Deutsche Säge- und Holzindustrie
Speedletter

August 2015

28.05.2017

Interessante News aus Berlin und Wiesbaden für Freunde und Interessenten

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Inhalt


++ SAVE THE DATE++ 11. Internationale Kongress der Säge- und Holzindustrie

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11. Internationale Kongress der Säge- und Holzindustrie vom 10.02.-11.02.2016 in Würzburg, Maritim-Konferenzhotel. Nachdem sich das Konzept in den vergangenen zwei Jahren sehr gut bewährt hat, wird auch 2016 der AGR-Rohstoffgipfel vorgeschaltet und als Auftakt zu der Veranstaltung stattfinden.

Ab wann und wie Sie sich anmelden können, erfahren Sie in Kürze.

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Stärkere Kundenorientierung bietet Potentiale für die Sägeindustrie

deckblatt

Baker Tilly Roelfs untersucht gemeinsam mit dem Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) aktuelle Markt- und Kundenanforderungen.

Düsseldorf/Berlin, 13. Juli 2015 – Mit einer stärkeren Kundenorientierung sowie einer eindeutigen strategischen Positionierung kann es der Sägeindustrie gelingen, den sehr positiven allgemeinen Green Economy-Trend in der Holzbranche voll auszuschöpfen. Das geht aus der Studie „Spricht die Sägeindustrie die Sprache ihrer Kunden?“ hervor, die Baker Tilly Roelfs in Zusammenarbeit mit dem Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) erstellt hat. Grundlage der Studie sind eine Online-Umfrage sowie Experteninterviews, bei denen sich deutliche Wahrnehmungsunterschiede zu Marktanforderungen und Vertriebsfragen zwischen Sägebetrieben und ausgewählten Kundenbranchen zeigten. Neben den Trends und Anwendungsfeldern sowie Produkten und Dienstleistungen bestehen vor allem in der Wahrnehmung der Vertriebsausrichtung der Säger große Unterschiede zwischen Anbietern und Kunden.  
Mit Hilfe von Experteninterviews und einer Online-Umfrage wurden in den Untersuchungsfeldern Trends und Anwendungsfelder, Produkte und Dienstleistungen sowie Vertrieb und Absatzwege Wahrnehmungsunterschiede aufgedeckt. Dadurch konnten die Sichtweisen verglichen und hinsichtlich der Untersuchungsfelder analysiert werden.
„Die Sägeindustrie muss sich stärker an ihren Kunden ausrichten“, bringt Lars Schmidt, Hauptgeschäftsführer des DeSH das Ergebnis der Studie auf den Punkt. Der Trend zu Green Economy bietet der gesamten Holzbranche eigentliche beste Chancen für eine positive Entwicklung: Die Verwendung von Holz ist naturverträglich, stiftet als natürliche Ressource einen Beitrag zur Bewältigung des Klimawandels und trifft den Trend zum stärkeren Umweltbewusstsein. Vor allem auch die Sägeindustrie könnte davon als eine der Schlüsselindustrien nachhaltig profitieren und die seit 2008 anhaltende Branchenkrise überwinden. Dazu gilt es jedoch sowohl externe aber auch interne Faktoren zu erkennen und sich entsprechend der Markt und Kundenanforderungen auszurichten.

Schlechte Rahmenbedingungen erfordern Nischen- oder Preis-/Mengenstrategie

Gesetzliche und politische Rahmenbedingungen hemmen die Potenzialentfaltung der Branchenunternehmen seit geraumer Zeit. Dazu zählt u.a. die zu einem nicht unwesentlichen Teil politisch bedingte schwierige Rohstoffsituation: Aufgrund des Laubbaum orientierten Waldumbaus und Flächenstilllegungen für Nationalparks geht die inländische Verfügbarkeit des wirtschaftlich besonders relevanten Nadelholzes seit Jahren zurück. Aufgrund der Summe einzelner Entwicklungen kommt dadurch zu einem teils künstlich herbeigeführten Rohstoffpreisanstieg. Die Preise können seitens der Säger auf dem internationalen Schnittholzmarkt kaum an die Endkunden weitergegeben werden. So schrumpfen an vielen Stellen die Margen. Aus unternehmerischer Sicht gibt es in diesem Umfeld grundsätzlich zwei strategische Positionierungen, die langfristig erfolgsversprechend sind: die Nischen oder die Preis-/Mengenstrategie. „Die meisten Sägebetriebe stehen allerdings zwischen den beiden Strategien – sie sind geradezu „gefangen“ in der Mitte und weisen häufig keine eindeutige strategische Positionierung auf“, so Andreas Maquet von Baker Tilly Roelfs. 

Markterfolg setzt Reflektion und Kundenorientierung voraus

Um sich am Markt zu positionieren und die hohe Branchenattraktivität zu nutzen, bedarf es einer engen Abstimmung der Sägeindustrie mit ihren Abnehmern. Die Studie zeigt jedoch: Betriebe und Kunden haben in vielen Fällen unterschiedliche Ansichten von ihrer Zusammenarbeit. Die Produkte entsprechen häufig nicht mehr dem, was die Abnehmer heute benötigen. Das Ziel der Untersuchung war es deshalb, auf Grundlage der identifizierten Wahrnehmungsunterschiede zwischen der Sägeindustrie und ihren Kunden, Handlungsfelder aufzuzeigen und den Kundenfokus der Sägebetriebe wieder zu schärfen. 

Säger sollten sich Trends und Nischen öffnen

Bei den Trends und Anwendungsfeldern sollten die Sägebetriebe bestrebt sein, Chancen gemeinsam mit ihren Kunden zu nutzen. Die Bildung vertikaler Netzwerke kann dabei helfen. Die Wahrnehmung der Trends setzt bei einzelnen Kundenbranchen voraus, dass die Sägeindustrie ihre Sicht auf deren Markt neu bestimmt. So haben sich beispielsweise auf dem Packmittelmarkt in den letzten Jahren Entwicklungen vollzogen, die zu einer deutlichen Erhöhung der Anforderungen an die Packmittelprodukte geführt haben. Die Erfüllung der Anforderungen setzt seitens der Sägeindustrie eine stärkere Berücksichtigung der benötigten Produkteigenschaften voraus. 
Bei der Erfüllung von Produktanforderungen ergibt sich bei allen Kundenbranchen grundsätzlich ein Spannungsfeld: Standardisierung auf der einen und Individualisierung auf der anderen Seite. Sägebetriebe können sich diesem Spannungsfeld kaum entziehen und sollten bestrebt sein, sich in einem der beiden Felder zu positionieren.

Vertriebsausrichtung muss hinterfragt werden

Die deutlichsten Wahrnehmungsunterschiede ermittelte die Studie in dem Untersuchungsfeld Vertrieb und Absatzwege. Die Sägeindustrie nimmt ihre Vertriebsausrichtung als sehr kundenorientiert wahr. Den Ergebnissen der Online-Umfrage zufolge, empfinden die Kundenbranchen den Vertrieb allerdings als sehr viel weniger kundenorientiert – gleiches gilt für die Lösungs-, Anwendungs- und Serviceorientierung. Um ein gemeinsames Verständnis von den Anforderungen an den Vertrieb zu schaffen, muss die Kommunikation zwischen Sägebetrieben und Kunden deutlich verstärkt werden. Nur dadurch können Potenziale zielgerichtet identifiziert und Wettbewerbsvorteile nachhaltig aufgebaut werden. 
Dies lässt sich auf alle drei Untersuchungsfelder übertragen, in denen Wahrnehmungsunterschiede zwischen der Sägeindustrie und ihren Kunden bestehen. Eine stärkere Kommunikation mit den Kunden ist Voraussetzung, um feldübergreifend passende Maßnahmen zu treffen. „Das Fazit der Studie lautet: Sprechen die Sägebetriebe und ihre Kunden die gleiche Sprache, können alle Beteiligten die vielversprechenden Chancen ausschöpfen und mögliche Ertragsreserven mobilisieren“, so Lars Schmidt vom DeSH.

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Über Baker Tilly Roelfs 
Baker Tilly Roelfs gehört zu den größten partnerschaftlich geführten Beratungsgesellschaften Deutschlands und ist unabhängiges Mitglied im weltweiten Netzwerk Baker Tilly International. Wirtschaftsprüfer, Rechtsanwälte und Steuerberater sowie Unternehmensberater bieten gemeinsam ein breites Spektrum individueller und innovativer Beratungsdienstleistungen an. Baker Tilly Roelfs entwickelt Lösungen, die exakt auf jeden einzelnen Mandanten ausgerichtet sind und setzt diese mit höchsten Ansprüchen an Effizienz und Qualität um. Auf Basis einer unternehmerischen Beratungsphilosophie stellen die mandatsverantwortlichen Partner interdisziplinäre Teams aus Spezialisten zusammen, die den jeweiligen Projektanforderungen genau entsprechen. Die interdisziplinären Kompetenzen sind gebündelt in den Competence Centern Financial Services, Fraud • Risk • Compliance, Health Care, Private Clients, Public Sector, Real Estate, Restructuring, Sport, Transactions, Valuation sowie Versorgungseinrichtungen. In Deutschland ist Baker Tilly Roelfs mit 1.050 Mitarbeitern an zwölf Standorten vertreten. Für die Beratung auf globaler Ebene sorgen 154 Partnerunternehmen mit über 27.000 Mitarbeitern in 133 Ländern innerhalb des weltweiten Netzwerks unabhängiger Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaften Baker Tilly International. 

 

Ansprechpartner für die Presse
Frank Schröder
Leiter Marketing & Communications
Tel. +49 211 6901-1200
Frank.Schroeder@bakertilly.de


Dreharbeiten für Nachwuchskampagne "it wood be good" abgeschlossen

Dreharbeiten für Nachwuchskampagne "itwoodbegood" abgeschlossen

Die Arbeiten an der DeSH-Nachwuchskampage "itwoodbegood" laufen weiter auf Hochtouren. In der vergangenen Woche endeten die Dreharbeiten für die geplanten Online-Videos, die den potentiellen Nachwuchskräften ein authentisches und lebendiges Bild von den Berufen in der Sägeindustrie vermitteln sollen.

An insgesamt zwei Drehtagen wurde, zusammen mit einem professionellen Kamerateam, umfangreiches Filmmaterial gesammelt, das als Grundlage für eine längere "Videostory" als auch für prägnante Clips zu bestimmten Ausbildungsberufen dient. Hierin beschreiben Azubis ihre unterschiedlichen Lehrberufe, vom Holzbearbeitungsmechaniker bis zum Elektroniker, und veranschaulichen ihre Tätigkeiten praxisnah.

Die Dreharbeiten fanden bei der Firma EGGER in Brilon mit dort beschäftigten Auszubildenden statt. Nach Schnitt und Fertigstellung werden die Videos zentraler Bestandteil der Kampagnen-Webseite itwoodbegood.de sein. Über den offiziellen Kampagnenstart sowie die Veröffentlichung der Webseite werden wir in Kürze informieren.


Neue sektorübergreifende Forschungsagenda ForstHolzPapier in Berlin vorgestellt

DFA der  FTP

Am 10.6. trafen sich Mitglieder des Deutschen Bundestags sowie Vertreter von Unternehmen und Verbänden zum "Parlamentarischen Frühstück" der Plattform Forst&Holz. Thema: Die neue Forschungsagenda "ForstHolzPapier".

In einem anderthalbjährigen Erarbeitungsprozess hat die Forest Technology Platform Deutschland (FTP) eine Forschungsagenda zusammengestellt.

Das Ergebnis: Die Branche biete zahlreiche Lösungsansätze, brauche jedoch den politischen Willen, diese auch umzusetzen. Große Potenziale würden insbesondere beim Städtebau mit Holz sowie bei der effizienten Nutzung des Rohstoffs gesehen.

„Die Deutsche Forschungsagenda liefert Politik und Wissenschaft eine klare Vorstellung über die Herausforderungen und Forschungsziele des Sektors“, meinte Professor Konstantin von Teuffel, Direktor der Forstlichen Versuchs- und Forschungsanstalt Baden-Württemberg und Vorsitzender des Steuerungsgremiums der FTP Deutschland einleitend bei der Vorstellung der Agenda. Professor Dr. Klaus Richter, Leiter der Holzforschung München, ergänzte die Ausführungen durch eine Analyse der aktuellen Forschungssituation innerhalb des Sektors sowie des zukünftigen wissenschaftlichen Bedarfs.

„Unser übergeordnetes Ziel ist es, die Holzbauweise in Städten weiter voranzutreiben und damit salonfähig zu machen“, fasste DHWR-Präsident Xaver Haas den derzeit wichtigsten Forschungsschwerpunkt des Dachverbandes zusammen. „Ob bei Klimaschutz, Energiewende oder der Umsetzung einer nachhaltigen biobasierten Wirtschaft: Die Branche bietet ein enormes Potenzial zur Lösung aktueller politischer Herausforderungen.“ Um die volle Wirkung des nachwachsenden Rohstoffes entfalten zu können, bedürfe es jedoch weiterer Forschungsanstrengungen insbesondere in den Bereichen Bauen mit Holz, Ressourcen- und Energieeffizienz oder Nutzung von Sekundärrohstoffen.

„Es liegt auf der Hand, dass ein überwiegend klein- und mittelständisch strukturierter Wirtschaftssektor bei gleichzeitig großem Lösungspotenzial in seinen Forschungsanstrengungen nicht allein gelassen werden darf“, stellte Georg Schirmbeck, Präsident des DFWR, fest. Mehr denn je sollte daher auch seitens der Politik die Möglichkeit einer stärkeren öffentlichen Unterstützung durch Ausweitung gezielter Förderprogramme in Betracht gezogen werden.

Eine kompakte Übersicht über die sieben strategischen Handlungsfelder der Agenda finden Sie hier.

Eine Zusammenstellung der wichtigsten Themen der Forschungsagenda finden Sie hier


720 Jahre Sägewerke in Deutschland: Vom rauschenden Bach zum Vorreiter der Bioökonomie

720 Jahre Sägewerke in Deutschland: Vom rauschenden Bach zum Vorreiter der Bioökonomie

Die Sägeindustrie in Deutschland darf in diesem Jahr ein durchaus stolzes Jubiläum begehen: Vor 720 Jahren wurde mit der Urtelmühle in Lenggries erstmals ein maschinelles Sägewerk in Deutschland urkundlich erwähnt. Was mit Wasserkraft begann, ist heute eine moderne High-Tech-Industrie. Grund für einen kleinen Rückblick.

Das Jahr 1295 ist bislang vornehmlich für die Rückkehr des China-Reisenden Marco Polo bekannt. Europa schwang sich damals gerade ins Spätmittelalter auf, Handelsbeziehungen wuchsen und neue Fertigungsmethoden verbreiteten sich. Die Holznutzung, so alt wie die Menschheit selbst, hatte da zwar bereits eine lange Geschichte hinter sich, gewann durch die maschinelle Bearbeitung in Sägemühlen aber entscheidend an Effizienz und Bedeutung.

Grubensäge und Underdog: Der lange Weg zum Brett

Die Ägypter waren es, die vor 5.000 Jahren Metallsägen aus widerstandsfähiger Bronze gossen und damit den Grundstein für die heutige Sägetechnik legten. Vorher hatte man sich mit einfachen Beilen, später mit gezahnten Steinwerkzeugen gemüht. Doch bis zur maschinellen Linie sollten noch viele Jahrhunderte und Innovationsschritte vergehen. Beispielsweise in Form der Rahmen- beziehungsweise Klobsäge. Diese wies bereits Ähnlichkeit mit einem Gatter auf und ermöglichte den Römern vor etwa 2.000 Jahren die massenhafte Schnittholzproduktion für Häuser, Brücken, Aquädukte sowie für Schiffe, Wagen und Waffen, was entscheidende Vorteile gegenüber anderen Völkern bescherte. Doch nicht nur das: Diese lange verwendete Konstruktion ist vermutlich auch der Ursprung des aus dem Englischen stammenden Begriffs "Underdog", der gerne als Bezeichnung für Außenseiter beim Sport herangezogen wird. Während der privilegierte Säger oben stand, hielt der "Underdog", in einer Grube oder auf dem Rücken liegend, die vertikal laufende Säge gegen und hatte die herabfallenden Sägespäne und den Staub stoisch zu ertragen.

Wasser auf die Mühlen

Was die Nutzbarmachung natürlicher Kräfte wie Wasser zur maschinellen Bearbeitung von Holz anbelangt, wird vermutet, dass in verschiedenen Teilen der Welt erste Versuche bereits vor zwei- bis dreitausend Jahren stattfanden. In Europa zumindest ging die Technologie in der nachrömischen Zeit für Jahrhunderte verloren. Erst im 13. Jahrhundert fanden "Holzsägereien" in unseren Breiten urkundliche Erwähnung. Die vermutlich älteste Sägemühle Europas ist für das Jahr 1204 in der französischen Stadt Évreux in der Normandie vermerkt. 1267 und 1297 folgten Sägemühlen im Schweizer Jura und nahe Basel. 1295 dann die Erwähnung der Urtelmühle in Lenggries. In den Folgejahren sind vor allem für den Süden Deutschlands weitere Mühlen bezeugt: Freiburg im Breisgau (1298), Kirchheim unter Teck (1310), Pfaffenweiler (1311), Selbach (1313), Peterzell (1314) und Augsburg (1322).

Geniestreich in Venedig

Bis zur Mitte des 15. Jahrhunderts funktionierten die meisten dieser Sägemühlen mittels Hubbewegung eines Gatterrahmens, angetrieben durch zwei bis vier Nocken. Deren Geräusch verdankten die Anlagen gleichsam ihren Namen: "Klopfsäge" oder "Schlegelsäge". Ein weniger verbreitetes Sägemodell zu dieser Zeit war die "Gnepfe", deren Antrieb auf dem Verlagerungsprinzip einer Waage basierte. Innovation erfuhr die mechanische Holzbearbeitung ‒ wie so vieles ‒ vom Universal-Genie Leonardo da Vinci. Gemeinsam mit venezianischen Holzhändlern soll er im 16. Jahrhundert einen neuartigen Kurbel/Pleuel-Mechanismus entwickelt haben, die "Venezianersäge". Parallel entstand im deutschsprachigen Raum mit der "Augsburgersäge" ein ähnlicher Typus. Beide repräsentierten fortan und für lange Zeit den Stand der Technik. Getriebe, Vorschubsysteme sowie verbesserte Sägeblätter und Schärftechnik sorgten nach und nach für mehr Schnittkontrolle und Qualität. Logisch war auch die Überlegung zur Verwendung mehrerer paralleler Sägeblätter.

Voller Dampf voraus: Vom Bundgatter zum Profilzerspaner

Doch das Bundgatter, bei welchem mehr als ein Sägeblatt im Rahmen eingespannt werden konnte, fand den Durchbruch erst durch die verstärkte Kraft der Dampfmaschinen zu Zeiten der industriellen Revolution. Ab 1800 verbreitete sich vor allem in England und den USA diese Technik rasch, später dann auf dem europäischen Festland. Die Briten waren es auch, die Ende des 18. Jahrhunderts die Kreissäge patentierten. Die erste Bandsäge wurde 1855 auf der Pariser Weltausstellung vorgestellt.
Um 1900 wiesen letztlich alle drei gängigen Sägetechnologien (Gatter-, Kreis- und Bandsäge) die wesentlichen Grundzüge der heutigen Maschinen auf. Doch die Entwicklung blieb keinesfalls stehen. Elektrizität und Computersteuerung bedeuteten neue Innovationsstufen. 1969 kamen die ersten Profilzerspaner auf den Markt, Aggregate sorgten für effiziente Prozesskopplung.

Baustoff Holz bleibt zukunftsweisend

Gleich welcher Einschnitttechnik sind heutige Sägelinien echte High-Tech-Anlagen. Was einmal tagelange Handarbeit beanspruchte, geschieht heute in Sekunden. Die Arbeitsabläufe für Transport, Vermessung und Sortierung wurden weitestgehend automatisiert und gewährleisten größtmögliche Ressourceneffizienz. Rund 60 Prozent des eingeschnitten Stammholzes können in Schnittholzprodukte überführt werden. Auch die anfallenden Sägenebenprodukte werden nahezu vollständig von den Betrieben selbst oder von branchenverwandten Abnehmern stofflich oder thermisch verwertet. Trocknungs-, Hobel- und Verleimungsanlagen erweitern zudem die Holzverwertung und erlauben höchste Wertschöpfung. Heutige Schnittholzprodukte sind speziell für die hohen Anforderungen an moderne Bauweisen konzipiert und ausgelegt. Das wissen auch Architekten und Planer zu schätzen. Holz entwickelt sich derzeit zum Exponenten für zukunftsorientiertes Bauen und erobert sich gerade im urbanen Raum seine historisch angestammte Rolle zurück. Die Erfolgsgeschichte der hochwertigen Holzbearbeitung und -verwendung in Deutschland setzt sich also fort. 720 Jahre sind auch eine gute Referenz.


Neues Verzeichnis für Mobilsäger

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Der DeSH hat einen neuen Lieferantennachweis für Mobile Sägewerke herausgegeben mit der Webseite www.mobile-saegewerke.de. Ziel ist es eine neue Fachgruppe im DeSH zu etablieren, in der sich diese mobilen Lohnsägern organisieren. Im Herbst soll es ein erstes Treffen in dieser Teilbranche geben. In Deutschland gibt es nach DeSH Schätzungen zwischen 350 und 400 Mobilsägewerke.


Rheinland-Pfalz: Preisträger des Kommunalwettbewerbs HolzProKlima stehen fest

V.l.n.r.: Andrea Uhrig, Hannsjörg Pohlmeyer, Theresia Pröbstl-Strödter, Dr. Gerd Loskant, Ulrike Nehrbaß, Dr. Jens Jacob, Dr. Stefan Schaefer, Ernst Wolfgang Eichler, Stephan Hofherr. Nicht im Bild: Prof. Dr. Wieland Becker, Dr. Peter Sauerwein

Die Fachjury des Kommunalwettbewerbs HolzProKlima in Rheinland-Pfalz hat in ihrer Sitzung am 9. Juli 2015 unter 38 Einsendungen drei Gewinner ermittelt und Anerkennungen ausgesprochen.

"Die Wahl der Preisträger war ein enges Kopf an Kopf Rennen. Besonders beeindruckend war zu sehen, dass auch kleine Gemeinden Großes für den Klimaschutz leisten können, wenn sie auf Holz aus nachhaltiger Forstwirtschaft setzen", sagte der Jury-Vorsitzende Dr. Gerd Loskant, Vorstand des Landesbeirats Holz Rheinland-Pfalz.

Für die Fachjury war es besonders wichtig zu erkennen, dass in den Gemeinden ein Bewusstsein für das große Klimaschutzpotential, das in der vermehrten Holzverwendung liegt, vorhanden ist. Betrachtet wurde auch, ob das Holz im Rahmen der Kaskadennutzung vor der energetischen Nutzung mehrfach stofflich verwendet wird.

Aufgrund der hochwertigen Wettbewerbsbeiträge hat die Fachjury beschlossen, für ein pädagogisch wertvolles Projekt eine zusätzliche Anerkennung auszusprechen. Erstmals wird in diesem Jahr zudem ein Zusatzpreis in Höhe von 2.000 Euro für die beste Online-Bewertung vergeben. An der Umfrage auf www.holzproklima.de beteiligten sich über 13.000 User.

Die Abschlussveranstaltung des Kommunalwettbewerbs wird am 11. September 2015 auf der Landesgartenschau in Landau stattfinden. Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken wird die drei Sieger-Kommunen stellvertretend für die Schirmherrin, Ministerpräsidentin Malu Dreyer, im feierlichen Rahmen ehren und Gutscheine für Sachpreise im Gesamtwert von 20.000 Euro überreichen.

Die Initiative HolzProKlima wird von 14 Bundesverbänden und Organisationen der Forst- und Holzwirtschaft getragen. Im vergangenen Jahr fand der Kommunalwettbewerb mit großem Erfolg bereits in Nordrhein-Westfalen statt. Alle eingereichten Wettbewerbs-Projekte können Sie hier eingesehen.


Baden-Württembergischer Holzbaupreis 2015 verliehen

Baden-Württembergischer Holzbaupreis 2015 verliehen

Am 22. Juli wurde in Kressbronn der baden-württembergische Holzbaupreis 2015 verliehen. Schirmherr Alexander Bonde, Minister für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz, prämierte die Preisträgerinnen und Preisträger unter den rund 160 Einreichungen.

"Der Holzbau in Baden-Württemberg boomt. Nirgends in Deutschland werden mehr Gebäude aus dem faszinierenden Baustoff Holz gebaut als im Südwesten. Die Wettbewerbs-Beiträge zeigen anschaulich, dass mit dem natürlichen Rohstoff Holz technisch anspruchsvoll und vielfältig gebaut werden kann", sagte Bonde.

Der Minister betonte, dass Baden-Württemberg mit der holzbaufreundlichsten Landesbauordnung bundesweit gute Voraussetzungen für Holzbauvorhaben schaffe. So konnte in diesem Jahr erstmals ein achtgeschossiges Bürogebäude in Baden-Württemberg prämiert werden, dessen tragende Konstruktion in Massivholzbauweise ausgeführt ist. Ebenfalls ausgezeichnet wurde ein Gebäude, dessen tragende Gebäudehülle vollständig aus Laubholz bestehe. "Die unterschiedlichsten Gebäudetypen machen eindrucksvoll deutlich, dass heute nahezu jeder Bau mit Holz realisiert werden kann", erklärte Bonde und wies darauf hin, dass die Industrie 4.0 bereits im Holzbau angekommen sei: "Holzbauteile können heute durch Industrieroboter materialeffizient und millimetergenau vorgefertigt werden."

Um Spitze in Sachen Holzbau zu bleiben und neue Einsatzfelder zu öffnen, sei eine solide Forschung notwendig: "Wir werden weiterhin konsequent innovative Projekte mit dem Holz-Innovationsprogramm und durch die Initiative Cluster Forst und Holz fördern“, erklärte Bonde abschließend. Dies sei auch für die Umwelt von entscheidender Bedeutung: "Holzbau ist aktiver Klimaschutz, da jeder Kubikmeter Holz fast eine Tonne klimaschädliches Kohlendioxid in Kohlenstoffverbindungen speichert und so die Atmosphäre entlastet."

Den Holzbaupreis Baden-Württemberg 2015 haben das Ministerium für Ländlichen Raum und Verbraucherschutz Baden-Württemberg, der Landesbeirat Holz Baden-Württemberg e.V. und der Landesbetrieb ForstBW ausgelobt. Alle Objekte werden in einer Dokumentationsbroschüre vorgestellt. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.holzbaupreis-bw.de.


Schweighofer Prize in Wien verliehen

Verleihung des Schweighofer Prize 2015 (Hauptpreis): von links nach rechts: Bundesminister Andrä Rupprechter, Erich Wiesner, Gerald Schweighofer, Bundesminister Rudolf Hundstorfer, Claudius Kollmann und Alfred Teischinger (Juryvorsitzender)

Am 17. Juni 2015 wurde in Wien zum 7. Mal der Schweighofer Prize, der Innovationspreis der europäischen Forst- und Holzwirtschaft, verliehen. Ausgezeichnet wurden Projekte, Produkte und Technologien aus Deutschland, Schweden, Italien und der Schweiz.

Den Hauptpreis für sein Lebenswerk erhielt Dr. Erich Wiesner, CEO der Wiehag Gruppe. Gerald Schweighofer hob bei der Preisüberreichung die europaweiten Pionierleistungen, sein nationales und internationales Engagement für die Holzwirtschaft sowie seine vielfältigen Initiativen für Forschung und Entwicklung hervor.

Die Innovationspreise gingen an:

Der Schweighofer Prize wird seit 2003 im Zwei-Jahres-Abstand verliehen und ist mit einem Gesamtbetrag von 300.000 Euro dotiert. In diesem Jahr nahmen über 700 Besucher aus der internationalen Holzbranche sowie Vertreter aus Forschung, Wirtschaft und Politik an der Preisverleihung teil.

Weiter Informationen erhalten Sie unter: www.schweighofer-prize.org


Internationale Laubholzkonferenz in Kopenhagen

Internationale Lauholzkonferenz in Kopenhagen

Vom 16. bis 18. September 2015 findet in Kopenhagen die 6. International Hardwood Conference (IHC) statt. Gastgeber sind der dänische Sägewerksverband (Danske Træindustrier) und Holzhandelsverband (DANSK TRÆFORENING). Veranstaltet wird die Laubholkonferenz in diesem Jahr erstmals gemeinsam von der European Timber Trade Federation (ETTF) und der European Organisation of the Sawmill Industry (EOS).

Durch die Kooperation erhoffen sich die Organisatoren ein breites internationales Teilnehmerfeld und einen intensiven Austausch zwischen Händlern und Produzenten. Neben dem umfassenden Konferenzprogramm, mit Marktanalysen renommierter Referenten und Diskussionsforen, bieten die Veranstalter zudem ein begleitendes kulturelles Rahmen- und Partnerprogramm an.

Weitere Informationen zum Programm der IHC und zur Anmeldung erhalten Sie unter: http://ihc2015.info/.

Die Internationale Nadelschnittholzkonferenz (ISC), die im vergangenen Jahr in Berlin gastierte, wird vom 4. bis 6. November 2015 in Amsterdam stattfinden. Informationen hierzu erhalten Sie hier.

Mit besten Grüßen

Lars Schmitdt

Lars Schmidt
Generalsekretär des Vorstands und Hauptgeschäftsführer

Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Homepage www.saegeindustrie.de
sowie bei den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.