Deutsche Säge- und Holzindustrie
Speedletter

Juli 2016

21.11.2017

News aus Berlin und Wiesbaden für Freunde und Interessenten

Sehr geehrte Damen und Herren, 

lesen Sie untenstehend die aktuellen Nachrichten des DeSH.

Inhalt


Studie „Die Nadelholzsägeindustrie 2014/ 2018“

Ulf Weber

Seit 2007 führt die Münchener Unternehmensberatung Schwärzer & Partner im Dreijahresabstand eine umfassende Sägewerksstudie in Deutschland durch. Die Erhebung zur neuesten Auflage „Die Nadelholzsägeindustrie 2014/ 2018“ fand in Kooperation mit dem Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) statt. Im Interview erklärt Ulf Weber, der die Studie bei Schwärzer & Partner federführend betreute, welche Trends sich in der Branche abzeichnen und wie Unternehmen die Ergebnisse nutzen können, um sich für die Zukunft aufzustellen.

Herr Weber, Ihre Studie hat sich inzwischen in der Branche etabliert, die Präsentation auf dem Sägewerkskongress im März erfreute sich großem Interesse. Welchen Mehrwert bietet Ihre Studie den Unternehmen?

Die Befragung gibt einen Einblick, wie die Sägewerksunternehmen selbst die aktuelle und die zukünftige Lage und Entwicklung sehen. Unternehmen, die die Studie lesen, können somit ihre eigene Markteinschätzung mit der der Teilnehmer abgleichen. Hierdurch erhalten sie einen Referenzpunkt sowie Input für die eigene Planung. Auf dieser Basis lassen sich bessere strategische Entscheidungen treffen, da ja immer auch das Verhalten der Wettbewerber berücksichtigt werden sollte. Die Studie ist zudem auch für Außenstehende, also für „Stakeholder“, interessant, da wir einen Brancheneinblick jenseits der reinen Zahlenwelt bieten.

Können Sie dies näher erläutern?

Viele andere Erhebungen sind rein quantitativ. Dort werden ausschließlich Zahlen erhoben und mit statistischen Methoden ausgewertet. Wir gehen einen Schritt weiter und werten auch qualitativ aus. Denn oftmals lassen sich erst durch den Blick „hinter die Zahlen“ Zusammenhänge erkennen. Durch einen zusätzlichen rein qualitativen Teil beleuchten wir zudem betriebswirtschaftliche Themen, die bislang vielleicht noch nicht im Fokus standen. Damit gehen wir über das hinaus, was andere Erhebungen liefern.

Sie sprechen komplexe Zusammenhänge an. Inwiefern bedarf die Sägeindustrie branchenspezifischer Beratungsansätze?

Die Sägeindustrie unterscheidet sich von vielen anderen Branchen darin, dass sich die Unternehmen sowohl im Einkauf als auch im Verkauf in einer eher schwachen Position zum jeweiligen Gegenüber befinden. Durch die aus der Vergangenheit herrührenden Überkapazitäten ist der Wettbewerb um das Rundholz nach wie vor hoch, so dass Waldbesitzer häufig ihre Vorstellungen durchsetzen können. Gleichzeitig herrscht auf den Absatzmärkten ein starker Konkurrenzkampf, weshalb der aus der Rohstoffsituation entstehende Kostendruck oft nicht vollständig weitergegeben werden kann. Für uns als Berater stehen daher bei vielen Sägewerksprojekten die Weiterentwicklung von Wertschöpfungskonzepten, die Effizienzsteigerung in betrieblichen Abläufen und ein starkes Controlling im Fokus.

Ihre Studie zeigt, die Lage der Sägeindustrie hat sich gegenüber 2010 verbessert. Sie führen dies vorwiegend auf die Reduktion der Kapazitäten zurück. Muss sich dieser Trend weiter fortsetzen?

Neben der Reduktion der Kapazitäten ist natürlich auch die allgemein verbesserte konjunkturelle Situation für die derzeitige Lage der Sägeindustrie verantwortlich. Nichtsdestotrotz hat in den Betrieben merklich die Erkenntnis eingesetzt, dass eine Beibehaltung der rein mengengetriebenen Wertschöpfung nicht zum Erfolg führen kann. Hierin besteht auch die Chance für die nachhaltige Fortsetzung dieser Entwicklung. Die Bemühungen der einzelnen Unternehmen, Abläufe und Wertschöpfung zu optimieren sowie Nischen zu finden, geben Hoffnung, dass dieser Weg weiter beschritten wird.

Bietet der Markt denn genug Nischen für die rund 2000 Betriebe der Branche?

Grundsätzlich ja. Allerdings ist es extrem wichtig, bei der Suche nach geeigneten Nischen eine sehr genaue Vorstellung von den eigenen Stärken und Schwächen  − auch im Vergleich zum Wettbewerb − zu haben. Eine Nische ist zudem nur eine Nische, solange sie möglichst noch nicht oder nur spärlich besetzt ist. Blind auf Trends zu setzen, ist der falsche Weg. Hinweise zur Auswahl der richtigen Nische lassen sich durchaus aus den Studienergebnissen ziehen, allerdings bedarf es für jeden Einzelfall einer genaueren Betrachtung der individuellen Situation.

In Bezug auf Effizienzsteigerung wird viel Hoffnung in die Digitalisierung gesetzt. Hier sehen Sie die Sägeindustrie noch deutlich rückständig. Welches Potenzial birgt die Industrie 4.0 für die Branche?

Viele Sägewerksunternehmen befinden sich aktuell auf einer Stufe, die man am besten mit „Industrie 2.5“ bezeichnen könnte. Das heißt, zumeist werden noch nicht einmal auf Unternehmensebene die Möglichkeiten der EDV-basierten Automatisierung voll ausgeschöpft. Auch die im Rahmen vorhandener Systeme erhobenen Daten werden oftmals nicht ausreichend ausgewertet. Dabei bieten diese eine Vielzahl von Ansatzpunkten zur Optimierung der betrieblichen Abläufe! Die nächsten Schritte hin zur „Sägeindustrie 4.0“ beinhalten vor allem die vollständige Abbildung der Materialströme, um die Logistik intern und extern zu verbessern sowie die Optimierung der Abläufe mithilfe von EDV. Perspektivisch bietet „Industrie 4.0“ mit dem Fokus auf Individualisierung der Produktion großes Potenzial, um den Trend hin zu mehr Veredelung und kundenindividuellen Zusatzleistungen zu unterstützen.

In Ihrer Studie fragen Sie Unternehmen auch nach wahrgenommenen Chancen und Risiken. Erstmals rangiert der Fachkräftemangel unter den "Top-Risiken". Mit der Nachwuchskampagne „It wood be good“ steuert der DeSH auf Verbandsebene bereits gegen. Wie können sich die Betriebe auf dieses Thema einstellen?

Die Kampagne des Verbandes ist sicherlich sinnvoll, da es einzelne Unternehmen schlichtweg nicht leisten können, ein ganzes Berufsfeld beziehungsweise eine komplette Branche am Arbeitsmarkt zu präsentieren. Im Idealfall nehmen die Unternehmen den Ball auf und untermauern die Imagekampagne durch das Angebot attraktiver Arbeits- und Ausbildungsplätze.
Wichtig ist, dass die Unternehmen dabei den Wandel der Branche berücksichtigen und entsprechende Anforderungen an die Fachkräften stellen. Die knapperen Margen bedeuten, dass insbesondere zukünftige Führungskräfte neben dem Branchen Know-how über fundierte betriebswirtschaftliche Kenntnisse verfügen müssen. Ebenso erfordert die Digitalisierung Fähigkeiten, die durch das Personal dargestellt werden müssen. Bei der Erfüllung all dieser Anforderungen ist es wichtig, neben der Rekrutierung neuer Mitarbeiter auch die Weiterbildung vorhandener Mitarbeiter nicht zu vernachlässigen. Hierdurch können innerbetrieblich dringend benötigte Fähigkeiten aufgebaut und Leistungsträgern eine attraktive Perspektive geboten werden.

Weitere Informationen

Die Unternehmensberatung Schwärzer & Partner führt die Sägewerksstudie seit 2007 im Abstand  von drei Jahren durch. Die Studie informiert über die aktuelle wirtschaftliche Situation, Zukunftserwartungen sowie über Trends und Tendenzen. Die komplette 60-seitige Studie kann ab sofort über den DeSH bezogen werden. Für Mitglieder betragen die Kosten 150 Euro, für Nichtmitglieder 250 Euro. Teilnehmer der Befragung erhalten diese kostenlos (Kontakt: info@saegeindustrie.de).

Darüber hinaus sind betriebsindividuelle Auswertungen möglich. Schwärzer & Partner bietet an, die Ergebnisse in einem Beratungsgespräch zu erläutern. Für Mitglieder des DeSH ist eine individualisierte Auswertung und Beratung zu Sonderkonditionen möglich. Kontakt: weber@schwaerzer-partner.de


Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ ab Oktober in Berlin

Bauen mit Holz - Pressefoto

Ab dem 21. Oktober 2016 ist im Martin-Gropius Bau in Berlin die Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" zu sehen.

Anhand von internationalen und nationalen herausragenden Projekten zeigt die Ausstellung ökologisch-nachhaltige und aktuelle Positionen der Holz-Baukunst und modernen Holzarchitektur. Präsentiert werden spektakuläre Projekte von Toyo Ito, Shigeru Ban oder Frei Otto ebenso wie richtungsweisende urbane Holz-Wohnbauten, beispielsweise von Kaden & Klingbeil in Berlin/Prenzlauer Berg, sowie die neuesten Tendenzen des Bauens mit Holz über der Hochhausgrenze. Großformatige Modelle werden durch Pläne, Texte und Fotographien umfangreich begleitet.

Ein Baustoff, der seit Beginn der Moderne fast in Vergessenheit geraten ist, beginnt sich wieder im gegenwärtigen Baugeschehen und zunehmend im städtischen Bewusstsein zu etablieren. Galten lange Zeit Stahl, Glas, Ziegel und Beton als Inbegriff moderner Baukunst, so bereichert nun das wahrscheinlich älteste Konstruktionsmaterial die Architektur der Gegenwart. Die Renaissance des modernen Holzbaus begann Anfang der 1990er Jahre und scheint seit diesem Zeitpunkt kontinuierlich zu wachsen.

Ein vertrautes Material präsentiert sich in einer neuen Vielfalt. Laufende Forschung haben enorme Entwicklungen und Verbesserungen in Bautechnik und Anwendung bewirkt und computergestützte Berechnungs- und Fertigungsmethoden eröffnen völlig neue Formen der Gestaltung. Einer der ältesten Baustoffe der Menschheit liefert somit innovative und interessante Beiträge zur Architektur der Gegenwart.
Die Ausstellung zeigt diese aufsehenerregende Holzarchitektur, die überall auf der Welt entsteht und die bis vor kurzem so nicht denkbar war. Sie gibt klare Antworten auf drängende Fragen des Klimawandels. So wird anhand von zahlreichen Grafiken aufgezeigt wie Holzbauten das klimarelevante Gas Kohlendioxid speichern und durch die Verwendung des nachwachsenden Rohstoffes energieintensive konventionelle Baustoffe ersetzt werden können. Anhand von vergleichenden

Ökobilanzierungen bereits ausgeführter Bauten wird dies noch weiter untermauert. Es wird klar, dass Holz zum Symbol für Nachhaltigkeit und ressourcenschonendem Bauen geworden ist. So wird in kaum einen anderen Baustoff mehr Hoffnung auf die Lösung umweltrelevanter Probleme der Bauindustrie gelegt.
Die Geschichte der Ausstellung beginnt im Wald. Seine Bedeutung für Umwelt und Gesellschaft wird erklärt und warum es sinnvoll ist, den faszinierenden Rohstoff primär stofflich zu verwerten. Komplettiert wird der Rundgang mit der Darstellung der zunehmenden Bedeutung von alternativen Holzarten wie beispielsweise dem Laubholz das besonders für zukünftige Baugeschehen relevant sein wird.
In der Ausstellung wird die Faszination eines Werkstoffes deutlich, der praktisch vor der Haustür wächst und wie kein anderer vielfältig verwendbar ist. Ein Material das von großen Tragwerken bis zu Möbeln schon seit Jahrhunderten seine Eignung bewiesen hat und nach wie vor für viele Menschen mit großem Wohlbehagen verbunden ist.

Kuratiert wird die Ausstellung von Professor Hermann Kaufmann in Zusammenarbeit mit Professor Winfried Nerdinger von der Technischen Universität München. Durchgeführt wird sie in Kooperation mit dem Deutschen Architektur Zentrum DAZ in Berlin und gefördert durch die DBU Deutsche Bundesstiftung Umwelt, den DHWR Deutschen Holzwirtschaftsrat e. V., den GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e. V. und proHolz Bayern.

http://www.bauenmitholz.berlin

Martin-Gropius-Bau
Niederkirchnerstraße 7
10963 Berlin

21. Oktober 2016 - 15. Januar 2017
 


DeSH mit Nachwuchskampagne "it wood be good" auf der KWF-Tagung in Roding vertreten

Roding 2016 KWF it wood be good

Auf der diesjährigen KWF-Tagung in Roding war der DeSH mit Informationen zur Nachwuchgewinnung als Aussteller vertreten. Vom 8. bis 11. Juni 2016 konnten sich die Besucher der größten Forstdemo-Messe der Welt an einem Gemeinschaftsstand auch über die Kampagne "it wood be good" informieren.

Der Freistaat Bayern war nach 31 Jahren erstmals wieder Gastgeber einer KWF-Tagung, Partnerland war in diesem Jahr Tschechien. Unter dem Motto "Wälder - Menschen - Märkte, Forstwirtschaft nutzt natürlich" bot die viertägige Veranstaltung eine Forstmaschinen- und Neuheitenschau, Fachexkursionen und einen Fachkongress.

Die Branchenvertreter hatten die Möglichkeit, neben Vorträgen und Diskussionsforen mit Experten auch Arbeitskreise zu verschiedenen Fachthemen zu besuchen. Bei der Ausstellung präsentierten über 500 Aussteller aus 25 Ländern ihre Produkte.

Eine Fachkommission zeichnete zudem acht innovative Produkte mit den KWF-Innovationsmedaillen aus. Das Rahmenprogramm der Tagung umfasste unter anderem Meisterschaften im Forwarderfahren, Pferderücken und Timbersport.


Tagungsrückblick „Deutscher Wald, dick und alt – Starkholz: Schatz oder Schleuderware“

Vortrag Starkholztagung Redner Starkholztagung

Die Göttinger Fachtagung vom 16. Juni 2016 stellte Forschungsergebnisse, Erfahrungen und Positionen verschiedener Akteure aus der Branche zum Themenfeld Starkholz vor. Hintergrund ist die Tatsache, dass die Anteile an Starkholz im deutschen Wald kontinuierlich zunehmen und Starkholzproduktion sehr verbreitet als forstwirtschaftliches Betriebsziel gilt.

Nach der Eröffnung der Tagung durch Prof. Dr. Bernhard Möhring als Vertreter des ausrichtenden Kompetenznetzes für Nachhaltige Holznutzung e. V. und Steffen Rathke als Sprecher der Plattform Forst & Holz richtete der Bundestagsabgeordnete Cajus Julius Caesar ein Grußwort an die Anwesenden. Darin betonte Caesar unter anderem die Wichtigkeit der personellen und finanziellen Ausstattung der Branche durch die Politik und wies darauf hin, dass vom Bund weiter Forschungsfördermittel über die Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) und die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) zur Verfügung stehen.

Breites Themenspektrum

Insgesamt neun Referenten aus der Forschung, der (Holz)wirtschaft und von den Landesforstbetrieben stellten in ihren Vorträgen ihre Arbeitsergebnisse, Forderungen und Forschungen dar. Die Redner im Einzelnen waren:

Als erster Redner warnte Dr. Merforth davor, das nach den BWI3-Daten verfügbare Starkholz als ökonomisch verfügbares Potenzial zu interpretieren und zeigte in seinem Vortrag die Hemmnisse für die Starkholzmobilisierung auf. Diese sind, so Merforth, unter anderem die unterschiedlichen Preiserwartungen der Forstindustrie auf der einen und der Holzindustrie auf der anderen Seite sowie das derzeit niedrige Zinsniveau und die anspruchsvolle Ernte von Starkholz. In der anschließenden Diskussion wurde zudem auf rational nicht einfach zu fassende Gründe für eine geringe Starkholznutzung verwiesen: So sei die psychologische Hemmschwelle, einen dicken Baum zu fällen, viel höher, als einen dünneren. Der nächste Referent, Prof. Dr. Spellmann, richtete basierend auf seinen Forschungsergebnissen zu den Starkholzvorräten, Forderungen an die verschiedenen Marktpartner: Die Forstwirtschaft solle die weiter ansteigenden Starkholzvorräte durch konsequente Abnutzungskonzepte bei einer gleichzeitigen Förderung der Verjüngung mobilisieren. Die Holzwirtschaft täte gut daran, Anpassungen bei der Sägewerkstechnologie vorzunehmen und die Entwicklung neuer Produkte voranzutreiben. An die Politik richtete er die Forderung, die Hemmnisse für den Holzbau konsequent abzubauen.

Ernte, Einschnitt und Qualität

Dass es technisch möglich ist, Starkholz über bereits etablierter Verjüngung zu ernten und dieses in Sägewerken mit Bandsägen-Technologie einzuschneiden, erläuterten Bruno Starke und Peter Schachtner in ihren Präsentationen. Der nächste Redner, Dr. Udo Hans Sauter, machte deutlich, dass der Anteil von qualitativ schlechterem Holz im Starkholz relativ hoch ist und stellte die Ct Technologie als erfolgversprechende Möglichkeit vor, die Ausbeute an qualitativ gutem Schnittholz zu erhöhen.

Betriebswirtschaft und naturnaher Waldbau

Prof. Möhrings Thema waren die betriebswirtschaftlichen Aspekte der Starkholznutzung. Er kommt anhand seiner Analysen zu dem Schluss, dass sich die hohen Starkholzvorräte, insbesondere bei Buche, Fichte und Kiefer, betriebswirtschaftlich nicht erklären lassen und stellte die provokante Frage, ob die Starkholzvorräte noch Nutzungsreserven darstellen oder bereits wirtschaftlich abzuschreibende Naturressourcen sind. In der Diskussion wurde deutlich, dass sich dies regional sehr unterschiedlich darstellt und es wurde für eine differenzierte Betrachtung plädiert. Der anschließende Vortrag von Prof. Ammer unterstrich den Wert des Starkholzs auch für den Naturschutz, verwies aber zugleich auf seine waldbauliche Bedeutung, u. a. für die Qualitätsentwicklung der Verjüngung unter Schirm. In der weiteren Diskussion wurde allerdings auch präzisiert, dass dies vor allem für die Schattbaumart Buche gilt und sich die Situation beispielsweise bei der Douglasie ganz anders darstellt.

Abnutzungsstrategien und Vermarktung

Den Blick auf die Abnutzungsstrategien für Nadelstarkholz richtete besonders Ralf-Volker Nagel. Die Zielstärkennutzung erfordere ein rechtzeitiges umschalten vom Pflegemodus in den Abnutzungsmodus und differenzierte Zielstärken, die sich der Bestandsentwicklung, bedingt durch die natürliche Dynamik, anpassen. Der Referent betonte zudem die Notwendigkeit, die Verjüngung konsequent zu fördern. Der letzte Redner des Tages, Erhard Sieder, stellte ein Kooperationsmodell aus Österreich vor, bei dem sich kleinere und mittlere Sägewerke zusammengeschlossen haben, um ihr Holz besser vermarkten zu können.

In einem abschließenden Schlusswort von Prof. Möhring bilanzierte dieser, dass die Rohholzpotenziale in Deutschland hoch seien und vielfältige Nutzungsmöglichkeiten bestünden. Starkholz ist, so Möhring, technisch gesehen nutzbar und insbesondere Spezialisierungen bieten ein interessantes Verwendungspotenzial. An die Förster und Waldbesitzer richtete der Göttinger Professor den Appell, sich an die Begebenheiten der Märkte anzupassen und bei den Produktionszielen die Rundholzanforderungen der Holzindustrie stärker mit einzubeziehen.

Einigkeit herrschte mit Blick auf die Qualitäts-Frage: Ganz klar müsse ein Unterschied zwischen Starkholz von guter und von schlechter Qualität gemacht werden, so mehrere Redner. Während gutes Starkholz auch gut zu vermarkten sei, ist Starkholz schlechterer Qualität, das teilweise einen Anteil von rund 80 % ausmacht, ungleich schwieriger zu den vom Waldbesitz erwarteten Preisen dem Markt zuzuführen. Hier müsse konsequenter schon bei jüngeren Dimensionen genutzt werden. 


Holzbau Cluster Hessen gegründet / Vorstand gewählt

Vorstand Holzbau Cluster Hessen

Am 15.06.2016 wurde in Marburg das Holzbaucluster Hessen gegründet. Der Gründung vorangegangen war eine Potenzialanalyse und Machbarkeitsstudie für das geplante Cluster, die das hessische Wirtschaftsministerium und die Europäische Union finanziell gefördert haben. 

Eine vorbereitende Sitzung hatte bereits im Februar 2016 in Kassel stattgefunden, auf der Vertreter der Holzwirtschaft bereits ihre Wünsche und Anforderungen an ein zukünftiges Cluster Holzbau in Hessen zusammengetragen hatten.

In der Folgezeit wurde eine Satzung entworfen und im Juni 2016 fand schließlich die Gründungsversammlung für das Cluster statt. Die Gründungsmitglieder haben die entworfene Satzung einstimmig angenommen und ihren Vorstand gewählt. Die Satzung sieht vor, dass sich der Vorstand aus den folgenden Wirtschaftsbereichen zusammensetzt und so die Vernetzung innerhalb des Themenschwerpunkts Holzbau fördert:

- Zimmerer- und Holzbaugewerbe
- Sägeindustrie
- Forstwirtschaft
- Universitäten und wissenschaftliche Einrichtungen
- berufliche Bildungseinrichtungen des Holzbaus,
- Kommunen

Der gewählte Vorstand des neuen Holzbauclusters setzt sich wie folgt zusammen:

- Vorsitzender: Prof. Dr. -Ing. Achim Vogelsberg, Technische Hochschule Mittelhessen, Gießen    
- Stellvertretender Vorsitzender: Walter Mais, Vorsitzender Holzbau Deutschland Verband Hessischer Zimmermeister e.V.

- Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer DeSHMichael Gerst, Leiter Hessenforst
- Johannes Schwarz, Vizepräsident Handwerkskammer Kassel
- Stefan Rehm, Obermeister Zimmererinnung Fulda
- Helmhard Neuenhagen, Geschäftsführer Bundesbildungszentrum des Zimmerer- und Ausbaugewerbes
- Dr. Philip Strohmeier, Holz von Hier
- (Heinz Schreiber erster Kreisbeigeordneter Lahn-Dill)

Ein besonderes Highlight in der Gründungsversammlung war die Vorstellung des neuen Lehr- und Forschungsgebietes „Holzbau“ an der THM durch Prof. Vogelsberg. Er erklärte, dass ihn die Entwicklung eines Holzbau Clusters mit dazu bewogen habe, den Ruf auf die Professur in Gießen anzunehmen. Er lege in seiner Arbeit sehr großen Wert auf Praxisbezug und möchte mit ganzer Kraft den Holzbau in Hessen vorantreiben. Eine Aussage die sich zu 100 % mit den Zielen des HCH deckt.

Das Holzbau Cluster Hessen versteht sich ganz besonders als Dienstleister für die Betriebe, Institutionen, Bildungseinrichtungen und Kommunen entlang der Wertschöpfungskette Holz. Darüber hinaus soll es Ansprechpartner für die Zulieferindustrie und angrenzende Gewerke, aber auch für Politik und Gesellschaft sein.

Wesentliche Aufgabe des Clusters sind daher die Kommunikation und Kooperation zwischen Betrieben und Institutionen wie Hochschulen, Kommunen und Landkreisen. Dazu gehören auch Informationspolitik und die Ausarbeitung von Prozessen und Dienstleistungsstrategien im Sinne der Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung.


Neuauflage des Normenbuches Bauschnittholz erscheint im Juli 2016

Normenbuch

Das Normenbuch enthält eine Zusammenstellung der aktuellen Normen zum Bauschnittholz, darunter die in Kürze erscheinende Neuausgabe der DIN EN 14081-1:2016-06. Die Neuauflage wird neben Nadelholznormen auch Normen zu Laubschnittholz und Holzschutz enthalten.

Die Neuauflage des Normenbuches Bauschnittholz, die vom DeSH in Zusammenarbeit mit dem Beuth Verlag des DIN als Sonderauflage herausgegeben wird, erscheint im Juli 2016.

Die Publikation enthält die wesentlichen DIN- und DIN-EN-Normen zum Bauschnittholz, die im Rahmen der Zertifizierung der Betriebe zur CE-Kennzeichnung von den zertifizierten Prüf– und Überwachungsstellen als bekannt vorausgesetzt werden. Der Inhalt umfasst Normen zu Nadelschnittholz und in der Neuauflage auch zu Laubschnittholz sowie zum Holzschutz. Nicht berücksichtigt sind die Normen zur Keilzinkung und zu Balkenschichtholz. Eine Übersicht der enthaltenen Normen finden Sie hier.

Interessierte können die Neuauflage unverbindlich unter info@saegeindustrie.de reservieren. DeSH-Mitglieder erhalten ihr Exemplar zum Vorzugspreis, weiltere Informationen finden sich im Mitgliederbereich.


DeSH-Seminar: „Mit Spartenrechnung und Kennzahlensystemen zum Erfolg“

Hörsaal_DeSH

Anhand einer Fallstudie im „Sägewerk mit Weiterverarbeitung“ erklärt die Unternehmensberatung Schwärzer & Partner – seit vielen Jahren starker Partner des DeSH und ausgewiesener Branchenkenner – wie Sie einen besseren Überblick über Ihren Betrieb erhalten. U.a. werden folgenden Werkzeuge vorgestellt:

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. und die Unternehmensberatung Schwärzer & Partner bieten in diesem Jahr erstmalig ein solches Betriebswirtschaftsseminar für klein- und mittelständische Unternehmen an.

Sie wollen die Rentabilität Ihres Betriebs durchleuchten. Das DeSH-Seminar „Mit Spartenrechnung und Kennzahlensystemen zum Erfolg“ zeigt Ihnen wie es gehen kann.

„Mit Spartenrechnung und Kennzahlensystemen zum Erfolg“

Die Teilnahmegebühr beträgt pro Teilnehmer/in für Mitglieder des DeSH und der angeschlossenen Verbände € 150,- zzgl. MwSt. Für Nichtmitglieder beträgt die Teilnahmegebühr € 350,- zzgl. MwSt. Die Gruppengröße des Seminars ist auf 12 Personen begrenzt. Mindestteilnehmerzahl sind 8 Personen.

Termine

Anmeldung

Die Einladung mit Tagesordnung und Anmeldeformular haben wir Ihnen unten zum Download zur Verfügung gestellt. 

Alle Teilnehmer/innen erhalten ein Zertifikat. 


Neuer Flyer Holzbearbeitungs-mechaniker erhältlich

Holzbearbeitungsmechaniker_Flyer

Damit aus Bäumen Häuser oder Holzprodukte entstehen können, müssen daraus
erst einmal Bretter, Balken, Furniere oder Holzplatten hergestellt werden. Genau das ist die Aufgabe von Holzbearbeitungsmechanikern. Doch was erwartet Jugendliche, die diese Ausbildung anstreben?

Der neue Flyer des DeSH für die Ausbildung zum Holzbearbeitungsmechaniker erläutert kompakt und anschaulich die Aufgaben und Anforderungen für künftige Auszubildende.

Der Flyer kann über die DeSH-Geschäftsstelle zum Unkostenpreis bezogen werden, Anfragen richten Sie bitte an info@itwoodbegood.de.


Speedletter abbestellen

Wenn Sie den Speedletter nicht mehr erhalten möchten, senden Sie bitte eine Email an: klaus.kottwitz@saegeindustrie.de

Mit besten Grüßen

Lars Schmitdt

Lars Schmidt
Generalsekretär des Vorstands und Hauptgeschäftsführer

Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Homepage www.saegeindustrie.de
sowie bei den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.