmer als auch Aussteller. Die beiden Hotels, Amano Grand Central und Mani, werden während des Veranstaltungszeitraums fast ausschließlich Kongress-Teilnehmer beherbergen. In den beiden modernen Hotels in Berlin Mitte können Begleitpersonen im Doppelzimmer für nur 15 Euro pro Nacht mitgebucht werden.  Für ein verlängertes Berlin-Wochenende stehen darüber hinaus allen Teilnehmern auch nach dem Kongress exklusive Hotelkontingente zur Verfügung. 

 

Veranstaltungsort Café Moskau, Branchenabend im Amano Grand Central


Sägewerkskongress: Sind Veredelung, entfernte Märkte oder situative Mengenpufferung die Lösung für den Sägenebenproduktemarkt?

Carsten Merforth

Dr. Carsten Merforth ist Inhaber der merforth.holzindustrie.consulting und Abteilungsleiter „Wertschöpfung Holz“ bei UNIQUE forestry and landuse GmbH Freiburg. Auf dem Sägewerkskongress 2017 hält er einen Impulsvortrag im Panel Sägenebenprodukte. Im folgenden Interview erörtert er aktuelle Fragen zum Thema.   

Die Preise für Sägenebenprodukte (SNP) sind in den letzten Monaten extrem eingebrochen – wo sehen Sie die Hauptgründe hierfür und welche Betriebe sind besonders betroffen?

In den Zeiten extrem hoher Preise für Restholz in 2013 haben die Abnehmer begonnen, alternative Lieferketten zu entwickeln. Durch Importe von Hackschnitzeln und Industrieholz aus Großbritannien, aber vor allem aus Skandinavien und dem Baltikum, konnte der Druck aus dem Markt genommen werden. Desinvestitionen hatten dort entsprechende Mengen freigesetzt für alternative Ziele. Die deutsche Sägeindustrie hat seitdem weiter auf sehr hohem Niveau produziert und damit beginnend im Sommer 2013 ein erhebliches Überangebot an Restholz erzeugt. Dadurch kam es zu dem erheblichen Preisverfall im Restholz. Spätestens im März 2014 war der Verkäufermarkt zu einem Käufermarkt geworden. Durch den milden Winter war die Pelletindustrie als Abnehmer geschwächt, die Lager waren voll. Sägewerke mussten selber erhebliche Mengen an Restholz einlagern, ein Lagerabbau auf dem Spotmarkt war nur mit Preisabschlägen möglich. Produktionsstillegungen und Werksschließungen bei wichtigen Abnehmern im Bereich TMP, Zellstoff und Holzwerkstoffindustrie haben die Verkäuferseite weiter geschwächt. Exporte in benachbarte Länder konnten auch keine Entlastung bringen, weil die Situation dort ähnlich war. Die Holzwerkstoffindustrie wiederum ist generell kleiner geworden und kann mit alternativen Rohstoffen wie Altholz und Industrieholz den Restholzeinsatz steuern.

Im Grunde hat sich seitdem nichts Wesentliches geändert, um die Situation für die Säger positiv zu verändern. Ein weiterer milder Winter hat wieder wenig Schwung in die Pelletabsätze gebracht, die „German Pellets“-Insolvenz führte zu starken temporären Minderabnahmen. Die Importlieferketten großer Hackschnitzel- und Industrieholzkunden sind mittlerweile gut etabliert und machen diese weniger abhängig vom deutschen Restholzmarkt. Und die Sägeindustrie produziert Quartal für Quartal größere Mengen und entspannt die Lage auf dem Restholzmarkt damit nicht aktiv.

Betroffen von der Preisproblematik im Restholz sind grundsätzlich alle Sägebetriebe, die keine eigene Verwertung von Restholz haben und daher nicht mit Make-or-buy Entscheidungen optimieren können. Alternativ haben Betriebe mit ausgeprägten Exportlieferketten Chancen, Restholz aus den engen Märkten zu verschieben und dem Preisdruck auszuweichen.

Welche Preisentwicklung erwarten Sie für die nächsten Monate und warum?

Im Bereich Hackschnitzel sehe ich keine gravierenden Preisänderungen für die kommenden Monate. Solange auf Sägerseite keine wesentliche Mengenänderung durch Produktionseinschränkungen oder Werksschließungen eintritt, wird sich dort nicht viel bewegen. Die von den Abnehmern etablierten Ausweichlieferketten funktionieren. Im Sägespan wird vieles von der Entwicklung des Winters und der Produktion der Pelletindustrie abhängen, momentan stehen die Zeichen auf stabilen oder leicht steigenden Preisen. Durch die Angleichung der Preise von Sägespan und Hackschnitzel kann hier in gewissem Umfang auch ein Mengentausch mit egalisierenden Preiseffekten erfolgen.

Müssen die Unternehmen der Sägeindustrie bei der Produktion von SNP grundsätzlich gegensteuern, um weiterhin erfolgreich am Markt zu bestehen? Und wenn ja: Welche Möglichkeiten sehen Sie?

Der Umsatzanteil der Sägenebenprodukte ist mit um die 12 Prozent in der Sägeindustrie erheblich. Bei den geringen Margen der Sägewerke entscheidet der Restholzpreis bei vielen Betrieben über positives oder negatives Ergebnis, die Relevanz der Thematik und der Zwang zum Gegensteuern ist offensichtlich. Die Sägenebenprodukte fallen bei der Schnittholzproduktion an, eine Marktentlastung durch Reduktion der Angebotsmenge kann nicht über eine einseitige Angebotsverknappung ohne Rücknahme der Produktion des Schnittholzes erfolgen.

Möglichkeiten zum Gegensteuern sehe ich in drei Bereichen: die eigene Veredelung von Restholz ist die eine, naheliegende. Allerdings sind die bekannten Produktmärkte besetzt und daher schwierig zu betreten, zudem haben derzeit nicht alle Betriebe die Kraft, relevante Investitionen zu stemmen. Hier wären Gedanken über weitere intelligente, stoffliche Verwertungen ihrer Reststoffe hilfreich. Zwei weitere, kombinierbare Möglichkeiten sind im Prinzip von der Abnehmerseite vorgelebt: Ausweichen auf entfernte Märkte und situative Mengenpufferung. Die Säger sollten nachdenken, sich ähnlich wie große Abnehmer in Kooperationen zu organisieren, um ein spürbares Gegengewicht zu den starken und großen Marktpartnern zu bilden. Gebündelte Mengen können in längerfristigen Verträgen gemeinsam angeboten werden. Mengen können aus verschiedenen Lägern der Kooperationspartner geliefert werden – je nachdem, wo der Druck am Lager am höchsten ist. Das minimiert das Risiko, bei Overflow der Läger die Produktion reduzieren zu müssen. Als Kooperation kann dann auch mal gemeinsam ein Schiff bei zu viel Menge nach Übersee verschifft werden, um aktiv Mengen zu puffern.

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12. Internationaler Kongress der Säge- und Holzindustrie & 4. AGR Rohstoffgipfel

12.-13. Januar 2017 in Berlin
www.saegewerkskongress.de


DeSH-Marktumfrage - Geschäftslage für Nadelholzbetriebe ist schwach positiv

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) kommt in der Marktumfrage unter seinen Mitgliedsunternehmen zur Geschäftslage für die Nadelholzbetriebe im abgelaufenen Quartal III/2016 zu einer schwach positiven Beurteilung. 22 % schätzen ihre betriebliche Situation positiv ein, 16 % negativ und 62 % ausreichend oder befriedigend. Die Lage der Laubholzbetriebe ist etwas entspannter, aber die Exportlage schwierig.                                                                                               

Demnach ist die Marktsituation der Nadelholzsäger nicht „unverändert gut“, wie im Ergebnis einer kürzlich veröffentlichten ifo-Umfrage für den Monat Oktober dargestellt. Aufgrund umfassender Daten von Betrieben im Rahmen der DeSH-Marktumfrage teilt der Verband das Fazit der ifo-Umfrage zur aktuellen Marktsituation nicht. Denn 26 % der vom DeSH befragten Nadelholzbetriebe beurteilt den Ausblick auf ihre Geschäftslage für die nächsten sechs Monate als „ungünstig“, die große Mehrheit als „etwa gleichbleibend“.

Deutlich ist, dass die niedrigen Restholzpreise der gesamten Geschäftslage der Säge- und Holzindustrie schaden. Die Erlöse für Sägenebenprodukte wie Holzhackschnitzel und Sägespäne brechen weiterhin ein, in den letzten Monaten bis zu 40 %. Da diese Erlöse für viele Betriebe jedoch ein wichtiger Faktor in der Kostenrechnung sind, belastet diese Entwicklung die Ertragslage der betroffenen Betriebe akut.

„Wichtig für eine realistische Gesamteinschätzung ist zudem, dass die regional unterschiedlichen Rundholzpreise zu unterschiedlichen Firmenkonjunkturen führen und sich deshalb die Geschäftslagen und Erwartungen auch innerhalb Deutschlands entsprechend stark voneinander unterscheiden“, so DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt.

Laubholzmarkt etwas entspannter, Exportlage schwierig

Die befragten Laubholzbetriebe sehen ihre Geschäftslage insgesamt positiver als die Nadelholzbetriebe, nämlich mehrheitlich gut und befriedigend (83 %). Einen günstigen Ausblick für das nächste Halbjahr wagen 15 %, 80 % erwarten etwa gleichbleibende Geschäfte, 5 % einen Negativtrend. 

Allerdings machen sich viele deutsche Laubholzbetriebe zunehmend Sorgen im Export nach Asien, da die Logistik immer schwieriger wird: Aufgrund der Insolvenz der südkoreanischen Reederei Hanjin herrscht aktuell eine Container-Knappheit, denn Schiffe dieser Reederei werden wegen der unsicheren Kostenübernahme in den Empfängerhäfen derzeit nicht entladen und nicht gelöscht. Diese nicht gelöschten Container fehlen auf dem Exportmarkt.

Eine weitere Herausforderung für die deutsche Laubholz-Sägeindustrie sind die hohen Rundholz-Exportmengen. Bei der Frage nach einer Begrenzung dieser Exportmengen setzt sich der DeSH derzeit für eine Lösung auf europäischer Ebene ein.

DeSH-Marktumfrage

In jedem Quartal befragt der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) seine Mitglieder zum Marktgeschehen und greift bei seinen Marktbeurteilungen damit auf eine umfangreiche Datengrundlage zurück. Die DeSH-Marktumfrage repräsentiert mehr Betriebe und Kapazität als alle anderen Umfragen – dies ergeben die Antworten der Umfrageteilnehmer, die auch danach befragt werden, ob sie an andere Marktbeobachter melden.

Abbildungen: DeSH-Marktumfrage für das Quartal III/2016

Geschäftslage - Nadelholz-Betriebe (Download)

Ausblick in den kommenden sechs Monaten - Nadelholz-Betriebe (Download)

Geschäftslage - Laubholz-Betriebe (Download)

Ausblick in den kommenden sechse Monaten - Laubholz-Betriebe (Download)

Pressekontakt

Deutsche Säge- und Holzindustrie
Lars Schmidt
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin

Tel.: +49 30 223204-90
Fax: +49 30 223204-89                                  
E-Mail: info@saegeindustrie.de
Internet: www.saegeindustrie.de

Über die Deutsche Säge- und Holzindustrie

Die Deutsche Säge- und Holzindustrie ‒ Bundesverband e.V. (DeSH) vertritt die Interessen der deutschen Säge- und Holzindustrie auf nationaler, europäischer und internationaler Ebene. Dabei steht der Verband seinen Mitgliedern, darunter mehr als 600 Unternehmen aus ganz Deutschland, in wirtschafts- und branchenpolitischen Angelegenheiten zur Seite und unterstützt die kontinuierliche Verbesserung der wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen für die Verwendung des Rohstoffes Holz. Der Verband tritt in Dialog mit Vertretern aus Medien, Wirtschaft, Politik und Forschung. Bei der Umsetzung ihrer Ziele steht Die Deutsche Säge- und Holzindustrie für eine umweltverträgliche und wertschöpfende Nutzung des Werkstoffs und Bioenergieträgers Holz.


Petition: Keine weitere Einschränkung der nachhaltigen Forstwirtschaft in Thüringen

Die Petition "Keine weitere Einschränkung der nachhaltigen Forstwirtschaft in Thüringen" wurde eingereicht von Ralf Pollmeier und kann bis zum 10. Januar 2017 hier gezeichnet werden: https://petitionen-landtag.thueringen.de/  (Anleitung)

"Viele der heute genutzten Rohstoffe wie Öl, Kohle und Eisenerz stehen nur begrenzt zur Verfügung. Es besteht ein breiter gesellschaftlicher Konsens, dass die Rohstoffwende hin zu nachhaltigen Rohstoffen unausweichlich ist. Jede Einschränkungen der forstwirtschaftlichen Nutzung unserer heimischen Wälder läuft der Rohstoffwende zuwider. Forstwirtschaftliche Nutzungseinschränkungen schaden dem Klima, fördern die Abholzung echter Urwälder in anderen Teilen der Welt und vernichten Arbeitsplätze sowie Steuereinnahmen. Die nachhaltige Forstwirtschaft mit ihrer über 300-jährigen Tradition in Mitteleuropa hat bewiesen, dass sie den sich wandelnden Ansprüchen der Gesellschaft an den Wald unter Berücksichtigung von Arten- und Naturschutz gerecht wird und gleichzeitig die Nutzung nachwachsender Rohstoffe ermöglicht. 

Ich habe beim Thüringer Landtag eine Petition mit dem Ziel eingereicht, dass keine weiteren Thüringer Wälder der forstlichen Nutzung entzogen werden. 

Ich bitte Sie um Ihre Unterstützung durch Mitzeichnung der Petition auf der Petitionsplattform des Thüringer Landtags.

Die Registrierung geht ganz einfach und dauert nur wenige Minuten. Klicken Sie einfach auf den folgenden Link um auf die Plattform zu gelangen: https://petitionen-landtag.thueringen.de/

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Ihr

Ralf Pollmeier"

Text der Petition:

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Welches Ziel hat die Petition?

Ziel der Petition ist es, keine weiteren Thüringer Wälder der forstlichen Nutzung zu entziehen.Die nachhaltige Forstwirtschaft mit ihrer über 300-jährigen Tradition in Mitteleuropa hat bewiesen, dass sie den sich wandelnden Ansprüchen der Gesellschaft an den Wald unter Berücksichtigung von Arten- und Naturschutz gerecht wird und gleichzeitig die Nutzung nachwachsender Rohstoffe ermöglicht. Das muss auch in Zukunft so bleiben!

Welche Entscheidung wird beanstandet?

Ja, die Petition richtet sich gegen die in Kapitel 4.2 (Naturschutz) des Koalitionsvertrags der Parteien DIE LINKE, SPD und BÜNDNIS90/DIE GRÜNEN niedergeschriebene Vereinbarung, mindestens drei großflächige Waldgebiete in den Bereichen Vessertal, Wartburg-Inselsberg und Hainleite-Possen aus der forstwirtschaftlichen Nutzung zu nehmen. Die Petition richtet sich damit auch gegen die erste dieser Maßnahmen, die von der Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund (Bündnis 90/ Die Grünen) angekündigte Ausweisung eines Wildnisgebiets auf 2.500 Hektar Waldfläche rund um den Possen bei Sondershausen (Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz vom 05.10.2016). Die Mitzeichner der Petition fordern, die Umsetzung dieser Vereinbarung des Koalitionsvertrags auszusetzen und auf die Ausweisung weiterer Wildnisgebiete in Thüringen zu verzichten.

Welche Behörde hat diese Entscheidung getroffen?

Es wird vermutet, dass das Thüringer Ministerium für Umwelt, Energie und Naturschutz innerhalb der Landesregierung für die Umsetzung dieser Vereinbarung des Koalitionsvertrags zuständig ist.

Wie wird die Petition begründet?

1. Forstwirtschaftliche Nutzungseinschränkungen sind mit der notwendigen Rohstoffwende unvereinbar. 

Viele Rohstoffe wie Öl, Kohle und Eisenerz sind nur begrenzt verfügbar. Nachfolgende Generationen müssen ihre Bedarfe durch erneuerbare Energien und nachhaltige Rohstoffe decken. Forschungseinrichtungen arbeiten deshalb weltweit an den Werkstoffen der Zukunft: Hochleistungsfähige Materialien, die aus nachwachsenden Rohstoffen – vorwiegend aus Holz – und

mit geringem Energieverbrauch hergestellt werden können. Die Ausweisung von Wildnisgebieten und das damit einhergehende Verbot der nachhaltigen Holznutzung bremst die Entwicklung dieser neuen, umweltfreundlichen Holzwerkstoffe und ist deshalb mit der notwendigen Rohstoffwende unvereinbar.

2. Weitere Wildnisgebiete laufen dem Klimaschutz zuwider.

Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft leistet einen erheblichen Beitrag zum Klimaschutz. Aufgrund des pflanzlichen Stoffwechsels absorbieren Bäume das Treibhausgas CO2 und speichern den darin enthaltenen Kohlenstoff im Holz. Durch die stoffliche Nutzung des Holzes, beispielsweise im Bauwesen, wird der Kohlenstoff langfristig gespeichert, während auf gleicher Waldfläche neues Holz nachwächst und der Atmosphäre CO2 entzieht. Wissenschaftliche Modellrechnungen belegen, dass nachhaltig bewirtschaftete Wälder und das genutzte Holz eine deutlich bessere Gesamt-Kohlenstoff-Bilanz aufweisen als unbewirtschaftete Wälder.

3. Wildnisgebiete in Deutschland fördern die Abholzung echter Urwälder

Deutschland ist bereits heute ein Netto-Importland von Holz und Holzprodukten. Deshalb muss jeder weitere Kubikmeter Holz, den wir in Deutschland durch neue Nutzungseinschränkungen nicht ernten können, aus dem Ausland importiert werden. Das führt global zu einer Ausweitung von Plantagen und einem Verlust von Urwäldern. Während die Entwicklung von Urwäldern in neu ausgewiesenen Wildnisgebieten in Deutschland Jahrhunderte dauern wird, fördern die damit einhergehenden Verbote der nachhaltigen Holznutzung schon heute die Abholzung echter Urwälder in anderen Teilen der Welt.

4. Die Einschränkung der nachhaltigen Forstwirtschaft vernichtet Arbeitsplätze und Steuereinnahmen in Thüringen

Die Forst- und Holzwirtschaft ist einer der wichtigsten Arbeitgeber in Thüringen. Das Cluster Forst & Holz steht auf Platz 4 der Wirtschaftszweige in Thüringen. 100 Festmeter Holz sichern einen Arbeitsplatz im gesamten Cluster. Allein die angekündigte Ausweisung eines 2.500 Hektar großen Wildnisgebiets rund um den Possen würde ca. 200 Arbeitsplätze in Thüringen vernichten (bei einem durchschnittlichen Hiebsatz von 8 Festmetern pro Hektar). Zusätzlich würden dem Staat aus der weiteren Wertschöpfungskette Forst und Holz jährliche Steuereinnahmen in Höhe von 2,20 Mio. Euro entgehen (110 Euro pro Festmeter). Quellen: Demografiebericht 2013 des Thüringer Ministeriums für Bau, Landesentwicklung und Verkehr (2014)

5. Die Ausweisung neuer Wildnisgebiete führt nicht zu mehr Artenschutz

Seit Beginn der Aufzeichnungen über verschollene Arten in Thüringen (seit mindestens 250 Jahren) ist im Wirtschaftswald keine obligate Wald-Pflanzenart ausgestorben. Für die Biodiversität sind vor allem nachhaltig und unterschiedlich genutzte Wälder von Bedeutung. Die Ausweisung neuer Wildnisgebiete wird deshalb nicht zu einer Verbesserung des Artenschutzes führen.

6. Neue Wildnisgebiete fördern nicht den Tourismus in Thüringen

Mit dem Nationalpark Hainich gibt es in Thüringen bereits eine circa 5.000 Hektar große, nutzungsfreie Laubwaldfläche. Der Nationalpark bietet mit Attraktionen wie dem Baumkronenpfad, dem Wildkatzendorf Hütschenroda und mit seiner Lage im Dreieck der Städte Eisenach, Mühlhausen und Bad Langensalza einen hohen touristischen Wert. Die Ausweisung von zusätzlichen Schutzgebieten in unmittelbarer Nähe ohne besonderes Alleinstellungsmerkmal führt mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zu einem Anstieg an Übernachtungsgästen, sondern nur zu regionalen Verschiebungen innerhalb Thüringens.

Richtet sich die Petition auf die Änderung eines Gesetzes? Wie und warum soll das Gesetz geändert werden?

Nein. Die Petition richtet sich gegen den Koalitionsvertrag und die Pläne der Thüringer Umweltministerin Anja Siegesmund (Medieninformation des Thüringer Ministeriums für Umwelt, Energie und Naturschutz vom 05.10.2016).

Welche Rechtsbehelfe wurden in dieser Sache bereits eingereicht?

Keine.


Neue Publikation: "Handlungsempfehlungen zur Reduktion Treibhausgasemissionen im Holztransport"

Die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) koordinierte 2014 und 2015 das Projekt "Optimierung der Holztransportlogistik in Baden-Württemberg". Um der Branche sowie den politischen Entscheidern Lösungsvorschläge näherzubringen, wurde aus ausgewählten Ergebnissen die neue Broschüre entwickelt.

Die Publikation "Handlungsempfehlungen zur Reduktion von Treibhausgasemissionen im Holztransport" stellt einige Ergebnisse aus Baden-Württemberg komprimiert dar und bietet eine Interpretationshilfe des Abschlussberichts sowie Handlungsempfehlungen für Spediteure, Unternehmen und Politik. 

Weitere Informationen


DeSH begrüßt Einigung auf Klimaschutzplan 2050 - Intensive Bemühungen des Verbands von Erfolg gekrönt

Die Bundesregierung hat sich am vergangenen Freitag (11.11.2016) auf den Klimaschutzplan 2050 geeinigt. Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) ist sehr zufrieden mit dem finalen Entwurf und hat erfolgreich daran mitgewirkt, dass der Plan die Leistungen und Potenziale einer nachhaltigen Forst- und Holzwirtschaft als wesentlichem Baustein zur Erreichung von Klimaschutzzielen angemessen honoriert.

Der Klimaschutzplan 2050 soll Ziele und Maßnahmen festlegen, mit deren Hilfe Deutschland die im Dezember 2015 auf der internationalen Klimakonferenz in Paris beschlossenen Klimaschutzziele erreichen kann. Der unter Federführung des Umweltministeriums ursprünglich erarbeitete Entwurf berücksichtigte aus Sicht der Holzwirtschaft jedoch zahlreiche Klimaschutzleistungen des Waldes sowie der Holzverwendung nicht und stellte durch nationale Alleingänge wie der Verschärfung von Emissionsgrenzwerten durch die TA-Luft die wichtige klimaschonende und ressourceneffiziente Bedeutung der Säge-und Holzindustrie in Frage.

DeSH macht Einfluss wirkungsvoll geltend

Daher hat sich der DeSH gemeinsam mit weiteren Partnern in zahlreichen Gesprächen mit politisch Verantwortlichen intensiv in die Debatte eingebracht und die notwendige Verankerung der Klimaschutzleistung von nachhaltiger Waldbewirtschaftung und Holzverwendung statt Nutzungseinschränkungen im Klimaschutzplan angemahnt. „Unsere wirksame Argumentation hatte Erfolg und wird im Klimaschutzplan an konkreten Punkten sichtbar“, erklärt Lars Schmidt, Generalsekretär des Vorstands und Hauptgeschäftsführer des DeSH.

Zentrale Aspekte erstmals berücksichtigt

Statt der im ursprünglichen Entwurf geplanten Ausweitung nutzungsfreier Waldflächen, die nachweisbar einen negativen Effekt auf den Klimaschutz ausüben, zielt der Klimaschutzplan auf die Erweiterung der Waldfläche und damit auf die Erschließung des CO2-Minderungspotenzials nachhaltiger Waldbewirtschaftung und damit eng verbundener Holzverwendung ab. Damit wird die Klimaschutzleistung einer langfristigen CO2-Bindung des Waldes durch die nachhaltige Holznutzung anerkannt. Ebenso wird im Plan der Multifunktionalität des Waldes Rechnung getragen, indem seine Bedeutung als Wirtschaftsfaktor und Rohstofflieferant bei Klimaschutzmaßnahmen berücksichtigt wird.

Der Klimaschutzplan wird darüber hinaus dem Fakt gerecht, dass Holz als einziger Baustoff in der Lage ist, im Gebäudebereich CO2 langfristig speichern und energieintensive Materialien und fossile Energieträger zu ersetzen und formuliert erstmalig das Ziel, baurechtliche Hemmnisse abzubauen, die den Einsatz langlebiger Holzprodukte erschweren. Zudem verspricht der Plan eine Neuauflage der „Charta für Holz“ zur Steigerung nachhaltiger Holzverwendung und Förderung des Holzbaus.

Nach der erfolgreichen Verankerung der genannten Ziele und Maßnahmen im Klimaschutzplan gilt es für den DeSH nun, den Erhalt der äußerst ressourceneffizienten und klimaschonenden Produktionsweise in der Säge- und Holzindustrie mit der Erzeugung von Strom und Prozesswärme sowie ihre wichtige Rolle in ländlichen Regionen weiterhin zu sichern. Es ist uns ein zentrales Anliegen, dass dieser Status quo nicht durch nationale, verschärfte Auflagen konterkariert wird. Im Sinne einer verantwortungsvollen und zukunftsfähigen Klimapolitik ist es notwendig, diesbezügliche Leistungen und Potenziale der Säge- und Holzindustrie dauerhaft anzuerkennen und politisch mit Hilfe der Agenda des Klimaschutzplanes angemessen zu unterstützen.

Das vollständige Dokument finden Sie hier: www.bmub.bund.de/N53483/


Forst und Holz fordern gemeinsam mit dem WWF eine "Zukunftsoffensive Holzbau"

Berlin, 25.11.2016: Beim aktuellen Parlamentarischen Frühstück der Plattform Forst & Holz zu dem Thema „Bauen mit Holz“ überreichte deren Sprecher Steffen Rathke, der Politik fünf Forderungen, mit denen die Potenziale des Holzbaus künftig noch besser ausgeschöpft werden sollen. Die Forderungen umfassen die Erweiterung von Wohnraum in Ballungszentren, den Klimaschutz, die regionale Wertschöpfung, die Forschungsförderung sowie den Abbau rechtlicher Hemmnisse in bestehenden Gesetzen.

Zwei Referenten beleuchteten bei der Veranstaltung am 23. November 2016 im Reichstag unterschiedliche Aspekte des Holzbaus: Während Jörg-Andreas Krüger vom World Wide Fund For Nature (WWF) einen Schwerpunkt auf die Ökobilanz des Rohstoffes Holz sowie die Prämissen des Klimaschutzplanes legte, stellte Architekt Martin Seelinger die praktischen Aspekte und technischen Möglichkeiten des Bauens mit Holz vor. Die Beiträge wurden von den anwesenden Mitgliedern des Bundestages sowie den Vertretern der Forst- und Holzbranche positiv aufgenommen und entsprechende Lösungsansätze diskutiert.

Gerade mit Blick auf die Reduzierung der CO2-Emissionen kann das Bauen mit Holz einen entscheidenden Beitrag leisten. „Ohne Holzbau werden wir unsere Klimaschutzziele nicht erreichen“, so der Abgeordnete von Bündnis 90/Die Grünen, Chris Kühn. „Wir brauchen endlich in Deutschland eine nationale Holzbaustrategie.“

In der Diskussion wurde darüber hinaus jedoch auch deutlich, dass die nachhaltige Forst- und Holzwirtschaft nicht nur einen entscheidenden Beitrag zum Klimaschutz leistet. Das Bauen mit Holz trägt dazu bei, zentrale Herausforderungen der kommenden Jahre zu meistern: vom Wohnraumbedarf über den Klimawandel bis hin zur Stärkung der ländlichen Räume durch das Cluster Forst und Holz.

„Letztlich stellt sich nicht die Frage, ob Holz eine größere Rolle spielt, sondern welche Rahmenbedingungen die deutsche Forst- und Holzwirtschaft benötigt, um die Potenziale des Holzbaus für die Zukunft zu erschließen“, so Steffen Rathke, Sprecher der Plattform Forst & Holz sowie Vizepräsident des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e. V.

Georg Schirmbeck, Präsident des Deutschen Forstwirtschaftsrates e. V. bekräftigt, dass dafür ein bedarfsgerechtes Rohholzaufkommen sowie der Erhalt eines nennenswerten Anteils an Nadelholz Grundlagen für den langfristigen Erfolg sind. „Bewirtschaftete Wälder sind das Rückgrat der Klimaschutzleistungen der Forst- und Holzwirtschaft und ermöglichen eine unumstritten gute Treibhausgasbilanz für den weiteren Holzbau.“

Die Zukunftsoffensive Holzbau ist eine gemeinsame Initiative der Plattform Forst & Holz und dem WWF. Jörg-Andreas Krüger, Bereichsleiter Biodiversität des WWF dazu: „Alle gesellschaftlichen Ebenen sind gefordert, ressourcen- und klimaschonendes Bauen voranzubringen. Bestehende rechtliche Hemmnisse sollten daher schnellstmöglich abgebaut werden.“

Eine klimagerechte Politik sollte künftig nicht nur Energieeinsparung oder Wärmeeffizienz vorantreiben, sondern die gesamte Treibhausgasbilanz von Produkten (Product Carbon Footprint) betrachten. Ein Anfang wäre beispielsweise eine CO2-Einsparverordnung im Bausegment – denn hier ist Holz anderen Baumaterialien im wahrsten Sinne des Wortes „haushoch“ überlegen.

Zukunftsoffensive Holzbau

1. Wohnraum in Ballungszentren effektiv erweitern 

Bauen mit Holz kann einen entscheidenden Beitrag leisten, das dringend benötigte Wohnraumangebot in Ballungsgebieten zu erweitern. Dabei ermöglichen ein hoher Vorfertigungsgrad der Bauelemente sowie das geringe Gewicht eine schnelle und effiziente Aufstockung und Nachverdichtung von Bestandsgebäuden in dicht besiedelten Gebieten. Darüber hinaus verfügen Holzgebäude von Natur aus über hervorragende Dämmeigenschaften, die bei der Wärmewende eine bedeutsame Rolle einnehmen können.

2. Klimaschutz und Ressourceneffizienz aktiv fördern

Eine langfristige Verwendung von Holz in Bauprodukten ist ein effektiver Weg eines nachhaltigen Klimaschutzes und einer effizienten Nutzung von Ressourcen: Als Baustoff ist Holz optimal in der Lage Kohlenstoff dauerhaft und langfristig zu speichern. Darüber hinaus können durch die Substitution energieintensiver Materialien, wie Stahl und Beton durch Holz der Primärenergieverbrauch und die CO2-Emissionen deutlich reduziert und damit ein wichtiger Beitrag zur Steigerung der Energieeffizienz und Ressourcenproduktivität geleistet werden.

3. Regionale Wertschöpfung nachhaltig steigern

Das Cluster Forst und Holz nimmt in Deutschland eine bedeutende industrie- und strukturpolitische Rolle ein. Vorwiegend in ländlichen Regionen erwirtschaften mehr als 1,3 Mio. Beschäftigte in rund 185.000 Betrieben jährlich einen Gesamtumsatz von 180 Mrd. Euro. Der verstärkte Einsatz von Holz aus nachhaltig bewirtschafteten heimischen Wäldern für Bauprodukte würde im Sinne der Ressourceneffizienz ohne lange Transportwege damit entscheidend zur Entstehung neuer Arbeitsplätze und Wertschöpfung in den ländlichen Regionen beitragen.

4. Gesetzliche Rahmenbedingungen dauerhaft verbessern

Das Bauen mit Holz wird entscheidend durch die gesetzlichen Rahmenbedingungen beeinflusst. Ziel sollte es daher sein, den Holzbau als selbstverständliche und gleichberechtigte Möglichkeit zu den konventionellen Baumaterialien in der Musterbauordnung zu etablieren, in den Landesbauordnungen entsprechend zu verankern sowie deren Harmonisierung stetig voranzutreiben. Diese rechtliche Gleichstellung ist für die Entfaltung der Potenziale des Holzbaus eine entscheidende Voraussetzung.

5. Innovationsfähigkeit und Technologiekompetenz langfristig vorantreiben

Wissen, Innovationsfähigkeit und Technologiekompetenz sind die entscheidenden Faktoren, die die Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen auf dem internationalen Markt bestimmen. Um auch im Holzbau eine Vorreiterrolle auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung von innovativen Produkten, Verfahren und Dienstleistungen einzunehmen, ist die Förderung des Wissens- und Technologietransfers durch eine stärkere Verankerung des Holzbaus in Forschung, Ausbildung und Lehre ein zentrales Element.


Bildergalerie Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" - noch bis 15. Januar 2017 in Berlin

In jedem Architekturodell stecken rund 2.000 Arbeitsstunden, so Ausstellungskurator Prof. Hermann Kaufmann. Doch nicht nur die filigranen Holzmodelle begeistern die Besucher, sondern es beeindruckt das breite Spektrum des modernen Holzbaus, das in der Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" zu sehen ist. 

Noch bis 15. Januar 2017 können Interessierte die Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau besuchen. Gezeigt werden nicht nur preisgekrönte Werke, sondern beispielsweise auch sozialer Wohnungsbau und Aufstockungen von Bestandsgebäuden.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag - 10:00 - 19:00 Uhr; Dienstag geschlossen
Ausstellungsort: Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin
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Was das Bauen mit Holz sonst noch ausmacht, können Sie vertieft nachlesen unter www.holzbau-aktiv.de

Bildergalerie:
(Fotos: Technische Universität München, © Jirka Jansch)

  

  


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Mit besten Grüßen

Lars Schmitdt

Lars Schmidt
Generalsekretär des Vorstands und Hauptgeschäftsführer

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