Politikbrief
Deutsche Säge- und Holzindustrie

Politikbrief

Informationen der deutschen Holzindustrie für politische Entscheider

Ausgabe: November 2015

17.10.2017

Informationsdienst des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH)

Inhalt


Der DeSH stellt sich vor...

Die Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ist die Interessenvertretung der Säge- und Holzindustrie auf Bundes- und Landesebene und in den europäischen und internationalen Organisationen und Angelegenheiten. Der Verband hat die Aufgabe seine Mitglieder in wirtschafts- und branchenpolitischen sowie fachlichen Fragen national und international zu vertreten und in ihren wirtschaftlichen Zielen zu unterstützen. Der DeSH vertritt und vermittelt Brancheninteressen im politischen Kontext. Die Spannweite reicht von der Beobachtung und Mitgestaltung des legislativen und administrativen Tätigkeitsumfeldes bis zur Beteiligung an Kampagnen und kontroversen Debatten.


Der DeSH informiert über...


Branchenrelevante Gesetzesvorlagen, Beschlüsse und Anfragen

Entwurf eines Gesetzes zur Neuregelung des Kraft-Wärme- Kopplungsgesetzes 

Umweltbericht 2015
Auf dem Weg zu einer modernen Umweltpolitik 

 

Kleine Anfrage der Abg. Norbert Beck, Willi Stächele, Tobias Wald und Karl-Wolfgang Jägel CDU, Nationalpark 

Landtag des Saarlandes: Verstößen gegen Baumschutzsatzungen


Presseinformation der Säge- und Holzindustrie

Warum färbt sich das Laub bunt?
Bäume und Holzernte im Zyklus der Jahreszeiten

Jedes Jahr im Herbst bietet der Wald ein beeindruckendes Schauspiel: Die noch grünen Blätter der Laubbäume färben sich leuchtend gelb und rot, bevor der Baum sie schließlich abwirft. Der Grund dafür ist, dass Bäume zum Winter ihre Wasserversorgung umstellen. In der kalten Jahreszeit würden sie sonst austrocknen: Feuchtigkeit, die über die Blätter verdunstet, kann durch die gefrorenen Böden nicht ersetzt werden.

Die biologischen Abläufe dieser Umstellung sind komplex: Es wird weniger grünes Chlorophyll produziert, das normalerweise für die Photosynthese zuständig ist. Die Chlorophyll-Bestandteile speichert der Baum als Vorrat in Ästen, Stamm und Wurzeln. Hat sich das Chlorophyll zurückgezogen, kommen die übrigen Farbpigmente zum Vorschein: Xanthophyl (gelb), Karotine (orange) und Anthozyane (rot). In dieser Übergangszeit leuchtet der Laubwald in aller Pracht. Sind dann die Blätter abgeworfen und die Übergänge von Blattstiel und Ast mit einer Korkschicht bedeckt, ist der Baum auf den Winter vorbereitet. 

Holzernte beginnt im Herbst

Doch während der Wald sich auf eine Ruhephase vorbereitet, beginnt für die Waldarbeiter jetzt erst die Arbeit. Denn wenn die Sicht auf die Baumkronen frei ist, startet im Herbst die Holzernte. Zum einen ist im laubfreien Wald ein sicheres Fällen möglich, zum anderen vertragen gefrorene Waldböden das Befahren mit den Transportfahrzeugen besser als die vom Regen aufgeweichten Wege im Frühjahr oder Sommer.

Pro Jahr werden in Deutschland rund 76 Million Kubikmeter Holz geerntet und der Rohstoff wächst nach: jährlich 122 Millionen Kubikmeter. „Holz ist ein idealer Bau- und Werkstoff – langlebig, klimafreundlich und regional verfügbar”, so Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands Säge- und Holzindustrie. „Im Winter haben die Bäume ihre Nährstoffzufuhr heruntergefahren. Holzschädlinge finden daher weniger Nahrung und die niedrigen Temperaturen behindern ihr Wachstum zusätzlich. So können wir die Stämme gut lagern und zu hochwertigen Produkten verarbeiten.“

Achtung: Waldarbeiten – Lebensgefahr

Um die Herbstfärbung unbeschwert genießen zu können, gilt bei Waldarbeiten: Abstand halten! Wenn Bäume gefällt werden, ist der Bereich oft großräumig mit Absperrband und Warnschildern gekennzeichnet. Diese Warnhinweise sollten Waldspaziergänger beachten. Zusätzlich ist es ratsam, auch zu den Holzernte- und Transportmaschinen gebührenden Abstand halten. Die Waldarbeit zählt zu den Berufen mit den häufigsten schweren Unfällen: Nicht nur beim Fällen der Bäume, sondern auch beim Verladen der Stämme kann es bei Missachtung der gebotenen Vorsicht zu Unfällen kommen.


Ausstellung „Bauen mit Holz - Wege in die Zukunft“ kommt nach Berlin

Die erfolgreiche Ausstellung „Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft“ kommt Ende 2016 nach Berlin. Sie präsentiert die architektonische Vielfalt moderner Holzbauweise und veranschaulicht, warum Holz in Deutschland als Baustoff der Zukunft gilt. Neben den Inhalten, die bereits in München und Wien vorgestellt wurden, bietet die Ausstellung im Berliner Martin-Gropius-Bau die neuen Themenschwerpunkte ‚Urbanes Bauen‘ und ‚Modernisierung‘ sowie zusätzliche Exponate.

Vom 21. Oktober 2016 bis zum 15. Januar 2017 wird die umfangreiche Ausstellung in Berlin zu sehen sein. Ihre vorherigen Stationen waren die Pinakothek der Moderne in München (2011) und das Künstlerhaus in Wien (2012/2013).

Für das Bauen mit Holz sprechen nicht nur ästhetische Gründe. Vorteile sind zudem die positive Ökobilanz und die Möglichkeit, schnell, kostengünstig und dennoch anspruchsvoll zu bauen. Bei energetischer Sanierung und der Nachverdichtung von städtischem Raum, also dem Ergänzen und Aufstocken bestehender Immobilien, hat der Baustoff Holz nicht nur in Deutschland in den letzen Jahren einen Boom erlebt.

Nachhaltigkeit ist ein zentrales Thema der Ausstellung: Gezeigt werden nicht nur zahlreiche maßstabsgetreue Architekturmodelle, sondern die verschiedenen Exponate und der Begleitkatalog veranschaulichen auch den Weg des Holzes vom nachhaltig bewirtschafteten Wald bis zum modernen Wohnhaus. Einzigartig für den Rohstoff Holz ist, dass seine Bereitstellung durch nachhaltige Waldwirtschaft auch für künftige Generationen gesichert werden kann.

„Bauen mit Holz – Wege in die Zukunft" ist eine Ausstellung der Professur für Entwerfen und Holzbau und des Architekturmuseums der Technischen Universität München in Kooperation mit dem DAZ – Deutschen Architektur Zentrum in Berlin, gefördert durch die DBU-Deutsche Bundesstiftung Umwelt, den DHWR- Deutschen Holzwirtschaftsrat, den GdW- Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen und proHolz Bayern.

Titel: Bauen mit Holz ‒ Wege in die Zukunft
Termin: 21.10.2016 – 15.1.2017
Ort: Martin-Gropius-Bau, Niederkirchnerstraße 7, 10963 Berlin
Kurzbeschreibung: Als nachwachsender Rohstoff ist Holz ein Multitalent zwischen Natur und Technik. Die Ausstellung präsentiert die architektonische Vielfalt moderner Holzbauweise und veranschaulicht, warum Holz in Deutschland als Baustoff der Zukunft gilt.


Großes Interesse für Netzwerktreffen der Säge- und Holzindustrie

Zum ersten Mal hat der DeSH ein Netzwerktreffen für politische Entscheidungsträger veranstaltet. Die Veranstaltung ist auf großes Interesse gestoßen. 

Teilgenommen haben zahleiche Vertreter anderer Verbände und der Wirtschaft, aber auch Mitarbeiter aus Ministerien und verschiedener Bundestagsabgeordneter. 

Ziel des Netzwerktreffens war es, die Branche übergreifend bekannter zu machen und einen Einblick in die aktuelle Themenlandschaft zu geben. Dafür hatte der Hauptgeschäftsführer, Lars Schmidt, in seier Begrüßungsrede einen Film angekündigt, der ein Sägewerk - für viele Teilnehmer neu - von innen zeigen und so das Interesse auf eine Besichtigungs-Tour durch die Sägelandschaft wecken sollte. 

Wir freuen uns auf das nächste Treffen!


Termin bei Dr. Rülke, MdL in Stuttgart

DeSH zu Gast im Landtag Baden-Württemberg (Abgeordnetenhaus)

Der FDP-Fraktionsvorsitzende, Dr. Rülke, begrüßte den Unternehmer und Mitglied des Vorstandes des AGR e.V., Jörg Keller, und Katrin Büscher (Politische Kommunikation und Recht) des DeSH im Stuttgarter Haus der Abgeordneten.

Anlass für das Gespräch war die anhaltende Diskussion um den Nationalpark Nordschwarzwald und die damit verbundenen Einschränkungen für die Säge- und Holzindustrie.

Hintergrund:
Dr. Hans-Ulrich Rülke forderte seinerzeit von der grün-roten Landesregierung eine transparentere und ausgewogene Öffentlichkeitsarbeit im Zusammenhang mit dem geplanten Nationalpark Nordschwarzwald. Dr. Rülke hatte eine Kleine Anfrage an die Landesregierung gerichtet (siehe Drucksache 15/510). In seinem Anschreiben an die Landesregierung (liegt dem DeSH vor) übte er Kritik und wies daraufhin, dass auch die  „Nachteile und Risiken eines Nationalparks zur Sprache kommen und nicht heruntergespielt werden könnten.“

In zahlreichen Pressemitteilungen äußerte Rülke, dass es zur Ergebnisoffenheit auch gehöre, „dass der Minister mögliche Alternativen zu einem Nationalpark etwa in Form eines Biosphärengebietes anspricht, das auch eine kulturlandschaftliche Nutzung zulässt. Zu Ergebnisoffenheit gehört auch, dass Herr Bonde den Leuten nicht vorgaukelt, ein Nationalpark sei quasi ein Instrument der Tourismusförderung.
Es geht nicht, dass Herr Bonde stets Ergebnisoffenheit verkündet und sie dann nur dort zulässt, wo sie ihm gerade passt.“

Die FDP öffnete sich als einzige Partei auch den bislang anhaltenden Fragen zu den befürchteten Nachteilen für die heimische Sägeindustrie. Sie hinterfragt auch die Aussagen der Landesregierung „dass der Landesbetrieb ForstBW Holzmengen, die in der Kernzone eines Nationalparks nicht mehr genutzt werden können, durch Holz aus anderen Gebieten des Staatswaldes zu den jeweiligen Marktkonditionen ausgleicht.“

Folgende Informationen dienen der Vorabinformation:

Das Wahlprogramm der FDP-BaWü finden Sie hier:
http://www.fdp-bw.de/docs/FDPBW_LW_Programm_2016.pdf (S. 52-55)

Aktuelle Informationen zu Dr. Rülke (FDP BaWü)

Antrag der FDP zu „Zertifizierungssysteme in der Forstwirtschaft“: http://www.landtag-bw.de/files/live/sites/LTBW/files/dokumente/WP15/Drucksachen/5000/15_5140_D.pdf#

PM über die Plenardebatte zur Europäischen Forststrategie vom 26. Juni 2014: http://fdp-dvp-fraktion.de/pressemitteilungen/bullinger-gruen-rot-soll-sich-von-zunehmender-bevormundung-der-land-und-forstwirte-verabschieden/

PM von der Veranstaltung „Wald und Grund als Eigentum“ am vergangenen Samstag (bei Bedarf gibt es auch Fotos dazu): http://fdp-dvp-fraktion.de/pressemitteilungen/solms-ueberzogene-eingriffe-ins-private-wald-und-grundeigentum-schaden-sozialer-marktwirtschaft/


Wolf-Georg Fehrensen bei Ministerpräsident Weil

Manchmal nehmen sich sogar Ministerpräsidenten Zeit für die Anliegen der Säger. Am 13. Oktober 2015 lud Niedersachsens ranghöchster Politiker den Sägewerker Wolf-Georg Fehrensen in die Staatskanzlei ein, um zu berichten, wo der Säge- und Holzindustrie der Schuh drückt.

Ein besonderes Anliegen ist dem DeSH derzeit das Thema Ressourceneffizienz bei Wald- und Naturschutz. Im Fokus des Verbands steht die Berechnung der Flächenauswahl. Das Land Niedersachsen plant, bis zum Jahr 2020 zum Schutz der Biodiversität 10 % der Flächen der Landesforsten aus der Bewirtschaftung zu nehmen. Doch sowohl Holz als auch Fläche sind begrenzte Ressourcen, deren Schutz, aber auch Nutzung effizient organisiert werden müssen. Daher tritt der DeSH dafür ein, dass als Bemessungsgrundlage nur die tatsächlich bewirtschaftete Fläche herangezogen wird. Im Sinne einer nachhaltigen Versorgung mit dem klimaschonenden Werkstoff Holz muss zudem aus Sicht des DeSH auch die ohnehin unbewirtschaftete und geschützte Fläche in diese 10 % mit eingerechnet werden.

Politische Ansprache auf mehreren Ebenen

Bei seiner Festrede anlässlich des Jubiläums der Niedersächsischen Landesforsten im Juli hatte Weil bereits angedeutet, einen Nutzungsverzicht nur bis zur Höhe dieser 10% anzustreben – und nicht darüber hinaus gehen zu wollen. Diese Aussage hatte Wolf-Georg Fehrensen zum Anlass genommen, das Gespräch mit der Politik zu suchen. Zunächst traf er den niedersächsischen Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Bündnis 90/Die Grünen), um dann mit Unterstützung des Landtagsabgeordneten für Göttingen, Ronald Schminke (SPD), auf die Staatskanzlei zuzugehen.

Sägewerke sichern Arbeitsplätze im ländlichen Raum

Den Politikvertretern übermittelte Fehrensen ein mit Hilfe des DeSH erstelltes Positionspapier, das deutlich machte, welche wirtschaftliche Bedeutung die Holzverarbeitung in der Region hat: Wertschöpfungsbereinigt entstehen pro 100 fm Holzeinschlag 1,2 Arbeitsplätze. Damit sichert das Sägewerk in Hedemünden rein rechnerisch 95 % aller sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse des Ortes.


Ihre Ansprechpartner...







 


Lars Schmidt



Lars Schmidt
Hauptgeschäfsführer
Email: lars.schmidt@saegeindustrie.de








 


Katrin Büscher

Katrin Büscher
Public Affairs und Recht
Email: katrin.buescher@saegeindustrie.de







 



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Mit freundlichen Grüßen

J. Möbus

J. Möbus
Public Affairs

M. Wollenweber

M. Wollenweber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


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