Politikbrief
Deutsche Säge- und Holzindustrie

Politikbrief

Informationen der deutschen Holzindustrie für politische Entscheider

Ausgabe: Juni 2015

26.04.2017

Informationsdienst des Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverbandes e.V. (DeSH)

Inhalt


Der DeSH stellt sich vor...

Die Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) ist die Interessenvertretung der Säge- und Holzindustrie auf Bundes- und Landesebene und in den europäischen und internationalen Organisationen und Angelegenheiten. Der Verband hat die Aufgabe seine Mitglieder in wirtschafts- und branchenpolitischen sowie fachlichen Fragen national und international zu vertreten und in ihren wirtschaftlichen Zielen zu unterstützen. Der DeSH vertritt und vermittelt Brancheninteressen im politischen Kontext. Die Spannweite reicht von der Beobachtung und Mitgestaltung des legislativen und administrativen Tätigkeitsumfeldes bis zur Beteiligung an Kampagnen und kontroversen Debatten.


Der DeSH informiert über...


Branchenrelevante Gesetzesvorlagen, Beschlüsse und Anfragen

Land

Bund


 


Neues Thema! Feuerversicherung: DeSH-Leitfaden soll Brandschutz in den Betrieben verbessern

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) trägt der prekären Feuerversicherungssituation vieler Mitgliedsunternehmen Rechnung und sucht den Dialog mit Assekuranzen und Feuerwehren. Ein verbandsinterner Leitfaden soll den Brandschutz in den Betrieben verbessern und Lösungen für einen bezahlbaren Versicherungsschutz aufzeigen.

"Wir sahen großen Handlungsbedarf, da sich die Meldungen über Brände in der Säge- und Holzindustrie in der jüngeren Vergangenheit häuften", sagt DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt. Infolge seien die Versicherer der Branche gegenüber zunehmend kritisch eingestellt: Einige zogen sich bereits aus dem Sektor zurück; die meisten erhöhten die Prämien und fordern von ihren Kunden technische Brandschutzanlagen in Millionenhöhe. "Eine Umfrage zeigt, dass unsere großen Betriebe bereits mit entsprechenden großflächigen Sprinkleranlagen ausgestattet sind. Für die mittleren und kleinen Unternehmen steht die Investition aber in keiner Relation zum Versicherungswert und der Prämienreduzierung", erklärt Schmidt. Bei der aktuellen Marktsituation seien Nachrüstungen in diesem Volumen schlicht nicht darstellbar. Daher brauche es auch alternative Brandschutzmaßnahmen, um das das Vertrauen der Versicherer zurückgewinnen und ein vernünftiges Prämienniveau zu erwirken. 2014 haben sich die Beiträge für Betriebe ohne Sprinkleranlage teilweise drastisch erhöht.

Um dieses Ziel zu erreichen, initiierte der Verband den "Arbeitskreis Brandschutz", der mit Versicherern, Feuerwehren und Brandschutz-Experten in Dialog trat, um bezahlbare Lösungen zu suchen und durch gezielte Aufklärung das Brandrisiko in der Branche zu reduzieren. In diesem Rahmen entstand in Zusammenarbeit mit dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) und dem Deutschen Feuerwehrverband e.V. (DFV) ein Leitfaden zur Verbesserung des organisatorischen und technischen Brandschutzes in Betrieben. Dieser trägt dem hohen Risikopotenzial der holzbe- und verarbeitenden Industrie und den verschiedenen Problemfeldern im technischen, organisatorischen und baulichen Brandschutz Rechnung. "In dem Leitfaden werden allgemeine und besondere Brandgefahren in Sägewerken sowie konkrete Handreichungen zur Erarbeitung von Brandschutzkonzepten dargestellt", so Schmidt. Allgemein seien die Betriebe zudem angehalten, die Kommunikation mit den örtlichen Feuerwehren zu suchen und durch gemeinsame Übungen zu verstetigen.

"Wir hoffen, mit unseren proaktiven Maßnahmen in erheblichem Maße zur Gefahrenminderung beizutragen. Wir wollen den organisatorischen Brandschutz dahingehend optimieren, dass auch mit gezielten punktuellen Nachrüstungen bestehender technischer Anlagen ein versicherungswürdiger Brandschutz gewährleistet ist", so Schmidt. Es sei wünschenswert, dass bei der Risikobewertung durch die Versicherer dann das Gesamtkonzept betrachtet werde.

Den Leitfaden zum Thema Brandschutz können Sie hier nachlesen und downloaden:


Neues Thema! Gleichstellung von Zertifizierungsmaßnahmen

Zertifizierung in der Forst- und Holzwirtschaft ist ein weltweiter Prozess zur Kennzeichnung wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltig erzeugter Produkte des Waldes durch ein Gütesiegel. Im weiteren Sinne umfasst das Zertifizierungssystem auch den Transport- und Bearbeitungsweg dieser Produkte (vor allem bei Holz) vom Forstbetrieb über alle Verarbeitungsstufen bis zum Endverbraucher (Produktkettenzertifizierung). 

Gegenwärtige Situation in den Niederlanden

In den Niederlanden werden gegenwärtig bei Bauvorhaben (z.B. bei dem Neubau von Schulen, Krankenhäusern etc.) Aufträge seitens der öffentlichen Hand nur an Bauunternehmer vergeben, die ausschließlich Rohstoffe verwenden die FSC zertifiziert sind. Dies führt dazu, dass auch die Bauunternehmer gezwungen sind, ihre Rohstoffe von Unternehmen zu beziehen, die ebenfalls zertifizierte Ware anbieten.

Die Niederländische Implementierung dieser EU Richtlinie ist das Gesetz Aanbestedingswet 2012 (ist seit 02-04-2012 gültig). Diese Regelung verbietet das Ausschreiben von einem Siegel für Behörden:

“Een aanbestedende dienst verwijst in de technische specificaties niet naar een bepaald fabricaat, een bepaalde herkomst of een bijzondere werkwijze, een merk, keurmerk of certificaat betreffende duurzaamheid, milieu of dierenwelzijn, dan wel gebaseerd op sociale overwegingen, een octrooi of een type, een bepaalde oorsprong of een bepaalde productie, waardoor bepaalde ondernemingen of bepaalde producten worden bevoordeeld of uitgesloten, tenzij dit door het voorwerp van de overheidsopdracht gerechtvaardigd is.“ 

Die o.g. genannte Verpflichtung führt dazu, dass derjenige, der nicht zertifizierte Produkte am Markt anbietet gegenüber anderen Unternehmern benachteiligt wird. Es entsteht eine indirekte Verpflichtung, sich der Vorgabe (o.g. RGL) zu unterwerfen. Andernfalls führt dies zu einer Schlechterstellung gegenüber anderen Unternehmern mit der Folge, dass ein Bauunternehmer/Händler seine Produkte oder Aufträge nur noch an einen anderen FSC-zertifizierten Händler vergeben wird.

Eine Wahlmöglichkeit des Unternehmers, ob er sich zertifizieren lässt besteht für den Unternehmer nicht mehr. Wenn er sich den Vorgaben nicht unterwirft, setzt er sich automatisch der Gefahr aus, keine Aufträge mehr zu erhalten. Wirtschaftliche Einbußen sind die Folge.

Eine Gleichstellung von FSC und PEFC ist darüber hinaus auch deshalb notwendig, da PEFC in Deutschland, insbesondere im Privatwald, deutlich mehr Flächenanteile hat (siehe Grafik). Wenn PEFC-zertifizierte Waldbesitzer sich darüber hinaus noch FSC zertifizieren lassen müssten, um dem Risiko zu entgehen, die Auftragslage zu verschlechtern, sind die Einbußen nicht von der Hand zu weisen. Schon aus Kostengründen ist dies nicht realisierbar. Eine sog. „Doppelzertifizierung“ kann den Waldbesitzern nicht zugemutet werden.

Quelle: Bundesamt für Naturschutz, http://goo.gl/ktHHhb(Stand: 02.04.2015), Information von PEFC Deutschland (2013) und FSC Deutschland (2013).

Daher sollte sich die Bundesregierung für eine Gleichbehandlung beider Systeme einsetzen, um den privaten Waldbesitzern (die ohnehin schon zusätzliche Kosten für die Zertifizierung in Kauf nehmen) den Zugang zu den Märkten zu ermöglichen. 

Unsere Position (Ausführungen zur Problematik) zum Thema: Gleichstellung von Zertifizierungsmaßnahmen können Sie hier abrufen. 

Daher stellt sich derzeit die Frage:
Was tut die Politik gegenwärtig, um Marktbarrieren für heimisches Holz abzubauen?

Lösung:


Stellungnahme zur Novellierung der Niedersächsischen Bauordnung

Die Stellungnahme ist in Abstimmung mit dem Verband Niedersächsischer Zimmermeister (VNZ) entstanden. Kritisiert wurde die geplante Aufnahme der Stallbauten ab 1.000 m² in die Kategorie der Sonderbauten. Zusätzlich wurde nach dem Vorbild der Landesbauordnung für Baden-Württemberg die Aufnahme eines Absatzes vorgeschlagen, der tragende Bauteile im mehrgeschossigen Bau auch ohne Brandschutzbekleidung zulässt.

Die Stellungnahme können Sie hier einsehen. 





 


Presseartikel aus dem Bereich der Holzwirtschaft

Der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) zieht ein positives Fazit aus der diesjährigen LIGNA, der führenden Branchenmesse der Forst- und Holzwirtschaft vom 11. bis 15. Mai 2015 in Hannover. Messestand und Branchenabend erfreuten sich großem Zuspruch.

"Mit dem Messestand in der Halle der Handwerker wollten wir in diesem Jahr verstärkt den Holzbau ansprechen und über unsere neuen Dienstleistungen wie das Herstellerverzeichnis für CE-zertifiziertes Bauholz oder die Online-Plattformen www.saegewerke.de und www.german-wood.com informieren. Das ist uns sehr gut gelungen", sagt Norbert Buddendick, Geschäftsführer für Markt und Produkte beim DeSH. Bemerkenswert sei insbesondere das große Interesse internationaler Messebesucher an der deutschen Sägeindustrie. Die englischsprachige Exportbroschüre des Bundesverbandes sei stark nachfragt worden.

Fest etabliert im Messeprogramm hat sich spätestens in seiner dritten Ausgabe der Internationale Branchenabend am Vatertag. Über 120 Gäste aus dem In- und Ausland folgten in diesem Jahr der Einladung des DeSH, der European Organisation of the Sawmill Industry (EOS) und des Verbandes Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) ins Haus der Nationen und fanden sich nach der Begrüßung durch DeSH-Hauptgeschäftsführer Lars Schmidt und EOS-Vorstand Carsten Doehring in ungezwungener Atmosphäre zusammen. "Eine gute Mischung aus Industrievertretern, Maschinen- und Anlagenproduzenten und Dienstleistern", resümiert Schmidt. Das Feierabendbier und der anschließende Branchenabend boten somit einmal mehr den idealen Rahmen für fruchtbares Netzwerken und fachlichen Austausch auf der LIGNA.
 

Bundesforstminister Christian Schmidt setzte sich beim UNO-Waldforum in New York für den nachhaltigen Umgang mit den Wäldern auf internationaler Ebene ein. Ziel sollte die Vereinbarung internationaler Standards sowie mehr Kohärenz und gegenseitige Verstärkung in der internationalen Staatengemeinschaft sein.

"Wir brauchen eine eigenständige internationale Waldpolitik", sagte Schmidt. Die verschiedene Initiativen müssten besser gebündelt und mit den Nutzfunktionen der Wälder abgestimmt werden. Gehörig unterbelichtet scheine bisweilen das große und zum Teil noch ungenutzte Potential das die Wälder für die Menschheit bergen, sofern sie nachhaltig bewirtschaftet werden, so der Minister in seiner Rede.

Schmidt betonte die Bedeutung des UNO-Waldforum, weil "hier die Weichen für die weltweite Waldpolitik gestellt werden." Diese sei, ungeachtet der entscheidenden Bedeutung der Wälder für eine Vielzahl von gesellschaftlichen Problemen weltweit, immer noch zu wenig koordiniert.

Die vollständige Pressemitteilung können Sie hier nachlesen.


Veranstaltung: ACHTUNG: Geänderte Anfangszeit! Parlamentarisches Frühstück der Plattform Forst & Holz am 10. Juni 2015

Sehr geehrte Abgeordnete des Deutschen Bundestages,
sehr geehrte Damen und Herren,

aufgrund einer Änderung hinsichtlich der Sitzungswochen des Deutschen Bundestages wird das ursprüngliche für den 29. April 2015 geplante Parlamentarische Frühstück der Plattform Forst & Holz nicht stattfinden.

Das nächste Parlamentarische Frühstück der Plattform Forst & Holz wird am Mittwoch, dem 10. Juni 2015 in der Zeit von 07:00 bis 08:00 Uhr stattfinden.  Wir würden uns freuen, wenn Sie sich diesen Termin bereits zum jetzigen Zeitpunkt vormerken. Eine  offizielle Einladung wird Ihnen rechtzeitig zugehen.

Folgendes Thema ist für das nächste Parlamentarische Frühstück der Plattform Forst & Holz am 10. Juni 2015 vorgesehen:

Vorstellung der neuen Deutschen Forschungsagenda ForstHolzPapier durch die Forest Technology Platform (FTP) Deutschland

Hintergrund:

Die FTP Deutschland ist ein Netzwerk von Unternehmen, Verbänden und wissenschaftlichen Einrichtungen, das der Forschung und Innovation im Sektor ForstHolzPapier gewidmet ist. Sie vertritt die Interessen des Sektors bei forschungspolitischen Fragestellungen und bildet die deutsche Unterstützungsgruppe der europäischen Technologieplattform für den forstbasierten Sektor. Damit stellt sie die Berücksichtigung deutscher Interessen auf europäischer Ebene sicher und trägt zur Standortssicherung der deutschen Forst- und Holzwirtschaft, der Holzwerkstoff-, Papier- und Zellstoffindustrie sowie der Bioraffinerien bei. Nähre Informationen hierzu erhalten Sie im Internet.

Mit freundlichen Grüßen
Ihre Plattform Forst & Holz


Rückblick - Veranstaltung: Workshop "Ausschreibung EEG - Bioenergie" am 8. Mai 2015 in Berlin

​Workshop zum Thema EEG: Ausschreibungen

Am 8. Mai hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie (BMWi) einen Workshop zum Thema EEG: Ausschreibungen angeboten. Teilgenommen haben neben Vertertern der Ministerien auch Verterter von unterschiedlichen Wirtschaftsverbänden, die sich mit diesem Themenfeld auseinandergesetzt haben. 

Auch der Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband e.V. (DeSH) hat an dem Workshop teilgenommen und konnte einem konstruktiven Dialog folgen und sich entsprechend einbringen. 

Der DeSH setzt sich mit dem Thema Biomasse sehr intensiv auseinander. Der Verband hat vor einigen Jahren einen Arbeitkreis EEG gegründet, der einen regelmäßigen Austausch mit den Mitgliedsunternehmen pflegt und diese fachliche Expertise entsprechend an die Politik weiterleitet. 
Aus diesem Grund hat sich der DeSH auch entschieden, dass ein Mitgliedsunternehmen an diesem Gespräch teilnimmt. Damit konnte auch der Politik die Möglichkeit gegeben werden, direkt mit der Basis (also mit den Unternehmern) - die letztendlich von den neuen Regelungen direkt betroffen sind - zu diskutieren und sich auszutauschen. 

Hintergrund zum Workshop: 

"Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG 2014) bereitet den Weg für die Umstellung der Förderung für erneuerbare Energien auf Ausschreibungen. Es sieht vor, dass die Höhe der finanziellen Förderung für Strom aus erneuerbaren Energien spätestens 2017 durch Ausschreibungen ermittelt wird statt wie bisher über gesetzlich festgelegte Fördersätze.

Mit einem solchen Systemwechsel soll erreicht werden, den erneuerbaren Strom nur in der Höhe zu vergüten, die für einen wirtschaftlichen Anlagenbetrieb erforderlich ist. Um dieses Ziel zu erreichen, muss ausreichend Wettbewerb um die Förderung von Erneuerbare-Energien-Anlagen bestehen und zudem muss das Ausschreibungsdesign einen hinreichenden Wettbewerb und eine Vielfalt der Akteure ermöglichen.

Der Zeitplan sieht vor, dass in der ersten Ausschreibungsrunde bis Mitte April 2015 die Förderhöhe für Strom aus Photovoltaik-Freiflächenanlagen über Ausschreibungen ermittelt wird. Parallel beginnen die Vorbereitungen für die Ausschreibungen bei den weiteren Sparten der erneuerbaren Energien." (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, EEG: Ausschreibungen, Stand: 27.5.2015)

Informationen:


 

Sollten Sie kein Interesse an unserem Politikbrief haben, dann schreiben Sie uns bitte eine kurze Email an katrin.buescher@saegeindustrie.de mit Hinweis, dass wir Sie aus dem Verteiler nehmen. Vielen Dank!

Ihre Ansprechpartner:

Lars Schmidt
Hauptgeschäfsführer
Email: lars.schmidt@saegeindustrie.de

und

Katrin Büscher
Public Affairs/Recht
Email: katrin.buescher@saegeindustrie.de

Mit freundlichen Grüßen

J. Möbus

J. Möbus
Public Affairs

M. Wollenweber

M. Wollenweber
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit


Weitere Informationen zu unserer Arbeit finden Sie auf unserer Homepage
www.saegeindustrie.de sowie bei den Sozialen Netzwerken Facebook und Twitter.