Politikbrief
Deutsche Säge- und Holzindustrie

Politikbrief

Informationen der deutschen Holzindustrie für politische Entscheider

September 2016

26.09.2017

Informationsdienst des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH)

Inhalt


Der DeSH stellt sich vor ...

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ist die Interessenvertretung der Säge- und Holzindustrie auf Bundes- und Landesebene sowie in europäischen und internationalen Organisationen und Angelegenheiten. Der Verband hat die Aufgabe seine Mitglieder in wirtschafts- und branchenpolitischen sowie fachlichen Fragen zu vertreten und in ihren wirtschaftlichen Zielen zu unterstützen.


Nachgefragt bei ... Petra Crone, MdB

Petra Crone

In unserer Rubrik Nachgefragt bei ... möchten wir Entscheider der verschiedenen Parteien aus Bund und Ländern sowie Verbänden zu aktuellen politischen Themen zu Wort kommen lassen - in diesem Monat Petra Crone, Forstpolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion:

1. Welche Themen stehen für Sie in der verbleibenden
Legislaturperiode ganz oben auf der politischen Agenda?


Ganz oben steht sicherlich die Verabschiedung des im Koalitionsvertrag verabredeten „Klimaschutzplans 2050“ im Lichte der Beschlüsse des Abkommens von Paris. Ich binweiterhin der Überzeugung, dass wir mit einem Klimaschutzgesetz besser gefahren wären, gerade auch im Hinblick auf die Beteiligungsmöglichkeiten des Parlaments. Als stellvertretende frauenpolitische Sprecherin der SPD-Fraktion arbeite ich intensiv am
längst überfälligen Zustandekommen des Lohngerechtigkeitsgesetzes
und für die Reform der Pflegeberufe.

2. Wo sehen Sie in der Wald- und Forstpolitik künftig
Handlungsbedarf?


Handlungsbedarf für die Wald- und Forstpolitik sehe ich entlang des Dreiklangs aus „Fordern-Fördern-Informieren“. Es wird darum gehen müssen, den Wald auch zukünftig als CO2-Senke zu erhalten. Dafür brauchen wir verbesserte Förderinstrumente und langfristig angemessene finanzielle Mittel.Wir brauchen systematische Fortschritte bei der Senkung des Ressourcenverbrauchs durch Etablierung einer Kaskadennutzung
von Holz. Ich bleibe eine Anhängerin einer nachhaltigen Bewirtschaftung der Wälder nach ökologischen und sozialen Standards im In- und Ausland. Die Absicht der Bundesregierung, ambitionierte Nachhaltigkeitskriterien für die Einfuhr von Holz bis 2030 erarbeiten zu wollen, kann ich daher nur ausdrücklich unterstützen. Die SPD-Fraktion wird auch die Roadmap „Holzwirtschaft 2025“ des DHWR in ihre Überlegungen für eine künftige Wald- und Forstpolitik einbeziehen.

3. Die Säge-und Holzindustrie nimmt vor allem in den ländlichen Regionen Deutschlands eine wichtige arbeitsmarkt-und strukturpolitische Rolle ein. Wo sehen Sie in der weiteren Entwicklung Potenziale und wo Risiken?

Ich hoffe, dass der positive Trend der Branche aus dem ersten Halbjahr anhält und bin gespannt, wie die Branche mit den Chancen und auch Risiken einer biobasierten Wirtschaft umgeht. Potentiale erkenne ich ferner bei einer bedarfsgerechten Marktumstellung von Nadelholz- auf Laubholzprodukte. Hier müssen Forschungsaktivitäten intensiviert werden, auch mit Unterstützung des Bundes. Ich denke, dass beim effizienten Umgang mit dem Rohstoff Holz ebenfalls noch Luft nach oben ist. Viele mittelständische Unternehmen engagieren sich zudem für Flüchtlinge. Das freut mich, weil es ein Gewinn für beide Seiten ist. Die Entscheidung, im ländlichen Raum zu leben, hängt in hohem Maße davon ab, ob Arbeit und Einkommen, Lebensqualität und Perspektiven für die nachkommenden Generationen gestärkt werden können. Mit der im Juli dieses Jahres verabschiedeten Novelle des GAK-Gesetzes wurden die Fördermaßnahmen für die ländlichen Regionen ausgeweitet. Ein Fokus liegt dabei zukünftig auf der Absicherung der Daseinsvorsorge und der nachhaltigen Entwicklung. Auch dadurch sehe ich erhebliche Chancen für die Säge- und Holzindustrie.

4. Und wie schätzen Sie die Rolle von Holz im urbanen
Raum ein?


Ich freue mich zunächst, dass Bundesministerin Barbara Hendricks die Schirmherrschaft über die Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" übernommen hat. Die öffentliche Hand darf nur Holz aus zertifizierter Waldwirtschaft verwenden und muss dies auch aussagekräftig, verlässlich und nachvollziehbar dokumentieren. Alltagstauglicher, ansprechender Holzbau begeistert glücklicherweise immer mehr Menschen. Darin liegt eine große Chance für die Branche. Baukultur und Nachhaltigkeit gehören für mich zusammen. Die Städte werden die entscheidende Rolle bei der Transformation hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft spielen. Es liegt auf der Hand, dass Holz aus nachhaltiger Waldwirtschaft dabei eine gewichtige Rolle als Baumaterial bei der Substitution emissionsintensiver Materialien einnimmt. Trotz erwiesener Vorteile für den Klimaschutz gibt es in Deutschland für nachwachsende Rohstoffe in den Bauvorschriften und Baurichtlinien jedoch noch zahlreiche Hemmnisse. Diese müssen wir endlich überwinden.


Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie bei der Reform des Umweltrechtsbehelfsgesetzes geboten

Am 26. September 2016 fand im Umweltausschuss des Deutschen Bundestages eine öffentliche Anhörung zu der derzeitigen Überarbeitung des Umweltrechtsbehelfsgesetzes statt.

Die Änderung dieses Gesetzes zielt darauf ab, völker- und europarechtliche Vorgaben in deutsches Recht umsetzen. Der derzeitige Entwurf sieht vor, anerkannten Umweltverbänden die Möglichkeit einzuräumen, ein breiteres Feld behördlicher Entscheidungen, wie beispielsweise bei Bauvorhaben, gerichtlich überprüfen zu lassen.

Aus Sicht des DeSH droht durch die geplante Erweiterung von Klagebefugnissen eine Häufung und Verlängerung von Gerichtsverfahren, die zu einem Schwinden der Rechts- und Planungssicherheit für die Unternehmen der Säge- und Holzindustrie führt. Daher hat sich der DeSH für einen maßvollen Ausgleich zwischen Ökologie und Ökonomie ausgesprochen.

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Klimaschutzplan darf wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Säge- und Holzindustrie nicht ersticken

Am 27. September 2016 fand im Bundesumweltministerium die Verbändeanhörung zum dem aktuellen Entwurf des Klimaschutzplanes für das Jahr 2050 statt.

In seiner derzeitigen Ausgestaltung schränkt der Klimaschutzplan die wirtschaftliche Handlungsfähigkeit der Säge- und Holzindustrie durch geplante weitere Flächenstilllegungen sowie national überzogene Emissionsgrenzwerte massiv ein und gefährdet damit sowohl die regionale Wertschöpfung als auch den Klimaschutz.

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EU-Strategie für die Wärme- und Kälteerzeugung

Am 13. September hat das Europäische Parlament in einer Resolution die wichtige Rolle der Erneuerbaren Energien im Rahmen der EU-Wärme- und Kältestrategie hervorgehoben.

Knapp 50 Prozent des Endenergiebedarfes in der EU entfällt auf die Wärme- und Kälteerzeugung, davon wiederum 80 Prozent auf Gebäude. Um jedoch die Ziele des Klimaübereinkommens von Paris erreichen zu können, ist sowohl eine Steigerung der Energieeffizienz als auch ein vollständiger Ersatz fossiler durch erneuerbare Energieträger bei der Wärme- und Kälteerzeugung unerlässlich. Biomasse kann entscheidend zu diesem Wechsel beitragen, da sie bereits heute 89 % des gesamten Wärmeverbrauchs aus erneuerbaren Energien in der EU ausmacht. Ein Beispiel dafür könnten moderne Heizungen mit einem hohen Wirkungsgrad basierend auf Pellets aus Nebenprodukten der Sägeindustrie darstellen. Damit könnten nicht nur Konkurrenzen zwischen stofflicher und energetischer Holznutzung vermieden, sondern auch ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden.

Aus Sicht des DeSH ist auch bei dieser Strategie ein ganzheitlicher Ansatz nötig, der Klimaschutz, Effizienz und Wertschöpfung miteinander vereint.

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Aktuelle Gesetze und Initiativen

Bund: Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Stärkung des Holzbaus.

Bund: Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu Maßnahmen gegen Entwaldung.

Bund: Unterrichtung der Bundesregierung zum Fortschrittsbericht zur Nationalen Politikstrategie Bioökonomie.


Ausstellung Bauen mit Holz im Martin-Gropius-Bau startet im Oktober

Bauen mit Holz ist nicht nur nachhaltig, sondern auch im Hinblick auf die Ressourceneffizienz unübertroffen. Welche technischen Möglichkeiten und Innovationen der Baustoff Holz ebenfalls bietet und welche architektonischen Meisterwerke damit möglich sind, zeigt die Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“, die vom 21. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017 im Berliner Martin-Gropius-Bau stattfindet und vom DeSH gemeinsam mit anderen Organisationen und Unternehmen der Forst- und Holzwirtschaft gefördert wird. Neben spektakulären Projekten können dort auch richtungsweisende urbane Holz-Wohnbauten wie beispielsweise im Prenzlauer Berg und die neuesten Trends des Bauens mit Holz bei Aufstockungen bewundert werden.

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Ihre Ansprechpartner

beim Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband


Bildergalerie Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" - noch bis 15. Januar 2017 in Berlin

In jedem Architekturodell stecken rund 2.000 Arbeitsstunden, so Ausstellungskurator Prof. Hermann Kaufmann. Doch nicht nur die filigranen Holzmodelle begeistern die Besucher, sondern es beeindruckt das breite Spektrum des modernen Holzbaus, das in der Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" zu sehen ist. 

Noch bis 15. Januar 2017 können Interessierte die Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau besuchen. Gezeigt werden nicht nur preisgekrönte Werke, sondern beispielsweise auch sozialer Wohnungsbau und Aufstockungen von Bestandsgebäuden.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag - 10:00 - 19:00 Uhr; Dienstag geschlossen
Ausstellungsort: Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin
mehr

Was das Bauen mit Holz sonst noch ausmacht, können Sie vertieft nachlesen unter www.holzbau-aktiv.de

Bildergalerie:
(Fotos: Technische Universität München, © Jirka Jansch)

  

  


Bildergalerie Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" - noch bis 15. Januar 2017 in Berlin

In jedem Architekturodell stecken rund 2.000 Arbeitsstunden, so Ausstellungskurator Prof. Hermann Kaufmann. Doch nicht nur die filigranen Holzmodelle begeistern die Besucher, sondern es beeindruckt das breite Spektrum des modernen Holzbaus, das in der Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" zu sehen ist. 

Noch bis 15. Januar 2017 können Interessierte die Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau besuchen. Gezeigt werden nicht nur preisgekrönte Werke, sondern beispielsweise auch sozialer Wohnungsbau und Aufstockungen von Bestandsgebäuden.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag - 10:00 - 19:00 Uhr; Dienstag geschlossen
Ausstellungsort: Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin
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Was das Bauen mit Holz sonst noch ausmacht, können Sie vertieft nachlesen unter www.holzbau-aktiv.de

Bildergalerie:
(Fotos: Technische Universität München, © Jirka Jansch)

  

  

Mit freundlichen Grüßen

J. Möbus

J. Möbus
Public Affairs

M. Wollenweber

M. Wollenweber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Homepage
www.saegeindustrie.de sowie bei den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.