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Verbände der Forst- und Holzwirtschaft fordern: Klimaschutzpotenzial von Wald und Holz ausschöpfen

Spitzenvertreter des Clusters Forst und Holz berieten sich mit Staatssekretär Jochen Flasbarth im Bundesumweltministerium über den Beitrag der Forst- und Holzwirtschaft zum Klimaschutz

Vergangene Woche haben sich Spitzenvertreter des Clusters Forst und Holz mit Jochen Flasbarth, Staatssekretär im Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB), zu einem gemeinsamen Gespräch getroffen. „Dies war ein konstruktives Gespräch“, sagte Philipp zu Guttenberg, Präsident der AGDW – Die Waldeigentümer, „Schwerpunkt des Gesprächs war der Beitrag des Clusters Forst und Holz zum Klimaschutz“. Schließlich habe der jüngst vom Bundeskabinett verabschiedete Klimaschutzplan 2050 die Leistungen der nachhaltigen Forstwirtschaft für den Klimaschutz und die Substitutionswirkung der Holzverwendung deutlich benannt. „Das ist ein gutes Signal der Bundesregierung und sollte in die künftige Klimaschutzdebatte, aber auch in andere Themenbereiche einfließen.“  Xaver Haas, Präsident des Deutschen Holzwirtschaftsrates, ergänzte: „Bislang schien im Umweltministerium wenig Verständnis für die positiven Wirkungen der Holznutzung auf die CO2-Bilanz und die Biodiversität vorhanden zu sein. Wir begrüßen, dass der Klimaschutzplan diese Aspekte nun berücksichtigt.“  

In dem Gespräch haben die Branchenvertreter zudem Widersprüche benannt: Auf der einen Seite übernehme die Bundesregierung eine Vorreiterrolle beim globalen Klimaschutz. Auf der anderen Seite würden Waldflächen aus der nachhaltigen Bewirtschaftung genommen und Baumarten wie Douglasie oder Roteiche auf eine „schwarze Liste“ gesetzt, obwohl sie den Auswirkungen des Klimawandels (wie z.B. Trockenheit, Orkane) Stand halten. „Wir müssen den Austausch fortsetzen und diese Widersprüche gemeinsam diskutieren“, sagte der AGDW-Präsident. 

Nachdem der Klimaschutzplan die Holzverwendung als wichtigen Beitrag zum Klimaschutz anerkennt, mahnten sowohl Xaver Haas als auch Johannes Niedermeyer (Geschäftsführer Holzbau Deutschland Institut) die Entwicklung konkreter Maßnahmen an, die die Holzbauweise befördern. Ein weiteres Gesprächsthema war die Technische Anleitung zur Reinerhaltung der Luft (TA Luft), die aktuell novelliert wird. Das BMUB plant derzeit Emissionsgrenzwerte, die um 60 Prozent schärfer sind als die EU-Vorgaben, und sieht darüber hinaus die kostenintensive, aber luftschutztechnisch nicht notwendige Lagerung feuchter Hackschnitzel in überdachten Räumen vor. Die verschiedenen Sachargumente wurden von mehreren Vertretern der Holzwirtschaft dargelegt: neben Leonhard Nossol (Präsident der Arbeitsgemeinschaft Rohholzverbraucher) und Julia Möbus (Referentin beim Deutsche Säge- und Holzindustrie Bundesverband) auch durch Artur Auernhammer (Vorsitzender des Bundesverbandes BioEnergie). Bei der Holzverarbeitung dürfe es nicht zu einer einseitigen Benachteiligung der deutschen Holz- und Forstwirtschaft im europäischen Wettbewerb kommen, waren sich die Fachleute einig.

Schließlich sei das Cluster Forst und Holz mit einer Wertschöpfung von rund 180 Milliarden Euro im Jahr und über eine Million Beschäftigten ein wichtiger und besonders nachhaltiger Wirtschaftszweig. „Dieses Cluster stellt mit dem heimischen Holz den ökologischen Rohstoff schlechthin zur Verfügung“, sagte zu Guttenberg. „Zudem gelten bei uns strenge Nachhaltigkeitskriterien. Wer Holz aus Deutschland verwendet, stärkt den regionalen Wirtschaftskreislauf und leistet damit einen vielfachen Beitrag zu Nachhaltigkeit, Klimaschutz und Arbeitsplatzerhalt.“

Beide Seiten – Staatssekretär Jochen Flasbarth wie auch die Spitzen des Clusters Forst und Holz – wollen das Gespräch fortsetzen. Sie beteuerten ihr Interesse an der Klärung dieser Widersprüche und zur Vereinbarung konkreter Schritte. 

Übergabe der Roadmap Holzwirtschaft 2025 an Staatssekretär Flasbart / von links nach rechts: Artur Auernhammer MdB (Vorsitzender BBE), Philipp zu Guttenberg (Präsident AGDW – Die Waldeigentümer), Staatsekretär Jochen Flasbarth (BMUB), Xaver Haas (Präsident DHWR), Leonhard Nossol (Präsident AGR)  (Download hier)

Pressekontakt
Dr. Denny Ohnesorge
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Über den Deutschen Holzwirtschaftsrat (DHWR)
Der Deutsche Holzwirtschaftsrat (DHWR) hat 15 Mitgliedsverbände mit über 70.000 Betrieben, die mit ca. 650.000 Beschäftigten einen Umsatz von etwa 120 Milliarden Euro generieren. Die Dachorganisation der deutschen Holzwirtschaft deckt durch die Mitgliedschaft der führenden Verbände der Holzbranche die gesamte Wertschöpfungskette ab. Diese reicht vom Rohholz, das von der Säge-, Holzwerkstoff- sowie Zellstoff- und Papierindustrie bearbeitet wird, über die Weiterverarbeitung von Holz und Holzprodukten in der Möbel- und Packmittelindustrie, in der Pelletproduktion sowie in den Handwerksbetrieben und im Holzbau, bis hin zum Vertrieb durch den Handel und die Makler. Der Kreislauf schließt sich durch das Recycling von Altpapier und Holz.