Politikbrief
Deutsche Säge- und Holzindustrie

Politikbrief

Informationen der deutschen Holzindustrie für politische Entscheider

August 2016

24.06.2017

Informationsdienst des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH)

Inhalt


Der DeSH stellt sich vor ...

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ist die Interessenvertretung der Säge- und Holzindustrie auf Bundes- und Landesebene sowie in europäischen und internationalen Organisationen und Angelegenheiten. Der Verband hat die Aufgabe seine Mitglieder in wirtschafts- und branchenpolitischen sowie fachlichen Fragen zu vertreten und in ihren wirtschaftlichen Zielen zu unterstützen. Der DeSH vertritt und vermittelt Brancheninteressen im politischen Kontext.


Nachgefragt bei ... Steffen Rathke

In unserer Rubrik Nachgefragt bei ... möchten wir gern Entscheider der verschiedenen Parteien aus Bund und Ländern sowie Verbänden zu aktuellen politischen Themen zu Wort kommen lassen - in diesem Monat Steffen Rathke, Sprecher der Plattform Forst und Holz als Spitzenverband der Forst- und Holzwirtschaft:

1. Was sind für Sie die zentralen Anliegen des Clusters Forst und Holz für die verbleibende Legislaturperiode

Holz zeichnet sich als nachwachsender Rohstoff nicht nur durch seine hervorragenden Klimaeigenschaften, sondern auch durch seine vielfältigen Einsatzmöglichkeiten aus. Daher gibt es in der Holzverwendung bereits zahlreiche innovative Forschungs- und Entwicklungsvorhaben in einzelnen Ländern und Regionen. Als Sprecher der Plattform Forst und Holz ist mir aufgefallen, dass es bisher an Transparenz und Koordination dieser einzelnen Initiativen mangelt. Aus meiner Sicht könnte die bessere Abstimmung und Vernetzung der Projekte untereinander, beispielsweise im Rahmen einer öffentlich einsehbaren Plattform, Synergien schaffen und die Einsatzmöglichkeiten von Holz deutlich ausweiten.

2. In welchen Bereichen sehen Sie nach der nächsten Bundestagswahl vordringlichen Handlungsbedarf?

Das Cluster Forst und Holz erfüllt nicht nur eine äußerst wichtige Funktion im Hinblick auf Klimaschutz und Biodiversität, sondern nimmt auch eine zentrale arbeitsmarkt- und strukturpolitische Rolle in den ländlichen Regionen ein. Diese Rolle wird durch die aktuelle Debatte über die Erhöhung des Anteils nutzungsfreier Wälder und die damit verbundene Einschränkung der Holzversorgung massiv bedroht. Da zahlreiche Studien zudem belegen, dass Flächenstilllegungen nicht automatisch zu einer Erhöhung der Artenvielfalt führen, ist es aus meiner Sicht entscheidend, zwischen Ökologie und Ökonomie einen Kompromiss zu finden, der keine Interessengruppe übermäßig benachteiligt.

3. Zunehmende Urbanisierung bei gleichzeitig steigendem Wohnraumbedarf in Ballungsgebieten sind Entwicklungen, die in letzter Zeit verstärkt in den Fokus von Politik und Medien rücken. Welche Rolle kann der Holzbau bei der Bewältigung dieser Herausforderungen Ihrer Ansicht nach einnehmen?

Aus meiner Sicht nimmt Holz bei der Überwindung dieser Herausforderungen eine zentrale Position ein. Denn für Holz sprechen nicht nur klimapolitische Argumente. Bekannt ist, dass durch einen verstärkten Einsatz von Holz CO2 gespeichert sowie energieintensive Materialien wie Stahl und Beton ersetzt werden – dies senkt den Primärenergieverbrauch deutlich. Ein zentraler Vorteil von Holz im Wohnungsbau sind auch seine technischen Eigenschaften: Holz ist durch sein geringes Gewicht und seinen hohen Vorfertigungsgrad optimal geeignet, um durch Aufstockungen und Nachverdichtungen schnell hochwertigen Wohnraum zu schaffen. Unser Ziel sollte es daher sein, Holz zum Baustoff Nummer 1 im urbanen Raum zu machen.

4. Und welche rechtlichen und politischen Voraussetzungen sind Ihrer Ansicht nach nötig, um die Potenziale des Holzbaus auszuschöpfen?

Auch wenn die Vorteile von Holz auf der Hand liegen, bestehen aus meiner Sicht noch erhebliche Verbesserungsmöglichkeiten, um die Potenziale von Holz im Bauwesen voll ausschöpfen können. Grundlegende Voraussetzung dafür ist die Gleichstellung von Holz gegenüber den konventionellen Baumaterialien in den Landesbauordnungen.

Darüber hinaus können viele Versuchsbauten nicht realisiert werden, da die bestehenden Bauvorschriften und Genehmigungsverfahren keine Ausnahmen für Probebauten zulassen. Dadurch werden viele wertvolle Innovationen nicht realisiert, die durch Ausnahmeregelungen möglich wären. Darüber hinaus sollten technische Untersuchungen zum Brandschutz und zu Hybridlösungen mit Laub- und Nadelholz durch Forschungsprojekte vorangetrieben werden.


Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung lässt ökonomische Bedeutung des Clusters Forst und Holz außer Acht

Der DeSH hat sich im Rahmen der gemeinsamen Stellungnahme des Deutschen Holzwirtschaftsrates (DHWR) zur Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung für eine stärkere Berücksichtigung der ökonomischen Bedeutung des Clusters Forst und Holz für Klimaschutz, Wirtschaftswachstum und Beschäftigung ausgesprochen. Dazu zählen aus Sicht des DeSH der Verzicht auf weitere Flächenstilllegungen, eine maßvolle Reduktion der Emissionsgrenzwerte von Holzfeuerungsanlagen durch die TA-Luft sowie die Steigerung der Rohstoffproduktivität im Sinne der Kaskadennutzung.

Ebenso sieht der DeSH die Förderung des Bauens mit Holz als ein zentrales Element zum Klimaschutz, zur Schaffung von hochwertigem und nachhaltigem Wohnraum und zur Steigerung von Beschäftigung.

Neben der Beseitigung rechtlicher Hemmnisse zur Förderung des Holzbaus in den Landesbauordnungen sollte darüber hinaus die Stärkung des Bauens mit Holz entsprechend über marktwirtschaftliche Anreizmechanismen in den Nachhaltigkeitsinstrumenten verankert werden.

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Aktuelle Gesetze und Initiativen

Bund: Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Stand des Klimaschutzplans 2050.

Bund: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zur Bionergie im Erneuerbare-Energien-Gesetz.

Bund: Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zum Holzbau und anderen nachwachsenden Rohstoffen im Baubereich.


Verordnungsentwurf für Emissionen aus LULUCF-Sektor von der EU-Kommission vorgestellt

Die Europäische Kommission hat Ende Juli 2016 ihre Vorschläge für eine europäische Klimaverordnung für den Sektor Landnutzung, Landnutzungsänderungen und Forstwirtschaft (LULUCF) vorgestellt. Damit soll nun erstmals auch die Klimawirkung der Wälder und Böden durch eine verbindliche europäische Verordnung geregelt werden. Bis 2020 fallen die LULUCF-Emissionen noch unter die Regelungen des Kyoto-Protokolls.

Mithilfe des neuen Verordnungsvorschlags ist geplant, die durch die Aufnahme und Speicherung des CO2 in den Wäldern entstehenden Emissionsgutschriften aus dem LULUCF-Sektor in einer Höhe von bis zu 280 Millionen Tonnen CO2 als Ausgleich in anderen Sektoren anzurechnen.

Um jedoch in Deutschland und europaweit den Klimaschutz entscheidend zu verbessern, spricht sich der DeSH nachdrücklich dafür aus, die enormen Ressourcenschutzpotenziale durch eine langfristige und dauerhafte Speicherung von CO2 in Holzprodukten ebenfalls entsprechend anzuerkennen.

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Möglichkeiten und Potenziale von Holz - Ausstellung Bauen mit Holz im Martin-Gropius-Bau

Bauen mit Holz ist nicht nur nachhaltig, sondern auch im Hinblick auf die Ressourceneffizienz unübertroffen. Welche technischen Möglichkeiten und Innovationen der Baustoff Holz ebenfalls bietet und welche architektonischen Meisterwerke damit möglich sind, zeigt die Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“, die vom 21. Oktober 2016 bis 15. Januar 2017 im Berliner Martin-Gropius-Bau stattfindet und vom DeSH gemeinsam mit anderen Vertretern der Forst- und Holzwirtschaft gefördert wird. Neben spektakulären Projekten können dort auch richtungsweisende urbane Holz-Wohnbauten wie beispielsweise im Prenzlauer Berg und die neuesten Trends des Bauens mit Holz bei Aufstockungen bewundert werden.

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Ihre Ansprechpartner

beim Deutschen Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V.


Bildergalerie Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" - noch bis 15. Januar 2017 in Berlin

In jedem Architekturodell stecken rund 2.000 Arbeitsstunden, so Ausstellungskurator Prof. Hermann Kaufmann. Doch nicht nur die filigranen Holzmodelle begeistern die Besucher, sondern es beeindruckt das breite Spektrum des modernen Holzbaus, das in der Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" zu sehen ist. 

Noch bis 15. Januar 2017 können Interessierte die Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau besuchen. Gezeigt werden nicht nur preisgekrönte Werke, sondern beispielsweise auch sozialer Wohnungsbau und Aufstockungen von Bestandsgebäuden.

Öffnungszeiten: Mittwoch bis Montag - 10:00 - 19:00 Uhr; Dienstag geschlossen
Ausstellungsort: Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin
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Was das Bauen mit Holz sonst noch ausmacht, können Sie vertieft nachlesen unter www.holzbau-aktiv.de

Bildergalerie:
(Fotos: Technische Universität München, © Jirka Jansch)

  

  

Mit freundlichen Grüßen

J. Möbus

J. Möbus
Public Affairs

M. Wollenweber

M. Wollenweber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


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