Politikbrief
Deutsche Säge- und Holzindustrie

Politikbrief

Informationen der deutschen Holzindustrie für politische Entscheider

Ausgabe: September 2015

31.03.2017

Informationsdienst des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH)

Inhalt


Der DeSH stellt sich vor...

Die Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ist die Interessenvertretung der Säge- und Holzindustrie auf Bundes- und Landesebene und in den europäischen und internationalen Organisationen und Angelegenheiten. Der Verband hat die Aufgabe seine Mitglieder in wirtschafts- und branchenpolitischen sowie fachlichen Fragen national und international zu vertreten und in ihren wirtschaftlichen Zielen zu unterstützen. Der DeSH vertritt und vermittelt Brancheninteressen im politischen Kontext. Die Spannweite reicht von der Beobachtung und Mitgestaltung des legislativen und administrativen Tätigkeitsumfeldes bis zur Beteiligung an Kampagnen und kontroversen Debatten.


Der DeSH informiert über...


Presse:

720 Jahre Sägewerke in Deutschland: Vom rauschenden Bach zum Vorreiter der Bioökonomie 

Die Sägeindustrie in Deutschland darf in diesem Jahr ein durchaus stolzes Jubiläum begehen: Vor 720 Jahren wurde mit der Urtelmühle in Lenggries erstmals ein maschinelles Sägewerk in Deutschland urkundlich erwähnt. Was mit Wasserkraft begann, ist heute eine moderne High-Tech-Industrie. Grund für einen kleinen Rückblick.

Das Jahr 1295 ist bislang vornehmlich für die Rückkehr des China-Reisenden Marco Polo bekannt. Europa schwang sich damals gerade ins Spätmittelalter auf, Handelsbeziehungen wuchsen und neue Fertigungsmethoden verbreiteten sich. Die Holznutzung, so alt wie die Menschheit selbst, hatte da zwar bereits eine lange Geschichte hinter sich, gewann durch die maschinelle Bearbeitung in Sägemühlen aber entscheidend an Effizienz und Bedeutung.

Grubensäge und Underdog: Der lange Weg zum Brett

Die Ägypter waren es, die vor 5.000 Jahren Metallsägen aus widerstandsfähiger Bronze gossen und damit den Grundstein für die heutige Sägetechnik legten. Vorher hatte man sich mit einfachen Beilen, später mit gezahnten Steinwerkzeugen gemüht. Doch bis zur maschinellen Linie sollten noch viele Jahrhunderte und Innovationsschritte vergehen. Beispielsweise in Form der Rahmen- beziehungsweise Klobsäge. Diese wies bereits Ähnlichkeit mit einem Gatter auf und ermöglichte den Römern vor etwa 2.000 Jahren die massenhafte Schnittholzproduktion für Häuser, Brücken, Aquädukte sowie für Schiffe, Wagen und Waffen, was entscheidende Vorteile gegenüber anderen Völkern bescherte. Doch nicht nur das: Diese lange verwendete Konstruktion ist vermutlich auch der Ursprung des aus dem Englischen stammenden Begriffs "Underdog", der gerne als Bezeichnung für Außenseiter beim Sport herangezogen wird. Während der privilegierte Säger oben stand, hielt der "Underdog", in einer Grube oder auf dem Rücken liegend, die vertikal laufende Säge gegen und hatte die herabfallenden Sägespäne und den Staub stoisch zu ertragen.

Wasser auf die Mühlen

Was die Nutzbarmachung natürlicher Kräfte wie Wasser zur maschinellen Bearbeitung von Holz anbelangt, wird vermutet, dass in verschiedenen Teilen der Welt erste Versuche bereits vor zwei- bis dreitausend Jahren stattfanden. In Europa zumindest ging die Technologie in der nachrömischen Zeit für Jahrhunderte verloren. Erst im 13. Jahrhundert fanden "Holzsägereien" in unseren Breiten urkundliche Erwähnung. Die vermutlich älteste Sägemühle Europas ist für das Jahr 1204 in der französischen Stadt Évreux in der Normandie vermerkt. 1267 und 1297 folgten Sägemühlen im Schweizer Jura und nahe Basel. 1295 dann die Erwähnung der Urtelmühle in Lenggries. In den Folgejahren sind vor allem für den Süden Deutschlands weitere Mühlen bezeugt: Freiburg im Breisgau (1298), Kirchheim unter Teck (1310), Pfaffenweiler (1311), Selbach (1313), Peterzell (1314) und Augsburg (1322).

Geniestreich in Venedig

Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts funktionierten die meisten dieser Sägemühlen mittels Hubbewegung eines Gatterrahmens, angetrieben durch zwei bis vier Nocken. Deren Geräusch verdankten die Anlagen gleichsam ihren Namen: "Klopfsäge" oder "Schlegelsäge". Ein weniger verbreitetes Sägemodell zu dieser Zeit war die "Gnepfe", deren Antrieb auf dem Verlagerungsprinzip einer Waage basierte. Innovation erfuhr die mechanische Holzbearbeitung ‒ wie so vieles ‒ vom Universal-Genie Leonardo da Vinci. Gemeinsam mit venezianischen Holzhändlern soll er im 16. Jahrhundert einen neuartigen Kurbel/Pleuel-Mechanismus entwickelt haben, die "Venezianersäge". Parallel entstand im deutschsprachigen Raum mit der "Augsburgersäge" ein ähnlicher Typus. Beide repräsentierten fortan und für lange Zeit den Stand der Technik. Getriebe, Vorschubsysteme sowie verbesserte Sägeblätter und Schärftechnik sorgten nach und nach für mehr Schnittkontrolle und Qualität. Logisch war auch die Überlegung zur Verwendung mehrerer paralleler Sägeblätter.

Voller Dampf voraus: Vom Bundgatter zum Profilzerspaner

Doch das Bundgatter, bei welchem mehr als ein Sägeblatt im Rahmen eingespannt werden konnte, fand den Durchbruch erst durch die verstärkte Kraft der Dampfmaschinen zu Zeiten der industriellen Revolution. Ab 1800 verbreitete sich vor allem in England und den USA diese Technik rasch, später dann auf dem europäischen Festland. Die Briten waren es auch, die Ende des 18. Jahrhunderts die Kreissäge patentierten. Die erste Bandsäge wurde 1855 auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt.
Um 1900 wiesen letztlich alle drei gängigen Sägetechnologien (Gatter-, Kreis- und Bandsäge) die wesentlichen Grundzüge der heutigen Maschinen auf. Doch die Entwicklung blieb keinesfalls stehen. Elektrizität und Computersteuerung bedeuteten neue Innovationsstufen. 1969 kamen die ersten Profilzerspaner auf den Markt, Aggregate sorgten für effiziente Prozesskopplung.

Baustoff Holz bleibt zukunftsweisend

Gleich welcher Einschnitttechnik sind heutige Sägelinien echte High-Tech-Anlagen. Was einmal tagelange Handarbeit beanspruchte, geschieht heute in Sekunden. Die Arbeitsabläufe für Transport, Vermessung und Sortierung wurden weitestgehend automatisiert und gewährleisten größtmögliche Ressourceneffizienz. Rund 60 Prozent des eingeschnitten Stammholzes können in Schnittholzprodukte überführt werden. Auch die anfallenden Sägenebenprodukte werden nahezu vollständig von den Betrieben selbst oder von branchenverwandten Abnehmern stofflich oder thermisch verwertet. Trocknungs-, Hobel- und Verleimungsanlagen erweitern zudem die Holzverwertung und erlauben höchste Wertschöpfung. Heutige Schnittholzprodukte sind speziell für die hohen Anforderungen an moderne Bauweisen konzipiert und ausgelegt. Das wissen auch Architekten und Planer zu schätzen. Holz entwickelt sich derzeit zum Exponenten für zukunftsorientiertes Bauen und erobert sich gerade im urbanen Raum seine historisch angestammte Rolle zurück. Die Erfolgsgeschichte der hochwertigen Holzbearbeitung und -verwendung in Deutschland setzt sich also fort. 720 Jahre sind auch eine gute Referenz.


Branchenrelevante Gesetzesvorlagen, Beschlüsse und Anfragen

Land

Bund



Stellungnahme zum Weißbuch der Bundesregierung

DeSH veröffentlicht Stellungnahme zum Weißbuch der Bundesregierung

Bis zum 24. August konnten beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) Stellungnahmen zum Weißbuch eingereicht werden und sich damit an der Zukunft des Strommarktes beteiligen. 

Im Vorfeld der Erarbeitung der Stellungnahme hat der DeSH die Mitgliedsunternehmen im Wege einer Umfrage zu dem brisanten Thema eingebunden. Die Stellungnahme des DeSH kann hier eingesehen werden. 

Hintergrund:

"Breite Diskussion über Strommarkt

Im Herbst 2014 hatte das Ministerium die Zukunft des Strommarkts in einem Grünbuch zur Diskussion gestellt. An dem Findungsprozess beteiligten sich Behörden, Verbände, Gewerkschaften, Unternehmen und Bürger. 
Bei seinen Überlegungen geht das Wirtschaftsministerium davon aus, dass in einem Strommarkt 2.0 alle notwendigen Kapazitäten über Marktmechanismen refinanziert werden können. Eine Kapazitätsreserve in Höhe von vier Gigawatt wird den Strommarkt zusätzlich absichern.

Preisbildung am Markt unberührt

Dennoch wird nicht in den Markt eingegriffen, denn die Kapazitätsreserve umfasst nur Kraftwerke außerhalb des Strommarkts. Diese nehmen nicht am Wettbewerb teil, die Preisbildung im Markt bleibt also unberührt. Die Kraftwerke sollen nur dann zum Einsatz kommen, wenn der Markt Angebot und Nachfrage wider Erwarten nicht ausgleichen kann. Das wäre bei einem Kapazitätsmarkt anders. Zudem gehen die verschiedenen, vom Ministerium in Auftrag gegebenen Gutachten davon aus, dass ein Strommarkt 2.0 mit Kapazitätsreserve in der Praxis günstiger ist. 

Weißbuch konkretisiert Maßnahmen

Das Ministerium begründet und konkretisiert den Strommarkt 2.0 im Weißbuch mit 20 Maßnahmen. Vier davon stärken die Marktmechanismen: So soll die Garantie einer fairen Preisbildung im Energiewirtschaftsgesetz verankert werden und die Marktaufsicht transparenter werden. Die Bilanzkreisverantwortlichen - zuständig für den Ausgleich von Stromleistung und -verbrauch - müssen zukünftig ihre Lieferverpflichtung im Viertelstunden-Takt vorhalten und abrechnen. Die Bilanzkreistreue, also das Ausgleichsmanagement innerhalb eines virtuellen Stromkontos, soll sich zudem erhöhen. Dafür wird die Bundesnetzagentur das System für die Ausgleichsenergie weiterentwickeln und 2016 festlegen. Dann soll unter anderem dafür gesorgt werden, dass die Verantwortlichen nicht nur den Einsatz von Ausgleichsenergie bezahlen, sondern auch wenigstens einen Anteil der Vorhaltekosten, die bislang über die Netzentgelte beglichen werden.

Flexibilität durch "elektrische" Nachbarn

Mit 13 weiteren Maßnahmen sollen Angebot und Nachfrage flexibler gestaltet und so die Stromversorgung optimiert werden. Wichtigster Ansatz hierbei ist der europäische Energie-Binnenmarkt. Schon im Juni hat Deutschland gemeinsam mit seinen "elektrischen" Nachbarn erklärt, Versorgungssicherheit zukünftig verstärkt europäisch zu betrachten. Das hat Vorteile. Bei einem europäischen Strommarkt muss ein einzelnes Land weniger Kapazitäten vorhalten, weil Erzeugung und Nachfrage überregional ausgeglichen werden können. Dabei wirkt positiv, dass in den verschiedenen europäischen Regionen der höchste Stromverbrauch zeitlich versetzt anfällt.

Um die Flexibilität zu erhöhen, sind weitere Maßnahmen geplant: so sollen Regelleistungsmärkte für neue Anbieter geöffnet, das Netzentgeltsystem soll überarbeitet werden, ebenso die staatlich veranlassten Anteile des Strompreises. Die Bundesregierung will auch die Elektromobilität weiter stärken. Angestrebt wird ebenfalls, die Spitzen in der Stromerzeugung Erneuerbarer-Energie-Anlagen zu kappen, um den Ausbaubedarf an Stromnetzen zu verringern. 

Monitoring für sichere Versorgung

Mit drei Maßnahmen will die Bundesregierung die Versorgungssicherheit stärken und das Netz absichern: Neben der Kapazitätsreserve plant sie ein Monitoring mit regelmäßigem Bericht und die Verlängerung der sogenannten Netzreserve bis 2023. Die Netzreserve ermöglicht den Übertragungsnetzbetreibern, Engpässe im Netz auszugleichen. Systemrelevante Kraftwerke in Süddeutschland können deshalb derzeit nicht stillgelegt werden. 

Dialog wird fortgeführt

Das Bundeswirtschaftsministerium wird nach der parlamentarischen Sommerpause im Rahmen der Plattform Strommarkt mit allen entscheidenden Akteuren das Weißbuch diskutieren. Schon im Oktober soll das Kabinett den Entwurf eines Strommarktgesetzes beschließen, das Gesetzgebungsverfahren im Frühjahr 2016 abgeschlossen sein. Die Gesetzesänderungen werden insbesondere das Energiewirtschaftsgesetz betreffen."

Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Stand: 24. August 2015. 


Veranstaltung: Parl. Frühstück am 23. September 2015

INFORMATION

Sehr geehrte Damen und Herren, 

nachfolgend informieren wir Sie über das nächste Parlamentarische Frühstück der Plattform Forst & Holz. 

Es findet statt am Mittwoch, dem 23. September 2015 in der Zeit von 07:30 bis  09:30 Uhr; wie immer im Abgeordnetenrestaurant „Käfer“ (Plenarsaalebene).

Schwerpunktthema dieses Frühstücks ist:

Nachhaltiges Bauen öffentlicher Gebäude – Chancen und Handlungsbedarf für den Rohstoff Holz

Als Referenten konnten wir den renommierten Prof. Dr. med. Volker Mersch-Sundermann vom Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg gewinnen.

Hintergrund: 
Das BMUB – bzw. in dessen Auftrag das nachgelagerte Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR) – arbeitet derzeit an Kriteriensteckbriefen zu seinem Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB). Dieses Bewertungssystem findet aktuell vor allem Anwendung beim Bau öffentlicher Gebäude, hat aber darüber hinaus auch weitergehende Bedeutung, wenn es um beispielgebende Kriterien für nachhaltiges Bauen geht.

Ein Kriterium des Bewertungssystems ist unter anderem die „Innenraumlufthygiene“. Ein wichtiger Aspekt ist dabei die Konzentration von flüchtigen, organischen Bestandteilen und Formaldehyd.

Im Rahmen der Veranstaltung möchte die Holzwirtschaft über den aktuellen Wissensstand bezüglich der Emissionen aus Holz und Holzprodukten informieren und Handlungsbedarfe aufzeigen, um die Verwendung von Holz im Sinne der Klimaschutzziele der Bundesregierung zu fördern.

Für Anmeldungen bitte ich um Rückmeldungen bis spätestens zum 9. September 2015. 

Vielen Dank und freundliche Grüße
Dr. Denny Ohnesorge
Geschäftsführer

Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V. (DHWR)
German Wood Council 
Dorotheenstr. 54
10117 Berlin

phone: +49 3072 0204 3886
e-mail: ohnesorge@dhwr.de
web: www.dhwr.de


Ihre Ansprechpartner

Lars Schmidt
Hauptgeschäfsführer
Email: lars.schmidt@saegeindustrie.de

Katrin Büscher
Public Affiars und Recht
Email: katrin.buescher@saegeindustrie.de

Sollten Sie kein Interesse an unserem Politikbrief haben, dann schreiben Sie uns bitte eine kurze Email

Mit freundlichen Grüßen

J. Möbus

J. Möbus
Public Affairs

M. Wollenweber

M. Wollenweber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


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www.saegeindustrie.de sowie bei den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.