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Holzindustrie 2025 - Erfolgsfaktoren für ein nachhaltiges Wachstum / AGR-Rohstoffgipfel und DeSH-Sägewerkskongress 2018 06.04.2018

Beim Rohstoffgipfel der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher und dem anschließenden Kongress der deutschen Säge- und Holzindustrie kamen am 14. und 15. März 2018 rund 320 Gäste in Würzburg zusammen. Unter dem Motto „Holzindustrie 2025 – Erfolgsfaktoren für nachhaltiges Wachstum” wurden dabei mit renommierten Experten im Congress Centrum aktuelle Trends und Zukunftsperspektiven erörtert. Personalfragen, Digitalisierung, Rundholzversorgung und Produkte standen besonders im Fokus.

Globale Märkte – regionale Versorgung

„Ohne Zukunftsbild ist ein zielgerichtetes und nachhaltiges Handeln nicht möglich“, so AGR-Präsident Leonhard Nossol. Auftaktredner Prof. Martin-Niels Däfler wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich Veränderungen heute nicht mehr linear, sondern exponentiell vollziehen – was es deutlich erschwere, valide Prognosen zu treffen. Insofern, so Däfler, gelte es nicht nur, belastbare Aussagen über die Zukunft zu finden — es sei mindestens so wichtig, Flexibilität und Gelassenheit zu entwickeln, um handlungsfähig zu bleiben.

Eines der Rohstoffgipfel-Themen war der Privatwald, der mit einem Flächenanteil von knapp 50 Prozent eine herausragende Rolle bei der regionalen Holzversorgung der Industrie spielt. Dr. Björn Seintsch vom Thünen-Institut stellte vor diesem Hintergrund Zwischenergebnisse der Studie „Klimaschutz durch Kleinprivatwald – für Eigentümer und Gesellschaft (KKEG)” vor. Die Umfrage lässt darauf schließen, dass aufgrund des Generationswechsels jährlich etwa 65.000 neue Privatwaldbesitzer hinzukommen. Die Befragung zeuge darüber hinaus von einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz für die Waldbewirtschaftung, so Seintsch. In der anschließenden Diskussion kritisierten die Experten den Rückzug einiger Bundesländer aus der (Rund-)Holzvermarktung für Privatwald und dessen Folgen für die Holzindustrie. Für die Forstpolitik gelte es daher umso mehr, private Holzvermarktungsstrukturen zu erhalten und eigenständig zu gestalten.

Erfolgsfaktoren

Arbeit, Produktion und Konsum verändern sich rasant. Doch was sind die Erfolgsfaktoren von morgen? Dieser Frage ging unter verschiedenen Aspekten auch der Sägewerkskongress nach. Regelmäßig wird hier die Digitalisierung genannt. Im Prozess „Wald bis Endprodukt” seien zwar schon viele Daten vorhanden, so EWD-Geschäftsführer Herbert Oppenborn. Allerdings fehle für echte Industrie 4.0 vielerorts noch die zielgerichtete Datennutzung. Nichtsdestotrotz verfüge die Branche über einen hohen Automatisierungsgrad und Smarttechnologien hielten weiter Einzug ins Sägewerk. Heike Marx (Rundholzeinkauf bei der Schilliger Holz AG) nannte als Manko, dass ELDAT, die Datenschnittstelle von Waldbesitzer und Holzabnehmer, bisher bundesweit nicht etabliert sei. An dieser Stelle setzt der neue Datenstandard ELDATsmart an, der eine Vereinheitlichung und bessere Verwendbarkeit sicherstellen soll.

Trendbeobachter Mathias Haas warf für die Branche einen Blick über den Tellerrand. Er sagt, Angst vor der Zukunft müsse niemand haben. „Wenn Sie sich als Geschäftsführer eine Stunde in der Woche aus dem Tagesgeschäft rausziehen und mit der Zukunft auseinandersetzen, stehen die Chancen gut, dass Ihr Unternehmen sich positiv entwickelt.“

Fachkräftesicherung zentraler Aspekt

Ein Schwerpunkt des Sägewerkskongresses lag auf dem Thema „Personal”. DeSH-Präsident Carsten Doehring schilderte, dass Marktchancen langfristig nicht mehr genutzt werden könnten, weil gute Mitarbeiter fehlen. Wichtig sei daher, Jobs in der Branche möglichst attraktiv zu gestalten und die Berufsbilder besser zu vermarkten, um talentierten Nachwuchs zu gewinnen. „Dem Thema Personal widmen wir daher erstmals einen eigenen Themenblock“, so Doehring.

Wie sich Begeisterung wecken lässt, zeigte der DesH-Timber-Trainer vor Ort: Das Ausbildungsmobil mit Sägewerks-Simulator vermittelt, wie modern Sägebetriebe heute arbeiten. Neben dem virtuellen Bedienen von Bandsäge und Spanerlinie kann im Ausbildungsmobil nach der feierlichen Einweihung in Würzburg nun auch am CT-Log die Schnittholzoptimierung trainiert werden.

Erstmals waren zur angegliederten Karriereplattform rund 80 Studierende aus ganz Deutschland eingeladen, mit den Betrieben direkt in Kontakt zu treten und Karrieremöglichkeiten auszuloten. Ansatz der Karriereplattform im Rahmen der DeSH-Nachwuchskampagne „it wood be good” ist es, den künftigen Fach- und Führungskräften einen positiven Einblick in die Säge- und Holzindustrie zu ermöglichen.

Optimierte Produkte und Dienstleistungen als Plus

Einige Beispiele zeigten, dass immer mehr Sägewerke die Schnittholzproduktion zur eigenen Weiterverarbeitung nutzen und als Holzbau-Unternehmen auch Engineering als Dienstleistung mit anzubieten. „Erst so garantieren wir die optimale Einsatzfähigkeit unserer Produkte“, erklärte Gebhard Dünser (Binderholz). Die Fachleute waren sich einig, dass für den Holzbau produzierte Produkte generell möglichst einfach, kostengünstig und materialeffizient einsetzbar sein müssen. Tamir Pixner (Timbatec Holzbauingenieure GmbH) warnte davor, ständig neue Produkte auf den Markt zu bringen, da Produktvielfalt die Planung im Holzbau erschwere. Nötig seien vielmehr Vereinheitlichung und Kategorisierung.

Mit Blick auf die wirtschaftlichen Zahlen der Branche zog die Sägeindustrie eine positive Bilanz für das Jahr 2017. Der Branchentrend weist in Richtung Diversifizierung und Weiterverarbeitung, was zu mehr Beschäftigten und einer höheren Wertschöpfung führt.

Bessere Rundholzversorgung im Visier

Eine zentrale Forderung beider Veranstaltungen war die nach einer verlässlichen, planbaren Rundholzversorgung in Mitteleuropa, um am Weltmarkt weiter erfolgreich zu bestehen. Ein entscheidender Erfolgsfaktor für die heimische Holzindustrie sei die gesicherte Rundholzversorgung, so mehrere Referenten. Als eklatanter Nachteil wurde herangeführt, dass beispielsweise in Finnland Zweijahreskontrakte geschlossen werden können, während in Mitteleuropa pro Quartal gefeilscht werden müsse. DeSH-Präsident Carsten Doehring lobte trotz dieser Herausforderungen den Erfolg der deutschen Sägeindustrie am Weltmarkt und begründete diesen mit effektiver Fertigung und innovativen Produkten.

Der nächste Rohstoffgipfel und Sägewerkskongress finden am 14. und 15. März 2019 in Berlin statt. www.saegewerkskongress.de