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Aktuelle Nachrichten

Nachlese Sägewerkskongress: „Industrie 4.0 ist grundsätzlich keine Frage der Betriebsgröße“ 12.02.2016

Michael Nied

Michael Nied ist geschäftsführender Gesellschafter der Karl Nied GmbH in Assamstadt. Im Vorstand des DeSH bringt er die Sicht der Laubholzsägewerke ein und vertritt auch die Anliegen kleiner und mittlerer Familienbetriebe in der Verbandsarbeit.

Im Rahmen des Sägewerkskongresses war Michael Nied Interviewpartner zum Thema „Das Sägewerk als Smart Factory – Fiktion oder realistische Perspektive?“

DeSH: Herr Nied, mit dem Begriff „Industrie 4.0“ wird auf makroökonomischer Ebene ein Strukturwandel, eine digitale Revolution in der Produktion, ausgerufen. Manch einer fürchtet, kleinere und mittlere Betriebe könnten hierbei den Anschluss verpassen.

Michael Nied: Industrie 4.0 ist für mich grundsätzlich keine Frage der Betriebsgröße. Ihre Grundprinzipien „Vernetzung“ und „Datenauswertung“ – betriebsintern und übergreifend – bieten auch kleineren Unternehmen neue Potenziale: Effizienzsteigerung in der Produktion, Standardisierung der Produktqualität sowie eine verbesserte Kundenorientierung. Das sind alles klassische unternehmerische Ziele. Ich sehe Industrie 4.0 daher weniger als Revolution, sondern als normalen Weiterentwicklungsprozess, also eher als Evolution.

DeSH: Dennoch scheuen gerade kleinere Betriebe entsprechende Investitionen.

Michael Nied: Die technischen Voraussetzungen in größeren Unternehmen sind zumeist sicher besser und Umstellungen daher wirtschaftlicher durchzuführen. Mit Blick auf die angespannte Ertragssituation in der Branche wird dies für viele Betriebe zweifelsohne auch zur Herkulesaufgabe. Wir müssen uns daher fragen, wie die Idee „Industrie 4.0“ im Tagesgeschäft kleinerer Unternehmen umgesetzt werden kann. Hierzu sind Konzepte zu Projektplanung, Implementierung und Finanzierung wünschenswert. Gezielte Förderung im Bereich Forschung & Entwicklung sowie Projektberatung könnten die nötige Hilfestellung bieten.

DeSH: Ist es auf Perspektive unrealistisch, sich den Prinzipien der Industrie 4.0 entziehen zu wollen?

Michael Nied: Gerade die Umsetzung der betriebsübergreifenden Vernetzung ist nicht ausschließlich immer ein aktiver, freiwilliger Prozess. Je nachdem, in welcher Wertschöpfungskette das Unternehmen agiert, kann es mehr oder minder zur Bereitstellung von Datenschnittstellen „gezwungen“ werden, um im Markt zu bleiben. So können zum Beispiel Zulieferer oder Kunden eine digitale Informationsübertragung einfordern. Das Produkt ist dann lediglich die „Grundvoraussetzung“.

DeSH: Was kann die Branche tun, um möglichst viele Betriebe erfolgreich in das neue Produktionszeitalter mitzunehmen?

Michael Nied: Als erster Schritt ist es unverzichtbar, gemeinsame Standards entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Forst über Frächter, Säge- und Holzindustrie und Maschinenbau bis hin zum Kunden – zu schaffen. Dies könnte eine Aufgabe der Clusterinitiativen sein, da hier die notwendigen Strukturen vorhanden sind.

DeSH: Und wie können sich die Betriebe wappnen?

Michael Nied: Das Hauptproblem für kleinere und mittlere Unternehmen sehe ich darin, entsprechende IT-Fachkräfte zu finden. Dies wird meiner Meinung nach aber notwendig sein, um die Systeme zu erhalten und weiterzuentwickeln. In der Praxis haben wir in unserem Kleinbetrieb heute oft das Problem, dass verschiedenste Steuerungen, Rechner und Sensoren zwar schon alle möglichen Daten und Signale liefern, aber um diese zusammenzuführen, fehlen salopp gesagt die „Schnittstellen“. Die Alternative, mit externen Dienstleistern zu arbeiten, sehe ich wegen der unmittelbar notwendigen Verfügbarkeit bei Problemen eher kritisch.