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Aktuelle Nachrichten

Ausblick Sägewerkskongress: Risikotransfer zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer gefragt 28.01.2016

Oliver Hauner

Oliver Hauner, Abteilungsleiter Sach- und Technische Versicherung, Schadenverhütung, Statistik beim Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit Sitz in Berlin ist die Dachorganisation der privaten Versicherer in Deutschland. Die rund 459 Mitglieder sorgen durch 427 Millionen Versicherungsverträge für umfassenden Risikoschutz und Vorsorge sowohl für die privaten Haushalte wie für Industrie, Gewerbe und öffentliche Einrichtungen. 

Oliver Hauner spricht im Rahmen eines Experteninterviews am 11. Februar ab 13:30 Uhr auf dem 11. Internationalen Kongress der Säge- und Holzindustrie in Würzburg.

DeSH: Basiert die gehäufte Wahrnehmung von Sägewerksbränden auf der medialen Berichterstattung oder ist die Anzahl der Brände tatsächlich gestiegen?

Oliver Hauner: Natürlich wird in den Medien über spektakuläre Ereignisse wie Großbrände berichtet. Unserer Statistiken zeigen, dass allein in den letzten fünf Jahren Schäden durch Groß-Feuer in Sägewerken in Höhe von 210 Mio. Euro entstanden sind. Wir betrachten zunehmend mit Sorge, dass sich das Schadenniveau der Sägewerke auf einem im Vergleich zu anderen Zweigen der Wirtschaft sehr hohen Niveau bewegt.

DeSH: Was sind die häufigsten Brandursachen im Sägewerk?

Hauner:  Die Hauptbrandursachen sind tatsächlich vielfältig. Häufig sind gerade Sägewerke auf sehr engem Raum gebaut und in der Regel lagern dort leicht brennbare Baustoffe und Bauteile. Wenn ein Feuer ausbricht, kann dies verheerende Folgen haben: der Brand breitet sich schnell aus, das Gelände ist schwer zugänglich für Rettungskräfte. Häufig wird die Ausbreitung des Feuers durch fehlende automatische Brandbekämpfungseinrichtungen, mangelhafte Löschwasserversorgung und unzureichende Brandabschnittstrennung begünstigt.

Es wäre jedoch falsch, den Blick nur auf die technischen Ursachen zu richten. Ohne ein funktionierendes Risikomanagement in den Betrieben wird man viele der Ursachen dauerhaft nicht in den Griff bekommen.

DeSH: Wie gestaltet sich die Risikobewertung der Sägewerke/ Branche durch die Versicherer?

Hauner: Versicherer unterliegen seit jeher strengen Aufsichtsregeln, die sich zum 1. Januar 2016 noch einmal deutlich verschärft haben. Der Weg, wie mit Risiken umgegangen werden muss, ist daher vorgezeichnet: entscheidend ist, dass zu versichernde Risiko zu kennen – nur so kann es ein risikoadäquates Preisschild bekommen. Ingenieure der Versicherungswirtschaft bewerten hierzu die zu versichernden Betriebe anhand zahlreicher Parameter - wie etwa den vorhandenen Sicherheitsstandards zu den Gefahren Feuer, Einbruch-Diebstahl oder Naturgefahren. In die Bewertung fließen zudem Erkenntnisse aus Betriebsbesichtigungen, aus Gutachten sowie weiteren technischen Prüfprotokollen ein. Auf Basis dieser Informationen wird entschieden, zu welchen Konditionen Versicherungsschutz vereinbart werden kann.

DeSH: Was kann die Branche tun, um das Schadenniveau nachhaltig abzusenken?

Hauner: Hierfür sind gemeinsame Lösungen notwendig. Diese lassen sich nur im offenen Gespräch und im gegenseitigen Vertrauen finden. Beispielsweise ist es in anderen Industriezweigen vielerorts üblich, ein integriertes Risikomanagement zu betreiben. Dabei geht es nicht nur darum Schäden zu vermeiden, sondern vor allem auch um Schadensbegrenzung, so dass ein Betrieb wieder schnell betriebsbereit ist. Ein solches Konzept könnte auch hier greifen. Genau hier setzen auch die gemeinsamen Arbeiten von DeSH und GDV an.

DeSH: Die von den meisten Versicherern geforderten Sprinkleranlagen sind für viele mittlere und kleine Unternehmen ad hoc nicht realisierbar. Gibt es für diese Betriebe Alternativmodelle?

Hauner: Im Risikotransfer zwischen Versicherungsnehmer und Versicherer gibt es zahlreiche Optionen. Zu den bekannten gehören beispielsweise Selbstbehalte je Schadenfall, Höchsthaftungen pro Jahr oder Beschränkungen auf bestimmte Schadenursachen. Kombiniert man diese Optionen flexibel mit Schritten zur Brandverhütung und einem integrierten Risikomanagement, sind zahlreiche Wege denkbar, wie beide Seiten zueinander finden können.

DeSH: Der DeSH erarbeitet in Zusammenarbeit mit dem GDV einen Leitfaden für allgemeine und besondere Brandgefahren in Sägewerken. Was raten Sie Betrieben darüber hinaus an?

Hauner: Jeder Unternehmer sollte sich darüber im Klaren sein, dass ein als ausreichend erachtetes Brandschutzkonzept nicht das wirtschaftliche Überleben seines Betriebes im Schadenfall sichert. Mit der Baugenehmigung wird „lediglich“ die Einhaltung öffentlich-rechtlicher Schutzziele nachgewiesen - im Wesentlichen der Bauordnung. Hierbei steht der Personenschutz im Vordergrund: Die Gebäudenutzer müssen im Brandfall den betroffenen Bereich ohne Gefährdung verlassen können.

Entscheidend für einen Unternehmer ist aber auch, dass er nach einem Schaden schnell wieder handlungsfähig wird. Konkret muss er rasch seine Kunden weiter bedienen und seine Verträge erfüllen können. Kann er das nicht, ist er „Weg vom Markt“. Anforderungen der Versicherer an einen adäquaten Sachschutz bzw. die Verhinderung von langen Betriebsunterbrechungen sind daher kein „zusätzliches Übel“, sondern die Grundlage dafür, dass der Fortbestand des Unternehmens auch nach einem Schadenereignis sichergestellt werden kann.

www.saegewerkskongress.de