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Pressemitteilung: Bis zum 15. April 2017 öffentliche Konsultation zur Neufeststellung der Tegernseer Gebräuche

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat e.V. (DHWR) hat eine öffentliche Online-Konsultation zur Neufeststellung der Tegernseer Gebräuche gestartet - bis zum 15. April 2017 können Interessierte hieran teilnehmen. Die Tegernseer Gebräuche gelten für Handelsgeschäfte in der Holzwirtschaft und stellen ein in Deutschland einzigartiges Rechtsdokument dar: Es hat gesetzesgleiche Wirkung, wenn die Handelspartner keine anderen Vereinbarungen treffen. Besonders ist, dass die Tegernseer Gebräuche nicht von einer Institution festgelegt werden, sondern das „gelebte Brauchtum“ dokumentieren und daher regelmäßig überprüft werden müssen.

Die Tegernseer Gebräuche sind eine Besonderheit der Holzwirtschaft: Sie  verkörpern die Handelsbräuche aller Unternehmen, die in Deutschland mit Rundholz, Schnittholz, Holzwerkstoffen, Holzhalbwaren und Holzprodukten handeln und sind dabei die einzigen Handelsbräuche, die schriftlich niedergelegt sind.  Die Tegernseer Gebräuche werden heute vor allem dann beim Kauf und Verkauf von Holz oder Holzprodukten herangezogen, wenn durch die Handelspartner keine anderslautenden Vereinbarungen, etwa in Form von allgemeinen Geschäftsbedingungen, getroffen wurden bzw. diese aus formalen Gründen unwirksam sind oder keine Regelungen zu den Fragen treffen. In diesen Fällen können die Tegernseer Gebräuche unter Berufung auf das Handelsgesetzbuch (HGB) nach § 346 zur Rechtsfindung herangezogen werden.

Ein Merkmal von Handelsbräuchen ist, dass sie nur die gängige Praxis abbilden und daher regelmäßig neu festgestellt werden müssen. Die letzte Feststellung der Tegernseer Gebräuche fand im Jahr 1985 statt.

Am 30. Mai 2016 lud der DHWR nach frühzeitiger Information der Medien und fachlich betroffener Verbände zur konstituierenden Sitzung der Kommission zur Neufeststellung der Tegernseer Gebräuche ein. In den darauffolgenden Monaten wurden die Tegernseer Gebräuche von Experten verschiedener Fachverbände geprüft und liegen nun in einer – vorerst – ausschließlich redaktionell überarbeiteten Fassung vor. Zudem wurden im allgemeinem Teil naheliegende Aspekte der gängigen Geschäftspraxis, wie das Verwenden von E-Mails in der Kommunikation von Geschäftspartnern, ergänzt.

Eine Prüfung des Brauchtums erfolgt im Anschluss an die öffentliche Konsultation, zu der der DHWR alle interessierten Personen und Organisationen einlädt.

Die Konsultation ist geöffnet vom 16. Februar bis zum 15. April 2017. Am 15. April 2017 ist ebenfalls Einsendeschluss für die Zusendung von kommentierten Dokumenten und sonstigen Hinweisen. Ansprechpartner beim DHWR ist Lukas Freise: lukas.freise@dhwr.de

Dokumente

Derzeitige Mitglieder der Kommission zur Neufestellung der Tegernseer Gebräuche sind: 

Pressekontakt

Dr. Denny Ohnesorge
Deutscher Holzwirtschaftsrat e.V. (DHWR)
Dorotheenstraße 54
10117 Berlin

Tel.:       +49 30 72 0204 3885         
E-Mail:   presse@dhwr.de
Web:      www.dhwr.de

Über den Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR)

Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) hat 14 Mitgliedsverbände mit über 70.000 Betrieben, die mit ca. 650.000 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 120 Milliarden Euro generieren. Die Dachorganisation der deutschen Holzwirtschaft deckt durch die Mitgliedschaft der führenden Verbände der Holzbranche die gesamte Wertschöpfungskette ab. Diese reicht vom Rohholz, das von der Säge-, Holzwerkstoff- sowie Zellstoff- und Papierindustrie bearbeitet wird, über die Weiterverarbeitung von Holz und Holzprodukten in der Möbel- und Packmittelindustrie, in der Pelletproduktion sowie in den Handwerksbetrieben und im Holzbau, bis hin zum Vertrieb durch den Handel und die Makler. Der Kreislauf schließt sich durch das Recycling von Altpapier und Holz.