Politikbrief
Deutsche Säge- und Holzindustrie

Politikbrief

Informationen der deutschen Holzindustrie für politische Entscheider

Dezember 2015

24.06.2017

Informationsdienst des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH)

Inhalt


Der DeSH stellt sich vor...

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ist die Interessenvertretung der Säge- und Holzindustrie auf Bundes- und Landesebene und in den europäischen und internationalen Organisationen und Angelegenheiten. Der Verband hat die Aufgabe seine Mitglieder in wirtschafts- und branchenpolitischen sowie fachlichen Fragen national und international zu vertreten und in ihren wirtschaftlichen Zielen zu unterstützen. Der DeSH vertritt und vermittelt Brancheninteressen im politischen Kontext. Die Spannweite reicht von der Beobachtung und Mitgestaltung des legislativen und administrativen Tätigkeitsumfeldes bis zur Beteiligung an Kampagnen und kontroversen Debatten.


Der DeSH informiert über...


NEU: Drei Fragen an die Politik....

Sie kennen unseren Politiknewsletter. Hier informieren wir Sie über unsere aktuellen Themen, Pressemitteilungen, Gesetzentwürfe und Initiativen unseres Verbandes etc.

In der Weihnachtsausgabe haben wir Politiker interviewt. Diese Dialoge werden wir im kommenden Jahr erweitern und im Politikbrief darüber berichten. 

Dafür werden wir monatlich drei Fragen an einen Politiker aus dem Bundestag, Landtag oder auf EU-Ebene interviewn.

Dabei sind folgende Rubriken angedacht:

Als Aufschlag stehen diese Fragen im Fokus:

  1. Wie stehen Sie zur aktuellen Flüchtlingskrise? Und wo sehen Sie hier Potentail unserer Branche?
  2. Was war Ihr größter Erfolg im Jahr 2015? Wo sehen Sie sich 2016?
  3. Was bedeutet für Sie Weihnachten?


​Vielen Dank für Ihre Unterstützung. 


Fragen an Cajus Caesar, MdB (CDU)

Wie stehen Sie zur aktuellen Flüchtlingskrise? Und wo sehen Sie hier Potenziale unserer Branche?

Wir müssen diplomatisch alles versuchen um den Syrien-Konflikt hin zum Frieden zu lösen, in Zusammenarbeit mit den USA, mit Russland und mit der EU. Dort muss Deutschland sich einbringen.

Wir sollten Kriegsflüchtlinge möglichst rasch integrieren, müssen aber unbedingt dafür sorgen, dass Wirtschaftsflüchtlinge an den Außengrenzen sofort abgewiesen werden und diejenigen Wirtschaftsflüchtlinge, die sich schon in Deutschland befinden, rasch zurück geschickt werden.

Die modulare Holzbauweise ist prädestiniert dafür, in kürzester Zeit langlebige Unterkünfte in moderner Holzbauweise und höchsten Energiestandards bereitzustellen. Die Technologien bestehen und haben sich bereits bewährt. Jetzt gilt es, die bürokratischen Hemmnisse abzubauen. Daher sehe ich gerade für die Holzbranche ein großes Potenzial, um einen Beitrag zur Unterbringung von Flüchtlingen zu leisten.

Was war Ihr größter Erfolg im Jahr 2015? Wo sehen Sie sich 2016?

Als zuständiger Hauptberichterstatter im Haushaltsausschuss des Bundestages gelang es, wesentliche Akzente für den Haushalt für Ernährung, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Fischerei zu setzen. Darüber habe ich mich sehr gefreut.

30 Millionen Euro mehr für die Entwicklung des Ländlichen Raumes, 78 Millionen Euro mehr für die Unfallversicherung und damit weniger Beiträge für die vor Ort arbeitenden und lebenden Land- und Forstwirte. 100 Millionen Euro neu für den vorbeugenden Hochwasserschutz und Verstetigung von 6 Millionen Euro jährlich für Projekte und Forschung für die nachhaltige nationale Waldwirtschaft sowie insgesamt 50 Millionen Euro mehr für Forschung und Innovation.

Das kann sich sehen lassen!

2016 ist es für mich wichtig die Flüchtlingsfrage in den Griff zu bekommen, alles für den Frieden zu tun und den Terrorismus zurückzudrängen. Zudem möchte ich an den Erfolgen der letzten Jahre für die Forstwirtschaft nun auch im Bereich „Bauen mit Holz“ in 2016 anknüpfen.

Was bedeutet für Sie Weihnachten?

Weihnachten ist für mich ein christliches Fest und eine besinnliche Zeit, die ich gerne mit Familie und Freunden verbringe. Darauf freue ich mich sehr.


Fragen an Dr. Rülke, MdL (FDP)

Dr. Rülke, MdL aus Baden-Württemberg

Wie stehen Sie zur aktuellen Flüchtlingskrise? Und wo sehen Sie hier Potential unserer Branche?

Der Zustrom von Flüchtlingen ist die größte Herausforderung, vor der unser Land seit langem steht. Trotz der krisenhaften Entwicklungen erkenne ich auch die humanitäre Verantwortung unseres Landes. Wir müssen Menschen, die vor Unrecht und Gewalt fliehen, bei uns eine menschenwürdige Zuflucht bieten. Ein einfaches „wir schaffen das“ reicht dazu aber nicht aus. Wir brauchen stärkere Anstrengungen für europäische Lösungen, mutigere Änderungen im Asylverfahren und wirksamere Integrationsmaßnahmen. Wir müssen die Flüchtlinge mit guter Bleibeperspektive möglichst schnell in Arbeit und Ausbildung bringen. Dort sehe ich auch Potenziale für die mittelständische Säge- und Holzindustrie, die sich vielerorts heute schon schwer tut, motivierte Auszubildende zu finden. Außerdem bietet der durch die Zuwanderung nochmals stark gestiegene Bedarf an Wohnraum große Chancen für die Holzbaubranche. Mit Hilfe der kurzen Bauzeiten von Holzhäusern werden wir das Problem der Flüchtlingsunterbringung besser bewältigen können als wenn wir nur auf Massivbau setzen. Womöglich entwickelt sich daraus auch ein allgemeiner Trend im Bausektor.

Was war Ihr größter Erfolg im Jahr 2015? Wo sehen Sie sich 2016?

Im Juni dieses Jahres wurde ich einstimmig zum Spitzenkandidaten der FDP für die Landtagswahl 2016 gewählt. Die Wahl ist mit einer großen Verantwortung verbunden und bedeutet auch einen Vertrauensvorschuss. Sie ist für mich aber auch gleichermaßen Herausforderung wie auch Gelegenheit, mit unserer politischen Agenda zu reüssieren und das Beste für das Land zu erreichen. Im Jahr 2016 werde ich hoffentlich die Gelegenheit haben, in Regierungsverantwortung die Chancen für unser Land zu nutzen, die wir in unserem Wahlprogramm aufzeigen.

Was bedeutet für Sie Weihnachten?

In Weihnachtsstimmung fühle ich mich immer erst richtig, wenn ich mit meinen Jungs den Weihnachtsbaum hole. Der kommt bei uns nicht aus dem Baumarkt, sondern direkt von unserem Revierförster im Enzkreis aus dem heimischen Wald. An Weihnachten steht die Zeit mit meiner Familie im Vordergrund. Unmittelbar vor den terminreichen Monaten des Wahlkampfes ist mir das besonders wichtig.

Welche Themen sind für Sie vor und nach dem Wahlkampf besonders wichtig und warum? 

Bei meiner Arbeit lege ich auf drei Themen immer wert, ganz gleich ob vor oder nach der Wahl. Erstens brauchen wir die beste Bildung für jedes Kind anstatt der gleichen Schule für alle. Ich kämpfe dafür, gerade auch die Realschulen und beruflichen Schulen zu stärken, weil dort die Fachkräfte von morgen heranwachsen. Zweitens muss das Land mehr in die Infrastruktur investieren sowohl bei den Landesstraßen als auch gerade beim Breitbandausbau. Wir als FDP haben dazu vorgeschlagen, 1 Milliarde Euro aus dem Stiftungskapital der Landesstiftung umzuschichten und über einen Zeitraum von fünf Jahren zu investieren. Und drittens wehre ich mich gegen den ausufernden Nanny-Staat. Die Landesregierung muss endlich aufhören Unternehmen, Selbstständige sowie Land- und Fortwirte überall zu bevormunden und bürokratisch einzuengen. Diese Gängelei reicht von einer Fahrradstellplatzpflicht und Zwangsbegrünung von Fassaden in der Landesbauordnung über das neue Bildungsurlaubsgesetz bis hin zum Verbot des Grünlandumbruchs. Ich will stattdessen ein Land, in dem die Bürgerinnen und Bürger ihr Leben frei und selbstbestimmt gestalten können.


Drei Fragen an Carsten Doehring - neuer Präsident des DeSH

Carsten Doehring ist Präsident des DeSH

Wie stehen Sie zur aktuellen Flüchtlingskrise?

Die gegenwärtige Situation ist ausgesprochen schwierig; die zuständigen Politiker sind angesichts der Herausforderungen nicht zu beneiden. Ich wünsche allen Beteiligten Weitsicht und Fingerspitzengefühl.

Teilweise vermisse ich in der Öffentlichkeit eine klare Unterscheidung von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Immigranten. Oft werden diese Begriffe fälschlicherweise als Synonym verwendet. Hier müssen wir auf Genauigkeit bei der Wortwahl achten, um den menschlichen Schicksalen auch gerecht zu werden.

Während der Flüchtlingswelle in den 80er Jahren habe ich eine Zeit lang Asylbewerber aus Sri Lanka in der deutschen Sprache unterrichtet und dabei gelernt, dass sich hinter jedem Bewerber ein Einzelschicksal verbirgt. Das Grundrecht auf Asyl ist aus gutem Grund in unserem Grundgesetz verankert und eine wertvolle Errungenschaft.

Dringenden Handlungsbedarf sehe ich bei der Bearbeitungsdauer der Asylanträge. Hier muss bei den zuständigen Behörden das Personal aufgestockt und ggf. auch von anderen Behörden unbürokratisch unterstützt werden. Auch die Rückführung abgelehnter Asylbewerber muss beschleunigt werden – im rechtsstaatlichen Rahmen.

Wenn wir auf das Cluster Forst und Holz schauen, so  werden zeitnah zahlreiche adäquate Unterkünfte benötigt. Für die Bauwirtschaft wird es im Jahr 2016 sicherlich einen Auftrieb geben. Wenn alle Akteure des Clusters an einem Strang ziehen und die Vorzüge des Holzbaus - insbesondere mit Blick auf die kurze Bauzeit und die Energieeffizienz - hervorheben, dann könnte der Cluster einen größeren Beitrag zur Unterbringung leisten.

Schlussendlich freut es mich, dass sich  Deutschland endlich mit der Frage beschäftigt, wie das Land zur Einwanderung steht – das ist überfällig. 

Wo sehen Sie sich 2016?

1. Deutschland größter Schnittholz-Produzent

Mein persönliches Ziel lautet: Ich möchte erreichen, dass Deutschland als größter Schnittholz-Produzent Europas (nebenbei: auch größter SH-Markt Europas) auf europäischer Ebene entsprechend unserer Gewichtsklasse agiert. Das erwarten auch unsere Partner bei dem europäischen Dachverband, der EOS.

2. CEI-Bois

Wünschenswert wäre es, die Vertretung Deutschlands in der Dachorganisation der holzverarbeitenden Industrien in Europa neu zu ordnen. Perfekt wäre es sicherlich, wenn dies durch unseren nationalen Dachverband, den Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR), erfolgt. Dass der DHWR in den letzten Jahren an Bedeutung und Schlagkraft gewonnen hat, bietet dafür die Voraussetzung. Diese Chance sollten wir meines Erachtens nicht ungenutzt verstreichen lassen.

3. Integration der Verbände

Eine weitere Herausforderung ist es auch, die Integration der Verbände innerhalb der Branche voranzubringen. Hier ist in den letzten Jahren viel passiert – dafür möchte ich den Akteuren beim DeSH und bei den anderen Verbänden meine Hochachtung aussprechen.

Für eine weitere Integration sehe ich ein perfektes Instrument darin, das „Haus des Holzes“ auf die Zielgerade zu bringen und die wesentlichen Branchenverbände unter einem Dach in der Bundeshauptstadt zu vereinen. Damit wird dann nicht nur die räumliche Distanz überwunden, sondern ein geschlossenes Auftreten des Clusters insgesamt forciert.


Branchenrelevante Gesetzesvorlagen, Beschlüsse und Anfragen

Land
Niedersächsischer Landtag: Kleine Anfrage zur schriftlichen Beantwortung 
Wie Klimaneutral sind Holzpallets?

Landtag Nordrhein-Westfalen: Inwiefern müssen kommunale Klimaschutzkonzepte nach Ansicht der Landesregierung wirtschaftlich sein? 

EU
Amtsblatt der EU-Kommission: 1. Dezember 2015


Presseinformation der Säge- und Holzindustrie


Das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen hat den Waldzustandsbericht für das Jahr 2015 veröffentlicht. Sehen Sie hier das veröffentlichte Interview mit Lutz Falkenried, Wald und Holz NRW, Experte für den Waldzustand.

Das Video zu dem Artikel können Sie hier aufrufen. 

Hier finden Sie die Kurzfassung des Zustandsberichts. 

Hier finden Sie die Langfassung des Zustandsberichts. 
 

Auf nationaler Ebene sind im kommenden Bundeshaushalt für nachhaltige Waldwaldwirtschaft sechs Millionen Euro vorgesehen – eine Million mehr als zunächst geplant. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages beriet Anfang November den Einzelplan des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), darunter auch Forsten, für 2016. Der vollständige Bundeshaushalt wird in der letzten Novemberwoche vom Parlament diskutiert und final beschlossen.

Für die Waldstrategie 2020 der Bundesregierung wird eine Stelle im Ministerium eingerichtet, die die Steuerung und Nachverfolgung der Umsetzung und konzeptionellen Weiterentwicklung der Waldstrategie betreut. Darüber hinaus wird zur Ausweitung der Klimaschutzleistungen der Forst- und Holzwirtschaft eine Stelle bereitgestellt, die besonders den Wirtschaftsfaktor Wald betreut, bspw. die Vernetzung entlang der Wertschöpfungskette, innovative Verwendungsmöglichkeiten von Waldprodukten sowie den verstärkten Einsatz von Holz im Bauwesen. Zwei weitere Stellen sollen zum Pflanzenschutz im Wald entstehen. Die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald erhält eine Stelle zum Ausbau der Öffentlichkeitsarbeit, um über die Bedeutung der Wälder für Mensch und Natur aufzuklären und die Attraktivität der Themen Wald und Waldpädagogik zu steigern.

Einige Einrichtungen erhalten eine institutionelle Förderung, darunter das Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik e.V., die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald – in 2016 insgesamt knapp drei Millionen Euro.

Mit zusätzlichen 78 Millionen Euro entlastet der Bund land- und forstwirtschaftliche Betriebe und reagiert so auf die aktuellen Niedrigpreise, die zu einem großen Teil durch den russischen Importstopp für Nahrungsmittel verursacht wurden.

Hierzu erklärt der zuständige Hauptberichterstatter Cajus Caesar (MdB): „Die deutsche Forst- und Holzwirtschaft ist weltweit angesehen und Vorbild für Nachhaltigkeit. In Deutschland ist das Cluster Forst und Holz aber noch eine unterschätzte Größe, obwohl es ein wichtiger Partner im ländlichen Raum und für den Naturschutz ist. Aus diesem Grund ist es mir ein wichtiges Anliegen, diese zukunftsträchtige Branche weiter zu stärken.“


Frohe Weihnachten!

Katrin Büscher, DeSH

Auf diesem Weg möchten wir die Chance nutzen und uns für Ihre tatkräfte Unterstützung und gute Zusammenarbeit im zurückliegenden Jahr bedanken. 

Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start in das neue Jahr!

Wir freuen uns weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit!


Ihre Ansprechpartner...









 


Lars Schmidt


Lars Schmidt
Hauptgeschäfsführer
Email: lars.schmidt@saegeindustrie.de











 


Katrin Büscher


Katrin Büscher
Public Affairs und Recht
Email: katrin.buescher@saegeindustrie.de














 

Sollten Sie kein Interesse an unserem Politikbrief haben, dann schreiben Sie uns bitte eine kurze Email. 

Mit freundlichen Grüßen

J. Möbus

J. Möbus
Public Affairs

M. Wollenweber

M. Wollenweber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Homepage
www.saegeindustrie.de sowie bei den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.