Deutsche Säge- und Holzindustrie
Speedletter

November 2015

20.02.2017

News aus Berlin und Wiesbaden für Freunde und Interessenten

Sehr geehrte Damen und Herren, 

lesen Sie untenstehend die aktuellen Nachrichten des DeSH.

Inhalt


EINLADUNG | Sägewerkskongress und Rohstoffgipfel

Die Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband (DeSH) und die Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher (AGR) laden zum jährlichen Branchentreff nach Würzburg ein.

Mit dem Fokusthema: HOLZINDUSTRIE - 4.0 VOM WALD IN DIE CLOUD widmen sich Sägewerkskongress bzw. Rohstoffgipfel dem aktuellen Trend der Digitalisierung.

Nach den Umwälzungen durch Dampfmaschinen, Fließbandproduktion und Computertechnik erleben wir derzeit eine vierte industrielle Revolution: die intelligente Vernetzung von Daten. Die sogenannte Industrie 4.0 macht auch vor der Forst- und Holzwirtschaft nicht Halt. Daher ist „Holzindustrie 4.0“ zentrales Thema des diesjährigen Sägewerkskongresses und Rohstoffgipfels.

Vom Wald ins Werk
Waldbesitzer und beauftragte Forstdienstleister liefern beeindruckende Zahlen. Logistische Herausforderungen, Technologien und Prozessoptimierungen werden im Rahmen des Rohstoffgipfels beleuchtet und diskutiert.

Vom Werk zum Kunden
Über die Digitalisierung und vernetzte Produktionsketten bieten sich auch in der verarbeitenden Holzindustrie noch zahlreiche Möglichkeiten für Effizienzgewinne.

Wo stehen wir heute? Welche Ansatzpunkte gibt es, die nächste industrielle Revolution in der zu Säge- und Holzindustrie erfolgreich zu nutzen und den Anschluss nicht zu verpassen? Denn die internationale Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Forst- und Holzwirtschaft wird sich auch dadurch entscheiden, wie gut die digitale Weiterentwicklung der Wertschöpfungskette vom Baum bis zum Produkt gelingt.


Die Anmeldung erfolgt online auf www.saegewerkskongress.de

Dort können Sie auch aus dem reservierten Zimmerkontingent des Maritim Würzburg Ihre Übernachtung/en buchen.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Sabine Thiel: 030 22 32 04 90 oder per E-Mail an: sabine.thiel@saegeindustrie.de

Hinweis: Die Einladung wird in den nächsten Tagen per Post verschickt. 


Kurzfristige Verfügbarkeit Nadelschnittholz

In der Diskussion um die Unterbringung der Flüchtlinge in Deutschland kommt immer wieder auch die Frage nach der Verfügbarkeit von Schnittholz auf. Die Säge- und Holzindustrie sagt: Es ist ausreichend Schnittholz vorhanden und auch die Kapazitäten für Steigerung stehen bereit.

Inlandsproduktion steigern
Die aktuelle Inlandsproduktion von Nadelschnittholz mit 20 Mio. m. liegt derzeit etwas unter den Mengen der letzten Jahre. Eine Steigerung des Einschnitts um mindestens 10 %ist auf jeden Fall machbar, das wäre ein Plus von 2 Millionen m3 Nadelschnittholz.

Exportmengen umlenken
Betrachtet man den Export von S.gerundholz, also den unbearbeiteten St.mmen, so gehen derzeit 1,3 Millionen Festmeter ins Ausland, vor allem nach .sterreich. Diese Exportmenge k.nnte weitestgehend im Inland aufgenommen werden. Die so gewonnenen Mengen ergeben mindestens 800.000 m. Schnittholz.

Der Export des verarbeiteten Nadelschnittholzes hält noch zusätzliche Kapazitäten bereit: Von den derzeit exportierten 6,8 Millionen m. Nadelschnittholz gehen 2-3 Millionen Kubikmeter in von der Marge her nicht besonders attraktive Regionen (Österreich/Italien und MENA-Länder). Diese Mengen k.nnten bei Bedarf auch im Inland verbleiben. Bei den Exportmengen sind es also ca. 2-3 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz, die dem inländischen Markt kurzfristig zur Verfügung stehen.

89.000 neue hochwertige Wohneinheiten
Zählt man die gesteigerte Inlandsproduktion und die umgelenkten Exportmengen zusammen, stehen im Ergebnis nach konservativen Sch.tzungen zusätzlich mindestens 5 Millionen Kubikmeter Nadelschnittholz bereit. Ausgehend von 100 Quadratmeter Fläche für eine hochwertige Wohnung in Holzbauweise und einem entsprechenden Bedarf von 55 Kubikmeter Schnittholz, könnten so 89.000 neue Wohneinheiten kurzfristig mit Schnittware versorgt werden. Bei einer Belegung von fünf Personen wäre dies Wohnraum für 440.000 Menschen.

Fazit: Die Sägeindustrie kann liefern
Der Blick auf die Zahlen zeigt: An der Schnittholzverfügbarkeit bzw. den Kapazit.ten der Sägeindustrie scheitert die schnelle Erstellung von neuem Wohnraum nicht. Die Herausforderungen liegen an anderer Stelle.


Nach neuem Prüfbericht: Bauschnittholzprodukte nunmehr weitestgehend mit CE-Zeichen abgedeckt

Nach der CE-Dachlatte jetzt auch CE-Zeichen für nach Festigkeit sortierte Latten mit Festigkeitsklasse C 24
Wie bereits in der Vergangenheit auch in der Fachpresse ausführlich erläutert, darf Bauschnittholz mit tragender Funktion seit 2012 nur noch mit dem CE-Zeichen auf den Markt gebracht werden. Für das klassische Bauholz sind über die nationalen und europäischen Normen Festigkeitswerte aus früheren Festigkeitsuntersuchungen zugeordnet (sog. C-Klassen), die keine weiteren Festigkeitsprüfungen erfordern. 

Die europäisch geforderten Nachweise liegen bis jetzt jedoch nur für die in DIN 4074-1 aufgeführte Sortierung von Kanthölzern bzw. hochkant sortierten Brettern und Bohlen vor. Somit konnten seit 2012 Dachlatten und Latten weder mit Ü-Zeichen noch mit dem CE-Zeichen versehen werden und waren damit nicht mehr bauaufsichtlich als Bauprodukt geregelt.

DeSH schließt Lücke bei den Latten – zur Sicherheit der Bauausführenden
Speziell für die Dachlatte hatte der DeSH im Herbst 2014 die Erstellung eines Prüfberichts an die TU München in Auftrag gegeben. Mit diesem Prüfbericht wird zum einen nachgewiesen, dass die erforderlichen Biegefestigkeiten erreicht werden und somit die Anforderungen der deutschen Bauberufsgenossenschaft (BG Bau) erfüllt sind und zum anderen, dass auch Dachlatten den Anforderungen der EN 14081-1:2011 entsprechen. Damit konnten Dachlatten von zertifizierten Herstellwerken mit dem CE-Zeichen versehen werden.

In einer weiteren systematischen Untersuchung wurde an der TU München die Biegefestigkeit und der Biege-Elastizitätsmodul, jeweils hochkant, und die Rohdichte nach EN 408 an Lattenquerschnitten ermittelt. Auf Grundlage dieser Versuche wurde ein weiterer Prüfbericht über die Erstprüfung und Erstzuordnung erstellt, der alle Anforderungen der EN 14081-1 erfüllt und somit zusätzlich eine Einstufung in das System der Festigkeitsklassen nach EN 338 ermöglichen soll. 

Diese Einstufung ist notwendig, um Lattenquerschnitte auch für andere Einsatzzwecke, wie z. B. zur Aussteifung, bemessen zu können.

Jetzt CE-Zeichen für Latten Fi/Ta S 10 mit Festigkeit C 24
Dieser Prüfbericht der TU München liegt uns jetzt vor, mit dem eine allgemeine Bemessung von Lattenquerschnitten nach EN 1995-1 (EC 5) möglich ist. Auf der Basis des Prüfberichtes „Ermittlung charakteristischer Werte von visuell nach DIN 4074-1 sortierten Hölzern mit Lattenquerschnitten aus Fichte/Tanne zur Einstufung in Festigkeitsklassen nach EN 338“ können ab sofort von den berechtigten DeSH Mitgliedsbetrieben Latten der Sortierklasse S10 mit dem CE-Zeichen und der Festigkeitsklasse C 24 versehen werden.

Der Prüfbericht bezieht sich auf alle nach DIN zulässigen Lattenquerschnitte, d. h. Latten mit Dicke d ≥ 22 mm und d ≤ 40 mm, Breite b < 80 mm.

Lizenzbetriebe können demnach ab sofort auch Latten mit Festigkeitswert C 24 liefern.

Keine doppelte Kennzeichnung mit dem CE-Zeichen, aber Angabe kombinierter Werte möglich
Mit CE-Zeichen sind ab sofort demnach erhältlich:

- Die Dachlatte S 10 wie bisher
CE-Zeichen unverändert mit Produktbezeichnung „Dachlatte, DIN 4074-1 S 10+“

- Neu: die Latte C 24 
CE-Zeichen mit der Festigkeitsklasse C 24
So gekennzeichnete Latten gelten aber nicht als Dachlatten.

- Kombiniert als Dachlatte S 10 und Latte C 24
CE-Zeichen mit kombinierter Produktbezeichnung „Dachlatte, DIN 4074-1 S10+ / C 24“

Die Kombination empfiehlt sich für Firmen, die parallel an Kunden Dachlatten liefern, aber auch Latten mit Festigkeitsklasse C 24.

Nochmals die Bitte, die beiden Lattensortimente CE-Dachlatte und Latte C 24 begrifflich sauber zu trennen. Nur in dem speziellen Fall, dass für beide Sortimente Prüfberichte aufgrund der gleichen Sortierung vorliegen, ist die zusammenfassende Kennzeichnung mit einem CE-Zeichen möglich.

Fürs Dach zur Absturzsicherung wird die CE-Dachlatte „S 10+“ benötigt, für eine allgemeine Bemessung von Lattenquerschnitten nach EN 1995-1 (EC 5) die Latte mit der Festigkeitsklasse „C 24“.

Die Meldung im PDF-Format finden Sie hier


Junge Menschen für Holzjobs begeistern: Sägeindustrie wirbt um Nachwuchskräfte

Die Sägeindustrie gehört zu den Vorreitern der Green Economy, kämpft jedoch mit Nachwuchssorgen. Demographischer Wandel und Akademisierung machen den Betrieben zu schaffen, obwohl sie attraktive Berufe in einer zukunftsträchtigen Branche bieten. Unter dem Motto „it wood be good“ will der Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH) wieder mehr junge Menschen für moderne Holzjobs begeistern.

Nicht nur der Rückgang der Schülerzahlen bereitet der Säge- und Holzindustrie Sorgen. Auch das steigende Interesse zu Studieren sowie der Wunsch vieler junger Leute, aus den ländlichen Region in die Stadt zu ziehen, lässt die gewerblichen Berufe ins Hintertreffen geraten. Im letzten Jahr verzeichnete die deutsche Wirtschaft 80.000 offene Lehrstellen. Mit nur 520.000 neuen Ausbildungsverträgen lag diese Zahl bei einem Tiefstand seit der Wiedervereinigung.

Sägeindustrie: ein breites Berufsspektrum
Oft hat die Holz- und Sägeindustrie gegenüber bekannteren und finanzstärkeren Branchen das Nachsehen, so zum Beispiel im süddeutschen Raum gegenüber den Automobilherstellern und -zulieferern. Dabei bietet die Branche ein breites Spektrum sowohl gewerblicher als auch kaufmännischer Berufe: vom Holzbearbeitungsmechaniker über Elektriker für Betriebstechnik, Industriekaufleute, Kaufleute für Marketing, Metallbauer, Industriemechaniker und Berufskraftfahrer bis hin zu Fachkräfte für Lagerlogistik.

Attraktiver Werkstoff, zukunftssichere Branche
„Wir arbeiten mit einem natürlichen Rohstoff, sind ökologisch und nachhaltig. Unsere Produkte sind innovativ, klimafreundlich und praktisch überall im Alltag vertreten", so Lars Schmidt, Generalsekretär des DeSH. Zudem bieten die vielen Traditionsunternehmen eine sichere Basis für die berufliche Zukunft der Schulabgänger.

Kampagne „It wood be good“
Die gemeinsam von den Mitgliedsunternehmen getragene Kampagne setzt auf Information über verschiedene Kanäle. Eine zentrale Rolle übernimmt die Webseite www.itwoodbegood.de, die neben Beschreibungen der Ausbildungsberufe auch eine bundesweite Übersicht freier Stellen bietet. Doch die Initiative lebt besonders vom Engagement der einzelnen Betriebe: Jedes Unternehmen kann individualisierbare Infomaterial wie Postkarten, Poster und Roll-Ups bestellen und hat so die Möglichkeit selbst aktiv in der Region bspw. an Schulen und Jobmessen herantreten und um Nachwuchs zu werben.

Auszeichnung „Vorbildlicher Ausbilder“
Teil der Kampagne ist auch, moderne Ausbildungsstandards zu sichern. Anhand der Empfehlungen der Industrie- und Handelskammer sowie im Austausch mit Auszubildenden hat der DeSH eine Checkliste für Betriebe aller Größenklassen entwickelt, an der sie den betrieblichen Teil der Ausbildung ausrichten können. Bekennt sich ein Betrieb zu den Standards, wird er als „vorbildlicher Ausbilder" auf der Webseite gelistet und kann mit dieser Auszeichnung selbst werben.

Webseite: www.itwoodbegood.de


Flüchtlingswohnraum in Holzbauweise: Neue Webseite der Holzwirtschaft bündelt Informationen für Kommunen und Bauträger

Für interessierte Kommunen und Bauherren entwickelte der Dachverband der Deutschen Holzwirtschaft (DHWR – Deutscher Holzwirtschaftsrat) eine Webseite, die schnell und fundiert über die Bereitstellung von Wohnraum für Flüchtlinge informiert. Die Seite „www.wohnraum-fuer-fluechtlinge.info“ erläutert die Vorteile und Grundzüge der Holzbauweise und ihre Möglichkeiten bei der Unterbringung von Flüchtlingen. Sie präsentiert zudem beispielhafte Projekte und leitet Interessierte zu regionalen Informationsportalen und Ansprechpartnern.

Viele Gemeinden suchen Lösungen für die kurzfristige Unterbringung von Flüchtlingen, müssen dabei aber auch die regionalen Verhältnisse und den langfristigen Wohnungsbedarf vor Ort berücksichtigen. Genau hier bietet der Holzbau mit seiner Flexibilität individuelle Lösungsmöglichkeiten – und unter Einhaltung neuster Energie- und Umweltstandards. Letzteres ist die Vorraussetzung für intelligente Nachnutzungskonzepte für die Kommunen wie beispielsweise als Studenten- oder Seniorenheim.

„Holz ermöglicht schnelles, kosteneffizientes und klimafreundliches Bauen. Der neu zu schaffende Wohnraum muss nicht nur humanitären und sozialen Ansprüchen genügen, sondern sollte auch neusten ökologischen und energetischen Standards wie beispielsweise der Energieeinsparverordnung gerecht werden“, erklärt Xaver Haas, Präsident des DHWR.

Beim Deutschen Holzwirtschaftsrat e.V. (DHWR) sammelt ein Koordinierungsstab derzeit die Anfragen zum Thema Flüchtlingswohnraum und definiert unter Beteiligung von Architekten und Bauwerksplanern sowie Brandschutzingenieuren Anforderungen für den Bau von Wohnraum in Holzbauweise. Seine Ergebnisse und Empfehlungen fließen in die neue Webseite mit ein.

Webseite: www.wohnraum-fuer-fluechtlinge.info


DeSH kritisiert Regierung in Niedersachen: Stilllegungen fachlich nicht begründet

Bis zum Jahr 2020 will das niedersächsische Landwirtschaftsministerium Pflegemaßnahmen und Holzernte auf zehn Prozent der Landeswaldfläche einstellen. Zum Schutz der Artenvielfalt geschehe dies, heißt es in der Mitteilung des Ministeriums. Die Holzindustrie kontert: „Wer Biodiversität in Quadratkilometern messe, hat das Ökosystem Wald nicht verstanden."

Rund 28.000 Hektar Landeswald sind im zweitgrößten Flächenland Deutschlands bereits aus der Nutzung genommen. Weitere 6.000 sollen bis 2020 folgen. Dann hätte die rot-grüne Landesregierung ihr Zehn-Prozent-Ziel erreicht und binnen sieben Jahren eine Waldfläche annähernd so groß wie Hannover und Braunschweig stillgelegt. Unzählige Tier- und Pflanzenarten würden davon profitieren, verkündete Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) bei der Vorstellung des sogenannten NWE-10-Konzeptes am 20. Oktober 2015. Aus der Fachwelt regt sich nun Widerstand: Nutzungsverzicht zum Zwecke der Biodiversität entbehre jeglicher wissenschaftlichen Grundlage, meint die Holzindustrie und sieht die Pläne vielmehr von Klientelpolitik bestimmt.

Flächenschutz: Dogma ohne Fundament
„Diese großflächigen Stilllegungen sind ökologisch nicht begründet. Im Gegenteil", kritisiert Lars Schmidt, Generalsekretär des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH). „Einige Arten werden zwar profitierten, doch viele andere werden gleichsam verschwinden", erklärt der studierte Forstwirt.

Jüngere Untersuchungen bestätigen diese These: 50 bis 60 Prozent der Baumarten in nicht mehr nachhaltig bewirtschafteten Waldgebieten gehen auf Perspektive verloren ‒ und mit ihnen zahlreiche Arten, insbesondere Insekten ‒, zeigt beispielsweise eine Studie des Max-Planck-Instituts für Biogeochemie in Jena. Politik und Naturschutzverbände würden dessen ungeachtet aber am fehlgeleiteten Ehrgeiz festhalten, immer größere Flächenanteile aus der Nutzung zu nehmen, bemängelt Schmidt. Dabei gebe es bis heute weder geeignete Indikatoren noch ein geeignetes Monitoringsystem, um die Wirksamkeit dieses rein flächenbezogenen Naturschutzes zu bewerten. „Flächenschutz ist ein Dogma ohne Fundament. Es ist völlig unklar, ob sich der gewünschte Artenreichtum über Nullnutzung erreichen lässt. Und wenn, dann wird es Jahrzehnte oder Jahrhunderte dauern, bis die Gebiete vergleichbar strukturreich sind wie bewirtschaftete Flächen", so Schmidt. Aus forstfachlicher Perspektive sinnvoll seien indes punktuelle Schutzmaßnahmen wie Totholzinseln. Damit ließen sich ad hoc eine höhere Artenvielfalt sicherstellen und bestimmte Arten gezielt schützen.

Wildnis lässt sich nicht reproduzieren
Das Konzept „Artenschutz“, wie es derzeit von Naturschutzverbänden verstanden und proklamiert werde, sei grundsätzlich in seiner Zielsetzung zu hinterfragen, meint Schmidt. Standort- und Klimabedingungen seien ständig im Wandel: „Ein dauerhafter Urzustand oder eine Wildnis lassen sich im deutschen Wald leider nicht mehr reproduzieren." Um Schutz- und Nutzungsansprüchen gleichermaßen gerecht zu werden, seien vielmehr stabile, naturnahe Mischwälder am geeignetsten. Dies setze aber die bewährte forstliche Pflege voraus, erklärt Schmidt. Ein segregiertes Naturschutzkonzept wie in Niedersachsen sei hingegen reiner „Naturschutz der Zahlen“.

Weitreichende Folgen für den ländlichen Raum
Neben dem zweifelhaften Nutzen für Natur und Umwelt bergen Flächenstilllegungen zudem eine große Gefahr für die Volkswirtschaft, mahnt die Sägeindustrie. Denn unter der verfehlten Interessenpolitik müssten gerade die leiden, die das Ministerium eigentlich zu vertreten gedenke: Unternehmen und Menschen im ländlichen Raum. Die Nutzungseinschränkungen auf breiter Fläche stellen die lokale Holzwirtschaft bereits heute vor existenzielle Probleme bei der Rohstoffbesorgung. Viele kleine und mittelständische Unternehmen mussten bereits schließen. Allein die Zahl der Sägewerke in Deutschland sank in den vergangenen fünf Jahren um knapp 20 Prozent. Vor dem Hintergrund der politisch forcierten Energiewende wird bis 2020 zugleich aber ein deutlicher Anstieg des Holzverbrauchs in Deutschland prognostiziert: Schätzungen zufolge ein Mehrbedarf von bis zu 40 Millionen Kubikmeter pro Jahr. „Wie soll das gehen, wenn mit der aktuellen Politik eine Branche systematisch demontiert wird, ohne die eine nachhaltige, umwelt- und klimafreundliche Entwicklung überhaupt nicht möglich ist?“, wendet Schmidt ein. Eine schleichende Deindustrialisierung auf Kosten des nachwachsenden Rohstoffes Holz könne nicht im Sinne einer grünen Umwelt- und Wirtschaftspolitik sein: Durch den Verzicht der Holznutzung würden die CO2-Emissionen langfristig um mehrere hunderttausend Tonnen jährlich steigen. Das NWE-10-Konzept des Landwirtschaftsministeriums zeuge aber leider an vielen Stellen von derlei fachlicher Kurzsicht.

Integrativer Naturschutz wird nicht gewürdigt
Schmidt appelliert an die Landesregierung, sich im Bereich der Waldwirtschaft und des Naturschutzes wieder stärker an der guten fachlichen Praxis zu orientieren. So sei die Idee, die Bevölkerung in Entscheidungsprozesse zur Ausweisung von Schutzgebieten einbinden zu wollen aus Gründen der Bürgerbeteiligung zwar verständlich, verkenne aber die Expertise der Forstwirtschaft: „Der Wald ist ein komplexes System und es gibt Gründe, dass Fachleute dieses Gebiet intensiv studieren und darin ausgebildet werden.“ Die naturnahen Wälder Deutschlands und ihr integrativer Naturschutz seien Ergebnis einer generationenübergreifenden, verantwortungsvollen Waldwirtschaft und würden weltweit bewundert. Dass im eigenen Land aber vermittelt werde, der Wald müsse vor dem Förster geschützt werden, wirke befremdlich.


Bundesministerin Hendricks übernimmt Schirmherrschaft für die Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft"

Schirmherrin Bundesumweltministerin Hendricks / © BMUB/Harald Franzen
Schirmherrin Bundesumweltministerin Hendricks / © BMUB/Harald Franzen

Die Ausstellung "Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft" erfährt Anerkennung von höchster Stelle: Bundesministerin Dr. Barbara Hendricks, unter anderem verantwortlich für die Ressorts Umwelt und Bau, hat ihre Schirmherrschaft zugesagt.

Bauen mit Holz ‒ Wege in die Zukunft
Termin: 21.10.2016 – 15.1.2017
Ort: Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin

Die Ausstellung zeigt Modelle und Abbildungen von wegweisenden Bauten und mehrgeschossigem Wohnbau mit Holz von nationalen und internationalen Architekten. Darunter sind spektakuläre Projekte der Architekten Toyo Ito und Shigeru Ban aus Japan sowie der deutschen Architekturgröße Frei Otto - alle in den letzten Jahren mit dem Pritzker Preis ausgezeichnet. Zu sehen ist außerdem das Konstruktionsmodell des siebengeschossigen Holz-Wohnbaus im Prenzlauer Berg des Berliner Architekturbüros Kaden+Lager (ehemals Kaden Klingbeil). Die Ausstellung veranschaulicht die Bandbreite der Holzkonstruktionsmöglichkeiten zwischen Natur und Technik einerseits und Funktionalität und Ästhetik andererseits und befasst sich mit eingehend mit der ökonomischen und ökologischen Bedeutung von Wald und Holzbau.


Wolf-Georg Fehrensen bei Ministerpräsident Weil

v.l.n.r.: Ronald Schminke, Stefan Weil, Hans-Georg Fehrensen, Karl-Heinz Hausmann
v.l.n.r.: Ronald Schminke, Stefan Weil, Hans-Georg Fehrensen, Karl-Heinz Hausmann

Manchmal nehmen sich sogar Ministerpräsidenten Zeit für die Anliegen der Säger. Am 13. Oktober 2015 lud Niedersachsens ranghöchster Politiker den Sägewerker Wolf-Georg Fehrensen in die Staatskanzlei ein, um sich berichten zu lassen, wo der Säge- und Holzindustrie der Schuh drückt.

Ein besonderes Anliegen ist dem DeSH derzeit das Thema Ressourceneffizienz bei Wald- und Naturschutz. Im Fokus des Verbands steht die Berechnung der Flächenauswahl. Das Land Niedersachsen plant, bis zum Jahr 2020 zum Schutz der Biodiversität 10 % der Flächen der Landesforsten aus der Bewirtschaftung zu nehmen. Doch sowohl Holz als auch Fläche sind begrenzte Ressourcen, deren Schutz, aber auch Nutzung effizient organisiert werden müssen. Daher tritt der DeSH dafür ein, dass als Bemessungsgrundlage nur die tatsächlich bewirtschaftete Fläche herangezogen wird. Im Sinne einer nachhaltigen Versorgung mit dem klimaschonenden Werkstoff Holz muss zudem aus Sicht des DeSH auch die ohnehin unbewirtschaftete und geschützte Fläche in diese 10 % mit eingerechnet werden.

Politische Ansprache auf mehreren Ebenen
Bei seiner Festrede anlässlich des Jubiläums der Niedersächsischen Landesforsten im Juli hatte Weil bereits angedeutet, einen Nutzungsverzicht nur bis zur Höhe dieser 10% anzustreben – und nicht darüber hinaus gehen zu wollen. Diese Aussage hatte Wolf-Georg Fehrensen zum Anlass genommen, das Gespräch mit der Politik zu suchen. Zunächst traf er den niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen), um dann mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten für Göttingen, Ronald Schminke (SPD), auf die Staatskanzlei zuzugehen.

Sägewerke sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum
Den Politikvertretern übermittelte Fehrensen ein mit Hilfe des DeSH erstelltes Positionspapier, das deutlich machte, welche wirtschaftliche Bedeutung die Holzverarbeitung in der Region hat: Wertschöpfungsbereinigt entstehen pro 100 fm Holzeinschlag 1,2 Arbeitsplätze. Damit sichert das Sägewerk in Hedemünden rein rechnerisch 95 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse des Ortes.


www.saegewerke.de: erweiterter Grundeintrag für Mitglieder

Holzarten
Holzarten

Mitglieder des VHK Bayern/Thüringen und des DeSH haben auf der Internetseite saegewerke.de einen Grundeintrag mit Firma, Telefon, Email und Webseite. Dieser Grundeintrag wird jetzt auf Schnittholz aus weiteren Holzarten erweitert. Bitte prüfen Sie Ihren Eintrag und senden uns ggfs Ihre Ergänzungen.

Mit der Erweiterung wird die Seite für den Nutzer noch interessanter. Der Produktfilter mit über 100 Sortimenten ist grundsätzlich den Premiumeinträgen vorbehalten, bestimmte Filter sollen aber für alle frei gegeben werden, um die Webseite aufzuwerten und weitere Zugriffe zu bekommen.

Sehr viele Nutzer besuchen den Menüpunkt "Holzarten", auf den einzelnen Seiten wurde jetzt jeweils ein Link zu Herstellern von Schnittholz aus der jeweiligen Holzart hinzugefügt (siehe Bild unten). Derzeit führt der Link nur zu den Nutzern des Premiumeintrags. Bei dem erweiterten Eintrag werden die Premiumeinträge in der Lieferantenauflistung auf der rechten Spalte oben gelistet.

Die Holzarten für den Grundeintrag

Weitere Sortimente, die für den kostenlosen Grundeintrag freigegeben sind:


Newsletter abbestellen

Wenn Sie den Speedletter nicht mehr erhalten möchten, senden Sie bitte eine Email an: sebastian.rogalla@saegeindustrie.de

Mit besten Grüßen

Lars Schmitdt

Lars Schmidt
Generalsekretär des Vorstands und Hauptgeschäftsführer

Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Homepage www.saegeindustrie.de
sowie bei den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.